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	<title>***textilvergehen*** &#187; lesen + schreiben</title>
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	<description>Hauptsachen. Nebensachen. Anziehsachen.</description>
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		<title>Wir verlosen: Die Fußballplätze von Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 13:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Fußballplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Rasen der Leidenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin hat vieles. Auch viel Fußball. Früher sogar auch mal erfolgreichen Fußball. Ganz viel erfolgreichen Fußball. Was früher in dem Fall genau bedeutet, hängt vom eigenen Geschichtshorizont ab. Vor dem ersten Weltkrieg, vor dem zweiten Weltkrieg, im Westteil, im Ostteil oder für die ganz Tapferen auch im wiedervereinigten Berlin gab es erfolgreichen Fußball zu bestaunen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin hat vieles. Auch viel Fußball. Früher sogar auch mal erfolgreichen Fußball. Ganz viel erfolgreichen Fußball. Was früher in dem Fall genau bedeutet, hängt vom eigenen Geschichtshorizont ab. Vor dem ersten Weltkrieg, vor dem zweiten Weltkrieg, im Westteil, im Ostteil oder für die ganz Tapferen auch im wiedervereinigten Berlin gab es erfolgreichen Fußball zu bestaunen. Jetzt ist davon nicht mehr viel übrig. Nur Hertha und Union halten noch das Fähnchen hoch.</p>
<p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/rasenderleidenschaft_small.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9239];player=img;" title="Rasen der Leidenschaften"><img class="alignnone  wp-image-9240" title="Rasen der Leidenschaften" src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/rasenderleidenschaft_small.jpg" alt="" width="400" height="242" /></a></p>
<p>Aber Erfolg ist bekanntlich nicht alles. Berlin ist ja auch nicht der Prototyp einer erfolgreichen Stadt und trotzdem unglaublich interessant. Hinter jeder Hecke sieht es in der Stadt anders aus und viele Geschichten sind hier verborgen. Die möchte das Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/300036563X/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=textilvergehe-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=300036563X">Rasen der Leidenschaften &#8211; Die Fußballplätze von Berlin</a>&#8220;* ausgraben. Und glücklicherweise nicht anhand von ellenlangen Vereins-Chroniken.</p>
<p>66 Fußballplätze, Kampfbahnen, Stadien, Arenen (you name it!) sollen erzählen von den heftigen Wandlungen, denen eine Stadt und so etwas lebendiges wie Fußball unterliegt. Ein Stadion ist schnell aufgebaut und wieder abgerissen. Und plötzlich weiß niemand mehr, was viele Menschen emotional an diesen nicht vorhandenen Ort bindet. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_der_Weltjugend">Stadion der Weltjugend</a> oder die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_am_Gesundbrunnen">Plumpe</a>. Für mich sind es nur Namen. Für andere sehr starke Erinnerungen.</p>
<p>Auf knapp 280 reich bebilderten großformatigen Seiten zeigt der Band aus der Edition Else was war und vor allem, was davon übrig geblieben ist. Und sei es nur noch der Miniaturpark Berlin-Brandenburg auf dem Gelände des ehemaligen Ernst-Thälmann-Stadions.</p>
<p>Das Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/300036563X/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=textilvergehe-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=300036563X">Rasen der Leidenschaften &#8211; Die Fußballplätze von Berlin</a>&#8220;* kostet leicht erschwingliche 19,80 Euro.</p>
<p>Für den Tagesspiegel hat der von uns sehr geschätzte Andreas Gläser auch eine Rezension geschrieben: <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/rasen-der-leidenschaften-berlins-fussballstadien-wo-der-ball-zuhause-ist/6100724.html">Berlins Fußballstadien: Wo der Ball zuhause ist</a></p>
<p><strong>Gewinnspiel</strong></p>
<p>Wem das zuviel Geld ist, der kann ein Exemplar bei uns gewinnen. Ganz einfach bis Sonntag, den 5. Februar 2012, um 20 Uhr Berliner Ortszeit einen Kommentar mit &#8220;Ich will&#8221; (gerne auch vollständige Sätze) und einer richtigen E-Mail Adresse (die wird natürlich nicht veröffentlicht) unter diesem Beitrag und/oder bei <a href="https://www.facebook.com/textilvergehen/posts/365563850123209">Facebook</a> abgeben. Bei Facebook könnt ihr euch die Angabe der E-Mail Adresse natürlich sparen. Rechtswege sind wie immer ausgeschlossen.</p>
<p>*Affiliate Link</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=9239&amp;md5=637ad3c65b7eaadb1296c4074a203153" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Getestet: Sportsfreund</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 11:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[erstes Exemplar]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Sportsfreund]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem Hinweis von Kai Pahl von allesaussersport.de wurde ich neugierig auf die neue Zeitschrift &#8220;Sportsfreund&#8220;, deren erste Ausgabe in den Zeitschriftenläden ausliegt. Sie kostet 4,50 Euro und kommt sehr aufgeräumt daher. Der Titel ist in schwarz und weiß gehalten und macht gleich klar, dass es mal nicht nur um Fußball geht. Vom Foto schaut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem Hinweis von Kai Pahl von <a href="http://www.allesaussersport.de">allesaussersport.de</a> wurde ich neugierig auf die neue Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.sportsfreund-magazin.de/">Sportsfreund</a>&#8220;, deren erste Ausgabe in den Zeitschriftenläden ausliegt. Sie kostet 4,50 Euro und kommt sehr aufgeräumt daher. Der Titel ist in schwarz und weiß gehalten und macht gleich klar, dass es mal nicht nur um Fußball geht. Vom Foto schaut ein nachdenklicher Michael Schumacher an mir vorbei.</p>
