Immer mal wieder erfreut der 1.FC Union ganz Berlin mit einer Flut rot-weißer Plakate, denen man an Straßenecken begegnet, wo man sie nie vermutet hätte.

Hauptsachen. Nebensachen. Anziehsachen.
Immer mal wieder erfreut der 1.FC Union ganz Berlin mit einer Flut rot-weißer Plakate, denen man an Straßenecken begegnet, wo man sie nie vermutet hätte.


Andora und Matti haben zwei neue Fahnen gemacht, eine kleine, eine große – und ich freu mich wie Bolle, die am Union-Barkas flattern zu sehen. Weil beide Fahnen aber auch sonst jedweder Umgebung zur Zierde gereichen, kann man sie ab demnächst für den Haus- und Außerhausgebrauch erwerben.

… ja, sie sagen immer, dass sie tolerante menschen sind – außer bei wurstwaren. und, sie sind es auch – die nordhessen.
mein sonntägiges fusidefizit wurde gestern beim regionalligaspiel ksv hessen kassel vs. eintracht frankfurt u23 mit – nein nicht wurstwaren! – holterdipolter/helterskelter kompensiert. oh mann, bin ich mittlerweile so verwöhnt, dass mir selbst der koblenzkick wie champions-league vorkam. als offizieller berliner fanclubvorsitzender – dank an harry, der hat das in wolfhagen mit torsten bauer klar gemacht – war ich natürlich auf ein tor vom krankenkassenmitarbeiter erpicht. aber nix da – das goldene tor schoß nen anderer, und torsten bauer hat noch nicht mal mit mir abgeklatscht. ansonsten: ne – vielleicht – bessere stadionwurst als bei uns, keine schlangen am geschäftehäuschen und ne fanszene, welche das klatschpublikum mit “hallo osttribüne” zum mitsingen animierte. irgendwie süß das ganze … fotos jibt es nicht, sonst kann ich beim nächsten mal die zahlreichen freibier vergessen. gleiches gilt natürlich für den respekt und das interesse der anderen nordhessen, welche sich wirklich nachhaltig über unseren 1.fc wunderbar informierten…
p.s. den mut des typen mit unserem aufstieg 2006 – shirt hätte ich gerne. der stand mittendrin im stimmungsblock – womit ick jetzt die kurve bekommen habe …
18 x 18 heißt das neue Projekt, zu dem sich viele verschiedene Fußballblogger unter der Federführung von Robert Kapp zusammengefunden haben. 18 Jungprofis um die 18 Jahre alt von 18 verschiedenen Bundesligavereinen werden von 18 verschiedenen Fußballbloggern ein Jahr begleitet. Das war die Idee. Damit fiel leider unser 1. FC Wundervoll durch das Sieb. Aber mir gefiel die Idee gut und ich wollte mich auf jeden Fall an diesem Experiment beteiligen.
Also schnappte ich mir Lewis Holtby vom FC Schalke 04. Holtby kannte ich ein bisschen von der letzten Aachener Saison. Spannend erscheint mir, dass er seine Qualifikation als Profi bereits unter Beweis gestellt hat, sich nun aber in einer Schalker Mannschaft beweisen muss, die wie der gesamte Verein sich einem massiven Umbruch (oder einfach ausgedrückt: Felix Magath) gegenübersieht. Das und seine paralelle Entwicklung in der Juniorennationalmannschaft (U21 und U20-Weltmeisterschaft) sollten viel darüber zeigen, womit ein junger Profi konfrontiert wird. Wie genau sich das entwickeln wird, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich würde mich allerdings freuen, wenn der eine oder andere drüben mal vorbeischauen würde.
Der Vorstellungstext ist bereits online: Lewis Holtby (FC Schalke 04)
Aufgabe: Stellen Sie einen Zusammenhang zwischen Überschrift und Foto her, der die Vermutung widerlegt, bei den abgebildeten Damen handele es sich um Kampfziegen! Machen Sie darüber hinaus den fußballerischen Kontext deutlich! Sie haben 30 Minuten Zeit, und wer abschreibt, fliegt raus. Auf die Plätze, fertig, los!
