Union: Hier bin ich zu Hause.

Ich komme nicht aus Köpenick. Ich habe noch nicht einmal dort gewohnt. Aber ich habe dort gerne meine Füße ins Wasser gehalten. Sei es an der Altstadt oder in den Müggelsee. Ich war mal mehr und mal weniger glücklich in Köpenicker Frauen verliebt. Auch mit dem 1. FC Union war ich nicht immer zusammen. Wir hatten Beziehungspausen.

Roland Krispin und die Breakers

All diese Gedanken schwirrten durch meinen Kopf, als Roland Krispin auf der Bühne im kleinen Fluxbau sein Lied “Wir sind Union” begann:

Wo die Spree sich mit der Dahme vereint
Wo die Sonne morgens von vorne scheint
Wo man zu Fuß schneller ist als die Bahn
Hier kommt man immer irgendwo an
Wo du denkst dass du in Venedig bist
Nur das man hier statt Pasta Bratwurst isst
Ein kleines Schloss, ne eigne Brauerei
Köpenick, Spindlersfeld, Alte Försterei

Wir waren gar nicht in Köpenick. Sondern eigentlich im Gegenteil davon. Der Fluxbau befindet sich Kreuzberg. Direkt am Spreeufer mit einem sensationellem Blick. Wenn Hipness in Berlin wohnt, dann hier.

Spreepanorama vom FluxBau aus gesehen

Doch im Fluxbau ging es nicht um Selbstdarstellung, Projekte und ein gegenseitiges Übertreffen. Objektiv gesehen war das Konzert eine Recording-Session für die Vinylplatte “Wir sind Union”, die nach dem erfolgreichen Crowdfunding produziert wird. Roland Krispin und die Breakers spielen ihre Unionlieder, Unterstützer waren eingeladen. Mehr sollte nicht passieren.

Aber es wurde mehr. Es wurde eine Feier. Nicht eines Fußballvereines, sondern eines Gefühls. Hier ging es nicht um die Frage: “Was bist Du denn für ein Unioner?” Hier waren einfach alle dabei. Auch der Journalist, der den Verein objektiv zu betrachten versucht und feststellen musste, dass seine Eltern in Bayern durch seine Arbeit zu Unionfans wurden. Lachen in den Gesichtern, immer stärkeres Mitsingen. Dazu der verzweifelte Versuch im Publikum, die Atmosphäre mit dem Telefon festzuhalten. Nutzlos. Kein Video kann diese Nähe, dieses Miteinander transportieren.

Wo die Menschen sich mit sich versteh’n
Egal ob sie kommen, ob sie geh’n

"Hier sind wir zuhaus" Das Publikum singt beseelt mit.

Bei jedem Mal, wurde der Beginn des Refrains lauter, inbrünstiger mitgesungen.

Hier sind wir zuhaus

Union gehört zu Köpenick. Das steht fest. Aber das Union-Gefühl ist nicht an einen Ort gebunden. Gestern Abend war es in Kreuzberg zu Hause. Daran gab es beim Blick in die fröhlichen, beinahe beseelt lachenden Gesichter nach dem Konzert keinen Zweifel. Union: Hier bin ich zu Hause.

Filme vom Konzert:

Fotos von Union-foto.de

Kino: Shortkicks bei 11mm

Shortkicks heißt der Kurzfilm-Wettbewerb des 11mm-Festivals. Eine prominent besetzte Jury ermittelt den besten Fußballkurzfilm des Jahres. Sieben Filme traten an, klarer Sieger wurde der Animationsfilm “I love Hooligans” von Jan-Dirk Bouw.

“Wer möchte nicht in den Armen seines Liebsten sterben?” ist ein Satz aus diesem Film, der lange nachhallt. Erzählt wird die Geschichte eines homosexuellen Mannes aus der Hooligan-Szene, der gelernt hat, nicht aufzufallen, weil sich seine beiden Welten auf eine lebensbedrohende Art nicht miteinander vertragen. Seine Entscheidung für die Szene um den Fußball ist zugleich eine Entscheidung gegen eine Beziehung.

Ursprünglich plante Bouw einen anderen Film, sagte er bei der Preisverleihung. Auf der Suche nach einem schwulen Fußballspieler stellte der ihm seinen jetzigen Protagonisten vor. Der wiederum wollte seine Biografie publik machen, aber ohne seine Identität preis zu geben. Jan-Dirk Bouw hat die Herausforderung angenommen und eine als Animationsfilm verkleidete Dokumentation gemacht, sehr dicht erzählt und mit Bildern zwischen Brutalität und Poesie, die man schwer wieder los wird.