<p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/sportsfreund.jpg" rel="shadowbox[sbpost-8216];player=img;" title="Sportsfreund: Nicht nur Fußball."><img class="alignnone size-full wp-image-8218" title="Sportsfreund: Nicht nur Fußball." src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/sportsfreund.jpg" alt="" width="400" height="370" /></a></p>
<p><span id="more-8216"></span></p>
<p>Ähnlich wie andere Magazine bringt der Sportsfreund auf den ersten Seiten doppelseitige Bilder, die besondere Augenblicke zeigen sollen. Bei 11Freunde sind diese Bilder häufig ein Höhepunkt im Heft. Doch die hier gebrachten Bilder sind zwar keine alltäglichen Sportbilder, wie sie uns täglich von den Sportfoto-Agenturen um die Ohren gehauen werden. Doch ihnen fehlt das besondere an Bildqualität (oder ist es beim ersten Bild vom Baseballmatch zwischen den Phillies und den Cardinals die Druckqualität, die die Konturen verlaufen lässt?). Auch der besondere Augenblick, der mit dem Gewohnten bricht, ist nicht zu sehen beim Wimbledon-Match oder der Vorstellung von Cesc Fabregas.</p>
<p>Der erste Eindruck beim Durchblättern, es würde sich um ein professionell gemachtes Magazin handeln, bestätigt sich auch beim Lesen. Das unterscheidet den Sportsfreund wohltuend von dem <a href="http://www.textilvergehen.de/2010/03/15/getestet-der-sport-tag/">Sport-Tag</a>, der sich als Sport-Tageszeitung etablieren wollte. Die Struktur ist klar, Beiträge zu den einzelnen Sportarten werden gruppiert. Das eigentliche Problem des Sportsfreund besteht eher darin, dass die Texte zu brav sind. Das Interview mit Sportschau-Moderator kommt harmlos daher wie ein Beitrag von einer Nachrichtenagentur. Nur niemandem weh tun. Und vielleicht ist das Interview auch von dort, da ein Autorenname fehlt.</p>
<p>Das Problem mit den braven Beiträgen zieht sich durch das gesamte Heft. Selbst die Titelgeschichte von den Sportler-Comebacks, die spannend sein könnte, kommt seltsam farblos daher. Erst die Zusatzgeschichten über die Schwimmerin Antje Buschulte und den Skispringer Sven Hannwald leben auf. Hier wird spürbar, dass sich die Autoren tatsächlich mit den Sportlern getroffen haben. Klippen werden aber weiterhin umschifft. Dabei könnte gerade Hannawald von seinem Schicksal sprechen.</p>
<p>Der Fußballteil startet mit einem Beitrag, in dem ein Designer die Logos der 18 Bundesligavereine bewertet. Kommt bekannt vor oder? Gab es vom <a href="http://www.designtagebuch.de/die-fusball-bundesliga-logo-tabelle/">gleichen Designer bereits vor fünf Jahren</a>. Spannung verspricht der Text über den A-Jugendlichen Baris Gündüzer, der bei Hertha in der U19-Bundesliga spielt. Der Autor interessiert sich vor allem für Integration und das Problem, sich für eine Nationalmannschaft (in dem Fall die deutsche oder türkische) entscheiden zu müssen. Das ist okay. Auch wenn ich etwas anderes erwartet hatte, weil angekündigt wurde, Gündüzer sei einen Tag lang begleitet worden. Besonders ärgerlich im Lesefluss sind Schreibfehler. Ärgerlich, weil sie vermeidbar sind. So wie der: &#8220;Es ist ein Thema, über die Baris nicht gerne spricht.&#8221; Besonders ärgerlich, weil da auch kein Rechtschreibprogramm hilft.</p>
<p>Viele Bilder, die die Texte begleiten, sind gut. Aber nichts besonderes. Da bin ich etwas von Sports Illustrated und 11Freunde verwöhnt. So wie ich mich im aktuellen 11Freunde-Sonderheft &#8220;Die Nuller Jahre&#8221; darüber geärgert habe, dass die Hertha-Gang um die Boatengs nicht ordentlich beschriftet wurde, ärgere ich mich hier, dass offensichtlich jedes Bild eine Bildunterschrift bekommt. Sei sie auch noch so nichtssagend.</p>
<p>Hinten heraus schwächelt der Sportsfreund. Der Beitrag über den blinden Golfer ist gelungen. Aber das &#8220;Reise-Spezial&#8221; hinter den zwei Golf-Artikeln wirkt doch arg plaziert, um es mal diplomatisch auszudrücken. Die Rauswerfer über den Baufortschritt in London für Olympia im nächsten Jahr und der Text über EA Sports wirken lieblos. Wie Lückenfüller. Denn sie passen nicht in die ansonsten durchgehaltene ordentliche Strukturierung des Heftes. Dafür hat mir der Schlussbeitrag über den Läufer Nils Schumann gefallen. Auch wenn die Rubrik mit &#8220;Was macht eigentlich&#8221; sehr kickeresk wirkt. Aber wenigstens werden hier keine Scheinwerfer gedreht.</p>
<p>Im großen und ganzen ein gut gemachtes Sportmagazin. Allerdings eins ohne die wirklich große Geschichte. Und das ist für mich ein echter Aufhänger. Es wirkt redaktionell professionell. Aber eben nicht leidenschaftlich. Würde ich in einem Jahr nach der Ausgabe gefragt werden, wüsste ich nicht, ob ich mich noch an einen Beitrag erinnern würde. Nicht einmal zu Widerspruch regen die Texte an. Aber das kann ja noch werden. Eine iPad-App soll es ab Oktober geben. Wenn der Sportsfreund ein Profil gewinnt, sehe ich tatsächliche einen Markt für solch eine Zeitschrift. Momentan sind aber die Spartenzeitschriften inhaltlich weit voraus.</p>
<p><strong>Update:</strong></p>
<p>23.09. Kai Pahl hat bei allesaussersport.de auch eine Rezension geschrieben: <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/09/22/stets-bemuht-der-sportsfreund/">&#8220;Stets bemüht: Der Sportsfreund&#8221;</a></p>
<p>25.09. Der freie Journalist Jonathan Sachse äußert Bedenken beim Magazin und hat mit dem Chefredakteur gesprochen: <a href="http://jonathansachse.de/?p=821">Sportsfreund: Themenvielfalt mit einer Prise Bauchschmerzen</a>.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/44e00c73177f4e68944f5f27c6632d5f" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=8216&amp;md5=796bbd3f2fd82c29f52f1d99542fa191" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kein Konzeptalbum.</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 18:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steffi</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Willmann]]></category>
