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Das Drama um die Allianz-Arena.

Der Löwen-Fluch genießt bei Unions Chef-Trainer Uwe Neuhaus höchste Priorität. Denn die Bilanz gegen den säumigsten Mieter der Allianz-Arena ist miserabel. Dreimal hingefahren und nicht einen mickrigen Punkt mitgenommen. Deshalb lud Neuhaus heute Co-Trainer Hofschneider und U23-Trainer Engin Yanova zum großen Krisengipfel ins Forsthaus.

(Uwe Neuhaus sitzt am Schreibtisch seines Büros unter dem Dach und raucht. Das Fenster ist angeklappt.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir das Problem mit 1860 bei Union noch nicht.
Neuhaus (rollt die Augen): Zum Punkt, André. Wir machen uns doch total lächerlich, wenn das so weitergeht. Ständig ruft der Wolf von der Berliner Zeitung an und fragt, ob man nicht sagen könne, dass wir ein Problem mit der Abwehr haben. Ich traue mich schon gar nicht mehr, die Zeitung aufzuschlagen.
Hofschneider: Mit der Presse hatten wir zu Friedenszeiten auch keine Probleme.
Yanova (hustet): Trainer, ich mache mal das Fenster weiter auf.
Neuhaus (schließt das Fenster): Wer hier das Fenster öffnet, entscheide immer noch ich.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir hier überhaupt keine Fenster.
Neuhaus (zündet sich erneut eine Zigarette an): Ich brauche eine kreative Lösung. Los, Leute! Denkt nach!
(Hofschneider holt eine Packung Karo aus dem Campingbeutel und fängt auch an zu rauchen)
Yanova: Wenn wir gegen die im Grünwalder Stadion spielen würden, klappt es bestimmt. Wir müssen die nur aus der Allianz-Arena rausbekommen.
Neuhaus: Jungs, ich habe eine Idee. Wenn wir die aus der Allianz-Arena rauswerfen, können die dort nicht mehr spielen und müssen ins Grünwalder. Das alte Ding liegt uns bestimmt. (Er springt auf, öffnet die Tür und ruft Nico Schäfer, den kaufmännisch-organisatorischen Leiter der Lizenzabteilung.)
Schäfer (betritt energisch den Raum und ruft): Uwe, Du bist gefeuert!
Neuhaus: Was?
Schäfer: Scheeeeerz! Weißt Du noch damals in Essen? Das waren noch Zeiten!
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): Nico, wir brauchen Anteile an der Stadiongesellschaft in München, damit wir 1860 den Mietvertrag kündigen können.
Schäfer: Der Wurst-Uli entlässt keine solventen Mieter. Seit 1860 den Scheich hat, brauchen wir mit unseren Alu-Chips gar nicht erst nach München zu trampen.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): War halt so eine Schnapsidee von dem Yanova. Okay, Nico. Kannst Dich weiter um den Verkauf von Jérôme Polenz kümmern.
(Schäfer geht ab.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten gab es Scheichs nur beim Kinderfasching der BSG Turbine EKB Treptow.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an und redet mit sich selbst): Vielleicht hat der Wolf doch Recht und ich sollte mir die Gegner mal vorher persönlich ansehen. Vielleicht klappt es ja dann bei den Löwen…
Yanova (röchelnd): Vielleicht einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft antreten und stattdessen eine teambildende Maßnahme durchführen.
Neuhaus (bläst Yanova den Rauch ins Gesicht): Ich hab es! Wir treten einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft an.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hätte es das nicht gegeben.
Neuhaus (zündet die komplette Zigarettenschachtel an): Ich verfüge hiermit. Ab jetzt spielt gegen 1860 nur noch unsere U23. (Zu Yanova) Ihr werdet zwar dadurch nicht Tabellenführer in der Oberliga bleiben, aber Du sollst ja auch ausbilden und nicht erfolgreich sein. Den Rest erklärt Dir unser Zonen-Scout.
Alle Profis fahren mit dem Co-Trainer nach Ahlbeck. André, Du kennst den Weg ja noch aus Friedenszeiten. Ich komme mit einem Modell der Allianz-Arena nach, die Tusche als teambildende Maßnahme alleine maßstabsgetreu am Strand nachbaut. Nee, doch ohne Modell. Zeit zum Ansehen des Stadions hatte er beim letzten Spiel ja genug. (Welterobererlachen. Vorhang.)

