Ein Nachmittag im Stadion an der Alten Försterei

Am Sonntag hat sich Jan die Kamera von Steffi geschnappt und einen Nachmittag im Stadion an der Alten Försterei verbracht. Ich bin immer wieder beeindruckt wie unterschiedlich Fotos werden, auch wenn das Werkzeug das gleiche ist. Wir bedanken uns für die vielen schönen Bilder vom ersten Spieltag gegen Düsseldorf.

Zuversichtlich in die neue Saison.

Testspiele haben für das geneigte Publikum selten Aussagekraft. Während sie dem Trainer helfen, seine Spieler unter Wettkampfbedingungen zu beobachten, während Spieler sich beweisen müssen, sehen wir mit etwas Glück ein unterhaltsames Fußballspiel. Wir können den Gegner nur vage beurteilen, wir sehen selbstverständlich nicht die Startelf der nächsten Woche. Oder vielmehr: Wir sehen soviele Varianten der Startelf, wie eben in ein Testspiel passen.

Dennoch hat mir das Spiel gegen Crystal Palace in vielerlei Hinsicht ein gutes Gefühl für die kommende Saison gegeben. Neun Spieler galt es in ein Team einzubinden, und ich staune, wie gut das funktioniert hat. Ausfälle scheint diese neue Mannschaft gut zu verkraften, denn die Wechsel zur Halbzeit haben keinen Qualitätsverlust nach sich gezogen. Mit Colin Quaner ist ein Spieler dazu gekommen, der mich auf Anhieb beeindruckt hat. Auf Maxi Thiel in der Form von gestern freue ich mich unglaublich.

Standardsituationen der Sportfotografie.

Ein Hamburger Fotografenkollege, dessen Arbeit ich sehr schätze, ist Stefan Groenveld. Vor ein paar Tagen hat er “Die Mannschaft” fotografiert, seine Mannschaft, die des FC St.Pauli. Dabei sind nicht nur Spielerporträts entstanden, die von den üblichen Briefmarken abweichen. Zu jedem Bild gehört ein Tondokument, in dem der jeweilige Spieler seinen Namen, die Rückennummer und Position nennt. Ungefähr so stelle ich mir Barrierefreiheit vor. Ich mag die Idee, aus einer Standardsituation etwas Besonderes zu machen. Mir gefällt, wenn aus einem fest abgesteckten Rahmen etwas Unerwartetes entsteht. Ich wünsche mir mehr solcher Ideen, denn im Internet ist genug Platz dafür. Deshalb glaube ich, spricht nichts dagegen, wenn mehr Fotografinnen und Fotografen einen Schritt in diese Richtung unternehmen. Mal das Teleobjektiv einpacken. Mal den Blitz gar nicht erst suchen. Kleine, lichtstarke Festbrennweite, und einen Schritt dichter ran als üblich. Eine Normaloptik, die nicht überhöht, sondern dem entspricht, was Menschenaugen sehen. Ja, gerne auch schwarzweiß. Das reduziert auf das Wesentliche. Auf den Bildern dann zuerst die, die unter der Bezeichnung “Funktionsteam” zusammengefasst werden. Weil ohne sie nichts funktioniert.

Wenn die Welt noch in Ordnung ist.

Dieser eine Tag zu Beginn jeder Saison, an dem Fußball so gemütlich ist wie Plätzchenbacken. Neue Trikots ansehen, neue Rückennummern lernen, ein paar Worte von den Spielern hören, die wir noch nicht kennen. Und der einzige, der wirklich stinkesauer ist, wenn ihm mal ein Ball verrutscht, ist Michael Parensen. Ich freu mich auf die neue Spielzeit!

Die U23 verabschiedet sich.

Von Susi Kopplin nämlich. Abwechselnd weinend und lachend stand sie mit einem Arm voller Rosen vor der Haupttribüne. Diese Mannschaft, die es ab der nächsten Spielzeit nicht mehr geben wird: Das waren ihre Jungs.

Die Hauptsache ist …

Ich mag die letzten Bilder. Sebastian Polter angesichts der geradezu unangemessen guten Laune auf der Gegengeraden. Wenn je ein Gesicht “Seid ihr doof oder watt?” gesagt hat, dann seines in diesem Moment. Für einen Fußballprofi muss es sehr befremdlich gewesen sein, eine Niederlage auf diese Weise akzeptiert zu sehen. Nee, wir haben uns nicht gefreut. Aber wir mögen eben auch Spirelli mit Wurstgulasch und das in den Berg gehämmerte Stadion im Erzgebirge. Dem Fußballspieler Sebastian Polter kann bei Union vielleicht niemand mehr etwas beibringen. Aber über Fankultur könnt´ er noch was lernen. Falls er Lust dazu hat. (Jaja. Ich weiß.)

Auf Wiedersehen, 11mm!

Auch das beste Festival geht mal zu Ende. Mit der Shortkicks-Gala sagt 11mm für dieses Jahr Auf Wiedersehen. Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen! Ich freue mich auf 2016.

Auch für’n dreckigen Sieg gibt es drei Punkte.

Dieses Spiel, das als ein Null-Null der gar nicht mal so guten Sorte angelegt war, am Ende zu gewinnen, war überraschend. Karim Benyamina zu treffen, war überraschend. Aber dass mir die Hallorenkugeln von der einen Eckfahne zur anderen gebracht und angereicht werden: Das war unbezahlbar!

St. Pauli wünsche ich jederzeit alles Gute, und euer Ligaverbleib ist mir ein Anliegen. Ich fahr’ nämlich lieber nach Hamburg als in fernab gelegene Kacknester.

Frauentag.

Ich hab rote Nelken bekommen, saß auf dem richtigen Dampfer, bin mit Hallorenkugeln classic versorgt worden (Danke Gerd!), wurde der ungeheuer guten Laune von Eroll Zejnullahu teilhaftig (kein Quatsch. Der fetzt!), und meine Mannschaft hat einen Punkt geholt. So wie einst Real Madrid Energie Cottbus. Was soll ich sagen? Das war gut.