Meisterinnen steigen nicht auf

Der 1. FC Union Berlin hat gestern in Andernach mit 2-0 verloren. Damit haben es die Union Frauen im zweiten Jahr in Folge in der Aufstiegsrunde verpasst, tatsächlich aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga zu kommen. Kein Wunder, dass auch Trainer Falko Grothe sagt, dass er “den Modus einfach nicht gut findet”.

Wie immer: Meister*innen müssen aufsteigen.

Im Rückspiel in Andernach hatte Union zunächst in der ersten Halbzeit einige gute Chancen. “Wir sind gut in die gefährlichen Räume gekommen, aber dann hat etwas Genauigkeit gefehlt”, sagt Grothe. In beiden Spielen hätte das Ergebnis in jede Richtung ausfallen können. “Andernach hat es gut gemacht, mit einem ganz anderen Stil als unserem.”

Union wird also weiter in der Regionalliga Nord-Nordost spielen. Dort soll auch die Mannschaft im wesentlichen die selbe bleiben. “Der Kern bleibt zusammen, das sind echte Unionerinnen,” sagt Grothe, “für die zumindest in Berlin kein anderer Verein in Frage kommt.” Auch am Trainerstab mit Grothe bei der ersten und Oliver Hartrampf bei der zweiten Mannschaft. Schon beim Hinspiel wurde allerdings Physiotherapeut Michael Scheele (laut Grothe “eigentlich viel mehr als Physio”) verabschiedet, für den nun Ersatz gefunden werden muss.

Union

Verabschiedung vor dem Hinspiel in der Relegation. Foto: Daniel Roßbach

A propos Frauenfußball: Ab Ende der Woche findet die Weltmeisterschaft statt. Die vielen interessanten Spielerinnen, Teams und Geschichten, die es dazu zu wissen gibt, trägt der Podcast Lottes Erbinnen in einer mehr-teiligen Vorschau zusammen.

Solidarität mit Geflüchteten

Wie im letzten Jahr ruft das Wuhlesyndikat zu Solidarität mit Geflüchteten in Griechenland auf. Dazu sollen wieder dringend benötigte Schuhe gesammelt werden.

Die griechische Insel Lesbos ist immer noch einer der europäischen Internierungs-Hotspots für Geflüchtete des globalen Südens. Die Lage vor Ort ist nach wie vor prekär. So dramatisch, dass in den Wintermonaten Menschen erfrieren, Zelte vom Regen weggespült und Hilfsmaßnahmen nur noch unter schwersten Bedingungen durchgeführt werden können. Notwendige Hilfsprogramme und zivilgesellschaftliche Solidarität verschwinden als Resultat gegenwärtiger Politik nach und nach von der Bildfläche. Was bleibt, sind die circa 10 000 Geflüchtete vor der europäischen Seegrenze, keine Möglichkeit voran oder zurückzukommen.

Die erste Sammelaktion gab es schon am Samstag bei der Sandvölkerschlacht bei Askania Köpenick. Da viele, die sich daran gern beteiligt haben, scheinbar nicht rechtzeitig davon erfahren haben, könnte es aber vielleicht noch einen weiteren Termin geben.

Die Männer

Bei der Männer-Mannschaft von Union ist Sommerpause, also Transferzeit.

Bild berichtet noch einmal, dass Union wie andere Vereine auch, an Marvin Bakalorz interessiert sei. Der verhandle aber auch noch mit Hannover 96 über einen neuen Vertrag.

Eroll Zejnullahu

Eroll Zejnullahus Verabschiedung. Photo: Tobi/unveu.de

Zu den bereits besiegelten Veränderungen in Unions Kader gehört der Abschied von Eroll Zejnullahu, den er noch einmal in einer Instagram-Story mit emotionaler Musik begangen hat.

Im RBB gibt es ein Interview mit Union-Pressesprecher Christian Arbeit: “Wir versuchen, den Kern des Teams zu erhalten”.

Außerdem beschäftigt sich der Kurier mit Unions Suche nach einem neuen Hauptsponsor für die kommende Saison. Die Ziele für ohnehin angestrebte höhere Erlöse haben sich durch den Aufstieg natürlich noch einmal erhöht. Zu den Kandidaten gehört dem Kurier zufolge die Immobilien-Unternehmensgruppe Westminster, die schon jetzt als Sponsor des NLZ bei Union auftritt.

Ein Angebot hat demnach aber auch die GC-Gruppe, ein Immobilien-Investor und Bau-Planer. Gegen deren Gründer und Chef, Christoph Gröner, lief vor kurzem ein Verfahren in Leipzig wegen Steuerhinterziehung und Insolvenzverschleppung. Dieses wurde vom Amtsgericht dort gegen Zahlung einer sechs-stelligen Gebühr eingestellt.

Ein Bild von Gröner kann man sich auch mit dieser WDR-Dokumentation und diesem Tagesspiegel Interview machen.

Einmal Unioner Immer Unioner

Die Berliner Zeitung schreibt darüber, dass in der neuen Saison Karsten Heine zusammen mit Torsten Mattuschka als Co-Trainer die VSG Altglienicke trainieren wird. Heine war lange Spieler und zweimal kurz Trainer bei Union ( immerunioner.de). Seine zweite kurze Amtszeit als Trainer kommt auch in dieser Folge unseres Geschichts-Podcast Und Niemals Vergessen vor.

Die Union-ist-wirklich-in-der-ersten-Liga-Momente für heute

Es ist wirklich ganz nett, immer wieder mal Dinge zu sehen, die einen daran erinnern, dass dieser Aufstieg wirklich passiert ist… Bei mir stellt sich dieser Effekt auch immer ein, wenn ich nach Nachrichten zu Union suche und dazu in die Kategorie ‘1. Bundesliga’ schauen muss. Das ist ein bisschen, wie wenn sich die Jahreszahl im Datum ändert. Aber eben nach 10-40 Jahren.

Und sonst so

Christopher Trimmel hat einem Metal-YouTube-Kanal ein sehr launiges Interview mit vielen schönen Momenten gegeben. Es geht darum, wie er mit einem komisch angezogenem Sören Brandy auf Konzerte geht, seine Tätowier-Leidenschaft, und wie er sich bei Austria Wien einmal sehr unbeliebt gemacht hat:

Zum Schluss noch Gratulationen an die BSG Chemie Leipzig zum Wieder-Aufstieg in die Regionalliga:

In der MLS werden in der Zwischenzeit anti-faschistische Zeichen von der Liga verboten (mehr dazu hier) …

… sodass anti-faschistische Fans sich neue anti-faschistische Symbole suchen, wie uns der Unioner Richard aus Portland zeigt:

5 Gedanken zu „Meisterinnen steigen nicht auf

  1. Die Info kam gerade von österreichischen Bekannten.
    Am 17.07. geht es für Union nach Österreich.
    First Vienna FC 1894 vs. 1. FC Union Berlin im Stadion Naturarena Hohe Warte

    U.N.V.E.U.

  2. Die mehrteilige Doku im WDR (“Ungleichland”) ist übrigens auch ganz unabhängig von Herrn Gröner und der CG-Group sehr sehenswert.

  3. Bin wirklich nicht sicher, ob Immobilien-Invest-Firmen in diesen Zeiten der beste Werbepartner sind. Union wirbt für Gentrifizierungs-Beschleuniger?

  4. Nach dem Interview kann ich den Herrn Trimmel ja noch viel mehr leiden. Geiler Musikgeschmack und auch ein super sympathisches Auftreten in dem Interview.

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