Archive for the 'Foto' Category

Ein Knopfloch voller Tränen.

Ich bin ein Gewohnheitstier. Ich empfinde Schmerz, wenn Spieler gehen, die ich als zu meiner Mannschaft gehörig identifiziert habe. Deshalb ist der letzte Heimspieltag einer Saison für mich immer etwas mehr wehmütig als versöhnlich. Am letzten Heimspieltag werden die Spieler verabschiedet, die den Verein zur Sommerpause verlassen. Die Tradition des Verabschiedens gibt es bei Union noch nicht so lange. Gerade lange genug, um sie Tradition nennen zu dürfen. Es ist feierlich, es ist würdevoll, es ist zum Heulen. Ich werde noch sehr lange Ausschau halten nach Daniel Göhlert, Christoph Menz und Kilian Pruschke und einen Blick darauf haben, wo Patrick Zoundi, Marcel Höttecke, Stefan Gill mir künftig begegnen.

“Weil wir eine gute Mannschaft sind”

Das Saisonende mache sich bemerkbar, sagte Michael Parensen gestern nach dem 0:0 gegen Dresden. Auch körperlich. Das beschreibt das Spiel, erklärt aber nicht die Unzufriedenheit im Publikum. Die Erwartungen waren hoch, dahinter konnte jede Bemühung nur zurückbleiben. Ein Torfestival wie die Partie gegen den FC St.Pauli, oder einfach mal ein unverschämter hoher Sieg zu Hause – das war es, was wir sehen wollten. Wer es schafft, das auszublenden, blickt versöhnlicher auf das Spiel. Boone zum Beispiel. Der lobte die gute Abwehrarbeit der Dresdner. Wie gut die Viererkette funktioniert hat. Das Verschieben. “Tore”, meinte er, “entstehen ja meistens aus Fehlern. Beide Mannschaften haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten ohne Fehler gespielt.” Ich wusste darauf nichts zu sagen und knurrte nur “Aber das hatte doch keinen Unterhaltungswert!” Dafür ernte ich einen kritischen Blick von der Seite. “Ach, Du wolltest ein Event, und dann war´s aber bloß ein normales Fußballspiel?” Das ist eine Haltung, die ich auch gerne einnehmen möchte. Heute aber noch nicht. Heute ärgere ich mich noch über gestern. Vielleicht kann ich morgen sogar Michael Parensen verstehen, der sich keine Sorgen macht. “Weil wir eine gute Mannschaft sind.”

Der Spieler als Visitenkarte seines Beraters.

Am Sonntag waren Schalkes Keeper Timo Hildebrand und sein Berater Jörg Neblung bei 11mm. Anlass war der Dokumentarfilm “Spielerberater” von Klaus Stern. Das von Andreas Leimbach-Niaz moderierte Gespräch im Anschluss beschränkte sich aber nicht darauf. Herzlichen Dank den Organisatoren des Festivals für die hochkarätige Besetzung auf der Bühne, insbesondere aber für die Möglichkeit, aus dem Publikum heraus Fragen zu stellen. Vielen Dank nicht zuletzt an Jörg Neblung und Timo Hildebrand für ihre klaren und offenen Worte.