		<category><![CDATA[Zonenfussball]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Berliner Publizist Frank Willmann hat nach seinen fußballhistorischen Büchern mit „Zonenfußball“ jetzt eine Sammlung von Kurzgeschichten und Essays herausgegeben. Eine Vielzahl von Autoren, darunter namhafte Berliner Schriftsteller wie Torsten Schulz, Ahne, Andreas Gläser, Jochen Schmidt und Uli Hannemann bearbeitet den Fußball zwischen Greifswald und Aue. Der spielt in den Biografien der Protagonisten freiwillig oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Berliner Publizist Frank Willmann hat nach seinen fußballhistorischen Büchern mit „Zonenfußball“ jetzt eine Sammlung von Kurzgeschichten und Essays herausgegeben. Eine Vielzahl von Autoren, darunter namhafte Berliner Schriftsteller wie Torsten Schulz, Ahne, Andreas Gläser, Jochen Schmidt und Uli Hannemann bearbeitet den Fußball zwischen Greifswald und Aue. Der spielt in den Biografien der Protagonisten freiwillig oder unfreiwillig, geliebt oder verachtet, eine Schlüsselrolle. Manchmal entsteht dabei Literatur, manchmal nicht.</p>
<p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/Frank_Willmann.jpg" rel="shadowbox[sbpost-8150];player=img;" title="Frank_Willmann"><img class="alignnone size-medium wp-image-8152" title="Frank_Willmann" src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/Frank_Willmann-400x200.jpg" alt="Der Berliner Autor Frank Willmann" width="400" height="200" /></a></p>
<p>Der Titel ist an Jana Hensels „Zonenkinder“ angelehnt. Etwas sperrig ist er geraten, und ohne Google- oder Geografiekenntnisse erschließt er sich nicht. Willmann hat, den ganzen Osten abdeckend, Autoren gesucht, die sich zu verschiedenen Facetten des Fußballs äußern. Anknüpfungspunkt aller Texte sollte „die Zone“ sein. Entstanden ist daraus ein Buch, welches zwar verschiedene Sichtweisen auf Fußball und ein breites Themenspektrum mit sich bringt. Das spezifisch ostdeutsche Moment bleibt dabei eher im Hintergrund. Die Texte sind keineswegs auf die Vorwendezeit fixiert und orientieren sich räumlich bis in die Ukraine. Zudem wird recht schnell deutlich, dass den FSV Zwickau und Rot-Weiss-Essen mehr verbindet als trennt und eine Auswärtsfahrt nach Dresden eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, egal, ob man aus Berlin oder Braunschweig anreist.</p>
<p>Es ist die Verknüpfung von Fußball und Alltag, zumeist aus der Fan-Perspektive geschildert, die das Buch zusammenhält. Fußball ist dabei oft Mittel zum Zweck und Ausdruck eines Konflikts. Erwachsene Männer, die ihre einstigen Jugendidole kritisch beäugen. Jungs-Mädchen-Geschichten und Jungs-Jungs-Geschichten. Alkohol, Rebellion, Abgrenzung. Es sind solche stets wiederkehrenden gesellschaftlichen Muster, die den eigentlichen Schwerpunkt des Buches bilden. Besonders deutlich wird das, wenn Frank Willmann erklärt, wie die beiden Ultra-Texte in das Buch gelangt sind. „Es gibt unglaublich viele Leute, die gar nicht wissen, was es heißt, Ultra zu sein. Dass das letztlich eine Jugendkultur ist, die ihre Berechtigung hat, wie jede andere auch, steht für mich außer Frage. Deswegen finde ich es wichtig, dass man das erzählt und ein Angebot macht, es verstehen zu können. Dass in drei Jahren die meisten von ihnen Familienväter oder bei der Bundeswehr oder sonstwo sind – das war früher auch nicht anders. Die Fußballszene ist immer gleich geblieben.“</p>
<p>Die Vielfalt der Themen war ihm wichtig, betont Willmann. So wichtig, dass er Abstriche in der Qualität dafür hingenommen hat. So treffen denn fiktive Geschichten auf real Erlebtes, Konkretes auf Abstraktes, und sprachgewaltige Erzähler stehen Autoren gegenüber, die zwar eine gute Geschichte haben, sie aber kaum in Worte fassen können. Durchbrochen wird der Band von einer feuilletonistischen Betrachtung zur Geschichte des DDR-Fußballs. Er schließt mit einem Statistik-Teil. Der Leser findet sich nur mühsam darin zurecht, und einige Texte sind schwer lesbar. Andererseits sind echte Perlen enthalten, wie etwa Uli Hannemanns „Auswärtsspiel im Tal der Tränen“ oder Jochen Schmidts Gedanken zu Martin Pieckenhagen. Man dürfe das nicht linear lesen, meint Willmann. „Es ist eine Anthologie, kein Konzeptalbum.“</p>
<p>Das Buch „Zonenfußball“ von Frank Willmann ist beim Verlag Neues Leben in der Eulenspiegel Verlagsgruppe erschienen. Es kostet EUR 16,95. Die Termine für der Lesetour zum Buch werden auf www.eulenspiegel-verlag.de veröffentlicht.</p>
<p><strong>Wir verlosen das Rezensionsexemplar. Einfach bis 10. September 20 Uhr hier und/oder bei <a href="http://www.facebook.com/textilvergehen/posts/149032198519393">Facebook</a> einen Kommentar hinterlassen. Danach wird ausgelost. Rechtswege gibt es bei uns natürlich nicht.</strong></p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=8150&amp;md5=47eb29b95173ec325313864fa90c649a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sonderheftsonderkritik</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 13:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[11Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Allesaussersport.de]]></category>
