Optimismus in der zweiten Reihe

Um den statistischen Nachweis von Akaki Gogias Qualität ging es hier gestern sowohl im Blog als auch im Podcast. Im Kicker erfahren wir nun von Matze Koch, dass Gogia umgezogen ist (von Grünau nach Friedrichshain). Und dass er sich vornimmt, sich für Einsatzzeiten anzubieten. Das ist natürlich nicht überraschend.

Akaki Gogia 1. FC Union

Akaki Gogia bereitet sich auf Einsätze vor, Photo: Matthias Koch

Und eigentlich wäre es auch nicht überraschend, wenn Gogia demnächst tatsächlich auch mal wieder spielen wird. Denn eigentlich passt er mit seinen Qualitäten weiter gut in Unions Konter-basiertes Spiel.

Das größte potentielle Problem dabei sind die vermeidbaren Ballverluste, die in Gogias Spiel immer wieder mal vorkommen, und die sich Union natürlich in der Bundesliga nicht leisten kann. Damit Gogia spielt wird Urs Fischer überzeugt sein müssen, dass kein erhöhtes Risiko dafür besteht.

Im Kurier liest man ähnliches, aber mit Julius Kade als Protagonist. Die BZ sucht sich “Überflieger und Sorgenkinder” im Kader heraus.

Der Vorlauf auf das Spiel gegen Bremen beginnt damit, dass man Felix Kroos nach Bremen fragt (Bild), und dass Kroos in einem Interview der Kreiszeitung Syke Union erklären darf. Mit den Fragen dabei lässt sich gut Bulishit-Bingo spielen.

Interessant finde ich aber doch die Antwort von Felix Kroos auf die Frage, ob das Spiel gegen Leipzig oder das gegen Dortmund das ‘wahre Gesicht’ von Union zeige. Und zwar nicht nur, weil es klingt, als würde Felix Kroos hier mitlesen:

Das wahre Gesicht ist vor allem, dass wir mit einem Rückschlag wie dem gegen Leipzig umgehen können. Dass wir nicht unruhig werden und dass wir die richtigen Schlüsse aus Niederlagen ziehen können. Viele sagen ja, dass der Sieg über Dortmund ein Zeichen an die Liga gewesen ist. Aber in erster Linie war es das Zeichen an uns selbst, dass wir in der Liga angekommen sind und dass wir gegen jeden Gegner – Dortmund ist ja nicht gerade die schlechteste Mannschaft in Deutschland – mithalten können, wenn wir alles reinhauen. Das war sehr wichtig für uns.

In unserem Geschichtspodcast ‘Und Niemals Vergessen’ mussten Sebastian und ich gestern den Rhythmus unserer Rollenverteilung brechen, und so hat Sebastian erzählt, wie der DDR-Fußballverband an dem Unioner Klaus Korn ein Exempel statuierte und ihn nach einem aus dem Ruder gelaufenen Spiel gegen den BFC Dynamo für ein Jahr sperrte. Für Kraus endete so seine Union- und fast völlig auch seine Leistungssport-Karriere.

In der zuerst hochgeladenen Version der Folge waren ein paar Audio-Fehler, die wir später korrigiert haben. Wenn ihr darauf stoßt, ladet die Folge noch einmal neu – falls euer Podcast-Player das nicht von allein tut.

Außerdem müssen wir auch hier noch einmal unserem Hörer Dominik danken, der für die Episoden von ‘Und Niemals Vergessen’ einen Zeitstrahl erstellt hat.

Und sonst so

Zum Schluss möchte ich noch auf einen Podcast hinweisen, den ich am Wochenende interessant fand: Im ‘Weekender’ hat ‘The Anfield Wrap’ mit dem Liverpool Fan Per Carney gesprochen, der seit vielen Jahren Fahnen näht und malt (ab 18:00 min in der Folge). Ich fand dabei vor allem faszinierend, was für Gedanken er sich darüber macht, wie sich seine Fahnen, die unter anderem die Hillsborough-Katastrophe thematisieren, beim Hochhalten anfühlen. Vor allem die Idee, eine Fahne zu gestalten, deren Motive auch blinde Menschen fühlen können, fand ich faszinierend.

Union engagiert sich über Stiftung und Fanclubs seit einiger Zeit für Handicap-Fans, indem speziell auf die Bedürfnisse zugeschnittene Auswärtsfahrten organisiert werden. Dass das Streben nach Inklusion aller nicht selbstverständlich ist und auch nicht beim Stadionerlebnis aufhört, beweist der Fall von Union-Fan Alex, dem in einem Restaurant in Treptow der Toilettenbesuch verwehrt wurde (Kurier).

Und zum Schluss noch ein Veranstaltungstipp für heute Abend:

10 Gedanken zu „Optimismus in der zweiten Reihe

  1. @Daniel kannst Du vielleicht das Verbieten von einem Toilettenbesuch von unserem Alex in einem Treptower Restaurant noch mit einbauen?

  2. Von Grünau nach Friedrichshain? Da braucht Andy erstmal ein Jahr, um den Kulturschock zu verarbeiten ;)

  3. Im podcast haben wir ja gehört, dass Mielke sich eingeschaltet hatte und der Verband deshalb gar nicht mehr anders konnte. Vorauseilender Gehorsam gehört natürlich auch dazu – wie in jeder Diktatur.

  4. “Ein Gogia gibt niemals auf” – da hat er sich wohl von “einem Lothar Matthäus” inspirieren lassen.

  5. Heute hat der Prozess gegen den Täter des getöteten Karl aus Prenzlauer Berg begonnen.
    Vertreter der Nebenklage ist Rechtsanwalt Gregor Gysi.

  6. @SWusste ich nicht. Habe heute den Bericht in der Berliner Zeitung gelesen.

    Hauptsache der Täter bekommt im Rahmen des Strafmaßes eine gerechte Strafe, wenn man aufgrund der Tat und der Folgen überhaupt das Wort Gerechtigkeit reden kann.

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