die fotogräfin malt, sebastian schiebt zahlenkolonnen durch die gegend und beschäftigt sich texttonal – und was mache ich? ich werde in einer mehrteiligen folge versuchen, uns auf die couch zu legen und diese rot-weiss anzumalen. vielleicht finde ich ja antworten darauf, was unsere rot-weisse seele um- und uns in den köpenicker tempel treibt… es soll ein versuch der übertragung sein und in seiner vollkommenheit beschränkt bleiben.
der ansteckungstheoretiker gustave le bon gilt gleichzeitig als einer der begründer der massenpsychologie.
er postuliert den verlust der kritikfähigkeit des einzelnen im schutz der masse. mitnichten verstehen sich viele von uns als unsportlich dem gegner gegenüber nur vom vermeintlichen sieg paralisiert – für viele von uns gilt weiterhin UNION BERLIN – SPORTLICH UND FAIR! das argument des selbsterklärenden spielstandes ist für uns durch kein anderes zu ersetzen – lediglich die beeinflussbarkeit des ergebnis´ durch unser zutun ist antrieb unserer sangeskräfte. wir glauben fest daran, durch unseren fanatismus zumindest den gegner zu beeindrucken und uns zum sieg zu brüllen… – auch wenn ich in einer nicht auffindbaren studie mal das gegenteil dessen präsentiert bekam. in diesem sinne handeln wir natürlich uneigennützig, heroisch und auch tugendhaft. die bereitschaft zu veränderungen ist bei uns weniger stark ausgeprägt. wir werden weiterhin das “stadion” nicht gegen die “arena” tauschen und neoliberale tendenzen beim 1.fc wunderbar argwöhnisch beäugen. die erregbarkeit der rot-weissen masse ist republikweit bekannt und beneidet. der anblick unseres ausserordentlich schön gestalteten vereinslogos versetzt die stimmbänder sofort in vorfreude und unsere gesangsbuchsynapsen werden aktiviert. dieses passiert allumgreifend und unabhängig von herkunft und intellekt des einzelnen eisernen.
ich frage mich, warum herr le bon das alles schon vor über 100 jahren wissen konnte?


