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Grüße aus dem Sommerloch

Noch drei Tage, dann geht es wieder richtig los beim 1. FC Union. Endlich. Wir wagen uns ebenfalls aus dem Sommerloch und werden beim Trainingsauftakt am Montag entspannt durchzählen, wer das rot-weiße Trikot in der neuen Saison auftragen wird. Vier neue Spieler, dazu sieben Spieler aus der neuen U23 Mannschaft.

Der Applaus für Jérôme Polenz, so er denn beim Trainingsauftakt einlaufen darf, wird sich vielleicht in Grenzen halten. Schließlich blockiert er nach seiner Aussortierung im Winter eine Stelle im Kader. Und bis zum Schluss der Transferzeit am 31. August ist eine quälend lange Zeit. Mal sehen, wer in dem Poker den längeren Atem hat – Spieler oder Verein.

Ansonsten tat sich in der Sommerpause nicht viel. Bis auf die Aufreger um Santi Kolk, Tom Persich und Matias Concha passierte gar nichts. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Union steht zu Saisonbeginn der 2. Liga am 15. Juli in Konkurrenz mit der Frauen-WM. Hinzu kommt die verstärkte mediale Zuwendung zu Hertha, die sich wieder auf den Bundesligabetrieb vorbereiten. Es wird spannend sein, zu sehen wie Union trotzdem weiter seinen eigenen Weg in Berlin gehen wird, ohne in der Aufmerksamkeit abzurutschen.

Reste-Essen.

Noch in der letzten Spielzeit wurde bei jeder Neuverpflichtung gründlich wie die Steuerfahndung nach einem Berlinbezug gesucht. In nächster Zeit empfiehlt man sich dem 1.FC Union Berlin aber wohl eher dadurch, dass man schon mal über´s Ruhrgebiet geflogen ist.

Ich mag Michael Parensen, ich schätze Patrick Kohlmann sehr, ich kann Ahmed Madouni viel abgewinnen – trotzdem möchte ich keine Außenstelle von Borussia Dortmund oder Rot-Weiss Essen werden. Es ist dieses Schöneiche-Gefühl, das Nico Schäfers Untervertragnahme umweht. Sachlich ist gegen einen Kaufmann in einem kaufmännisch geprägten Ressort zunächst einmal nichts einzuwenden.

Man bedenke allerdings: Ich bin Fußballfan. Ich kann jederzeit fordern „Es muss endlich etwas passieren“. Wenn etwas passiert, empöre ich mich unmittelbar „Aber doch nicht das – das war nicht mit mir abgesprochen!“ Die Entlassung von Christian Beeck ist für mich mit genau dieser Art von Empörung verbunden. Aus persönlicher Sympathie für Christian Beeck als Typen, als Charakter. Aber auch aus Unwissenheit. Ich kenne das Anforderungsprofil des kaufmännischen Leiters nicht. Ich vermag die Arbeit von Christian Beeck nicht daran zu messen. Ich weiß wenig über Auseinandersetzungen auf anderer Ebene.

Das schafft Unbehagen. Keine gute Grundlage für Vertrauen.

Unions neue Kompetenz-Kompetenz

Der neue Mann an der Seite von Uwe Neuhaus heisst Nico Schäfer. Der 42-jährige, der zum 1.7. seine neue Rolle als „kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzabteilung“; ein Titel, der jede Visitenkarte sprengt; antritt, beerbt damit offiziell Christian Beeck. Soweit die nüchternen Fakten.

Als Fan frage ich natürlich bei solchen, nach aussen hin, recht abrupt kommunizierten Wechseln, nach der Notwendigkeit und den Ursachen. Beides versuchte Dirk Zingler auf der heutigen Pressekonferenz zu beantworten.

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Der Gesichtsverlust.

Bisher hat sich Uwe Neuhaus gegen das Wort Umbruch gewehrt. Aber spätestens seit heute ist der Umbruch in Köpenick offensichtlich. U23-Trainer Theo Gries wurde trotz erfolgreicher Saison in der Oberliga und laufendem Vertrag gefeuert. Acht Spieler verlassen die Profimannschaft. Und nun hat sich Union trotz laufendem Vertrag von Team-Manager Christian Beeck getrennt.

