Urs Fischer ist gelassen. Was sonst?

Bei der Pressekonferenz vor dem Hinspiel gegen Stuttgart hat Urs Fischer (wenig überraschend) mit einem positiven Spin darüber geredet, dass die Entscheidungsspiele so schnell auf das Ende der regulären Saison folgen. So könne die Mannschaft die Enttäuschung über die in Bochum verpasste Chance schnell hinter sich lassen, indem sie sich auf die nächste Aufgabe konzentriert.

Urs Fischer

Trainer Urs Fischer während der Pressekonferenz; Foto: Matze Koch

Spiel-Plan

Über Unions taktische Probleme in den letzten Liga-Spielen haben wir hier viel gesprochen. In der Pressekonferenz bestand Urs Fischer zwar nochmal auf einer positiveren Bewertung zum Beispiel des Bochum-Spiels, und führte dazu die Statistik von 27-7 Torschüssen für Union ins Feld. Man braucht aber keine expected goals Statistiken (nach denen hatte Union ein knappes Plus 1,8 – 1,6), um diese Werte etwas zu relativieren. Über weite Strecken hatte Union kaum Gelegenheiten und noch weniger gute Chancen.

Für die Stuttgart-Spiele liegt Unions Hoffnung nun auch darin, im Spiel gegen den noch-Erstligisten in einer anderen strategischen Position zu sein, die den Stärken der Mannschaft mehr entgegen kommt: Im Prinzip zuerst verteidigen zu können, und dann aus Ballgewinnen, auch solchen weit in der eigenen Hälfte, mit durchaus guten fußballerischen Aktionen Offensivkraft zu entfalten. Auch darüber haben wir gestern in unserem Podcast gesprochen. Außerdem ging es um Quattrex und die brutalistische Architektur des Ruhrstadions in Bochum.

Zu Unions Herangehensweise mit stabiler Defensive und Schnellangriffen könnte das 433-System, das wir über den Großteil der Saison gesehen haben, besser passen als die Raute der letzten Wochen. Ob Urs Fischer wirklich dazu zurückkehrt, wissen wir natürlich nicht. Auch bei einer anderen Entscheidung – ob Nicolai Rapp oder Micha Parensen den gesperrten Hübner ersetzt – wollte sich Fischer nicht zu tief in die Karten schauen lassen. Schön war aber, wie er den Einwand entkräftete, dass Schnelligkeit vielleicht für Rapp und gegen Parensen spräche: “Für mich gibt es dann schon auch noch so etwas wie Wahrnehmung und Antizipierung im Sport, das ist dann auch Schnelligkeit, eben im Kopf.”

Stuttgarts Interims-Trainer Nico Willig hat in seiner eigenen Pressekonferenz die Spiele gegen Union den “Relegations-Pokal” genannt, in dem seine Mannschaft etwas zu gewinnen habe. Ob dieser Spin trägt, und ob das Stuttgarter Publikum wirklich “55.000 Signalspieler” stellen kann, wird sich zeigen. Union sei ein Team, das “als Gruppe sehr sehr gut funktioniert, sehr viele Sprints macht, gut verteidigt, und kompakt steht.”

Bei den Entscheidungsspielen kommen die Torlinientechnik und die Videoassistenten zum Einsatz. Ich freue mich schon sehr auf mein erstes Spiel als Stadion-Publikum mit VAR. Und Urs Fischer outete sich in der PK auch als VAR-Befürworter.

Natürlich steht Union mit den Spielen gegen Stuttgart im Fokus von größerer, überregionaler Aufmerksamkeit. So war zum Beispiel der Raum für die Pressekonferenz vor dem Spiel mal sehr viel voller als sonst. Darüber, was das für den Verein bedeutet, macht sich Plattsport Gedanken.

Ein Beispiel für dieses Interesse ist dieser Text von Ingo Petz bei 11Freunde, in dem er erzählt was ihn an Union fesselt und wie er das Spiel in Bochum erlebt hat.

Und die Waiblinger Kreiszeitung aus Stuttgart beschäftigt sich mit Urs Fischer und seiner gelassenen Art.

Natürlich kommt es dann aber auch mal vor, dass jemand, wie hier in der Rheinischen Post, die Haltestelle ‘Alte Försterei’ mit dem S-Bahnhof Köpenick und den Morgenstern von Ritter Keule mit einem Dreschflegel verwechselt:

Lokaler ist, wie die Köpenicker Bezirkspolitik einen möglichen Aufstieg miterlebt und mitvorbereitet. Darüber schreibt der Tagesspiegel in seienem Newsletter Checkpoint.

Und zum die-Union-Seele-streicheln eignet sich dieser Text auf Union in Englisch sehr gut, in dem Jonathon beschreibt, wie er beim HSV-Spiel im Stadion ist und ihn das begeistert.

Auf den anderen Plätzen

Nachdem die Frauen ihre Regionalliga-Meisterschaft perfekt gemacht haben, stehen nun die Termine für die Aufstiegs-Play-offs:

Das Heimspiel am Samstag findet um 14 Uhr auf der Fritz-Lesch-Sportanlage statt. Wer Lust darauf hat, Union aufsteigen zu sehen, sollte sich auf den Weg dorthin machen.

Kein Finale gibt es für Unions U17, die im Berliner Pokal-Halbfinale gegen Hertha verloren haben.

Tippspiel

ExWuschel hat gestern in einem Thread das Union-Twitter-Tippspiel ausgewertet und noch einmal erklärt, wer nun welche Preise bekommt.

Weil der aus kontingenten Gründen mit einem Preis bedachte Platz 68 am Ende leer war, haben wir gestern in der post-show des Podcast ausgelost, wer von den am nächsten daran platzierten einen von der Mannschaft signierten Bierbecher bekommt. Der oder die glückliche Gewinnerin ist: meinsdorfer77.

Und sonst so

Für das gemeinsame Schauen des Hinspiels im Stadion an der Alten Försterei werden diesmal von Anfang an die Waldseite und die Gegengerade geöffnet werden. Der Eintritt ist wieder frei und ab 19 Uhr wird das Stadion geöffnet. Bis gestern Vormittag wurden Union zu Folge 3000 Karten für den Auswärtsblock verkauft, die restlichen gibt es jetzt auch im freien Verkauf.

Und a propos Karten:

5 Gedanken zu „Urs Fischer ist gelassen. Was sonst?

  1. Ich freue mich ganz und gar nicht auf mein erstes Spiel mit Videobeweis! Genauso wenig, wie ich mich auf die baldigen Werbeunterbrechungen während dieser Entscheidungen freue…

  2. Dieser Videobeweis wird Ihnen präsentiert von der Hoyzer-Zwayer-AG – heute persönlich von Zwayer vertreten.

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