Wenn man ihn fragt, was er beruflich macht, antwortet Jörg Neblung gerne: Menschenhändler. Die Leute zucken dann zusammen, erzählt er. Einige gehen darüber hinweg, weil ihnen das Thema unbehaglich ist. Andere fragen weiter. Gelegentlich sagt er dann, er sei Agent. Das ist vielschichtiger und schließt Betätigungsfelder ein, die mit der Spielervermittlung nichts zu tun haben, wie etwa Sponsoring und PR. Dass seine Branche keinen guten Ruf genießt, ist ihm bewusst. Damit lebt er. “Ich habe immer die Wahl, ich kann ja auch irgendwas anderes machen.” Der schlechte Leumund der Spielerberater kommt nicht von ungefähr. “Es sind die großen, die viel Unfug machen und unsere Branche dann auch oftmals in Verruf bringen. Die Kleinen sind die, die sehr früh an Talente herangehen und oftmals mit wilden Versprechungen aufwarten.” Was “sehr früh” bedeutet, führt er näher aus. “Wenn wir an einen 15jährigen herantreten und dann hören, er hat schon seit 2 Jahren einen Beratervertrag.” Dass Außenstehende zusammenzucken, wenn sie hören “Der Vater hat seinen Sohn verkauft”, versteht Neblung. “Ich weiß nicht, ob es Geldkoffer gibt, aber es gibt tatsächlich so einen Obulus, wenn man seinen Jungen zuführt. Das ist natürlich schwierig, wenn es um Dienstleistung geht. Ich soll eine Beratungsleistung erbringen und dafür erstmal noch Geld zahlen – da sträubt sich mir doch einiges.” Er habe das bisher nicht gemacht und sei glücklich damit. “Ich möchte, dass mein Klientel meine Referenz ist. Dass man anhand der Spieler, die ich vertrete, erkennt, wie meine Dienstleistung aussieht. Ich glaube auch, dass das Klientel so eine Art Visitenkarte ist, die jeder Berater hat.”

Jörg Neblung war auch der Berater von Robert Enke. Es bleibt nicht aus, dass er auf Enkes Tod angesprochen wird, verbunden mit der Frage, ob sich die Arbeitsweise der Berater dadurch messbar verändert habe. “Es hat sich sehr, sehr viel getan. Man muss sich nur die Mühe machen hinzugucken. Wir haben das Thema Depression deutlich enttabuisiert.” Das wirkt sich mittelbar auf die Arbeit eines Beraters aus, der Gespür und Verständnis dafür haben sollte, dass ein Spieler manchmal überraschend den Rückzug antreten muss.

Dem Berufszweig der Spielervermittler wird immer wieder mangelnde Transparenz vorgeworfen. Neblung legt Wert auf Transparenz und geht in dem Film von Klaus Stern sehr offensiv mit der Frage nach seinen Interessen und seiner Beteiligung um. “Das ist ein gewisser Selbstschutz. Wenn ich meine Provision transparent gestalte, kann nicht irgendwann mal ein Sportdirektor kommen und sagen, der hat aber soviel bekommen. Das hätte dein Anteil sein können.” Dann zeichnet er in Gedanken eine Tortengrafik. “Wenn du ohne Berater kommst, wird dem Spieler gesagt, ist das deine Torte. Wenn du mit Berater kommst, nehme ich dir so ein Stückchen raus.” Was auf den ersten Blick verheißungsvoll aussieht, übervorteilt häufig den Spieler. “Wir sind die Interessenvertretung der Spieler, nicht der Vereine.”

Timo Hildebrand hatte mit 15 die ersten, großen Anfragen. Einen Berater hatte er zu der Zeit noch nicht. Nach Stuttgart ist er dann mit seiner gesamten Sippschaft gereist, mit Onkels und Tanten, die ihren Segen dazu gegeben haben. “Das war sehr ungewöhnlich für die Verantwortlichen vom VfB.” Ein Familiennetzwerk hat in der Regel keine Kenntnisse und keine Vernetzung auf dem Markt und “kann nicht mal eben bei Schalke 04, bei Borussia Dortmund, beim VfL Bochum anrufen und fragen, wie findet ihr denn meinen Sohn?”, sagt Jörg Neblung. “Da können wir dann schon helfen und versuchen, das eher subjektiv geprägte Bild des Vaters zu korrigieren. Das ist manchmal ein massiv schwerer Auftrag, den wir haben. Viel Aufklärungsbedarf, zum Teil.”

