Fantreffen mit Aroundtown: Erwarten se nüscht

Heute Abend findet im Stadion das Fantreffen mit Andrew Wallis von Unions Hauptsponsor, der Immobilien-Firma Aroundtown, statt.

Das ist einerseits ein brisanter Termin, denn an den Vorbehalten mancher Unionerinnen und Unioner gegenüber Aroundtown wird sich in den Monaten seit deren Vorstellung als neuem Trikot-Sponsor nichts geändert haben. Aber andererseits bin ich nicht ganz sicher, wie gut man diese Vorbehalte in so einer Veranstaltung diskutieren kann. Denn dieses Forum eignet sich nicht immer für echten Meinungsaustausch, der schon deshalb schwierig ist, weil die Meinungen der Unionerinnen und Unioner im Publikum natürlich vielschichtig sind und die Diskussion asymmetrisch ist. Es wird eher eine Vorstellungsrunde für Andrew Willis werden und die Möglichkeit, mit ihm direkt in Kontakt zu treten.

1. FC Union Aroundtown

Andrew Wallis von Union-Hauptsponsor Aroundtown beim Spiel gegen Dortmund, Foto: Matze Koch

Und außerdem sind die Probleme, die Menschen mit dem Geschäftsfeld von Aroundtown haben, so grundlegend, dass es nicht einfach ist, sich darüber zu verständigen.

Ich werde Cottbus-bedingt leider nicht zu dem Treffen gehen können, und Medien-öffentlich sind die Treffen und die Gespräche dort bekanntlich ohnehin nicht.

Eine sehr differenzierte und interessante Diskussion gab es gestern in unseren Kommentaren (und auf Twitter und Facebook) darüber, wie die Mikrophonierung der Capos beim Publikum auf der Waldseite und im Rest des Stadions ankommt. Da gibt es zwar durchaus unterschiedliche Meinungen, aber zumindest die Mehrheit derer, die sich dazu äußern, scheint sich wenigstens leisere Übertragung der Ansagen zu wünschen.

Was schreiben die Berliner Medien heute?

Die Bild schreibt darüber, dass Rafał Gikiewicz nicht für die polnische Nationalmannschaft berufen wurde. Das ist für den Torwart natürlich sehr schade. Aber die Konkurrenz um die Kaderplätze ist durchaus groß, Gikiewicz ist gerade nicht in der besten Position, besonders gut auszusehen und Konzentration nur auf Union könnte zumindest ein positiver Nebeneffekt sein. Der Kurier schreibt darüber, wie Christian Gentner mit dem VfL Wolfsburg Meister wurde.

Podcast

In der aktuellen Folge des Podcast Union am Ball erzählt unter anderem Moderator MC, wie er sich beim Spiel nicht nur auf die für die Union-Spieler reservierten Plätze gesetzt hat, sondern dann auch noch Michael Parensen trotzdem so nett war, ihm ein kurzes Interview zu geben (eine Anekdote die mich übrigens an Dirk Nowitzki erinnert hat – weil ich gerade das exzellente Buch The Great Nowitzki von Thomas Pletzinger lese).

Einmal Unioner, Immer Unioner

Maxi Thiel freut sich nach seinem Kreuzbandriss im Juli über gute Nachrichten bei der Behandlung und Rehabilitation der Verletzung:

Außerdem schreiben Kurier und Berliner Zeitung über die VSG Altglienicke, wo die Unioner Karsten Heine und Berk Inaler zu einem guten Saisonstart beitragen.

Darüber hinaus wird der ausgeliehene Berkan Taz für seinen eigenwilligen Beitrag zum 6-0 Sieg von Energie Cottbus gegen den BFC Dynamo gelobt (von der Lausitzer Rundschau – der Zeitung, für die ich arbeite).

Und sonst so

Bei Tennis Borussia steht heute die erste Mitgliederversammlung an, seit der Hauptsponsor und Vereinsvorsitzende Jens Redlich in einem Machtkampf aus den Vereinsgremien zurückgetreten ist (beziehungsweise: wurde). Allzu Popcorn-lastig wird die aber wohl nicht werden, denn offenbar akzeptiert Redlich seine (gerichtlich bestätigte) Niederlage in der Auseinandersetzung mit dem neuen Vorstand und Aufsichtsrat, wie unter anderem der Tagesspiegel und die Morgenpost schreiben.

20 Gedanken zu „Fantreffen mit Aroundtown: Erwarten se nüscht

  1. Ein Meinungsaustausch wird immer dann gut, wenn man auch selbst dazu bereit ist, zu “tauschen”. Wenn man da mit einer eigenen starren Meinung hingeht, und im Grunde gar nicht bereit ist, auf die Argumente der anderen einzugehen, wird man nichts davon haben.

  2. Sehe ich wie Mario. Leider lädt die Überschrift auch nicht dazu ein, zum Fantreffen zu gehen. Wer verschwendet schon gerne seine Zeit.

