Ein Formationswechsel allein ändert nicht die Spielweise

In den Berliner Medien beschäftigt sich der Kurier noch mit der Aufarbeitung des Darmstadt-Spiels. Wer dazu übrigens die Darmstädter Perspektive hören will, kann das bei Hoch & Weit tun. Der Kurier stellt außerdem die Frage, was für die Partie gegen Magdeburg die Initialzündung für die Mannschaft sein könnte.

Vorgeschlagen wird dafür eine Änderung der Formation, genauer gesagt eine Rückkehr zum 433. Das greift meiner Ansicht nach aber etwas zu kurz, denn wie grade Unions Spiel in Darmstadt gezeigt hat, kann man mit dem Rauten-System Spiele zeigen, die sich in ihren Charakteristika, Stärken und Schwächen gar nicht so sehr von manchen mit der zuvor gewohnten Formation unterscheiden.

Polter

Hohe Bälle auf die Stürmer, wie hier Sebastian Polter, gehören in jeder Formation zu Union, Photo: Matthias Koch

Bild/BZ versucht derweil, im Gespräch mit zwei ehemaligen Spielern und Mitarbeitern von Urs Fischer etwas über die Arbeitsweise von Unions Trainer in der aktuellen Situation zu erfahren.

Sommergedanken

Es fällt mir aktuell ehrlich gesagt eher schwer, mich dafür zu interessieren, wie sich Unions Kader im Sommer verändern könnte. Dazu ist nach den nächsten anderthalb Wochen oder ab Ende Mai noch genug Zeit, und wir haben ja nicht Oliver Ruhnerts Job.

Gestern gab es aber trotzdem zwei Nachrichten, die kurz aufhorchen lassen. Zum einen, dass Oliver Hüsing von Hansa Rostock zu Heidenheim wechselt. Das hat mit Union ein bisschen etwas zu tun, weil es vor einigen Monaten Gerüchte gab, auch Union sei an dem Verteidiger interessiert.

Das hat sich also erledigt. Dafür berichtete nach Bild gestern auch der Kicker, dass Union kurz davor stehe, den demnächst-20-jährigen Julius Kade von Hertha zu verpflichten. Wer etwas mehr über ihn erfahren will, kann im Blog Falsche 10 ein fußballerisches Portrait zu ihm lesen (lustigerweise könnte der Name dieses Blogs auch Kade beschreiben). Dort wird Kade als eher unauffälliger, aber effektiver offensiver Mittelfeldspieler beschrieben. In gewisser Hinsicht könnte er damit ein offensiveres Pendent von Grischa Prömel sein. Der Artikel ist von vor dieser Saison, die dann vor allem von einer langwierigen Knöchelverletzung bestimmt war. Über die Spekulationen schreibt auch die Berliner Zeitung, inklusive nicht-Statements von Oliver Ruhnert.

Eine andere neue Personalie bei Union ist die Verpflichtung von Lars Mrosko als neuem Chef-Scout, die fupa.net vermeldet. Mrosko hat in der Vergangenheit in ähnlichen Aufgabenbereichen für Bayern und Wolfsburg gearbeitet. Und über ihn gibt es ein Buch von Ronald Reng (das hier vorgestellt wird).

Und sonst so

Die 2. Liga ist untippbar …

… aber deshalb noch lange nicht schlecht (die BZ reiht sich übrigens in die Miesmacher-Fraktion ein):

Eher schon schlecht sind diese elektronischen Banner auf den Werbebanden im Stadion von Manchester City, die aussehen, als hätte sich City die Bilder bei EA ausgeliehen, die in FIFA ähnlich generisch Atmosphäre simulieren. Die Anzeigen sind zwar nicht ganz neu, aber in jedem Fall… komisch:

Schließlich gibt es in der Berliner Zeitung noch einen Text über die Protest-Aktion der TeBe-Fans, die in Opposition zur Führung ihres Vereins gerade Woche für Woche irgendwelche anderen Mannschaften anfeuern. Ich bin in dem Artikel über eine Stelle gestolpert, an der Jens Redlich, der ungeliebte Präsident von Tennis Borussia, damit zitiert wird, zwei große Lieben im Berliner Fußball zu haben: TeBe und Union. Während TeBe Fans auch an der erstgenannten zweifeln dürften, ist mir auch neu, dass Redlich etwas mit Union zu tun hat.

Und zum Abschluss noch dieses Bild, das die Eisernen gepostet haben und perfekt die Woche zwischen der Niederlage in Darmstadt und dem (möglicherweise) letzten Heimspiel der Saison gegen Magdeburg zusammenfasst:

8 Gedanken zu „Ein Formationswechsel allein ändert nicht die Spielweise

  1. Das Buch von Roland Reng über Lars Mrosko ist sehr empfehlenswert. Ich hatte es vor längerer Zeit im Union-Programheft vorgestellt. Darin finden wir einige bekannte Namen aus der Berliner Fußballszene wieder u.a. Karim Benjamina. Aber eigentlich ist es der Lebensweg von Mrosko, der hoch interessant ist und der viel über das Geschäft hinter den Kulissen unseres Lieblingssports erzählt.

  2. Ich kann @Hajo Obuchoff nur zustimmen. Klasse Buch über Mrosko. Sah ihn erst vor kurzem auf dem Platz meines Kiezvereines in der Landesliga.
    Da er ein Faible für eher ausländische Spieler hat, könnte das interessant werden für Union.

    Was geschieht mit Theo Gries?

  3. Daniel, Du hättest schon ein bisschen vor “hoch & weit” warnen können. Jetzt habe ich echt wieder schlechte Laune (“… es ist so ein tolles Gefühl, wenn man führt, der Gegner drückt und es einem total egal ist, ob noch ein Tor fällt, weil es ja um nix mehr geht … ” ). Kotz.

  4. Hahaha… snippets aus solchen podcast-Folgen fremder Clubs könnte man wunderbar zum heiß machen fürs nächste mal verwenden (was hoffentlich sehr lange dauern wird…)

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