Union wird mobil: Die erste App ist da.

Gestern verkündete der 1. FC Union auf seiner Homepage und via Twitter und Facebook die Veröffentlichung seiner offiziellen Vereins-iPhone-App. Ich habe sie mir gleich heruntergeladen und mal angesehen.

 
Bild: 1.FC Union Berlin

Der erste Eindruck ist angenehm. Das Design ist das von der Homepage bekannte. Es wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Es gibt die üblichen Menüpunkte wie Vereinsnews, Team, Spielplan und Tabelle. All diese sind allerdings nur im Online-Modus ansteuerbar, sprich: die Inhalte werden jeweils erneut von der Homepage geladen. Unter “Links” gibt es Weiterleitungen in den mobilen Browser zu diversen weiteren Angeboten wie Fan- und Ticketshop sowie Facebook- und Twitter-Auftritte des Vereins.

Der Menüpunkt AFTV bietet einen kurzen Werbetrailer für das Vereinsfernsehen und eine Verlinkung auf den zugehörigen YouTube-Kanal. Dort findet man lediglich einige der originär von AFTV erstellten Videos, hauptsächlich abgefilmte Fanblöcke aus diversen Spielen und Interviews mit Trainern und Spielern. In der App selbst sind keine Videos verfügbar, und die eigentliche AFTV-Seite ist für iPhone-User aufgrund des Flash-Players nicht benutzbar. Ob Union da auf eine Änderung hinwirken kann, ist unklar, da die technische Umgebung für AFTV von Liga-Total der Telekom zur Verfügung gestellt wird.

Insgesamt ist es eine schön designte App, deren tatsächlicher Mehrwert allerdings in der derzeitigen Version kaum über eine für mobile Browser optimierte Website hinaus geht. Die auf dem iPhone etwas frickelige Navigation auf der regulären Union-Homepage wird zwar deutlich erleichtert, mehr aber eben auch nicht. Dass ich mir auch als AFTV-Abonnent auf dem iPhone weiterhin nur die bei YouTube angebotenen Videos ansehen kann, ist bedauerlich. Da es sich aber, wie der Verein betont, um eine erste Version handelt, bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Kleine Randbemerkung: Hertha BSC hat ebenfalls eine offizielle  App fürs iPhone. Die ist von den Machern von iLiga gemacht. Im Gegensatz zur  Ebenso wie die Union-App ist sie nativ, bietet also aber anders als jene die meisten Inhalte auch offline an, was ein klarer Pluspunkt ist. Auf der anderen Seite unterscheidet sie sich optisch kaum von der originalen iLiga-App und vermutlich der ein oder anderen vereinsspezifischen Auftragsarbeit und fällt damit gegen den Wiedererkennungswert der Union-App ab.

Testspielsiegesserie.

Union gewinnt 4:0 gegen Carl Zeiss Jena. Getestet wird erneut vor allem, wie man Ausfälle verkraftet. Wenn es nach dem Spiel heißt “Ich habe Torsten Mattuschka nicht vermisst”, bedeutet das nichts im Hinblick auf Mattuschka. Vielmehr haben Markus Karl und Christoph Menz ihre Sache sehr gut gemacht. Steven Skrzybski möchten wir öfter sehen.

Reste-Essen.

Noch in der letzten Spielzeit wurde bei jeder Neuverpflichtung gründlich wie die Steuerfahndung nach einem Berlinbezug gesucht. In nächster Zeit empfiehlt man sich dem 1.FC Union Berlin aber wohl eher dadurch, dass man schon mal über´s Ruhrgebiet geflogen ist.

Ich mag Michael Parensen, ich schätze Patrick Kohlmann sehr, ich kann Ahmed Madouni viel abgewinnen – trotzdem möchte ich keine Außenstelle von Borussia Dortmund oder Rot-Weiss Essen werden. Es ist dieses Schöneiche-Gefühl, das Nico Schäfers Untervertragnahme umweht. Sachlich ist gegen einen Kaufmann in einem kaufmännisch geprägten Ressort zunächst einmal nichts einzuwenden.