Lösung: Ich google “Kampfziege”. Milan rief an. Ob ich Lust hab, Drachenbootrennen zu fotografieren. Ich google “Drachenboot”. Ich habe Lust. Ich könnte auch für das 5Ziegen-Team mitfahren, sagt Milan. Kriegsname: Kampfziegen. Ich antworte etwas ähnliches wie “öhm”. Ich wurde bei Mannschaftssportarten immer als Vorletzte ausgewählt. Nach dem dicken Jungen, aber immerhin vor dem dicken Mädchen. Das kann niemand, der bei Wasauchimmer gewinnen will, ernsthaft in Betracht ziehen. Andererseits: Drachenboot! Allein das Wort schon! Zwischen den Rennen, sagt Milan, ist auf der Wiese rumliegen, Bier trinken und grillen. Das sind nun wieder Sportarten, die ich ausgezeichnet beherrsche. Besonders liegen.
Heute um kurz nach 10 stand ich an der Regattastrecke in Berlin-Grünau und suchte Milan. Dem Manne fehlt, so glaube ich, ein Mobilfunkgerät. Einen einzelnen rotweißen Unioner unter lauter rotweiß angezogenen Unionern auszumachen, ganz ohne Telefonjoker … man hat´s einfach verlernt. Dafür wusste ich nach doppelter Geländeumrundung, wozu ich im Übermut ja gesagt hatte. Ungefähr alle Unionfanclubs waren dort, um angestiftet vom Eisernen Virus den 7. Drachenbootcup auszutragen. Das Team “Geschäftsstelle” mit Sylvia Weisheit an der Trommel, Dirk Zingler und Fanshop-Sylvie an den Rudern sowie Antonio Hurtado am Kochlöffel. Eine Mannschaft namens Eiserne Kubik-Elfen, Einstellungsvoraussetzung für Männer: mindestens 100 Kilo Lebendgewicht; die Frauen waren ab 80 Kilo dabei. Und wirklich & wahrhaftig bezaubernd “My fähr Lady” – die Frolleins mit den roten Hüten, keineswegs Kampfziegen, neinnein.
Ich habe mir im Verlaufe des Tages mehrmals gewünscht, ich hätte 1) ein Handtuch 2) ein trockenes T-Shirt und 3) sämtliche in meinem Besitz befindlichen Badeschlüpper eingepackt. Ich bin drei Rennen mitgefahren und dreimal auf unterschiedliche Weise komplett gewässert worden – und sodann wieder getrocknet. Gelernt habe ich folgendes: 1) Ich bin auch im Rudern schlecht, 2) von Wasser wird die Haut nicht dünn, auch wenn das immer alle sagen und 3) Fotografieren geht aber noch ganz gut.
Fußballfanclubs. Mannmannmann.
Zahlen aneinander gereiht. Prozente berechnet. Kurven erstellt. Steffi sagt, dass dies ein Männerding sei. Mir gefällt es. Inspiriert wurde ich von Catenaccio, der das sehr ausführlich betreibt. Natürlich weiß ich, dass verbale Beurteilungen viel präziser sind und auch der Persönlichkeit gerecht werden. Aber hier soll gnadenlos verglichen werden. Über den Saisonverlauf kann man anhand der Noten doch einen Trend beobachten. Das hoffe ich jedenfalls.
Das Ergebnis
1. FC Union Berlin – FC Hansa Rostock
1:0 (Mosquera 33. Min); 17.500 Zuschauer
Einzelbewertung
Entnommen wurden die Noten dem Berliner Kurier, dem Kicker und Sportal. Vielleicht kann mir noch jemand sagen, ob die Bild auch für die 2. Liga Noten verteilt. Der Kurier vergibt nur volle Noten, was häufig zu besseren Bewertungen führt.
Echte Ausreißer gibt es nicht. Sowohl Jan Glinker als auch Marco Gebhardt hatten schon bessere Spiele. Das drückt sich auch in den Noten aus. Innenverteidigung plus defensiver Abräumer Younga-Mouhani und der fleißige Mosquera haben überzeugt.



Bei den Zweikämpfen fällt auf, wie häufig Mosquera den Weg Mann gegen Mann gesucht hat. Würde es Fleißbienchen nach dem Spiel geben, er und Younga-Mouhani hätten sie diesmal ins Muttiheft gestempelt bekommen müssen.