		<category><![CDATA[Fußballwoche]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche&#8221;, soll Hans Meyer gesagt haben. Und zu keinem Zeitpunkt hat er mehr Recht als zum Saisonstart. Trainingslager, Transfers, Fehlstarter und Durchstarter. Überraschung ist etwas anderes. Dazu die Sonderhefte. Mit Spielern auf Mannschaftsfotos, die beim Erscheinen schon woanders untergekommen sind. Zu den Sonderheften gehört natürlich dann auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche&#8221;, soll Hans Meyer gesagt haben. Und zu keinem Zeitpunkt hat er mehr Recht als zum Saisonstart. Trainingslager, Transfers, Fehlstarter und Durchstarter. Überraschung ist etwas anderes. Dazu die Sonderhefte. Mit Spielern auf Mannschaftsfotos, die beim Erscheinen schon woanders untergekommen sind. Zu den Sonderheften gehört natürlich dann auch wie jedes Jahr Sonderheftkritik. Einen Abgesang auf die Sonderhefte, dem ich mich nur anschließen kann, hat Kai Pahl bei <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/08/03/bundesliga-1112-abgesang-auf-die-sonderhefte/">allesaussersport.de</a> geschrieben.</p>
<p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/IMAG1305.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7842];player=img;" title="Alles auf einen Haufen"><img class="alignnone size-full wp-image-7844" title="Alles auf einen Haufen" src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/IMAG1305-e1312275566180.jpg" alt="" width="400" height="200" /></a></p>
<p><strong>Sportbild, Kicker und 11Freunde</strong></p>
<p>Darum setze ich mal bei den drei Klassikern unter den Sonderheften den Schwerpunkt etwas anders. Wie nimmt der zukünftige Rentezahler im Haushalt die Hefte auf? Da haben Sportbild und Kicker ganz klar die Nase vorne. Das Kaufargument für den Kicker ist die Stecktabelle, die an die Kinderzimmertür gepappt gehört. Als zusätzliche Quengelware gibt es dieses Mal noch Aufkleber von allen Erst- und Zweitligateams. Verklebt wurden fast alle. Sogar Hoffenheim. Nur Energie Cottbus schaute in die Röhre. Wichtig für das zahlenverrückte Kind ist die Kaderübersicht mit der Angabe von Gewicht und Körpergröße. Der absolute Liebling ist Schalkes dritter Torhüter <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/vereine/1-bundesliga/2011-12/fc-schalke-04-2/57891/spieler_unnerstall-lars.html">Lars Unnerstall</a>. 100 Kilogramm verteilen sich auf 1,98 Meter.</p>
<p>Die Sportbild ist Pflichtprogramm. Allerdings hat sie kaum Mehrwert. Keine Gewichtsangaben. Körpergröße Fehlanzeige. Allerdings ist sie immer als erste im Handel. Das einzige Kaufargument.</p>
<p>Das sogenannte Sonderheft der 11Freunde gleitet kaum beachtet durch die Hände des Juniors. Hängt vielleicht mit der arg rückwärts gerichteten Retro-Berichterstattung zusammen, die einen Siebenjährigen als Zielgruppe klar verfehlt. Das Titelbild kommt richtig gut an. Allerdings vor allem wegen der Star Wars Optik. Ist gerade das Non plus ultra auf dem Schulhof. Mario Gomez (O-Ton Junior: &#8220;Die Pfeife!&#8221;) als Prinzessin Leia kommt auch ganz gut. Männer in Frauenkleidern eben. Das kleine Beiheftchen wird durchgeblättert. Die Autos sind ganz interessant. Einen Zusammenhang zwischen den Autos und den Fußballklubs kann das schlaue Kind aber auch nicht finden.</p>
<p><strong>Lokale Helden</strong></p>
<p>Die Fußballwoche ist die einzige Zeitschrift, die so etwas wie tiefere Berichterstattung bietet. Jedenfalls zu Berliner Mannschaften. Lange Interviews mit den Vereinspräsidenten von Hertha und Union, eine detaillierte Vorstellung der Neuzugänge und eine kurze Darstellung der Saisonaussichten. Alle anderen Teams, die nicht irgendwie das Verbreitungsgebiet Neufünfland haben, werden auf Zugänge, Abgänge, Kader und Adresse eingestampft. Konzentration auf das Wesentliche. Da ist es egal, ob es sich um Borsussia Dortmund oder Paderborn handelt. Die weiteren Ligen werden intensiv beleuchtet. Bis zur Kreisliga C 4. Abteilung. Überraschendes gibt es auch hier nicht, aber dafür wieder solides Handwerk auf 186 Seiten.</p>
<p>Natürlich gibt es noch die herrlichsten Mannschaftsbilder, die man sich wünschen kann. Wo die 11Freunde ins Archiv stiefeln, schöpft die Fußballwoche aus dem reichhaltigen aktuellen Fundus. Die Spieler des FC St. Pauli schauen alle in eine andere Richtung, der VFC Plauen sitzt in den Hartplastikschalen auf der Tribüne, während der VfB Oldenburg es mit Längs- und Querstreifen auf dem Bild versucht. Den Vogel schießt RB Leipzig mit dem Mannschaftsfoto im neuen Bahntunnel ab. Der von mir hochgeschätzte Perry Bräutigam, momentan Torwart-Trainer in Leipzig, muss sich allerdings etwas an die Röhre schmiegen, damit es passt. Die finanzielle Not von Carl-Zeiss Jena mag man daran erahnen, dass sich Bäcker Scherer aus Zeulenroda, Sponsor und Fan, mitten ins Mannschaftsbild stellen durfte. Die Fußballwoche &#8211; irgendwie schrullig. Passt zu Berlin.</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=7842&amp;md5=e28dbd1ad5387d3943bf6f685a319479" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schall und Wahn.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 09:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steffi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Reporter &#8220;unsere&#8221; Spieler dadurch vereinnahmen, dass sie deren tatsächliche oder vermutete Spitznamen verwenden, kommt das selten gut an. Es suggeriert eine Nähe zu den Genannten, die gar nicht besteht. Wenn Fernsehkommentatoren, ansonsten um ausgewogene Berichterstattung bemüht, plötzlich von JayJay Moskwera und Tusche, von Göhli und Stuffi reden, wirkt das mindestens befremdlich, wenn nicht sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Reporter &#8220;unsere&#8221; Spieler dadurch vereinnahmen, dass sie deren tatsächliche oder vermutete Spitznamen verwenden, kommt das selten gut an. Es suggeriert eine Nähe zu den Genannten, die gar nicht besteht. Wenn Fernsehkommentatoren, ansonsten um ausgewogene Berichterstattung bemüht, plötzlich von JayJay Moskwera und Tusche, von Göhli und Stuffi reden, wirkt das mindestens befremdlich, wenn nicht sogar anbiedernd. Ähnlich sensibel fallen die Reaktionen auf den Wortgebrauch hinsichtlich des Vereins- und Stadionnamens aus.</p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5832];player=img;" title="1"><img class="alignnone size-full wp-image-5834" title="1" src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/1.jpg" alt="" width="400" height="198" /></a></p>