Man bedenke allerdings: Ich bin Fußballfan. Ich kann jederzeit fordern „Es muss endlich etwas passieren“. Wenn etwas passiert, empöre ich mich unmittelbar „Aber doch nicht das – das war nicht mit mir abgesprochen!“ Die Entlassung von Christian Beeck ist für mich mit genau dieser Art von Empörung verbunden. Aus persönlicher Sympathie für Christian Beeck als Typen, als Charakter. Aber auch aus Unwissenheit. Ich kenne das Anforderungsprofil des kaufmännischen Leiters nicht. Ich vermag die Arbeit von Christian Beeck nicht daran zu messen. Ich weiß wenig über Auseinandersetzungen auf anderer Ebene.

Das schafft Unbehagen. Keine gute Grundlage für Vertrauen.

Bochum gegen Union live

Zur Feier des Tages wagen wir heute mal ein Experiment. In ein paar Stunden breche ich auf nach Bochum zm Spiel des VFLs gegen den 1.FCU. In der Hoffnung, dass der iPhone-Akku, das Vodafone-Netz und mein Technik-Karma mich nicht im Stich lassen, werde ich das Spiel live aus dem Stadion bloggen. Ich habe keine Ahnung, ob das alles so klappen wird, aber einen Versuch ist es allemal wert.

Startzeit: Irgendwas um 18 Uhr (sobald wir im Stadion sind).

P.S.: Falls hier nach 18 Uhr nix passiert, dann ist der Handyempfang im Bochumer Stadion ähnlich gut wie an der Alten Försterei. Dafür entschuldige ich mich pro forma schonmal im Voraus. Aber seien wir mal optimistisch.

Das war das Live-Blog:

#KomischeBrillenEvent

Als Avatar 2009 in die Kinos kam, galt er als Vorreiter eines neuartigen Filmerlebnisses. Das 3D-Kino war neu auferstanden. Neu war die Idee nicht, doch mit Avatar zum ersten Mal gut genug umgesetzt. Kein Film eines großen Studios kann es sich seitdem erlauben, nicht zumindest mit einer 3D-Version auf den Markt zu kommen.

Früher als gedacht, nämlich am letzten Wochenende, zog diese 3D Technologie nun auch in die Wohnzimmer der Fußballfans Deutschlands ein. Sky und Liga Total übertrugen das erste Fußballspiel in der dritten Dimension und, entsprechendes Equipment vorausgesetzt, jeder Abonnent konnte das “Fernsehen der Zukunft” schon jetzt zu Hause erleben. Soweit die Theorie. Hans-Martin und ich waren von der Telekom am Sonntag ins Berliner Hotel “Andels” eingeladen, um uns selbst ein Bild davon zu machen, wie das Ganze in der Praxis aussieht.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich war enttäuscht. Nicht so sehr von der Technik – die hielt was sie versprach. Bei 600Hz Fernsehern und reichlich futuristisch anmutenden 3D-Shutterbrillen eigentlich aber auch kein Wunder. Meine Enttäuschung liegt eher in der Erfahrung. Sicherlich wirken die 3D-Bilder beeindruckend. Die Tiefe, mit der die Bilder hier künstlich versehen wurden, wirkte plastisch und alles, was man aus dem Kino kennt, geht jetzt, ca. 2.500€ Materialeinsatz vorausgesetzt, auch zu Hause.

(Trommelwirbel für das unvermeidliche “Aber”….)

Aber leider ist genau diese Tiefe ziemlich nutzlos, wenn, wie bei einer Fußballübertragung üblich, die Mehrheit aller Einstellungen eine Totale des Fußballfelds ist. Das hatte wohl auch die Regie der Übertragung des Spiels Kaiserslautern gegen Köln gedacht und spielte auffallend oft Nahaufnahmen von den Seitenlinien bzw. der Hintertorkamera. So gut gemeint das sicherlich auch war, so bescheiden war der Effekt, der damit erzielt wurde. Nicht nur brach die Regie damit mit der gewohnten TV-Fußballerfahrung, wir verpassten als Zuschauer auch entscheidende Dinge, da zu unmöglichen Zeiten wie z.B. einer Ecke in diese Nahaufnahmen geschaltet wurde, um die Spieler in 3D in relativer Ruhe zeigen zu können.