| Kurier | Kicker | Sportal | Ø | |
| Jan Glinker | 3 | 4 | 3,5 | 3,50 |
| Michael Bemben | 2 | 3,5 | 3 | 2,83 |
| Christian Stuff | 1 | 2 | 3,5 | 2,17 |
| Daniel Göhlert | 1 | 2 | 3 | 2,00 |
| Patrick Kohlmann | 2 | 3 | 3 | 2,67 |
| Macchambes Younga-Mouhani | 2 | 2 | 3 | 2,33 |
| Thorsten Mattuschka | 3 | 3,5 | 3,5 | 3,33 |
| Hüzeyfe Dogan | 3 | 3 | 2,5 | 2,83 |
| Marco Gebhardt | 3 | 4 | 3,5 | 3,50 |
| Karim Benyamina | 3 | 3,5 | 3 | 3,17 |
| John Jairo Mosquera | 2 | 2 | 2 | 2,00 |
Gestern Abend im Prenzlauer Berg. Erwachsene Männer sitzen vor einer Bar. Kommt einer dazu: “Schaut mal, was ich ausgedruckt habe!” Er reicht eine groß ausgedruckte Tabelle der zweiten Bundesliga nach den Sonntagsspielen herum. Es wird vorgelesen:
1.Platz 1. FC Union Berlin
2. Platz FC St. Pauli
3. Platz 1. FC Kaiserslautern
“Kann so bleiben oder?”
“Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass ich Wetten annehme, dass Union Ende August ganz oben stehen wird. Wir haben doch Ende August oder?”
“Die Lauterer sind mit dem dritten Platz nicht zufrieden gewesen. Aber ich habe ihnen gesagt, dass Sie in der Relegation Mainz weghauen. Das fanden die gut.”
“Kannst Du mir die Tabelle geben? Ich möchte die an die Klotür kleben.”
“Wir sind erster! Spitzenhöschen, Spitzenhöschen, hey, hey!”
Erwachsene Männer.
1. FC Union Berlin vs. Fortuna Düsseldorf 1:0
Das gute am Fernsehfußball ist ja, das alle das selbe Spiel sehen. Das enorm öde an Fernsehfußball ist aber, dass alle das selbe Spiel sehen. Sebastian hat eine sehr starke Düsseldorfer Mannschaft gesehen, ich habe eine überraschend wenig offensive Düsseldorfer Mannschaft gesehen, und mööp will sich überhaupt alles nochmal im Fernsehen ankieken, bevor er sich entscheidet, was das für eine Düsseldorfer Mannschaft war, die er da gesehen hat. Gottseidank schreibt keiner von uns Spielberichte, zwangsläufig breitete sich Zwist aus. “Zwist” sage ich, denn ich weiß nicht wie man Zwietracht nennt, wenn drei oder mehr Personen beteiligt sind. Es gäbe aber jedenfalls einen vorzüglichen podcast.
Einigermaßen einig sind wir uns jedoch in folgendem: Schöne Tabelle! Und eine gewisse Frau Schadenfreude stand neben uns im Block und kicherte hexenhaft und wie bescheuert bei dem Tor von Kenan Sahin.

“Haben Sie noch ne FuWo für mich?”, frag ich die Frau im Kiosk im Kaufland. “Na klar, aber die finden Sie nicht so leicht, diese Woche”, entgegnet sie, “die is´nämlich außen rot und nicht grün.” – “Jaja”, sag ich. “Ich weiß, deswegen will ich die ja haben. Nächste Woche isse wieder grün.” Sie wundert sich. “Und das ist alles wegen Union?” – “Alsoalsoalso … na hör´n se ma … !”
Das Ballhaus ist fertig. Ohne, dass es mir wirklich bewusst war, hatte ich mich an das Projekt Baustelle gewöhnt. So sehr gewöhnt, dass mir bei allem Jubel, trotz meiner Vorfreude und entgegen aller Erwartungen schon jetzt etwas fehlt.
Andererseits:
Es regnet. Und das ist egal. Denn heute abend stehen wir unter einem Dach. Hach.
Von der geleisteten Basisarbeit werden wir voraussichtlich eine ganze Weile zehren müssen, denn ein so großes Fanprojekt ist ohne so große Not nicht umsetzbar.
Ich bin gespannt auf mein neues, altes Zuhause. Ich freu mich auf heute abend. Und: Ich hoffe irgendwie, dass Enno Recht behält ;)
Ich tippe übrigens auf einen Sieg von Union. Schließlich haben die Herthaner Manieren und verhelfen dem Gastgeber zu einer stimmungsvollen Einweihungsfeier. Das Spiel endet 4:3.
[Enno, WeltHerthaLinke: Echtes Derby]
Heute besonders lesenswert: der Sportteil des Berliner Kurier. Die Printausgabe! Nur die Printausgabe und nichts als die Printausgabe, so etwa auf Seite 20.
Warum? Darum!