  3. Die Fuma bzw. der Verein hat aus meiner Sicht mehr Respekt dafür verdient, solch ein Forum anzubieten nach der kritischen Betrachtung des Sponsors.

  4. Finde ich auch. Ich hoffe nur, es geht bei diesem Fantreffen um die Partnerschaft zwischen Aroundtown und dem 1.FC Union und um Ideen und Ziele dieser Partnerschaft und nicht um eine Grundsatzdiskussion zum Immobilienmarkt in Berlin.

  5. @all Die Überschrift ist natürlich überspitzt, aber ja auch offensichtlich etwas ironisch. Es geht absolut nicht darum, das Engagement der FUMA zu schmälern und es ist auch durchaus anerkennenswert, dass sich der Verein und der Sponsor diesem Dialog öffnen. Es geht eher um etwas Erwartungsmanagement: es dürfte schwierig sein, in diesem Forum die Meinungs-Konflikte detailliert zu erörtern, die es dazu nach der Entscheidung gegeben hat.

  6. wir wollen aber auch nicht vergessen, dass das hier ein blog ist. da dürfen die schreiber so viel persönliche meinung, ob überspitzt oder nicht, reinpacken wie es ihnen beliebt. und genau deshalb lese und mag ich diese text- und äußerungsform.

    EISERN

  7. Große Erwartungen haben noch nie dabei geholfen, nicht enttäuscht zu werden. Daher finde ich den Ansatz von Daniel sehr sympathisch.

  8. wenn man Meinungsaustausch wörtlich nimmt bringt es aber auch nix, weil danach immer noch zwei verschiedene Meinungen bestehen, nur eben mit getauschten Rollen (meinjanur ;-)

    Eine kritische Diskussion zum Sponsor kann man nur mit dem Verein führen, der den Sponsor annimmt (und wir kennen Unions Begründung, sinngemäß: Die sind schon lange ein Partner und das hat niemanden aufgeregt, und nun sind sie halt Hauptsponsor (und ausserdem machen die nur in Büros und nehmen keinem die Wohnung weg)).

    Grundlegende Kritik am Geschäftsfeld oder der Geschäftspraxis des Sponsors wird vielleicht höflich aufgenommen, aber die kann von diesem ja gar nicht geteilt werden ohne sich selbst aufzugeben. Logisch.
    ABER aus PR-/Marketing-Sicht ist das eine sehr wertvolle Möglichkeit, um “ins Gespräch zu kommen” oder was für Powersätze da gerne genannt werden.

    Ein Sponsor möchte sich immer glänzend darstellen und Aroundtown weiss um das Image seiner Branche. Für die ist Union perfekt fürs Sponsoring weil der Verein das ziemlich gegenteilige Image hat, von dem der Sponsor profitieren möchte (die machen in Immobilien, die denken also immer langfristig). Wenn dabei auch noch kritische Geister “mitgenommen” werden hat sich das Sponsoring gleich doppelt gelohnt.

    Aroundtown leidet bei solchen Anlässen vermutlich mehr darunter, wenn nur mit Christian und über alles ausser Sponsoring redet :-)

    Ausnahme wäre vielleicht noch die eine Frage, ob die die aktuellen Ermittlungen gegen Aroundtown (bzw eine Tochterfirma) schon abgeschlossen sind und was dabei rauskam? ;-)

  9. Gestern Abend war ich vor Ort und habe genau zugehört.
    Herr Wallis hat sich als Ex-Marine, Ex-Banker und eben Immobilienmakler vorgestellt, der bereits vor Jahren jedem Berliner geraten habe, Wohneigentum zu erwerben.
    Ihm ist offenbar nicht bewusst, dass gerade der Osten Berlins in der Breite nicht über diese Einkommen verfügt und auch keine großen Vermögen ererbt haben. Weshalb immer noch 85% der Bewohner der Stadt zur Miete wohnen.
    Er schätze Berlin sehr und es sei die für ihn bisher lebenswerteste Stadt. Dass es an der sozialen Mischung liegen könnte, kam ihm nicht in den Sinn, denn das ist der Hauptunterschied zu allen anderen Metropolen und diese geht langsam verloren.
    Zukünftig stellt er sich rasantes Wachstum vor und verwies auf andere Metropolen in Asien wie Singapur, in der die Lebenshaltungskosten weltweit am höchsten sind. Ob die Berliner sich das wünschen, scheint Nebensache zu sein.
    Fazit: Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet.

  10. Das überrascht nicht, dass da manche auch genau das verstanden haben, was sie ohnehin erwartet hatten.

    Herr Wallis ist also schuld daran, “dass gerade der Osten Berlins in der Breite nicht über diese Einkommen verfügt und auch keine großen Vermögen ererbt haben.” Interessant.

    Dass Berlin eine Sozialstruktur habe, die sich von allen anderen Städten der Welt unterscheidet, halte ich für ausgemachten Blödsinn.