Neben diesen Problemchen, die sich sämtlichst auf die Übertragung beziehen, ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor an dieser ganzen Geschichte sicherlich die 3D-Brille an sich. Als Brillenträger, der seit seinem siebten Lebensjahr mit einer Brille durch die Welt läuft, hätte ich nie für möglich gehalten, wie arg eingeschränkt ich mich durch eine Brille fühlen würde. Die leichte Abdunklung, bedingt durch die Shuttertechnologie und der doch ziemlich wuchtige Rahmen führten zu einer Art Tunnelblick, der sämtliche Interaktion mit den Umsitzenden unmöglich macht. Und sind wir mal ehrlich: Wer schaut schon Fußball alleine? Ein signifikanter Anteil daran, Fußball im Fernsehen zu gucken, ist es doch, dies mit Freunden zusammen zu tun.

Als es vor ca. einem Jahr hieß, dass die 3D-Technologie den Weg aus dem Kino, wo ich persönlich sie schon sehr kritisch sehe, ins Wohnzimmer finden sollte, gab es für mich nur drei wirklich sinnvolle Anwendungsgebiete: Sport, Spiele und Pornos. Leider war die Premiere von 3D-Sport für mich gespickt mit all den Dingen, die mich den 3D-Wahn im Kino mit so tiefer Inbrunst hassen lassen: Unnötige Kameraeinstellungen, die nur für den 3D Effekt existieren, teils unwirklich wirkende Tiefe und eine Abschottung von meinen Mitmenschen. Spätestens Avatar sollte doch eigentlich gezeigt haben, dass all die schöne Blendtechnik nichts bringt, wenn der Inhalt nicht stimmt. Bis 3D ohne Brille funktioniert und eine normale Sportübertragung mit den bewährten Kameraperspektiven in 3D möglich ist, muss ich Sport wohl von meiner Liste streichen. Bleibt zu hoffen, dass sich wenigstens Spiele und Pornos in 3D im heimischen Wohnzimmer bewähren.

Bis dahin schaue ich mir meinen 3D Fußball lieber im Stadion an.

Wer mehr zu den technischen Details wissen möchte, liest drüben bei www.allesaussersport.de weiter!

Pole-Position: Kilian Pruschke.

Seit Uwe Neuhaus ist einer der spannendsten Momente im Pressecontainer der, in dem der Zettel mit der Aufstellung aus dem Kopierer läuft. Soviel “hä?” und “wie jetze?” hört man unter Fachleuten sonst selten, und es kommt vor, dass die vom Fernsehen mit denen vom Print gemeinsam mutmaßen, wie man das Blatt zu deuten habe, um es anschließend denen vom Radio zu erklären.

Kilian Pruschke

Nachdem klar war, dass Marcel Höttecke und Jan Glinker im Testspiel gegen den FK Teplice nicht spielen können, erschien es als folgerichtig, dass die etatmäßige Nummer 3, Christoph Haker, das Tor hüten würde. Mit Kilian Pruschke, der sonst in der U19 spielt, hatte niemand ernsthaft gerechnet. Auch nicht, dass er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz bleibt.

Christoph Haker

Was also bedeutet es? Der Vertrag von Christoph Haker wird im Sommer nicht verlängert. Kilian Pruschke ist 18 Jahre alt. Er hat Zeit, den Sprung von der A-Jugend über die U23 in die erste Herrenmannschaft zu schaffen. Er ist vom Typ her Jan Glinker nicht unähnlich, großartig auf der Linie, aber kein Riese, der durch schiere Körperlichkeit besticht. Er strahlt Gelassenheit aus, ohne überheblich zu wirken. Das Spiel gegen Teplice war seine erste große Bewährungsprobe, und er hat sie gemeistert.

Trainingseinheit: Selbstbewusstsein durch Torerfolg.

Etwas überraschend hatte der 1. FC Union nach dem Testspiel am Freitag gegen den eigenen Nachwuchs für diesen Dienstag einen weiteren Test anberaumt. Um die Belastung vor dem Ligaspiel in drei Tagen gegen Aue nicht allzu hoch werden zu lassen, wurde bis auf die Torhüterposition zur Halbzeit komplett durchgewechselt.