<p>Wenn andererseits aus Gründen der Silbenzahl eine Liedzeile &#8220;FC Union, du sollst leuchten&#8221; heißt, oder die &#8220;wunderschöne, immergrüne Alte Försterei&#8221; besungen wird, ist das zulässig &#8211; denn es kommt aus dem Fanblock, und der Fanblock hat immer Recht. Wie soll man aber mit Benennungen umgehen, die zwar aus dem Fanblock stammen, aber von etablierten Medien übernommen wurden? Eine Möglichkeit ist es, sich zu beschweren.</p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/2.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5832];player=img;" title="2"><img class="alignnone size-full wp-image-5835" title="2" src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/2.jpg" alt="" width="400" height="198" /></a></p>
<p>Die zweite Möglichkeit ist Differenzierung.</p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/3.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5832];player=img;" title="3"><img class="alignnone size-full wp-image-5836" title="3" src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/3.jpg" alt="" width="400" height="246" /></a></p>
<p>Die dritte Möglichkeit bestünde in etwas mehr Gelassenheit. Wäre &#8220;1. FC Wundervoll&#8221; auf der Waldseite geschöpft worden, würden wir es heute singen, statt uns darüber zu beschweren.</p>
<p>(Danke an @schrippe für tweets! )</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=5832&amp;md5=42ada00c9a472627f1af22d124fc5eb8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Schön. Und da machen wir jetzt ´ne Zeitung draus.&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 21:41:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steffi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das sind sicher die Schlussworte einer jeden Redaktionskonferenz bei allen Zeitungen dieser Welt, nachdem die Ressortleiter vorgetragen haben, wie die Zeitung von morgen aussehen soll. Hier unterscheiden sich Boulevardpresse und ihr Gegenstück, wie immer dessen korrekte Bezeichnung lauten mag, kein Stück. Worin aber sonst? Die Sportredaktion des Berliner Kurier lud gestern ins Verlagshaus des Berliner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das sind sicher die Schlussworte einer jeden Redaktionskonferenz bei allen Zeitungen dieser Welt, nachdem die Ressortleiter vorgetragen haben, wie die Zeitung von morgen aussehen soll. Hier unterscheiden sich Boulevardpresse und ihr Gegenstück, wie immer dessen korrekte Bezeichnung lauten mag, kein Stück. Worin aber sonst?</p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/20100706_Trikots_029.jpg" rel="shadowbox[sbpost-4597];player=img;" title="20100706_Trikots_029"><img src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/20100706_Trikots_029.jpg" alt="" title="20100706_Trikots_029" width="400" height="200" class="alignnone size-full wp-image-4633" /></a></p>
<p>Die Sportredaktion des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Kurier">Berliner Kurier</a> lud gestern ins Verlagshaus des Berliner Verlages, um solche und andere Fragen zu beantworten. Der Einladung vorausgegangen war eine Meinungsverschiedenheit zwischen Fußballfans des 1.FC Union Berlin und zwei Redakteuren darüber, welche Themen eine Zeitung behandeln darf, und mit welcher Haltung dies zu geschehen habe. &#8220;Kommt her, ich erklär´ gerne, wie hier gearbeitet wird&#8221;, war die erstaunliche Antwort des <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/informationen/impressum/lorenz/">Ressortleiters Sport, Andreas Lorenz</a>. Zu dem Treffen nicht erschienen sind diejenigen, die sich beschwert hatten. Statt dessen kam eine übersichtliche Anzahl tatsächlich Interessierter.</p>
<p>Guter Boulevard, böser Boulevard. Wer in der Schule Heinrich Bölls &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_verlorene_Ehre_der_Katharina_Blum">Die verlorene Ehre der Katharina Blum</a>&#8221; gelesen hat, und seine logische Fortsetzung, das <a href="http://www.bildblog.de/">BILDblog</a>, kennt, der findet für letzteres täglich frische, triftige Argumente. Die spannendere Frage lautet demzufolge: Gibt es gute Boulevardpresse, und was soll das bitteschön sein?</p>
<p>Als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boulevard_%28Medien%29">Boulevardjournalismus</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boulevardzeitung">Boulevardzeitung</a> wird gemeinhin bezeichnet, was als &#8220;unseriöse Veröffentlichung&#8221; gilt. Legt man den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex">Pressekodex</a> als Maßstab an, so trägt inzwischen beinahe jede deutschsprachige, journalistische Publikation boulevardeske Züge. Gemeint ist damit vor allem, dass Boulevard selten die kritische Distanz sucht, sondern emotionale Themen auch als solche bearbeitet, ohne Fakten von Meinungen zu trennen und oftmals selbst Stellung bezieht. Wenn allerdings bei der Redaktionskonferenz entschieden werden muss, ob ein Beitrag in die Politik oder ins Vermischte gehört, ist man unsicher, ob das ein originäres Problem der Medienberichterstattung oder nicht vielmehr eines der Politik ist. </p>
<p>Sport galt lange Zeit als intellektuell niederes Betätigungsfeld des Journalismus. Sport war in Zahlen und Tabellen erfassbar und also ungeeignet für Reflektion, Distanz, &#8220;seriösen&#8221; Journalismus. Sport wird heute als hochemotionale Angelegenheit gehandelt. Eine Fußballweltmeisterschaft wird auf den Titelblättern aller Printerzeugnisse ausgetragen, Boulevard oder nicht. Illustriert wird das allerorten mit jeweils denselben Fotos aus den nämlichen Agenturen. Es ist keine Seltenheit, dass ein freier Sportjournalist für den Tagesspiegel und die Bild schreibt, für die B.Z. und die taz. Sportler werden als Popstars behandelt, hüben wie drüben. Es unterscheiden sich Wortwahl und Satzlänge, aber auch die Süddeutsche und die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemühen Klischees, wenn sie über internationalen Fußball schreiben. Die Grenzen fließen.</p>
