Es ist nie zu früh für Sechs Punkte

Der 1. FC Union spielt heute in Augsburg, und es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass es ein Sechs-Punkte-Spiel ist. Daran ändert auch nichts, dass es erst der zweite Spieltag ist, oder dass man für jeden Sieg nur drei Punkte bekommt. Union braucht in dieser Saison ein paar Siege, und Niederlagen für andere Mannschaften, und heute hat man in Augsburg Gelegenheit für beides zu sorgen. (Auf diesen Punkt hebt auch das New Yorker Union-Blog in seiner Vorschau ab.)

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Dirk Zingler über Rassismus und Diskriminierung: “Überall wo Union ist, darf es das nicht geben”

Union-Präsident Dirk Zingler war gestern Abend beim RBB zu Gast im Talk mit Jörg Thadeusz. So richtig gegrillt wurde er dort nicht, konnte aber von der DFL-Versammlung berichten,  wie ungewohnt das dieses Jahr war, denn: “Wir saßen plötzlich auf der anderen Seite.” Nämlich da, wo die Bundesligisten sitzen und nicht bei den Zweitligisten, wo  Union die vergangenen 10 Jahre Platz genommen hatte. Die ganze Sendung könnt ihr in der RBB Mediathek nachschauen.

Präsident Dirk Zingler (1. FC Union Berlin) zu Gast bei Jörg Thadeusz vom RBB

Dirk Zingler bei Jörg Thadeusz, Foto: RBB

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Wer schießt Unions erstes Bundesliga-Tor?

Lauter erste Male gibt es in dieser Saison. Aber es gibt vor allem noch eine Frage, die wir im Podcast auch kurz diskutiert haben: Wer schießt Unions erstes Bundesliga-Tor? Dieser Name wäre wohl ewig mit Union und seiner Geschichte verbunden. Ich tippe auf Marvin Friedrich. Nicht weil er nie beim FC Augsburg glücklich geworden ist, sondern weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass es erst einmal eine Standard-Situation sein wird, die zu Unions ersten Tor führen wird. Und da habe ich Marvin Friedrich klar vor mir. Wie er hochsteigt und den Kopf hinhält. Dann Jubel Richtung Gästeblock. Jetzt seid ihr dran: Was glaubt ihr, wer Unions erstes Bundesliga-Tor überhaupt schießen wird? Schreibt es doch mal in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt.

Marvin Friedrich nach seinem Tor zum 2:2 in der Relegation in Stuttgart, Foto: Matze Koch

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Sebastian Polter bleibt: “Warum soll ich jetzt aufgeben?”

Heute ist ein bisschen durchschnaufen angesagt. Und zumindest für mich kann ich sagen: Endlich. Das war schon alles ganz schön viel rund um den ersten Bundesliga-Spieltag von Union überhaupt. Ran mussten allerdings gestern einige Profis in der Nachwuchsrunde Baltic Sea Cup gegen Nordsjaelland. Die Partie, an der unter anderem Moritz Nicolas, Lennard Maloney, Julian Ryerson, Maurice Arcones, Florian Flecker und Julius Kade teilnahmen, ging gerade so 3:3 aus (Kurier, Spielbericht auf der Vereinswebsite). Richtig aufgefallen ist allerdings keiner der Spieler. Flo Flecker erzielte immerhin kurz vor Abpfiff noch den Ausgleich. Aufgefallen war hingegen André Hofschneider als Trainer, der Sebastian Bönig vertrat. Dieser macht zur Zeit den Fußballlehrer-Schein. Laut BZ war dies aus Termingründen ein einmaliges Intermezzo.

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Urs Fischer besteht auf einer sportlichen Steigerung

Nach einer 0-4 Niederlage zum Saisonstart gibt es natürlich Kommentare, die sagen, das sei ein Realitäts-Check zur richtigen Zeit und dürfe sich nicht schön geredet werden. Tatsächlich ist so eine Niederlage aber eine gute Erinnerung daran, wie unterschiedlich die Ausgangsposition von Woche zu Woche ist, wenn man als Spitzenmannschaft in einer Liga oder als Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt, antritt.

Denn während man sich, um eine Liga zu gewinnen, eher wenige Fehler erlauben darf (okay, außer in der 2. Bundesliga, aber trotzdem), sind Niederlagen wie die von Union gegen Raba Leipzig auf gewisser Ebene egal. Denn es geht nur darum, genug Spiele zu gewinnen, um in der Liga zu bleiben – aber nicht so sehr darum, konstant Ergebnisse einzufahren.