Ziel des Spiels war es sicherlich, den Stürmern nach dem Ausfall von Santi Kolk, die Möglichkeit zu geben, sich für die Startelf zu empfehlen. Mit der Auswahl des Gegners, des in dieser Saison sieglosen Landesligisten SSV Köpenick-Oberspree, war auch die zweite Intention der sportlichen Leitung klar. Die bisher nicht besonders treffsicheren Stürmer sollten sich Selbstbewusstsein durch Tore holen. Dem 10:0 Ergebnis nach scheint dies auch funktioniert zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang dem Duo Savran/Skrzybski vor dem Tor nicht viel. Beide trafen zum Anfang des Spiels zunächst den Pfosten und machten danach jeweils ein Tor. Savran war eindeutig bemühter und bissiger, aber vor dem Tor manches Mal ein bißchen zu eigensinnig. Mit etwas Glück hätte Köpenick-Oberspree kurz vor der Halbzeit sogar einen Treffer erzielen können. Aber der ehemalige Unioner Gert Müller verpasste die Hereingabe.

Trainer Uwe Neuhaus scheint mit einer schwierigeren ersten Hälfte gerechnet zu haben und brachte seine nominell stärksten Stürmer erst für die zweite Halbzeit, als der Gegner sturmreif war. Doch das erste Tor in der 47. Minute zum 4:0 machte Hofmann, der für einige Verwirrung sorgte. Denn es war nicht der auf dem Spielplan stehende Maximilian Hoffmann, der als offensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz stand, sondern der A-Jugendspieler Oliver Hofmann. Nicht die einzige Anekdote, die für Heiterkeit sorgte. So trug der Nachwuchsspieler Kiminu Mayoungou kurzerhand das Trikot mit der Nummer 25, auf dem Malinowski stand.

Das Kalkül von Neuhaus ging auch auf. Karim Benyamina holte sich mit drei Treffern Selbstvertrauen für die anstehenden Partien. Sorgenkind Mosquera hatte gute Szenen, bei denen jeweils wenig zu einem Treffer fehlte. Mitte der zweiten Halbzeit startete er aus dem Mittelfeld, lief den Gegenspielern davon und schob im eins gegen eins am ansonsten sehr gut haltenden SSV-Torhüter vorbei ein. Ob dieser Treffer das allseits und lang herbeigesehnte Platzen des Knotens bei Unions Sorgenstürmer war, wird sich zeigen.

Bilder: Stefanie Lamm

Don’t Panic!

For a long period of my life I believed that the Zebra was closer to a dog than a horse and that they communicated with a complicated clicking language. This was proved to me as being utter nonsense whilst watching “Stripes”, a crappy film about a racing zebra that later comes on to a hot female horse. I don’t think that Disney would have sanctioned an ending to a film with inter species relationships, it would be a step too far, so I changed my scientific opinion. Anyway, all of this useless information is helpful to illustrate why a lifetime spent on the high Veldt working with the fauna wouldnt have worked. But thats the wonder of this game we love. I would never be allowed to write for well regarded zoology publications due to my glaringly obvious lack of any knowledge about the subject, whereas one quote from the Tagesspiegel describing me as a football writer, and bobs your uncle, I’m fully qualified to tell Uwe Neuhaus, a man who has managed and played professional football for his whole working life, how to set up a team to beat Duisburg. The zebras.

English tactical brain

So, with that in mind, this is what I would do for Sundays game, and it is unremittingly English. Apologies Herr Neuhaus in advance, but I think its time for 4-4-2. Simple tactics for a simple game.  In the Bundesliga both Stuttgart and Monchengladbach are playing what you would call a classic 4-4-2, and no-one would have the sheer balls to suggest that it’s working out particularly well for either, but it’s worked out okay so far for Kaiserslautern, who are playing the same fast and defined systen that made them look so much better than everybody else last year in the zweiteliga. It can work in this league, the key is a bit of pace and a bit of ball retention and movement. Union have the players for it, and it could be a cathartic process to say, “hey fuck it if they score a couple of goals, but we’ll just have to score more”, Helenio Herrera would go mental but why not try a reversal in the mindset of a team that is losing belief in the simple things that they were doing so well at the start of last season.