<p>Fragt man Andreas Lorenz, welche Meldungen es bei ihm ins Blatt schaffen, nennt er zwei Kriterien: Es muss den Leser interessieren, und es muss eine gewisse Relevanz haben. Wenn ein ein Testverfahren bei den Lesern ergibt, dass der Fünfzeiler über den BFC Dynamo der meistgelesene Text auf einer Doppelseite ist, ist das Leserinteresse indiziert. Über die Relevanz der Oberliga mag man streiten. Am Ende geht es wie überall darum, das Blatt zu verkaufen &#8211; egal, ob es Frankfurter Rundschau oder Berliner Kurier heißt. </p>
<p>&#8220;Eine Zeitung ist wie ein Supermarkt&#8221;, sagt Lorenz weiter. &#8220;Ich muss alles anbieten, auch wenn nur ein Bruchteil genutzt wird.&#8221; Nachdem die meisten Leser via Fernsehen und Internet über die Fakten von Sportereignissen ohnehin informiert sind, ist nach seiner Ansicht die zentrale Aufgabe des Journalisten, &#8220;das zu liefern, was andere gar nicht liefern können.&#8221; Dies dürfte genau die Stelle sein, an der sich die Meinungen spalten. &#8220;Ich gehe da hin, wo normaler Weise die Tür zu ist&#8221; kann eine Geschichte über die Fußpflegerin von Union sein. Es kann genauso gut ein Dokumentarfilm von Emir Kusturica über Diego Maradona sein. Hinsichtlich der Grenzen gilt das oben Gesagte.</p>
<p>Der Boulevard hat die Homestory dann im Sportteil, wenn der sich selbst darstellende Prominente Sportler ist. &#8220;Und trotzdem gucken alle, welches Duschgel der benutzt&#8221;, entgegnet Andreas Lorenz auf die Bemerkung, das interessiere doch niemanden. Verlust an Intimsphäre? Nicht angesichts dessen, was der durchschnittliche, nichtprominente Privatmensch im Zuge so alltäglicher Verrichtungen wie sich bei Fußballspielen filmen lassen, sich in der U-Bahn filmen lasssen, sich beim Geldabheben filmen lassen, ungewollt an Privatheit verliert. Die Idee, einen bekannten Sportler privatim darzustellen, ist aber keine Spezialität von Boulevardzeitungen. Woanders heißt das Porträt und steht im Feuilleton. Voyeurismus ist für alle da.</p>
<p>Was den Boulevard tatsächlich charakterisiert, ist seine Haltung dem Leser gegenüber. Kuriergeschichten sind so gestaltet, dass sie leicht konsumierbar sind. Das schließt den Sportteil ein. Der Leser &#8220;soll sich an den Artikeln nicht abarbeiten&#8221; ist die positive Formulierung dafür. Griffige Überschriften, große Bilder, kurze Texte. Andreas Lorenz will seine Leser unterhalten, sagt er. Ein bißchen auch &#8220;an die Hand nehmen&#8221;. Das ist Geschmackssache, nicht jeder Leser möchte an die Hand genommen werden, und manch einer liest Zeitung nicht allein zum Zeitvertreib. </p>
<p>Auch unter diesen Prämissen ist jedoch das Arbeiten nach journalistischen Grundregeln möglich. Wie der Pressekodex interpretiert wird, kann innerhalb eines Verlagshauses von Zeitung zu Zeitung, von Ressort zu Ressort, von Redakteur zu Redakteur variieren.  Der Generalvorwurf &#8220;ihr arbeitet nicht journalistisch&#8221; an &#8220;den Boulevard&#8221; scheint in seiner Absolutheit jedenfalls nicht haltbar.</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=4597&amp;md5=0aaf441a5175c806396326df223bb19c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die stärkste zweite Liga der Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 20:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zweite Bundesliga]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufgedeckt am 21.08.2010 vom Berliner Kurier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/staerkste_zweite_liga.jpg" rel="shadowbox[sbpost-4331];player=img;" title="staerkste_zweite_liga"><img class="alignnone size-full wp-image-4332" title="staerkste_zweite_liga" src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/staerkste_zweite_liga.jpg" alt="" width="400" height="374" /></a></p>
<p>Aufgedeckt am 21.08.2010 vom Berliner Kurier.</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=4331&amp;md5=aa913e752b0d9f0a78a6ad65068d1664" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Weil er ein Verrückter ist.&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 05:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steffi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Basisdruck Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<category><![CDATA[Frank Willmann]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Weil er ein Verrückter ist&#8221; ist eine bemerkenswerte Begründung dafür, warum jemand in einem Buch, das einen Ausschnitt aus der Berliner Sportgeschichte thematisiert, zu Wort kommt. Frank Willmann sagt das so, und zwar über seinen Journalistenkollegen Mathias Bunkus. Willmann hat zusammen mit Jörn Luther die Neuauflage des Union-Kompendiums &#8220;Eisern Union!&#8221; geschrieben, und beide lassen darin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Weil er ein Verrückter ist&#8221; ist eine bemerkenswerte Begründung dafür, warum jemand in einem Buch, das einen Ausschnitt aus der Berliner Sportgeschichte thematisiert, zu Wort kommt. Frank Willmann sagt das so, und zwar über seinen Journalistenkollegen Mathias Bunkus. Willmann hat zusammen mit Jörn Luther die Neuauflage des Union-Kompendiums &#8220;Eisern Union!&#8221; geschrieben, und beide lassen darin vor allem die Anhänger des Vereins zu Wort kommen, um ein vielschichtiges Bild des 1.FC Union Berlin und seiner Geschichte zu zeichnen, die auch ein gutes Stück weit Berliner Geschichte ist. </p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/willmann-luther_union-foto.jpg" rel="shadowbox[sbpost-4301];player=img;" title="willmann-luther_union-foto"><img src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/willmann-luther_union-foto.jpg" alt="" title="willmann-luther_union-foto" width="400" height="200" class="alignnone size-full wp-image-4304" /></a></p>