Ist Uwe Neuhaus kantig und wenig mitteilsam, so hat Christian Beeck immer einen lockeren Spruch auf den Lippen gehabt. Nicht dass er mehr gesagt hätte. Ich erinnere mich an einen Anruf beim Manager, als es um die Vertragsverhandlung mit Torsten Mattuschka ging und Beeck ins Telefon lachte: “Natürlich können Sie mich fragen. Aber erwarten Sie nicht, dass ich Ihnen etwas erzähle. Na los, fragen Sie mal!” Es entwickelte sich ein witziges Gespräch. Beeck beherrscht die Kunst mit vielen Worten ebensowenig zu erzählen wie der Trainer. Allerdings merkt man das als Fragesteller manchmal erst hinterher. Aber wenigstens fühlt man sich gut unterhalten.

Gleichzeitig hat er sich auch Zeit für Themen genommen, die einen Einblick in seine Fußballweltansicht lieferten. Nach dem langen lockeren Gespräch über die Nachwuchsarbeit bei Union, setzte er sich akribisch mit dem langen Text auseinander. Weil ihm wichtig war, dass seine dezidierte Meinung ankommt. Beeck kommt über den Fleiß. Ihm ist als Spieler nichts zugefallen und genauso lief es in der Karriere nach der Karriere. Fleiß und Kampf. Beeck hat bei Union vorgelebt, was er von allen anderen erwartet hat. Er hat dem Verein nach außen ein Gesicht und eine Stimme gegeben. Vielleicht findet sich ein Manager, der besser mit Uwe Neuhaus kann. Aber schwer vorstellbar, dass dieser Gesichtsverlust ausgeglichen werden kann.

Dank an die neuen Freunde

Die Überschrift des “Artikels” der Berliner Zeitung über Unions letztes Saisonspiel in Karlsruhe lässt viel Raum für Spekulation.

Nie geht man so ganz

Haben wir im letzten Podcast noch spekuliert, wer uns denn zur Sommerpause, neben den bereits feststehenden Abgängen, noch verlassen wird, hat der Verein heute neben viele der von uns gemunkelten Namen einen Punkt gesetzt. Neben Karim Benyamina, Dominik Peitz und dem bereits aussortierten Kenan Sahin werden leider auch die Verträge von Bernd Rauw, Paul Thomik, Björn Brunnemann, Christoph Haker und Macchambes Younga-Mouhani nicht verlängert.

Damit wird die Lücke in der Mannschaft noch einmal größer, denn vor allem mit Rauw und Thomik gehen nochmal zwei Spieler, die für uns 18 bzw. 21 Spiele in der 2. Bundesliga gespielt haben und dies in meinen Augen besonders im Fall Thomik mit einer klaren Tendenz zum Leistungsträger. Schade drum – es wird also eine spannende Sommerpause. Für alle, die den Jungs noch ein letztes Mal ein wohlverdientes “Fußballgott!” zubrüllen wollen, gibt es den offiziellen Abschied vor dem Spiel gegen Cottbus: 1. FC Union Berlin verabschiedet Spieler (Vereinshomepage).

Tausend Tränen tief.

Dominic Peitz wird Union verlassen. Zum Saisonende. Der Vertrag läuft aus. Als die E-Mail mit der Nachricht heute in meinem Postfach aufblinkte, war ich geschockt. Nicht weil ein Vereinswechsel eines Fußballprofis etwas Besonderes ist. Sondern weil Dominic Peitz und der 1.FC Union wie füreinander geschaffen schienen. Es war wie die plötzliche Trennung eines Paares, das lange zusammen war.

Vor fast einem Jahr, am 10. April 2010 hat sich Dominic Peitz in mein Herz gespielt. Nein, nicht gespielt. Gekämpft. Geackert. Gegen einen damals schier übermächtigen Gegner. Auf dem Betzenberg gegen den unangefochtenen Tabellenführer Kaiserslautern. Peitz rannte und schloß jede sich bietende Lücke. Pure Willenskraft war ihm ins Gesicht geschrieben.

Selbst als Lautern in der 72. Minute in Führung ging, gab Union nicht auf. Sechs Minuten später mit dem Ausgleich explodierte nicht nur die Stimmung in der Kneipe im Prenzlauer Berg. Auch Dominic Peitz ließ alles aus sich heraus. Zum Sieg hat es dann nicht gereicht. Aber der Punkt war gefühlt der wichtigste in der ganzen Saison.

Vergessen war der Disput mit dem Abräumer, den ich am Spieltag zuvor mit ihm hatte. Es ärgerte ihn, dass ich Karlsruhe als einen auf dem Papier schlagbaren Gegner bezeichnete. Und ebenso wie auf dem Platz verteidigte er auch verbal konsequent seine Meinung. Höflich, aber bestimmt.