Kino: Fla x Flu – 40 Minutos Antes do Nada

Flamengo gegen Fluminense oder kurz Fla-Flu ist das historische Duell der beiden bekanntesten Clubs aus Rio de Janeiro. Fla-Flu habe es schon 40 Minuten vor der Entstehung der Welt gegeben, lautet ein geflügeltes Wort, das sich die Anhänger beider Seiten zu eigen gemacht haben. Seit über 100 Jahren sind sie einander in inniger Feindschaft verbunden, und so kann man tatsächlich über mehrere Generationen hinweg Fans und Spieler dazu befragen, wie sie zueinander stehen.

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Die Dokumentation arbeitet denn auch überwiegend mit Interviews. Ehemalige Spieler wie Romario, Assis, Zico erzählen, wie sie die Spiele wahrgenommen haben. Fans erklären, warum es für sie nur dieser und nicht der andere Verein sein konnte. Die meisten gegen die besten Fans, heißt es da. “Flamengo ist groß, enorm, absolut. Egal was die anderen Vereine gewinnen, sie werden nie so groß sein.” Dem setzt die andere Seite entgegen, es sei sehr schön, dass Flamengo in der Überzahl sei, denn das sind “Viele Feinde, die unseren Sieg sehen”. Flamengo gilt als laut, Fluminense als elegant. Bis zu diesem Punkt ist der Film lediglich die Abbildung einer alten Rivalität ohne überraschendes Moment. Man hasst sich “aus Gründen”, und es ist doch eher Zufall, ob man Flamengo oder Fluminense unterstützt.

Dann aber hatte Regisseur Renato Terra die Idee, die vermeintlichen Gegner miteinander zu konfrontieren. Die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. “Que coisa”, sagt einer der älteren Fans – und danach gar nichts mehr. Von Gelächter bis Tränen, von “Schönes Trikot” bis “Es dreht mir den Magen um”, von Schweigen bis Anektdotenerzählen löst dieser Trick des Filmemachers alle denkbaren Reaktionen aus. Ab diesem Augenblick vermittelt der Film tatsächlich eine Ahnung davon, was Fla-Flu ausmacht.

Es ist der zweite Film aus dem Themenschwerpunkt Brasilien, den ich bei 11mm gesehen habe. Es ist zugleich der zweite, bei dem mir auffiel, welches Gewicht dort die Meinungen von Fans haben, wieviel Zeit ihnen in den Filmen eingeräumt wird – im Verhältnis kaum weniger als den Spielern. Es ist eine andere Perspektive als die, die ich aus der täglichen Berichterstattung gewohnt bin, aus der sich sowohl Futebol total als auch Fla x Flu dem Fußball nähern. Fans sind hier nicht das winkende Hintergrundelement, sondern der Motor. Sie sind der Grund, warum Fußball veranstaltet wird. Deshalb zählen ihre Stimmen. Ich mag das.

Kino: Futebol total

Ganz knapp sind die deutschen Untertitel fertig geworden, gerade pünktlich zum Beginn der Aufführung. Der Dokumentarfilm “Futebol total” von Carlos Niemeyer entstammt einem brasilianischen Archiv, dessen Produktionen in Europa bisher nicht gezeigt wurden. “Futebol total” begleitet die brasilianische Nationalmannschaft durch die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland.

Niemeyers Fußballreportage zeichnet sich durch eine große Nähe zum Objekt seiner Berichterstattung aus. Das ist ganz wörtlich gemeint. Extreme Nahaufnahmen vom Spielfeld, aber auch von Zuschauern auf der Straße, in Kneipen oder Stadien, Begleitern der Nationalmannschaft, die das Hotel belagern, sind kaum möglich. Beim Ansehen fürchtet man stets um den Kameramann. Das brasilianische Fußballpublikum spielt in “Futebol total” eine ebenso wichtige Rolle wie das Team selbst. Die Leute kommentieren die Leistungen der Mannschaft, diskutieren die Aufstellung, reagieren auf Spielsituationen. Manchmal ist das komisch, aber nie lächerlich.

Der Film hat Längen, aber auch unerhörte, großartige Bilder. Letztlich genau das, was Sönke Wortmanns Sommermärchen fehlt.