We’ll start at the back. All four goals Osnabruck scored on Wednesday came from defensive errors. There’s little that Herr Neuhaus can do about it, if you train all week on something and then Göhlert or Madouni simply let their marker go free in the box. So take the pressure off a bit, and try and make the opposition defenders deal with the tricky balls, both through the middle and from the wings. Dominic Peitz, while  making Terry Butcher look undermotivated, needs more time to pick a pass out than most. It’s not his job. He’s a destroyer- my friend Dave loves Peitz and has nicknamed him “the Tree”, it’s quite apt- but his inclusion already makes the back four infer that they are not up to the job and need a babysitter. Think of it as a proto-Marxist manouevre, an arm around the shoulder, “Madouni (mate), you have nothing to lose but your chains”. I like Madouni. I like the way he shouts at his colleagues, there is something very English about him as an old fashioned centre half (he would certainly fit into the stereotypes of what is required from one in the home of football), but he can pass the ball quickly and succinctly.

Michael Parensen and Torsten Mattuschka, equally, can then have the space in which to move the ball. Either forward to Benyamina’s feet, or out wide to try and get Mosquera into the box where he is at his most dangerous. For this you need Brunneman on the left and (heres the gamble) Quiring on the right. With his pace Quiring could get behind most defenses in this league, and if he can start getting the crosses in could become a real secret weapon in Köpenick. His presense would mean that behind him Christoph Menz would have to stay disciplined, but he repaid the trust Neuhaus put in him in spades against Hertha, so why not let him rise to the occasion again? Brunnemann and Kohlmann have built up a good understanding on the left, and that side should be one of Unions strongest outlets.

So, and lets be honest, that just leaves the question of the strikers and I would give a final throw of the dice to Mosquera and Benyamina. Mosquera’s first touch always was a a bit clumsy to say the least, so get him into the box where he can be a real handful. Again with Benyamina, he doesn’t like to drop back or out wide chasing the ball around. Get it to his feet where he can use his pace to run at the Duisburg defenders while Mosquera pulls them around with his gangling movement.

It’s only the 6th game of the season and, in the immortal words of the Hitchikers guide to the galaxy, Don’t panic. It needn’t be written in large friendly letters, even though they do help. After the same amount of games last year Frankfurt had just a single point too and they stayed up. Unfortunately it is the default position of the football fan. We all know what is wrong, and we all know how to win every game. Down the pub I have reconciled the bipolarities of Menotti and Billardo whilst equally being able to be pragmatic and build ateam around Roberto Baggio at the same time. The armchair is a very easy place to coach from indeed. So Uwe, if you’re reading this feel free to ignore it. Don’t panic and stick to your job mate, chances are you’re better at it than most of us.

“Siegen tut gut.”

Im Gegensatz zu den als Testspiel deklarierten Aufeinandertreffen in der Vorbereitung gegen hochkrätige Mannschaften war der 1:3 Sieg am Freitag im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion gegen den Drittligisten SV Babelsberg 03 ein echter Test. Während Bauarbeiter auf der Tribüne des kleinen Stadions mit den einknickbaren Flutlichtmasten bohrten und hämmerten, schraubte auch Uwe Neuhaus an seiner Startelf. Zu statisch und ausrechenbar war in den ersten drei Pflichtspielen der Saison der Spielaufbau. Und echte Spielkontrolle, wie sie der Trainer fordert, konnte auch nicht gewonnen werden. So ging es vor allem um Selbstvertrauen oder wie Neuhaus es nach dem Spiel zusammenfasste: “Siegen tut gut.”

Für den rückengeplagten Daniel Göhlert rückte Bernd Rauw in die Innenverteidigung. Auf die linke Außenverteidigerposition rückte die Allzweckwaffe Christoph Menz und auf der rechten Position spielte erstmals seit mehr als einem halben Jahr wieder Paul Thomik, der sich zuletzt bei Unions U23 in der Oberliga Wettkampfpraxis holte. Auf die Sechserposition rückte Dominic Peitz und davor standen Mattuschka, Kolk und Quiring. Im Sturm stand die von vielen geforderte Doppelspitze mit Savran und Benyamina.

