Auf Wiedersehen, 11mm!

Auch das beste Festival geht mal zu Ende. Mit der Shortkicks-Gala sagt 11mm für dieses Jahr Auf Wiedersehen. Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen! Ich freue mich auf 2016.

Auch für’n dreckigen Sieg gibt es drei Punkte.

Dieses Spiel, das als ein Null-Null der gar nicht mal so guten Sorte angelegt war, am Ende zu gewinnen, war überraschend. Karim Benyamina zu treffen, war überraschend. Aber dass mir die Hallorenkugeln von der einen Eckfahne zur anderen gebracht und angereicht werden: Das war unbezahlbar!

St. Pauli wünsche ich jederzeit alles Gute, und euer Ligaverbleib ist mir ein Anliegen. Ich fahr’ nämlich lieber nach Hamburg als in fernab gelegene Kacknester.

Frauentag.

Ich hab rote Nelken bekommen, saß auf dem richtigen Dampfer, bin mit Hallorenkugeln classic versorgt worden (Danke Gerd!), wurde der ungeheuer guten Laune von Eroll Zejnullahu teilhaftig (kein Quatsch. Der fetzt!), und meine Mannschaft hat einen Punkt geholt. So wie einst Real Madrid Energie Cottbus. Was soll ich sagen? Das war gut.

Manchmal reicht eine Halbzeit.

Union gegen Sandhausen, und mir hätte die zweite Halbzeit vollkommen genügt. Während sich die erste anfühlte, als würden wir so langsam alle Gartenmöbel in den Tabellenkeller räumen, um uns dort häuslich einzurichten, begann die zweite nicht nur spektakulär, sie blieb sogar so. Solche Spiele verkraftet doch kein Mensch!

Union gegen Darmstadt 1:1

Sebastian Polter wagte gestern nach dem Spiel die These, dass 4 Punkte gegen die oberen in der Tabelle eventuell doch gar nicht so schlecht wären, und ich hätte gerne applaudiert. Aber Szenenapplaus ist im Medienarbeitsbereich unüblich, da gibt´s nur Meckern oder Fresse halten. Es fällt mir schwer, über eine Mannschaft zu meckern, die es auch mal schafft, nach einem Rückstand nicht aus dem Tritt zu geraten. Die sich den Punkt am Ende -ätschebätsch!- doch noch sichert. Sebastian Polter war nicht unzufrieden, angesichts des Spielverlaufs. Ich auch nicht. Zehn Torschüsse pro Spiel wünscht er sich künftig, und wer bin ich, ihm da zu widersprechen?

Das Schwerste.

Ein 1:1 Unentschieden im ersten Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Das hört sich so schlecht nicht an, das sah auch gar nicht schlecht aus. Und trotzdem war die Stimmung im Stadion sehr verhalten, als das Spiel abgepfiffen wurde. Geradezu zaghaft drehte die Mannschaft ihre Runde, eher höflich war der Applaus. Alles daran ist falsch. Genauso falsch ist es, das Torsten-Mattuschka-Lied in der 85. Minute nach den bereits erfolgten drei Wechseln zu singen. Das ist das Gegenteil von Support. Es entzieht der Mannschaft, die da unten gerade alles gibt, die Kraft. Es stellt die Vertrauensfrage in der dümmstmöglichen Situation. Anlasslos.

Neben mir hat ein Ordner höflich aber bestimmt einen Mann vom Zaun gepflückt, der es angemessen fand, Björn Jopek als verdammten Idioten zu beschimpfen, der schon wieder alles falsch macht. Der Mann war nicht etwa ein Düsseldorfer. Er war außerdem alt genug, um Becheraufdrucke lesen zu können. “Pfeife nie die eigene Mannschaft aus” und “Mache nie einen aus der Mannschaft zum Sündenbock” stand da mal drauf. Zeit für eine Neuauflage, schätze ich.
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BAK 07 vs. 1.FC Union Berlin 1:2

Von Testspielen in der Sommerpause erwarte ich, dass die Sonne scheint und die Getränke kühl sind. Ich gehe hin, um mir die neuen Spieler anzusehen. Neu heißt für mich auch: Nachwuchsspieler. Die sehe ich sonst selten. Und mit ansehen meine ich ansehen: Ich kann nach einer Halbzeit unmöglich sagen, was das für welche sind oder was Norbert Düwel sich für die kommende Saison so vorstellt. Ich gewöhne mich an Namen und Zahlen und manchmal an Bewegungsmuster. Ich glaube, ich werde Christopher Trimmel und Toni Leistner mögen. Ich freue mich sehr über Eroll Zejnullahu. Ich bestaune den kompakten Abdallah Gomaa, der mich ein bißchen an Chinedu Ede erinnert und eine extrem lässige Art hat, ein Fußballtrikot zu tragen. Endlich wieder auf der richtigen Seite des Rasens steht schließlich auch Sebastian Bönig als Co-Trainer. Ich sag nur: Schwarze Schuhe! Guter Mann. Der einzige, der mir noch fehlt, ist der Typ, der die Tore schießt.

Überraschen Sie uns, Norbert Düwel!

“Von mir aus kann die neue Saison jetzt losgehen” sagte Boone neben mir. Das war unmittelbar nach der Pressekonferenz, in der Norbert Düwel als neuer Cheftrainer des 1.FC Union Berlin vorgestellt wurde. Norbert Düwel bringt einerseits die nötige Berufserfahrung mit, steht andererseits nicht unter dem Druck seines eigenen Namens. Bei der Entscheidung für ihn als Trainer klingt viel von der Besonnenheit durch, die Union in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Alles daran fühlt sich gut, richtig und vernünftig an. Ich bin gespannt auf das, was kommt. Alles Gute, Norbert Düwel!

Kino: Shortkicks bei 11mm

Shortkicks heißt der Kurzfilm-Wettbewerb des 11mm-Festivals. Eine prominent besetzte Jury ermittelt den besten Fußballkurzfilm des Jahres. Sieben Filme traten an, klarer Sieger wurde der Animationsfilm “I love Hooligans” von Jan-Dirk Bouw.

“Wer möchte nicht in den Armen seines Liebsten sterben?” ist ein Satz aus diesem Film, der lange nachhallt. Erzählt wird die Geschichte eines homosexuellen Mannes aus der Hooligan-Szene, der gelernt hat, nicht aufzufallen, weil sich seine beiden Welten auf eine lebensbedrohende Art nicht miteinander vertragen. Seine Entscheidung für die Szene um den Fußball ist zugleich eine Entscheidung gegen eine Beziehung.

Ursprünglich plante Bouw einen anderen Film, sagte er bei der Preisverleihung. Auf der Suche nach einem schwulen Fußballspieler stellte der ihm seinen jetzigen Protagonisten vor. Der wiederum wollte seine Biografie publik machen, aber ohne seine Identität preis zu geben. Jan-Dirk Bouw hat die Herausforderung angenommen und eine als Animationsfilm verkleidete Dokumentation gemacht, sehr dicht erzählt und mit Bildern zwischen Brutalität und Poesie, die man schwer wieder los wird.