Natürlich sind es die Berater, die auf Spieler zugehen. Dazu Timo Hildebrand: “Extrem war es in der Zeit, als ich keinen Verein hatte. Da ist alle paar Tage ein anderer Berater gekommen, mit dem ich mich getroffen hab.” Alle hatten sie Angebote für ihn. Wie aber überzeugt ein Berater den Spieler von einer Zusammenarbeit? “Verstell dich nicht”, rät Jörg Neblung. Das sagt er auch seinen Spielern. “Sei authentisch in dem, was du machst. Versuch nicht, irgendeine Rolle zu spielen. Das merkt jeder Fan, die Presse merkt´s sowieso. Und genauso gehe ich auch in so ein Gespräch.” Die Spieler, die bei Neblung sind, müssen Kritik vertragen. “Das machen die weniger etablierten Kollegen, die sagen, du bist einfach der Beste, und du musst irgend woanders hin, und du musst auch unbedingt den Verein wechseln – denn erst dann bekomme ich meine Provision.” Häufige Wechsel, mehr Geld für den Berater? “Wir werden heute bezahlt nach dem Verbleib des Spielers beim Verein.” Dass für einen Dreijahresvertrag mit einem Mal bezahlt wurde, war vor seiner Zeit. “Dann waren wir aufgefordert, nächstes Jahr wieder den nächsten Transfer zu machen, wenn´s irgendwie geht. Heute bekomme ich eine Provision, wenn Timo noch ein Jahr auf Schalke bleibt.” Hildebrand fügt hinzu: “Ich glaube, dass es brutal schwer ist, für junge Spieler. Die sind 16, 19, 20. Da kommen viele Menschen auf einen zu, gerade im Erfolgsfall.” Dass man da Fehler macht und nicht genau weiß, wie es in der Branche läuft, liegt für ihn auf der Hand. Die Bundesliga hat ihn in vielerlei Hinsicht verändert, glaubt Timo Hildebrand. “Als ich angefangen habe in der Bundesliga, war ich ein Hemd, würde ich sagen. Aber dann hatte ich irgendwann mal Felix Magath als Trainer …” Er kommt nicht dazu, den Satz zuende zu sprechen, großes Gelächter unterbricht ihn. “Das war wirklich ein Stahlbad, danach kann nix Schlimmeres mehr kommen.”

Als Hildebrand nach seinem Versuch, ohne Berater den Verein zu wechseln, gefragt wird, ergreift statt seiner direkt Jörg Neblung das Wort. “Es geht darum, den Markt transparent zu gestalten und Klinken zu putzen. Anzurufen und zu gucken, ist erstens ein Bedarf da? Zweitens, könnte Timo reinpassen? Drittens, geht das überhaupt von den Gehaltsvorstellungen? Wenn ein Verein ein Interesse an einem Spieler hat, hat er ja seinen Wunschkandidaten. Dann ist es leichter, das mit einem unerfahrenen Elternteil oder mit dem Spieler selber auszuhandeln. Außer mit Frau Illgner. Die hat massiv hart verhandelt. Aber wir sind Makler. Wir sind Vermittler. Wir leben von Vermittlungsprovisionen.” Timo Hildebrand erklärt, in welcher Situation er sich zu der Zeit befand. Hoffenheim hat seinen Vertrag geändert. “Ich hatte einen schweren Stand, weil sich auch jeder gefragt hat, warum verlängert Hoffenheim den Vertrag nicht? Dann habe ich versucht, einen Verein zu finden, ohne Berater. Das hat überhaupt gar nicht funktioniert, weil dann jeder Berater beim Verein anruft und den Spieler anbietet. Das ist unseriös. Ich war auch nicht in der komfortablen Situation, dass mich der Verein kontaktiert hat. Das wäre am einfachsten gewesen.” In der Zeit hat er Neblung kennen gelernt und ist mit ihm nach Lissabon gewechselt.