Für die Spieler ging es darum, sich für einen Platz in der Startformation gegen Paderborn zu empfehlen. Aus dieser Sicht wird sich Karim Benyamina ärgern. Zu lässig wollte er den von Savran von links hineingebrachten Ball aus fünf Meter Entfernung ins Tor schieben. So konnte der Ball auf der Linie von einem Verteidiger geklärt werden. Savran hingegen nahm seine Chance an und erzielte zwei Tore. Eins aus abseitsverdächtiger Position nach einem langen Freistoß von Mattuschka, den Madouni Peitz durchließ. Das zweite nach einem schönen Pass von Kolk auf Benyamina, der zwar etwas zu sehr nach rechts abgedrängt wurde, um selbst zum Torschuss zu kommen, aber auf Savran ablegte. Das zwischenzeitliche 2:0 besorgte Ahmed Madouni wiederum nach einem langen Freistoß von Mattuschka, als er am langen Pfosten den Ball im Springen über die Torlinie bugsierte.

Vom Ergebnis abgesehen, war das Spiel auch in anderer Hinsicht ein gelungener Test. Die Abwehr stand hinten meistens sicher, was aber auch am harmlosen Angriff der Babelsberger lag. Allein bei Eckbällen und hohen Flanken geht die Orientierung verloren. Bei fast jeder Ecke kam Babelsberg zum Schuß. Interessant zu sehen, dass bei Ballbesitz Union die beiden Außenverteidiger Menz und Thomik das Mittelfeld überliefen, um vorne ein Überzahlspiel zu generieren. Hinten rückten dann Rauw und Madouni auf die Außenpositionen. Peitz ließ sich in die Mitte zurückfallen und machte dann die Dreierkette perfekt. Wie diese Verteidigung bei einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung reagiert hätte, konnte man nicht sehen, da Babelsberg Kontersituationen im Prinzip nicht ausspielte.

Zum Spielbeginn gab es Diskussionen darum, ob Neuhaus im Mittelfeld eine Raute mit Peitz als defensivem Part oder einem Dreier-Mittelfeld spielen ließ. Die Antwort lautet: sowohl als auch. In der Vorwärtsbewegung stand Kolk vor den beiden Außenspielern Mattuschka und Quiring. In der Rückwärtsbewegung war häufig der Versuch zu beobachten, die Linie zu halten. Letzten Endes ist es aufgrund der Ähnlichkeit müßig, darüber zu diskutieren, ob Neuhaus die Mannschaft mit der Formation 4-1-3-2 oder 4-4-2 auf das Feld geschickt hat. Zu sehen war, dass sich im Spielaufbau deutlich mehr Anspielpositionen anboten und die Mannschaft dieses System deutlich mehr verinnerlicht hat als das vorher so magere 4-2-3-1. Uwe Neuhaus spielte den Systemwechsel danach allerdings runter “Das hat man sofort bei den beiden Standardsituationen gesehen, dass zwei Stürmer wirkungsvoller sind. – Aber natürlich hat sich Benyamina so wohler gefühlt.”

Als Gewinner des Spiels darf sich ohne Zweifel Halil Savran sehen, der von Uwe Neuhaus danach auch für seine Robustheit in den Zweikämpfen gelobt wurde: “Da ist jeder Verteidiger auf der Hut, weil er anderen auch weh tun kann. Er hat seinen Torinstinkt bewiesen und war gerade auch hinten heraus konditionell ganz gut dabei. Das war schon ein gutes Spiel von ihm.” Neben Thomik, der konditionell nicht nicht ganz auf der Höhe ist, gab es noch einen zweiten Langzeitverletzten, der sein erstes Spiel bestritt. Michael Parensen kam in der zweiten Halbzeit für Christoph Menz. Bei den Gesprächen nach dem Spiel kam dieser nicht mehr aus dem Grinsen heraus: “Das ist schön. Dafür habe ich ein halbes Jahr alleine trainiert, war im Wald und mit dem Fitness-Coach im Kraftraum. Jetzt bin ich einfach glücklich, das ich wieder auf dem Platz stehen kann mit den anderen zusammen. Und da ist es relativ egal, wie es für mich gelaufen ist. Wichtig ist, einfach wieder dabei gewesen zu sein und den Rasen zu schnuppern.”

Bei so vielen glücklichen Gesichtern gab es auch Spieler, für die es nicht so gut gelaufen ist. Marcel Höttecke als zweiter Torhüter bekam keine erneute Chance, und der in Spielen zuvor glücklos agierende John-Jairo Mosquera wurde nicht einmal eingewechselt.

Bilder: Stefanie Lamm