Kleine Entscheidungshilfe, um Rot von Unrot zu unterscheiden

Sebastian Polter feierte gestern seinen 28. Geburtstag. Und trotz seines Tores beim erneuten Comeback beim 1:3 gegen Paderborn stand er nicht so im Mittelpunkt wie im Vorjahr. Auch  fiel sein Jubel weniger euphorisch aus. In Bild/BZ wird er mit dem Satz “Nur weil ich wieder da bin, läuft es nicht von allein.” zitiert. Und damit ist eigentlich auch alles gesagt. Denn im Artikel wird schon deutlich, dass der Angreifer noch lange keine Option für die Startelf ist.

Der Kurier beschäftigt sich heute mit den häufigeren Gegentoren im Vergleich zur Hinrunde. Das ist faktisch absolut korrekt. Aber wir müssen auch festhalten, dass Union in der Rückrunde mehr das Spiel machen will/muss als noch im vergangenen Jahr. Urs Fischers Mannschaft spielt sich meinem Empfinden nach (vielleicht kann Daniel hier mal die Fakten heraussuchen, wenn er das heute liest) mittlerweile auch viel mehr Chancen heraus und ist nicht mehr von der eigenen Effizienz bei der Verwertung der Möglichkeiten abhängig.

Im RBB-Interview sagte Grischa Prömel, dass die Mannschaft weiter nur auf sich schauen sollte: “Es macht keinen Sinn, sich an den anderen Mannschaften zu orientieren. Erst müssen wir unsere Arbeit bringen und drei Punkte holen, denn schlussendlich hilft uns da keiner.” Und da müssen wir mal auf die reine Punktezahl von Union schauen, die noch bei 47 Zählern liegen. Das sind immer noch 3 Punkte weniger als vor 2 Jahren. Diese Saisonkreuzvergleiche hinken zwar immer etwas, weil mal Platz 2 und mal Platz 4 mit der gleichen Punkte-Ausbeute drin ist. Aber wenn man nur auf sich schaut, gibt das ein ganz gutes Bild des ausgeschöpften Leistungsvermögens.

Wer sich noch für die Paderborner Sicht auf das Spiel gegen Union interessiert, kann diese taktische Analyse lesen oder hier die neueste Episode des Padercasts hören.

Das falsche Rot

Wir hatten in der vorletzten Episode unseres Podcasts mit Sven Klebba darüber gesprochen, dass sich im Stadion an der Alten Försterei das falsche Rot breitmacht, nämlich das Weinrot des früheren Stasi-Klubs BFC Dynamo. Und ich staunte nicht schlecht, als nach der Partie gegen Paderborn ein Mann (nein, nicht derjenige, der die Zahlen für den Spielstand auswechselt) das Häuschen mit der alten Anzeigetafel verließ. Verwundert war ich ob der Kleidung, denn er trug eine weinrote Trainingshose. Wir, die wir ringsherum standen waren erst etwas baff und dann riefen wir nur “Ausziehen! Ausziehen!” Natürlich musste er nicht im Schlüpper die Gegengerade verlassen, aber es scheint mir durchaus ein Thema zu sein. Deswegen hat unser Leser Tom eine hübsche und einfache Hilfe für all diejenigen gebaut, die Rot von Unrot nicht unterscheiden können. Damit klappt es dann auch mit einem perfekten Ausflug ins Stadion an der Alten Försterei.

Dann habe ich noch diese hübsche Geschichte, die das schwedische Fußballmagazin Offside aufgeschrieben hat. Denn dort hatte sich Tom aus Berlin auf dem Cover der Union-Titelgeschichte entdeckt und nach einem Exemplar gefragt. Das sorgte in Schweden für so viel Verwunderung, dass sie ihn gleich interviewt haben.

Ich habe gestern Abend die über 150 Lose für die Verlosung der drei unveu-Magazine zerschnitten und dabei mir Aue gegen Dresden (1:3) angeschaut. Viele Erkenntnisse habe ich aus der Partie nicht mitgenommen. Aber zumindest die, dass kaputte Eckfahnen nicht zwangsläufig repariert, sondern auch von Ordnern festgehalten werden können. War schon stark, wie Aue Keeper Martin Männel, die Fahne einfach der Ordnerin in die Hand drückte, um dann noch die Nachspielzeit irgendwie nutzen zu können.

Einen Live-Belastungstest hat Unions Ticketsystem gestern erlebt, als der Vorverkauf für die Heimspiele gegen Hamburg und Magdeburg startete. Das war ein bunter Strauß an Fehlermeldungen, den wir da gestern bewundern durften. Aber mit viel Geduld und Spucke klappte es, nichts brach zusammen und irgendwann nach der Bezahlung gab es auch die  Tickets. Das ist schon alles viel besser als vor ein paar Jahren noch. Aber vielleicht beim nächsten Mal nicht beide Spiele gleichzeitig in den Vorverkauf bringen? Mein großes Kind freute sich über die Karten auf seine Art:

Und sonst so?

Daniel hat gestern mit dem Textilvergehen-Tor-des-Monats angefangen, bei dem wir im Laufe der Monate schauen wollen, ob es wirklich nur Fallrückzieher oder Weitschüsse sind, die für so eine Auswahl in Frage kommen. Stimmt bitte ab. Zur Auswahl steht neben Lionel Messi auch Andy Gogia. Könnte also durchaus sein, dass ihr und wir etwas voreingenommen sind …

Aus der Kategorie “kannste in Deutschland echt nicht bringen” stammt dieses Bild aus Argentinien. Im Text dazu heißt es: “Nur in Argentinien … Racing-Fan Gabriel Aranda bringt den Kopf seines Großvaters mit, damit ‘er auch die Meisterschaft von Racing feiern kann.'”

4 Gedanken zu „Kleine Entscheidungshilfe, um Rot von Unrot zu unterscheiden

  1. „ … und ist nicht mehr von der eigenen Effizienz bei der Verwertung der Möglichkeiten abhängig.“ – Angesichts zuhauf verdaddelter Chancen ist das mit Abstand das Lustigste, was ich seit Langem gelesen habe.
    Auch dürfte es recht schwer fallen, drei Punkte einzufahren, ohne den Gegner im Auge zu behalten.
    Aber klar, es lebt einfach unbeschwerter, wer mit sich selbst im Reinen ist.
    Plüschiges Eisern!

  2. Zum Thema TVTdM läuft bei mir nur Video 1, 9 und 10… So mag ich nicht abstimmen :o/ Konnte zudem dort nicht kommentieren.

  3. @Andy: Ja, das Problem ist, dass bei den Highlights-Videos, die offiziell auf Youtube erscheinen, oft die Einbettung auf anderen Seiten verweigert wird. Deshalb hab ich alle noch einmal mit nach draußen verweisenden Links in der Überschrift der einzelnen Tore bereitgestellt. Die Kommentare sollten aber eigentlich auch dort aktiviert sein, wie äußert sich das dort-nicht-kommentieren-können denn?

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