<p>Willmann/Luther fassen den Begriff &#8220;Fan&#8221; dabei weit. Fans sind für sie auch, aber nicht nur die Frauen und Männer mit den Schals auf Gegengerade, Wuhleseite und Haupttribüne, sondern alle, die den Verein aus Überzeugung und mit Enthusiasmus begleiten. Weil das nicht an Ämter oder Berufe geknüpft ist, finden sich hier so unterschiedliche Gesprächspartner wie eben Mathias Bunkus (Sportjournalist), Dirk Zingler (Vereinspräsident), das Wuhlesyndikat (Ultragruppierung), Wolfgang Matthies (der ehemalige Torhüter trägt den Ehrentitel &#8220;Wertvollster Unionspieler aller Zeiten&#8221;) und Frieder Lau (Fan seit 1976, Vereinsmitglied seit 1993) sowie Texte des Schriftstellers Torsten Schulz. Fansein ist ferner nicht mit kritiklosem Bejubeln gleichzusetzen. Dadurch ist das Buch, anders als man erwarten könnte, eben kein Fanbuch geworden, sondern in der Hauptsache eine Dokumentation.</p>
<p>Seit der ersten Auflage sind inzwischen 10 Jahre vergangen. Der in der Zwischenzeit erfolgte Stadionumbau und der letzte Aufstieg in die zweite Bundesliga erleichtern einem Verlag die Entscheidungsfindung zugunsten eines Buches ganz erheblich, und so hat sich der Verlag BasisDruck gemeinsam mit den beiden Autoren auf eine Überarbeitung eingelassen. Über die beiden genannten Themen hinaus sind Fehler korrigiert und Schwerpunkte verändert worden, vor allem aber ist neues Bildmaterial hinzu gekommen.</p>
<p>Es ist den Autoren gelungen, ein sachliches, informatives und doch nie langweiliges Buch zu schreiben. Es wird dem eigenen Anspruch gerecht, &#8220;Union für jemanden verständlich zu machen, der das alles nur aus dem Radio oder Fernsehen kennt&#8221; (Chris Deutschländer, Autor des Vorworts, anlässlich der Buchvorstellung). Es ist darüber hinaus aber auch ein Nachschlagewerk für Unionfans und alle, die sich mit dem Berliner Fußball beschäftigen.</p>
<p>Das Buch ist heute im BasisDruckVerlag GmbH erschienen und kostet 24,80 EUR.</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=4301&amp;md5=30b9ae9d235b06f6d604c5a3cb140f70" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einkaufen gehen.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 12:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[1. FC Lübars]]></category>
		<category><![CDATA[1. FC Union Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Fuwo]]></category>
		<category><![CDATA[Grünauer BC]]></category>
		<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderheft]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag ist KickerFuwo-Tag. Aufgrund der Liebe zum Detail im Berliner Amateurfußball und der klaren Worte gegenüber Vereinen und Verbänden bei der Organisation des Spielbetriebs ab Liga vier abwärts ist die Wochenzeitung ein Pflichtblatt im Berliner Fußball. Später als alle anderen Verlage publizierte sie nun ihr 22. Sonderheft zur neuen Saison. Die Berliner Zweitligisten kommen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Montag ist <span style="text-decoration: line-through;">Kicker</span>Fuwo-Tag. Aufgrund der Liebe zum Detail im Berliner Amateurfußball und der klaren Worte gegenüber Vereinen und Verbänden bei der Organisation des Spielbetriebs ab Liga vier abwärts ist die <a href="http://www.fussball-woche.de/">Wochenzeitung</a> ein Pflichtblatt im Berliner Fußball. Später als alle anderen Verlage publizierte sie nun ihr 22. Sonderheft zur neuen Saison.</p>
<p><a href="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/fuwo_sonderheft2010.jpg" rel="shadowbox[sbpost-3928];player=img;" title="Fußball-Woche Sonderheft 2010/11"><img title="Fußball-Woche Sonderheft 2010/11" src="http://textilvergehen.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/fuwo_sonderheft2010.jpg" alt="Fußball-Woche Sonderheft 2010/11" width="400" height="573" /></a></p>
<p>Die Berliner Zweitligisten kommen mit großem Mannschaftsposter daher und werden auch mit einer aufwendigen Berichterstattung bedacht, die alle Neuzugänge einzeln charakterisiert und jeweils ein Interview mit den Cheftrainern beinhaltet. Cottbus und Aue teilen sich dagegen nur zwei Seiten. Zu den restlichen Zweitligisten erhält man jeweils kurze Informationen zu Zu- und Abgängen und Verein allerdings ohne Mannschaftsbilder. Diese sind auch nicht notwendig, ist doch die Stärke der Fußball-Woche nicht die allumfassende Berichterstattung, die man sicher gerne dem Kicker überlässt, sondern der starke regionale Fokus. Deshalb kann man, noch bevor ein einziger Text zur Bundesliga kommt, einen einseitigen Text über die Berliner Schiedsrichter im Profibereich und deren Ausbildung beim Berliner Fußballverband lesen.</p>
<p>Sehr vernachlässigt in Magazinen wie Sportbild, 11Freunde oder Kicker wird die gesamte Struktur des Fußballs in Deutschland. In der Fuwo ist dagegen der schematische Ligenaufbau in Deutschland bis zu den Oberligen und danach die detaillierte Ansicht von der Berlin-Liga (6. Liga) bis hin zur Kreisliga C (11. Liga) für den Berliner Fußball obligatorisch. Diese Struktur bildet dann die Grundlage für das restliche Heft. Jede Liga wird vorgestellt, wobei bei der dritten Liga und der Regionalliga Nord lediglich die Vereine aus der Region (ein manchmal sehr weitgefasster Begriff, wenn sich auch der Chemnitzer FC darunter befindet) näher betrachtet werden.</p>