Kino: The Class of ´92

The Class of ´92 feiert das Manchester United von Ryan Giggs, David Beckham, Paul Scholes, Nicky Butt und den Neville-Brüdern Phil und Gary. In der Saison 95/96 entschied Alex Ferguson, sie von der Jugendmannschaft in den Profikader zu berufen. In dem Dokumentarfilm von Ben und Gabe Turner werden die Anfänge der Jungprofis bis zum Championsleague-Finale 1999 nachgezeichnet. Zugleich werden die Entwicklung einer Mannschaft und die Veränderungen im England der 90er Jahre sichtbar gemacht. Ganz nebenher ist es ein Film über das Älterwerden (nur in wenigen Fällen: über das Erwachsenwerden).

Um die Teenagerjahre seiner Protagonisten zu zeigen, greift der Film auf Archivmaterial zurück. Dagegen geschnitten werden neue Interviews, in denen Giggs und Kollegen aus der Nachkarriere-Perspektive ihre Jugend bei Manchester United beschreiben. Initiationsriten, besondere Fußballmomente, Jugendsünden. Aber sie charakterisieren auch einander und wirken gerade dabei noch immer wie ein Team. Zwar entsteht trotz der Anekdoten, die sie erzählen, nicht der Eindruck, man kenne sie jetzt persönlich. David Beckham bleibt der, den seine Mitspieler als “zu hübsch für Fußball” empfanden und dessen popkulturelle Anwandlungen sie eher mit Sorge betrachteten. Es entwickelt sich aber ein Gespür dafür, warum diese Mannschaft soviel Erfolg hatte: Weil selbst David Beckham ein Teamplayer war. Am Ende entsteht das Bild von sechs recht unbekümmerten Teenagern, die sich gemeinsam und nicht als Konkurrenten in das Abenteuer Profifußball stürzen.

Zwei besondere Kommentatoren hat der Film. Eric Cantona, der eben dieser stark verjüngten Mannschaft von Manchester United angehörte. Im Film nimmt er die Rolle des bärbeißigen Teddys ein, den man hat, weil man ihn schon immer hatte, und sagt im gewohnt französischen Englisch rätselhafte Sachen. Der zweite Kommentator ist Zinedine Zidane: Sparsam mit Worten, höflich und elegant in jeder Geste. Beide sind für das Verständnis des Films nicht zwingend nötig, sie sind gewissermaßen die Kirsche auf der Sahnehaube der Torte.

Ich habe schon Filme an ihrem Superstaraufgebot sterben sehen: Dieser gehört nicht dazu. Deshalb, weil der Fokus bei den Hauptpersonen bleibt und niemand mehr Zeit bekommt, nur weil er prominenter ist. Die Einbettung in den zeitgeschichtlichen Kontext funktioniert ebenfalls sehr gut, weil Tony Blair England erklärt. Wer sich für englischen Fußball in den 90ern interessiert, wird viel Freude an The Class of ´92 haben.

Wer´s gestern verpasst hat: Der Film läuft heute um 22:00 noch einmal auf dem 11-mm-Festival im Kino Babylon, Berlin Mitte.

Elf Jahre 11mm

Das Fußballfilmfestival 11mm steht vor der Tür. Vom 27.3.-1.4.2014 werden im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz Fußballfilme, nur Fußballfilme und nichts als Fußballfilme gezeigt. Birger Schmidt, Andreas Leimbach und Christoph Gabler leiten das Festival und haben heute ihr Programm vorgestellt.

Foto: Fiebrig

Es sei dieses Mal sogar ein Splatterfilm mit dabei. Nun warte man warte nur noch darauf, dass der nächste Lars von Trier-Film ein Fußballfilm ist, sagt gleich zu Beginn Lars Schepull, der sich um die Medienarbeit des Festivals kümmert. Tatsächlich war es schon immer eine der großen Stärken des 11mm, genreübergreifend Filme aller Sparten zu berücksichtigen.

Dennoch zeichnen sich jedes Jahr bestimmte Trends ab, ergänzt Birger Schmidt. Natürlich verschließt sich das dem Fußballfilm gewidmete Festival nicht der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Brasilien. Die seit langem bestehende Zusammenarbeit mit CINEfoot aus Rio ermöglicht dabei außergewöhnliche Einblicke in die Fußballwelt Brasiliens. Gezeigt werden etwa die Reportagen des Canal 100 von Carlos Niemeyer, unter anderem von der WM 1974.