Gelegentlich trennen sich die Wege von Spieler und Berater. Mal sind es der Spieler und/oder sein Vater, die gehen, wenn die Vorstellungen von dem, wo ein Spieler hingehört, nicht deckungsgleich sind. “Dann verliert man auch mal einen Spieler, weil wir dann zu wenig geleistet haben”, sagt Jörg Neblung. Auch der umgekehrte Fall kommt vor. “Es gibt Spieler, die sich nicht mehr weiter entwickeln, weil die Prioritäten bei den Mädels liegen und nicht auf dem Platz. Oder die einfach eine super Karriere als Türsteher bei einer Diskothek machen könnten.” Wenn er einem Spieler sagen muss “Es tut mir leid, ich habe es nicht geschafft, dich auf dieses Level zu bringen”, klingt das Bewusstsein für seinen Teil der Verantwortung an der Karriere des Spielers durch. “Irgendwann übergeben wir den Staffelstab an den Spieler, da muss er funktionieren. Dann kommen wir hoffentlich in die glückliche Situation, einen besseren Vertrag verhandeln zu dürfen als den vorherigen. Das gelingt uns aber nicht immer.”

Ist ein Spielerberater auch Lebensberater? Timo Hildebrand wurde unlängst über Facebook verbal angegangen. Wie wichtig ist der Berater bei dem angemessenen Umgang mit solchen Situationen? “Man gibt durch Facebook, durch dieses soziale Netzwerk, die Möglichkeit, mit den Fans zu kommunizieren. Das wird von vielen genutzt, aber solche Kommentare haben selbst da nichts zu suchen. Ich habe das kommentiert, ohne vorher mit Jörg darüber zu sprechen und gesagt, das geht nicht”, so Hildebrand. “Natürlich gibt es auch viele Sachen, die wir zusammen besprechen. Aber solche Sachen …?” Jörg Neblung bestärkt ihn darin. “Das ist öffentlich. Ich habe ganz klar gesagt: Gegenfeuer. Dass man das auch öffentlich thematisiert. Dass man den Nutzer sperren lässt. Es war keine private Nachricht, jeder konnte das sehen. Von daher hat Timo auch das Recht, das öffentlich zu kommentieren. Er hat sehr viel toleriert. Wenn man sich in sozialen Netzwerken bewegt, dann ist man öffentlich und muss mit den Konsequenzen leben, aber alles nur bis zu einem gewissen Level. Der war einfach überschritten.”

Finnland, Fußball & Film.

Finnischer Filmabend beim 11mm: Die Komödie “Kulman Pojat” und der Dokumentarfilm “Kuningas Litmanen” feierten jeweils ihre Deutschlandpremieren. Zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie eint, dass sie der größten Fußballlegende Finnlands, Jari Litmanen, ihren Tribut zollen. Addiert man sie, kommt Finnland dabei raus.

Kulman Pojat

Kulman Pojat nimmt dabei die Perspektive der Fans ein. Erzählt wird die Geschichte von Petri, der Verkäufer in einem Sportfachgeschäft ist und dort jeden, der nach Eishockeyausrüstung oder Skates fragt, zu den Fußballschuhen schickt. Sein Lebensinhalt ist der örtliche Fußballverein, sein Held heißt Jari Litmanen. Jari heißt, und das ist kein Zufall, auch der Sohn seines besten Freundes. Der ist gerade fünf und soll in Litmanens Fußstapfen treten. Weil sein Vater keine Zeit hat, den kleinen Jari zu seinem ersten Fußballtraining zu bringen, übernimmt Petri das und verliebt sich Hals über Kopf in Jaris Fußballtrainerin Emmi. Hier könnte der Film enden, denn alles ist perfekt. Endlich eine Frau, die Fußball genauso im Herzen trägt wie er!