<p>So sachlich bis trocken meist der Ton der Texte ist, findet sich so manches schöne Mannschaftsbild. So wird zum Beispiel vom <a href="http://www.gruenauerbc1917.de">Grünauer BC</a>, Aufsteiger in die Landesliga, das Mannschaftsbild von der Aufstiegsfeier abgedruckt. Bier und jubelnde Männer, einer mit Baby auf dem Arm, zeigen mehr Freude am Fußball und den Gewinn einer Meisterschaft als es eine Konfettikanone auszudrücken vermag. Ansonsten gibt es bis zum bitteren Ende der 5. Abteilung der Kreisliga C alle Kader und Kontaktdaten sowie eine jeweilige Einschätzung zur Staffel. Wer bis dahin noch nicht genug hat, bekommt hinterher als Leckerbissen die Abschlusstabellen aller Ligen von Berlin und Brandenburg geliefert. Dazwischen acht Seiten Frauenfußball von der WM über die Bundesliga bis zur Regionalliga. Dies stiefmütterliche Dasein deckt sich bei allem Erfolg von Turbine Potsdam mit dem Stellenwert des Frauenfußballs in den Berliner Vereinen, wo einzig der 1. FC Lübars durch die Kooperation mit Hertha BSC herausragt.</p>
 <p><a href="http://www.textilvergehen.de/wordpress/?flattrss_redirect&amp;id=3928&amp;md5=0fd73339653d75da9a9061c64771a048" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.textilvergehen.de/wordpress/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gruß aus Frankreich.</title>
		<link>http://www.textilvergehen.de/2010/07/09/grus-aus-frankreich/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 12:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>steffi</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen + schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[vorfreuen]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Meister]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kann sein, wo man will und tun, was man mag: selbst wenn man in Frankreich Goethe liest &#8211; Union lässt einen nicht los. Milan schreibt uns von unterwegs, und euch auch! Auf einer Anhöhe vor dem Flusse Charante bei brütender Abendhitze, unter einem Walnussbaum und mit einer guten alten Steinmauer im Rücken lässt sich&#8217;s [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Man kann sein, wo man will und tun, was man mag: selbst wenn man in Frankreich Goethe liest &#8211; Union lässt einen nicht los. Milan schreibt uns von unterwegs, und euch auch! </strong></em></p>
<p>Auf einer Anhöhe vor dem Flusse Charante bei brütender Abendhitze, unter einem Walnussbaum und mit einer guten alten  Steinmauer im Rücken lässt sich&#8217;s leicht entrückt fühlen. Schreiben wir das Jahr 1794?</p>
<p>Vielleicht ist hier gerade die Revolution durch, in Paris werden weiter Köpfe gehackt,  in den Tropen Weimars gibt Goethe  die ersten Bücher des Wilhelm Meister in Druck. Nein. Eine Ausgabe von 1988 hab ich ja auf dem Schoß. Ein Indiz, das mich in  die Gegenwart zurück träumen lässt.</p>
<p>Darin lese ich etwas, das mich ganz aus den Träumen holt und die Erinnerung an das 1:0 gegen Bochum im Pokal wach ruft. Als Daniel Ernemann in der Schlussminute Wassilew anguckt , der ihm zunickt. Woraufhin Ernemann seinen Posten hinten verlässt, unbeachtet am Strafraum auftaucht und ihm der Ball durch göttliche Fügung, wir wollen das mal nicht Zufall nennen, vor die Füße rollt, von wo aus er das Ding mit aufreizender Lässigkeit (wie damals der Kurier schrieb) rein machte. Der Torpogo war nicht einmalig, aber wie immer unbeschreiblich.</p>
<p>Goethe hat mir auf das Heftigste  diese und einige andere Szenen, eine mit Nikol, manche mit Texas u.ä., in meinem südwestfranzösischen Aufenthalt aufgedrängt, so dass ich meine, dieser Johann eisern von Goethe würde heute einen außerordentlichen Sportkommentator abgeben. Und ganz sicher wäre er Fan. Wahrscheinlich  nicht von Motor Weimar. Da müsste mehr kommen, aber dann doch von Carl Zeiss Jena, wo er eine Zeit lang seine Freunde H.v.Humboldt, Fichte und Schiller  besuchte &#8211; und als wahrer Weltgeist hätte er sicher die Kunde von Union aus der Hauptstadt offenen Herzens mit den üblichen Folgen aufgesogen.</p>
<p>Da aber damals der Fußball noch nicht mal in England zu Hause war, begeisterten sogar Seiltänzer die vor das Wirtshaus herbei strömenden Volksmassen, und endlich kann ich zum Zitate greifen:<br />
<em><br />
&#8220;Narziß und Landrinette ließen sich in Tragsesseln auf den Schultern der übrigen durch die vornehmsten Straßen der Stadt unter lautem Freudengeschrei des Volks tragen. Man warf ihnen Bänder, Blumensträuße und seidene Tücher zu, und drängte sich, sie ins Gesicht zu fassen. Jedermann schien glücklich zu sein, sie anzusehn, und von ihnen eines Blickes gewürdigt zu werden.&#8221;</em></p>
<p>Hier horchte ich schon auf und war auf halben Wege an die alte Försterei, aber die nächsten Sätze katapultierten mich direkt auf meinen Stammplatz unten am Zaun auf der Gegengerade.</p>
<p><em>&#8220;Welcher Schauspieler, welcher Schriftsteller, ja welcher Mensch überhaupt würde sich nicht auf dem Gipfel seiner Wünsche sehen, wenn er durch irgend ein edles Wort oder eine gute Tat einen so allgemeinen Eindruck hervorbrächte? Welche köstliche Empfindung müßte es sein, wenn man gute, edle, der Menschheit würdige Gefühle eben so schnell durch einen elektrischen Schlag ausbreiten, ein solches Entzücken unter dem Volke erregen könnte, als diese Leute durch ihre körperliche Geschicklichkeit getan haben; wenn man der Menge das Mitgefühl alles Menschlichen geben, wenn man sie mit der Vorstellung des Glücks und Unglücks, der Weisheit und Torheit, ja des Unsinns und der Albernheit entzünden, erschüttern, und ihr stockendes Innere in freie, lebhafte und reine Bewegung setzen könnte!&#8221;</em></p>
<p>Ich sage in tiefer Verehrung DANKE, lieber Johann Wolfgang von Goethe, dass du mir meine vielen Stadionbesuche auf so kluge Weise begreifbar machtest. Und ich freue mich, das du uns dank meiner 40-bändigen Münchner Ausgabe als Autor erhalten bleibst.</p>
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