Was nützt es, über verschüttete Milch zu jammern?

Mut (Morgenpost), Druck (Bild/BZ) und Angst (Tagesspiegel) sind die beherrschenden Themen in den Berliner Medien, wenn es um die Rolle von Union geht. Druck, dazu müssen wir nicht einmal auf die Ergebnisse der anderen Mannschaften schauen (wie der Kurier mit Blick auf das Spitzenspiel am Montag schreibt), macht sich Urs Fischers Team mit den sieglosen Spielen selbst. Ob die Mannschaft aber im Saison-Endspurt am Druck zerbreche, wie die Bild/BZ sich fragt, ist eine Diskussion, die ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht führen möchte. Weil es einfach nicht zielführend ist. Mir ist es weiterhin wichtig, sich an Chancen zu orientieren, die die Zukunft bietet und nicht verschenkten Punkten in der Vergangenheit hinterherzutrauern. “Was nützt es, über verschüttete Milch zu jammern”, sagte ein selbstbewusster Alf dem entsetzten und verzweifelten Willie Tanner im Angesicht des Chaos, das er mal wieder hinterlassen hatte.

Die alte Anzeigetafel nach dem Spiel gegen Regensburg, Foto: Tobi/unveu.de

Es ist diese nach vorne blickende Haltung (gerne ohne dieses Ausmaß an Zerstörung wie in der Fernsehserie), die einen aus einem Tief herausholt. Und ich hoffe, dass die Mannschaft gestern beim gemeinsamen Abendessen im Golvet sich in diesem Sinne auf die restlichen 5 Spiele eingeschworen hat und nicht dem Kopfball von Joshua Mees kurz vor Schluss hinterher trauerte, den Regensburgs Keeper André Weis auf der Linie gerade noch festhielt oder sich über die Spielzeit ärgerte, die sie in einem seltsamen Trott verbrauchte, als sie nicht in Tritt kam.

Der Blick nach vorne verbietet natürlich nicht die Analyse dessen, was zuvor nicht geklappt hat. Daniel tut uns bei Eiserne Ketten den Gefallen, das Regensburger Spiel auf 3 Aspekte herunterzubrechen und damit so etwas wie eine Blaupause der meisten Spiele der jüngeren Vergangenheit zu liefern (Dresden nehme ich da aus), in denen die Gegner mit konsequentem Anlaufen, dem Zustellen der offensiven Mittelfeldpositionen und mit langen Bällen über das Unioner Gegenpressing die Mannschaft von Urs Fischer vor Probleme stellten.

Der Teamabend im Restaurant brachte uns auf jeden Fall dieses wunderbare Foto von Rafal Gikiewiczs Outfit, mit dem er auch bei der Olsenbande nicht aufgefallen wäre.

Robert Zulj hat sich aus dem Spiel gegen Regensburg einen Pferdekuss abgeholt, steht aber laut Kurier gegen Fürth am Ostersamstag zur Verfügung.

Auf den anderen Plätzen

Das 2. Frauenteam spielte gerade in der Berlin-Liga bei Grün-Weiß Neukölln und um 13.30 Uhr spielt das erste Team in der Regionalliga bei Stern 1900. Beide wollen natürlich jeweils die Tabellenführung behaupten.

Nicht so gut lief es beim Männer-Nachwuchs: Die B-Junioren verloren 1:2 gegen Holstein Kiel und verpassten dadurch den sicheren Klassenerhalt. Der dürfte bei 7 Punkten Vorsprung und noch 3 ausstehenden Spielen dann aber am nächsten Spieltag klargemacht werden. Ähnliches gilt für die A-Junioren, die 2:2 zu Hause gegen Niendorf spielten und deren Abstiegssorgen bei 8 Punkten Vorsprung und noch 3 Spielen ebenfalls höchstens noch theoretischer Natur sind (ich habe es nicht komplett durchgerechnet, ob das noch schiefgehen kann).

10 thoughts on “Was nützt es, über verschüttete Milch zu jammern?

  1. Keinen Hinweis auf den podcast? Dann übernehme ich das eben: heute 19 Uhr laut Info auf Twitter.

    Eisern!

  2. zum Artikel über Dietrich etc.: wieso berichtet der Kicker ausgerechnet jetzt darüber?

    Gefällt mir nicht.

  3. Mir gefallen solche Machenschaften nie. Leider habe ich von der Rendite keine Ahnung, ob Union da über den Tisch gezogen wird.

    Wo kann man den Podcast eigentlich live mithören?

  4. @sportanwalt: dass die frage möglicher Interessenkonflikte intensiv diskutiert werden wird, wenn union in der relegation gegen stuttgart spielen sollte, ist erwartbar. union hat diese Diskussion immer soweit wie möglich weggedrückt. ich fand das nie gut und habe immer prognostiziert, dass dieses thema genau dann auf den tisch kommen wird, wenn es für union besonders ungünstig ist…

  5. @Mario Draghi: sehr heftig. Ich finde dieses Thema in jeder Hinsicht unappetitlich und wünsche Stuttgart den direkten Abstieg.

    Eisern!

  6. stuttgart kann nichts dafür, dass sie den selben geldgeber haben wie wir und dass union hier auf “geheimhaltung” gesetzt hat.

    man kann auch die frage stellen, warum sich die berliner Sportpresse nicht ein mal ernsthaft für das thema quattrex interessiert hat, dass seit mindestens 2016 bekannt ist.

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