Ich beglückwünsche Dominic Peitz zu dem Angebot, Bundesliga spielen zu können. Obwohl mir das Herz blutet. Obwohl ich weiß, dass damit Union eine Korsettstange verliert. Aber er hat in den zwei Jahren bei Union gezeigt, dass nicht nur das Talent, sondern vor allem der Wille entscheidend ist, um sich als Fußballprofi zu behaupten.

Einmal Unioner, immer Unioner.

Selbstkritischer Beitrag.

Länderspielpause. Um im Rhythmus zu bleiben möchte Trainer Uwe Neuhaus ein Testspiel durchführen. Aber nicht gegen den Köpenicker SC wie früher. Das bringt als Zweitligist nichts mehr. Da bleiben nur die Nachbarn aus Polen und Tschechien. Polen fällt wegen Fanaufwand aus. Der Test im Winter gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice war auch nicht ideal. Zweikämpfe: Fehlanzeige!

Am Donnerstag dann die Mitteilung: “1. FC Union Berlin testet gegen RB Leipzig”. Anschließend gleich die Entrüstung: “Wir gehen NICHT zu Red Bull” Boykottaufrufe. Natürlich stehen sich das Projekt in Leipzig und der 1.FC Union vom Entwurf der Fankultur diametral entgegen.

Aber andererseits ist es nur ein Testspiel. Kein Grund möchte man meinen, den Teammanager öffentlich zu teeren und zu federn. Doch Christian Beeck muss tatsächlich noch einen selbstkritischen Beitrag für die öffentliche Mitteilung verfassen: “Die Entscheidung für dieses Testspiel ist nach rein sportlichen Motiven erfolgt. Es gibt natürlich auch andere Perspektiven dazu und es ist wichtig und richtig, diese ebenfalls zu berücksichtigen. Das nicht getan zu haben, war ein Fehler.” An Uwe Neuhaus ist der Kelch der Entrüstung vorbeigegangen. Obwohl sowohl Beeck als auch Neuhaus gleichberechtigt die sportliche Leitung innehaben.

Wenn zwei dasselbe tun.

Vieles, und da nehme ich mich nicht aus, ist in der Bewertung vom Ergebnis abhängig. Spielt Union zum Beispiel gut und verliert durch ein kurioses Tor, dann diskutieren wir selten das gute Zusammenspiel der Mannschaft. Thema ist der in dem Moment entscheidende Zweikampf. Der war, wie wir hinterher besser wissen, spielentscheidend. Ist der verlorene Zweikampf nicht spielentscheidend, vergessen wir ihn gleich.

Im RIAS sang Ewald Wenck 1950 für Die Insulaner das Lied “Wenn zwei dasselbe tun” mit folgendem Refrain:

Wenn zwei dasselbe tun, dann ist das nicht dasselbe.
Was an der Oder stimmt, stimmt lang’ nicht an der Elbe.
Hau ich in Deine Suppe, dann ist das fortschrittlich.
Haust Du in meine Suppe: „Du Hund! Dit darfste nich!“
Denn macht ihr, was wir machen, machen wir Skandal.
Wenn zwei dasselbe tun, dann ist es nicht egal.

Gleiches ging mir gestern durch den Kopf, als Uwe Bremer von der Berliner Morgenpost vom Training der Hertha berichtete. Ein Zusammenprall zwischen Lasogga und Raffael. Leider fehlt uns die Superzeitlupe, um zu wissen, ob es ein Foul war oder nicht. Und so müssen wir uns auf die Berichte vom Training verlassen.

Viel interessanter ist aber die Reaktion von Markus Babbel darauf, der sagte: “Wir spielen Fußball und kein Schach. So was kann passieren. Lasogga ist voll motiviert, er hat heute gleich vier Spieler tätowiert.” Das verleitet die BZ dazu, heute süffisant zu schreiben: “Es scheint, als ob sich Edel-Techniker Raffael noch immer nicht an gesunde Zweikampfhärte gewöhnt hat.”

Demgegenüber sei an die Aussage von Younga-Mouhani erinnert, dessen Zusammenprall mit dem Bochumer Matias Concha live im Fernsehen übertragen wurde und ungleich schlimmere Auswirkungen für den getroffenen Spieler hatte. Der sagte beim übertragenden Sender Sport1 direkt nach dem Spiel: “Ja, das ist Fußball. Ich kann nur sagen: Gute Besserung! Mehr kann ich nicht sagen. Weil das tut mir auch leid. Das ist Sport. Das ist so. Die Dinge kommen so. Ich oder er. Einer von uns muss in den Ball reinkommen. Aber wenn ich das so sehe, das ist ganz gefährlich.”