Viel Raum bekommen die Filme über einzelne Fußballvereine. Stellvertretend dafür steht sicher der Eröffnungsfilm “Union für´s Leben” von Frank Marten Pfeiffer und Rouven Rech, der hier seine Weltpremiere feiert. Darüber hinaus werden Schalke 04, Borussia Dortmund, der Karlsruher SC, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und Göttingen 05 vertreten sein. Zunehmend gewinnen politische und gesellschaftliche Aspekte in den Filmen an Bedeutung, so Birger Schmidt. “Die Geschichten, die um den Fußball herum erzählt werden, werden immer besser. Die Dokumentarfilme profitieren von dem, was in der Sportberichterstattung zu kurz kommt.” Es sei ein sehr interessiertes Publikum, glaubt er, das gerne tiefer in solche Themen einsteigt und bei 11mm die Möglichkeit dazu bekommt.

Unterhaltsamster Teil des Festivalprogramms dürfte die Kurzfilm-Gala “Shortkicks” sein, die Christoph Gabler betreut. Jedes Mal mache er sich Sorgen, ob genug Filme zusammen kommen, und jedes Mal staune er dann über die Fülle guter Kurzfilme, die eingereicht werden, räumt er ein und lächelt dabei. 17 wurden ausgewählt, teilweise werden sie als Vorfilme zu sehen sein. Die sieben Besten laufen am Montag, 31.3.2014 ab 19:30 Uhr bei den Shortkicks.

Jajaja, es wird reichlich Prominenz diverser Vereine erwartet. Selbstverständlich sind Union und Hertha ausreichend und würdig vertreten. Aber wisst ihr was? Überzeugt euch selbst. Wir sehen uns im Kino!

Babylon Berlin
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin
U2 Rosa-Luxemburg-Platz
Telefon 030 – 2 42 59 69

Karim Benyamina: “Wir gewinnen gegen Paderborn. Wie immer.”

Montagmorgen. Es ist zehn Uhr in Köpenick. Der Himmel ist wolkenverhangen über dem Stadion an der Alten Försterei. Über den fast leeren Parkplatz vor der Haupttribüne weht ein unangenehm scharfer Wind. In der Tankstelle neben dem Stadion wird Paderborner Bier angeboten. Für 49 Cent je Flasche. Die Profis von Union, die in Fürth 1:1 gespielt haben, sind beim Auslaufen. Der Rest macht eine komplette Trainingseinheit.

2014-03-17 10.30.44Foto: Fiebrig

Ein Trio kommt aus dem Wald. Torsten Mattuschka, Benjamin Köhler und mittendrin Karim Benyamina. Unions Rekordtorschütze. Plötzlich fühlt sich alles so an wie vor fünf Jahren. Kurz nach dem Aufstieg in die Zweite Liga. Die drei gehen ruhig in Richtung Kabine, im Hintergrund stehen noch die alten Mannschaftscontainer, in denen das Team noch bis vergangenen Sommer hauste.

Und noch etwas ist gleich geblieben. Der Fotograf Matze Koch zückt den Apparat, um den zurückgekehrten Angreifer in rot-weißen Trainingssachen von Union zu fotografieren. Benyamina zieht seine Jacke hoch über den Kopf, versteckt sich wie ein kleines Kind, das nicht gefunden werden will. Die Begrüßung ist herzlich. Koch bekommt sein Bild. Ebenso wie Mathias Bunkus vom Kurier den freudigen Handschlag. Beide Journalisten haben Union auch in der Oberliga begleitet. Und damit auch Benyamina. Das wird nicht so leicht vergessen.

Doch der zweimalige algerische Nationalspieler macht keinen reinen Freundschaftsbesuch bei seinem alten Kumpel Benjamin Köhler. Er ist verletzt. Seinen Muskelfaserriss lässt er hier in Berlin von den Union-Physios behandeln. Und er hält sich noch bis zum 30. März vor Ort fit. Trotzdem wird er nur zwei Spiele seines Klubs MC El Eulma verpassen. “In Algerien wird wegen der Präsidentschaftswahl drei Wochen kein Fußball gespielt”, sagt er.

Nichts wird mehr so sein wie früher

Er hat sich daran gewöhnt, im Heimatland seines Vaters zu spielen. “Algerien ist ein bisschen anders. Viel ruhiger als hier. Da gehen abends um acht die Lichter aus.” – “Das ist ja wie zu Deiner Zeit bei Union. Da hast Du auch abends um acht zu Hause in Ruhe ein Buch gelesen.” Lachen. Es ist nicht ganz klar, wer wen vermisst. Der Spieler das Gefragtsein durch die Reporter oder die Journalisten das ungezwungene Gespräch mit dem Fußballer. Vermutlich schwelgen alle einfach gern in der Vergangenheit. Denn sie wissen, dass es so nie mehr werden wird.