Weil eine Liebeskomödie aber ohne ein bißchen Drama unvorstellbar ist, erscheint Emmis Ex-Freund Tuukka auf der Bildfläche. Der ist zugleich ihr Mitbewohner, war finnischer Nationalspieler und kickt nun für den Lokalrivalen von Petris Herzensverein. Die Figur des Tuukka lehnt sich wenigstens ein Stück weit an die Biografie von Jari Litmanen an. Die Geschichte des Films ist solide erzählt. Wirklich umwerfend sind aber die Bilder. Zwischen derbe und poetisch ist alles dabei, und wenn in Finnland gesoffen wird, wird eben gesoffen. Wer danach verquer auf der Couch zu liegen kommt, sieht in der Regel nicht gut aus. Selbst wenn sie nur zu viert am Rande eines Fußballplatzes stehen, gelingen Petri und seinen Freunden sämtliche Rituale umfassender Fußballunterstützung: Flitzer, Platzsturm, Transparente, Bengalo, Gesang und Schlägerei. Das Verbot der lachhaften Bettszene kennt man wohl in Hollywood, nicht aber in Finnland. Denn wer über Liebe nicht lachen kann, hat den Ernst der Lage nicht begriffen. Ganz sparsam und zart werden dagegen Freundschaften beschrieben. Männer brauchen keine langen Dialoge, Männern genügt ein tiefsinniges Nicken. Ein bißchen erinnert das alles an die dänische Olsenbande: Es gibt keine ausweglosen Situationen. Ein schöner und ernster, vor allem aber ein unfassbar komischer Film!

Kuningas Litmanen

Der Dokumentarfilm “Kuningas Litmanen” – König Litmanen rekapituliert die wichtigsten Stationen der Karriere von Jari Litmanen mit Schwerpunkt auf seiner wohl erfolgreichsten Zeit bei Ajax Amsterdam. Charakterisiert wird er als “der Junge der spielen wollte”, und ein ungeheures Aufgebot an Stars lobt seine Qualitäten, die fußballerischen wie auch die menschlichen. Darunter der Trainer, dem er das meiste verdankt, wie er selbst glaubt: Louis van Gaal. Edwin van der Sar, Dennis Bergkamp, Xavi, Zlatan Ibrahimovic, Carles Puyol reihen sich ein und verneigen sich vor ihm.

Ganz klar liegt der Fokus des Films bei Litmanen, dem Sportler. Denn trotzdem auch seine Eltern, beide haben selbst Fußball gespielt, zu Wort kommen und Litmanen persönliche Verluste wie etwa den frühen Tod seines Cousins sehr bewegend schildert, kommt der Zuschauer der Person Jari Litmanen nur wenig näher. Er versteht aber auf Anhieb, was das Fußballpublikum der 90er Jahre an Jari Litmanen hatte: Ein feiner Sportsmann, der den Fußball eben so uneingeschränkt liebt wie die, die ihm dabei zusahen. Fast beiläufig werden aber auch die Schattenseiten des Profifußballs gestreift – Verletzungen, Folgen hinausgezögerter Operationen, die Einnahme von Schmerzmitteln. Nachrücken auf den Platz eines Spielers, der verletzt ist. Selbst verletzt und ersetzt werden. Sich zurück in das Team spielen. Funktionierende und nicht funktionierende Teams. Persönliche Siege, obwohl das Team verliert. Persönliche Niederlagen, während das Team gewinnt. Der Film lässt wenig aus und ist dabei doch völlig unsentimental. Als Litmanen nach der Vorführung auf der Bühne steht, ist klar, dass ihm nichts davon leid tut. Er würde das alles wieder genau so machen. Jedes Mal. Nichts daran ist romantisch. Der Film rückt vieles zurecht, was Fußballfans an Idealbildern mit sich herumtragen. Am Ende steht beruhigender Weise ein großes Trotzdem.

Football Landscapes

Während des gesamten Festivals wird in der oberen Etage die Ausstellung “Football Landscapes” der beiden finnischen Fotografen Harri Heinonen und Mikko Auerniitty gezeigt. Die machen einen großen Bogen um alles Große, Glänzende und suchen Spuren von Fußball im Alltag, im Wohngebiet, am Strand. Bezaubernd!

Alles Gute, 11mm! Herzlichen Glückwunsch, Bundesliga!