    Und an Singapur kann man sich natürlich an den dort hohen Lebenshaltungskosten stoßen. Die Lebenshaltungskosten sind deshalb hoch, weil dieses Land (übrigens bis 1965 britische Kolonie und kaum mehr als ein unbedeutendes Fischerdorf mit angeschlossenem Hafen) heute eines der reichsten Länder der Welt ist (BIP pro Kopf weit vor Deutschland). Allein in den vergangenen 10 Jahren ist dessen Einwohnerzahl von rund 5 auf rund 6 Mio. gestiegen. Was muss das für eine Scheiß-Stadt sein, wo so viele Leute freiwillig hinziehen?

  11. @ Mario Draghi
    Er ist nicht schuld, aber er hat die Stadt und die Sozialisation der Einwohner nicht verstanden und sieht eben alles nur durch die Brille der Verwertbarkeit, ohne sich bewusst zu sein, was die Stadt eben ausmacht und das Kiez und Nachbarschaft eben nicht beliebig sind.
    Frage einfach mal nach der “Berliner Mischung” – offensichtlich kommst Du nicht aus Berlin, sonst würdest Du es wissen.

  12. @Stephan Nur mal so als Hinweis: Das Fantreffen ist explizit nicht medienöffentlich, weshalb man dazu inhaltlich weder in den Berliner Medien noch hier beim Textilvergehen etwas liest, selbst wenn jemand vor Ort war.
    Das gleiche sollte aus meiner Sicht auch für Kommentare gelten.

  13. @Stephan Hey Stephan, die Fantreffen sind übrigens nicht medienöffentlich, weil Dinge im Geschützen Raum besprochen werden können und nicht alles in die breite Öffentlichkeit getragen werden soll.
    Seh dies bitte nur als Hinweis, nicht als Angriff oder ähnliches.
    Einen schönen Abend und einen schönen Feiertag morgen.

  14. @Mario Draghi
    Nachtrag:
    Wer sich schon “Mario Draghi ” nennt, steht für Neoliberalismus, Privatisierung und Ökonomisierung, die alle Bereiche des Lebens sowie den Menschen selbst einem ökonomischen Bild entsprechend verändere.

    Das sind nicht die Werte des Vereins.

  15. @ Nadi
    Oh, das war mit jetzt nicht so bewusst, aber letztlich lässt sich das ja auch insgesamt an börsennotierten Unternehmen ablesen, die eben ihren Kapitaleignern Rechenschaft schuldig sind.
    Ist also nichts Besonderes und ich denke, Herr Wallis würde es in der Öffentlichkeit genauso sagen.

  16. @Stephan: Glückwunsch zu deiner Belehrung über Mario Draghi.
    Ein “Argument” auf genau dem gleichen Niveau wie dein erster Beitrag.

  17. @ mario draghi
    Soll sich doch jeder selbst ein Bild machen, den IWF recherchieren, die Berliner Mischung und soziale Marktwirtschaft gegen Manchesterkapitalismus abwägen.
    Sowie die eigene soziale und ökonomische Situation bewerten.

  18. ah ja doch, @ möchte-wäre & hätte-gern-draghis-und wallis!
    immer lustig nach dem motto:

    wenn die armen kein brot haben, dann sollen die doch kuchen essen!

    die realsoziale marktwirtschaft anno 2019 wirds schon regeln…ich würde lauthals lachen, wenns nicht gar so traurig wär’…

    zum thema immobilienfuzzies und solchen, die es gerne sein & werden möchten, empfehle ich folgendes – aktuell in jeder hinsicht:

    https://youtu.be/HtoIV80_TnU

    besonders treffend wird das geschehen ab etwa minute 27, ab der ein
    sebastian pufpaff in hochform auf eine formidable und spektakuläre eskalation zusteuert!

    viel spaß und möge den richtigen der (gern roséfarbene) polohemdkragen hochgehn! ;-)

    eisernen dank @stephan!
    kein geheimnisverrat – denn nichts anderes war unterm strich zu erwarten.

  19. @stephan: Danke für deinen Bericht und deine Einordnung, @mo: so isses, volle Zustimmung. Was das Thema “ach wir dürfen hier nichts darüber sagen”: wenn der Verein uns so einen Hauptsponsor vorsetzt und sich nicht mal im Ansatz mit der Kritik auseinandersetzt darf sich niemand wundern wenn viele von uns das weiter kritisch dirskutieren, wem das nicht passt der soll sich einen anderen Verein suchen!

  20. @stephan
    Naja, solche Aussagen wie “rasantesWachstum” mit Verweis auf Asien sollte man vielleicht auch nicht allzu ernst nehmen, sind die üblichen “Feuchten Träume” von Vorständen großer Konzerne, die sich dann auch oft sehr schnell in Luft auflösen.
    Und das sich Herr Wallis nicht in die Lebensumstände von normalen Berlinern hineinversetzen kann, halte ich nun irgendwie für normal, weil alles andere wäre bei seinem Lebenslauf dann doch irgendwie ein echtes Wunder.

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