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Mit Mut nach vorn passieren Dinge

Wenn man das Spiel von Union gegen *Leipzig gestern als Unioner*in im Stadion gesehen hat, hat man wahrscheinlich nicht allzu genau auf Taktik geachtet. Außer vielleicht in der ersten Viertelstunde, als man nichts besseres zu tun hatte. Aber danach hat sich nicht nur das geändert, sondern erschien auch das Leistungsgefälle der beiden Mannschaften, zum Beispiel in physischer Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit, so klar, dass es auf taktische Details nicht anzukommen schien. Die waren aber trotzdem interessant, und wollen wir uns hier in der Taktik-Analyse etwas genauer anschauen.

Union Verteidigung Taktik RB Leipzig

Keven Schlotterbeck und Union mussten viele überfordernde Situation verteidigen. Photo: Stefanie Fiebrig

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Anthony Ujah: “Mir tun immer noch die Ohren weh”

Mein kleines Kind war sichtbar traurig. Es liefen noch die letzten Minuten des Spiels gegen Rasenballsport und er schaute niedergeschlagen und ohne Regung auf den Rasen. Und das mitten in einem Lärm, der sich für diejenigen, die das erste Mal eine Partie im Stadion an der Alten Försterei sahen, merkwürdig anfühlen musste. Als ich fragte, was denn sein, sagte der Junior: “Union verliert. Das finde ich schade. So können die nicht mehr aufsteigen.” Und ich musste daran denken, dass er Union nur als Zweitligist und immer mit einer Sieg-Wahrscheinlichkeit erlebt hatte. Und dann so eine Partie, in der die Mannschaft im Prinzip komplett chancenlos war. “Du musst singen”, sagte ich. “Das machen alle und das gibt Mut, so dass du nicht traurig aus dem Stadion gehst.” Ich nahm ihn dann auf den Arm und wir sangen gemeinsam “Unsere Mannschaft, unser Stolz.”

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11033 Tage und ein paar Stunden

Freudig gespannte Nervosität ist heute Morgen, vor dem ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte, die bei Union bestimmende Gefühlsregung. Und Ungeduld, noch bis zum Nachmittag warten zu müssen.

Aber diese paar Stunden sind natürlich eine lächerliche Wartezeit im Vergleich zu den 11033 Tagen, die es her ist, dass Union in einem Erstliga-Spiel angetreten ist (und in Sachsen gegen den Meister Dynamo Dresden 5-0 verloren hat, aber lassen wir das.)

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Urs Fischer und elf TV-Kameras

Als ich zum letzten Mal hier war – es kommt einem vor, als sei es eine Ewigkeit her –, zur Pressekonferenz vor den ersten Relegationsspiel gegen Stuttgart, wirkte Unions Trainer Urs Fischer ein wenig nervös. Eine Falte in seiner Wange zuckte ein wenig. Eine Kleinigkeit, aber eine, die man gerade so wahrnehmen kann wenn man genau genug hinschaut. Und die man versteht, wenn man etwas über Fischer liest. Er ist jemand, der besessen davon ist zu gewinnen, und er wusste, dass dieses Hinspiel die Aufstiegsspiele vorentscheiden würde.

1. FC Union Pressekonferenz

Elf Kameras und viele Journalist*innen bei der Pressekonferenz, Photo: Matze Koch

Aber jetzt, vor dem Spiel gegen Leipzig, wirkt Urs Fischer viel entspannter. Er redet ausführlich über seine Spieler, über die technischen Unterschiede zwischen den Sebastians Andersson und Polter, und lobt dabei beide in hohen Tönen. Er spricht darüber, wie hart die Mannschaft gearbeitet hat, wie gut sich die neuen Spieler einfügen, wie man den Gegner beobachtet hat. Er ist locker, leicht zugänglich und lächelt viel. Er sieht aus, als habe er Spaß daran, Witze über die vielen neuen Gesichter in der Pressekonferenz zu machen.

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Urs Fischer and eleven TV-Cameras

Diesen Text von Jacob Sweetman gibt es hier auch auf Deutsch.

When I was last here, what seems like a lifetime ago, in the press conference before the first leg of the first leg-‘Relegationsspiel’ against Stuttgart, Urs Fischer had seemed a little nervous. A muscle in his cheek kept twitching slightly. It was a small thing but ever so slightly perceptible when you looked hard enough. It’s understandable when one starts to read about him. He is a man obsessed by winning, and he knew that the first leg would be the one to define the tie.

Urs Fischer Trainer 1. FC Union

Urs Fischer appeards relaxed at the press conference, Photo: Matze Koch


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