Ich würde gerne wissen, was passiert wäre, hätte man die Aussagen von Markus Babbel und Macchambes Younga-Mouhani vertauscht.

Frankly FIFA, I don’t give a damn

Jacob hat nicht nur den besten Text zum Montagsspiel geschrieben, der geschrieben wurde. Nein, er hat noch davor einen Text über die Wahl der Austragungsorte für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 geschrieben, für dessen verspätete Publikation wir uns entschuldigen möchten.
Steffi & Sebastian

In Gone With The Wind there is a scene where, having lost all her former riches, Scarlett O’Hara tears down the beautiful green drapes that are all that is left of her furnishings to make a new dress. The idea is that she will be better able to get the 300 dollars she needs to save the family home if she has all the trappings and the appearance of wealth. It is a scene not disimilar to that of the English FA in Zurich last week as they desparately tried to impress the FIFA executive commitee members of the worth of their bid to land the 2018 World Cup. In the Guardian, David Conn pointed out that as David Cameron’s government slashed school sports funding back in the home of football, he was in a five star Zurich hotel, shaking hands with some of the most odious and dictatorial scumbags in the world.

But none of this was a surprise. Germany know very well about the morals of the FA when it comes to landing the biggest fish of all, the World Cup. When England promised Germany their full support for the 2006 tournament in exchange for Germany’s for EURO ’96 it was a deal made with crossed fingers. A gentlemans agreement only works between gentlemen, and the FA were certainly not that. They went for 2006 all the same, fuck the agreement. The obvious ending being that Germany became hosts and the English slunk home with their heads in their hands wondering why everybody thought they were so arrogant.

They always said that this time was different. The moral highground was there for the taking, and the bid had received the best possible reception. It was, finally, time for football to come home. To come home to a country where sport could help to eradicate society’s evils. Where Violence in the grounds had been all but banished and where the seeds of a new football had taken root in the fertile ground of that capitalists wet dream, the Premiership (“the Greatest League on Earth” SKY TV always tell us).

But, surprise, surprise, it didn’t work. I wrote a piece before the announcement of the winners saying how I didn’t want England to win the bid. It was just too unedifying to be cosying up to these guys who could make the Catholic Church look like a progressive, morally sound organisation. Where was the shame, the humility? To what ends would we go to win the bid, to make the big money? The BBC had broadcast a documentary on the eve of the decision accusing four further members of the executive committee of accepting bribes, but what was Cameron’s response to this? It was “irresponsible” of the BBC to harm the bid so. That two voters were already suspended because of similar accusations in the English press was seen as more than unfortunate. They could have been useful for the bid. For the BBC to be called unpatriotic and unhelpful was as fucking disgraceful as it was untrue. Although the previous experiment had shown that moral bankruptcy didn’t necessarily mean winning, why change now?

But the deal had already gone down. So it was with a huge surprise that I found myself seething with rage that Russia had won. Not because I don’t think that they equally deserve to host a World Cup (they do, and have never had one before…. no problem there) but because we looked like such pitiful losers. Apparently David Beckham is still a footballer, but he is closer to a handpuppet, let out of his Gucci leather lined box when hands need shaking, when Sepp wants to feel like royalty. The presense of “Dave” Cameron and Prince William was worse. These fuckers represent everything that is wrong with modern football in England, a representation of the gormless, money and celebrity driven Premiership that thinks football was invented in 1992, and they neither like nor know anything about the national sport other than the fact that to associate oneself with it lends a certain credibility.

I don’t need to spill more bile about the choice of Qatar to host in 2022. This was a decision that could only have come from FIFA, but the very fact that our elected leaders (not you, William. Sorry mate you don’t count as such) saw fit to hang the BBC out to dry was sickening. Could we not be proud of our press and it’s pursuit of the truth? Of course every good Conservative knows the BBC is a pseudo communist agency undermining the idea that morals and ability come second to the school one attended but it was just incredibly sad that it should have come to this. To feel the need to attack the countries most internationally respected body was inevitable, but it also still didn’t work as a tactic. Cameron still came home looking like a loser, and the FIFA executives are still happy now that it has been proved that their endemic corruption is deemed as being completely irrelevant. Life in their Swiss dream factory goes on unencumbered by trivial things like taxes and responsibility. So, let them have the World Cup wherever they like. Let it become even more bloated, and hang the consequences. Fuck them. To paraphrase Rhett Butler’s payoff line to Scarlett at the end of Gone With The Wind, “Frankly FIFA, I don’t give a damn”.