Zwei Jubiläen wurden gestern Abend im Kino Babylon gefeiert. Das 11mm-Fußballfilmfestival besteht seit nunmehr 10 Jahren, die alte Bundesliga wird 50. Das, so dachten sich die Gastgeber, lässt sich bestens miteinander verbinden, und Heribert Faßbender soll´s moderieren, bitteschön! Als Eröffnungsfilm gab es Geschichtsunterrricht in Sachen Bundesliga. Der Filmemacher Bernhard Dreiner hat für die ARD-Sportschau die Rubrik “Historie” gemacht – liebevolle Filmminiaturen über Spiele und Spieler seit 1963. Das ist Sportgeschichte, Gesellschaftskunde und Geografieunterricht zugleich. Daraus entstand eigens für das Festival ein 37minütiger Spielfilm mit großem Unterhaltungswert. Weil Feiern ohne Gäste kaum vorstellbar ist, kamen nicht nur die Fußballfilmfreunde der Stadt. Mit im Publikum saßen unter anderem Rudi Gutendorf, Klaus Fischer, Olaf Thon, Michael Preetz, Axel Kruse, Walter Eschweiler und Wolfgang Kleff.

Wer´s verpasst hat oder noch einmal sehen möchte: Der Eröffnungsfilm “11mm Special – 50 Jahre Bundesliga” wird am Dienstag, 19.3.2013 um 21:30 wiederholt.

 

Auf dem Sonnendeck.

Zum Training gehen ist schön, es sei denn, man trainiert. Während die Trainingskiebitze träge Richtung Sonne blinzelten, hat die Mannschaft auf dem Kleinfeld an ihrer Antrittsgeschwindigkeit und am schnellen Umschalten gearbeitet. Ich persönlich vermisse Kilian Pruschke, aber das will ja wieder keiner wissen.

Wie am ersten Tag.

Ich bin gestern ins Stadion gegangen, und ein bißchen war es so wie an dem Tag, als wir die neue Alte Försterei das erste Mal betraten. Nicht nur mir ging es so. Ich habe Mario seinen Stadionbauerhelm tragen sehen. Für die Fotografen standen Stühle an der Gegengeraden. Eine unmißverständliche Aufforderung. Setzt euch. Kuckt. Seid beeindruckt! So freundlich die Geste war, es war doch nicht nötig: Ich habe Union spielen sehen, und ich war ganz verliebt in diese Mannschaft. Ich bin es noch. Mäkeln kann man immer. Sandhausen hat kein gutes Spiel gemacht. Meine großartigsten Fußballerlebnisse haben aber selten etwas mit fußballerischer Extraklasse zu tun. Uwe Neuhaus hat eine Mannschaft aus dem Trainingslager mitgebracht, die gut und immer besser harmoniert. Michael Parensen – nicht auf die 6 verbannt ist eine solche Bereicherung für die linke Seite. Christoph Menz, abgeklärt wie selten. Die beiden Björns. Einer von denen hat definitiv Flügel. Stehkragen-Baris Özbek. Sensationeller Auftritt, und doch hinterher eine Mischung aus realistisch und bescheiden. Ich bin aus tiefstem Herzen froh über diese Mannschaft. Danke, Union!

Der Fangipfel in Bildern.

Union gegen FSV Frankfurt 1:0

Aus vielerlei Gründen könnte man mit dem Spiel zufrieden sein. Elfer verwandelt, drei Punkte und zu Null gespielt. Echtes Bier und Sonnenschein. Statt uns darüber zu freuen, nörgeln wir so vor uns hin. Sogar der Polizei war langweilig. Hat irgendwer schon mal ein glanzvolles Spiel gegen den FSV gesehen? Na eben. Aber dreckige Siege sind manchmal schwerer anzunehmen als schön herausgespielte Niederlagen.

Union gegen Köln – Ein Anfang.

Man hört den Stein noch immer fallen, wenn man die Bilder ansieht. Hoffentlich ein Anfang. Mehr davon in Aue. Bitte, bitte!