So, wie bei den legendären Spielen gegen Paderborn. Beim 3:2 nach 0:2 Rückstand im Oktober 2008 schoss Benyamina in Unterzahl zwei Tore. Beim wahnwitzigen 5:4 ein Jahr später traf er auch zweimal. Den gerade etwas abschlussschwachen Offensivspielern muss er trotzdem nichts extra sagen. “Die brauchen keine Tipps von mir. Wir gewinnen gegen Paderborn. Wie immer.” Karim Benyamina sagt immer noch “wir”.

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Foto: Fiebrig

Vinyl – So charmant wie Köpenick

“Wieso wollt ihr eigentlich eine Vinyl-Platte und keine CD machen?”, ist der schlechtestmögliche Einstieg in ein Gespräch mit einem Musiker. Roland Krispin hat es mir am Telefon nicht übelgenommen. Dabei war ich mit meiner Frage so unsentimental wie die Regionalbahn, die einfach am Bahnhof Köpenick vorbei braust statt zu halten.

“Wir sind Union”, heißt das Lied, das er gemeinsam mit seiner Band, Unions Stadionsprecher Christian Arbeit, Angelika Mann, Dirk Zöllner und Torsten Mattuschka aufgenommen hat. Zum Einpeitschen vor einem Spiel taugt es nicht. Zu langsam, zu gemächlich. Es ist mehr so der Radfahrer, der sich durch den Köpenicker Dauerstau rings um die Altstadt schlängelt. Und am Ende am Flußbad Krokodil landet, um am Ufer ein Bier zu trinken und gegen die Sonne zu blinzeln.

“Vinyl ist einfach viel charmanter”, antwortete mir Roland Krispin. Vielleicht dachte er wie ich an die vielen schönen Stunden am Wasser in Köpenick, das zwar zu Berlin gehört, aber ein ganz anderes Lebensgefühl mit sich herumträgt.

Das muss nicht nur träumerisch entspannt sein. Köpenick ist auch pragmatisch. “Außerdem ist auf einem Vinyl-Cover viel mehr Platz für Unterschriften”, sprach es durch mein Telefon zu mir. Als ob ich noch überzeugt werden musste …

Crowdfunding für “Wir sind Union” als Vinyl

Für 12 Euro könnt ihr bei Euch bei Startnext.de eine von Union-Spielern und den Machern des Liedes signierte Vinyl-Platte sichern und die Produktion der 500 Exemplare sichern. Wer mehr Geld hat, kann auch mehr dort lassen. Gebraucht werden insgesamt 3.200 Euro, von denen schon 2.381 Euro gegeben wurden. Bis Ende März läuft die Aktion.

Union verkündet Millionengewinn

Dirk Zingler wirkt ausgeglichen, wenn er über die Zahlen des Vereins spricht, dem er nun schon seit neun Jahren als Präsident vorsteht. Dabei rückt er für die Mitgliederversammlung gar nicht den Millionengewinn in den Vordergrund, den der 1. FC Union im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftet hat, sondern vor allem die Zukunft des Klubs. Auch wenn sich der Präsident nicht komplett in die Karten schauen lassen möchte, so ist doch klar: Mit der Fertigstellung der neuen Haupttribüne ist Union noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Es wird weitergebaut.

Foto: Koch
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Live: Union-Klassenfahrt nach Cottbus endet 0:0

Union spielt heute 18.30 Uhr in Cottbus. Wie schon beim letzten Auswärtsspiel dort, wo die Gewürzgurken wachsen, sind 80 Prozent des Textilvergehens unterwegs. Klingt ein bisschen wie Klassenfahrt. Und wahrscheinlich ist es das auch. Ich bin allerdings nicht dabei und zu Hause ist mir etwas langweilig.

Deswegen mache ich einfach einen Liveticker. Und jeder kann mitmachen. Wenn ihr was habt, schreibt es in die Kommentare, schickt es mir per Mail, via Twitter oder Facebook. Bei Twitter ist die Verwendung des Hashtags #fcunion am einfachsten. Das verfolge ich hier am Monitor. Mit Anpfiff läuft Sky und ich tickere das Spiel. So, ich gehe jetzt noch etwas Holz holen und dann starten wir das virtuelle Lagerfeuer.

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