Einen freien Vorverkauf wird es für die HSV-Tickets wohl nicht geben

Das Benefizspiel beim FC Rot-Weiß Erfurt gewann Union gestern mit 4:1. Im Gedächtnis dürfte davon vor allem Suleiman Abdullahis Hattrick bleiben, den der Angreifer in nur 5 Minuten erzielte. Angesichts der vielen Möglichkeiten für noch mehr Tore sagte Urs Fischer über Abdullahi, der als klassischer Mittelstürmer antrat: “Er hätte aber noch drei, vier Tore mehr erzielen können.” (Zitat via Spielbericht der Bild, nicht online). Ansonsten war die Kulisse mit nur knapp unter 3.000 Zuschauern eher enttäuschend. Union trat allerdings auch nicht mit der kompletten ersten Kapelle an. Gerade die häufig spielenden Profis aus Abwehr und defensivem Mittelfeld erhielten eine Pause.

Christian Arbeit ist gerade in Plauderlaune. Erst war Unions Presse- und Stadionsprecher bei Serdar Somuncu bei Radioeins zu  Gast und nun beim relativ neuen Plattsport-Podcast. Ich bin noch nicht ganz durch, mag aber vor allem die Atmosphäre des Gesprächs. Es ist als ob ich einfach 2 Leuten zuhöre, wie sie sich unterhalten. Nicht unterbrochen durch Musik wie bei Radioeins und aus Unionperspektive wichtig: Die Fragen stellte jemand, der Union-Background hat, was es diesem Gespräch einfacher macht, zum Punkt zu kommen, weil bestimmte Sachen nicht erklärt werden müssen. Das war beim Radioeins-Gespräch schwieriger, das wiederum vielleicht für Nicht-Unioner vielleicht spannender war.

Worauf viele gewartet haben: Union hat bekanntgegeben, wann und wie die Tickets für das Spiel gegen den Hamburger SV in den Verkauf kommen (Mitteilung des Vereins). Am 1. April startet der Verkauf für Mitglieder ohne Dauerkarte, am 4. April der Verkauf auch an Mitglieder mit Dauerkarte. Gestern wurde ich bei der Arbeit gefragt, ob ich ein Ticket besorgen könne. Ich habe wirklich sehr laut gelacht. Union ist in solchen Momenten aber höflicher als ich und schrieb dazu: “Einen freien Verkauf wird es für diese Heimspiele voraussichtlich nicht geben.”

Union erklärt den Modus des Vorverkaufs eigentlich sehr ausführlich, aber ich fand, dass diese kurze Twitter-Unterhaltung wirklich alles relevante dazu zusammenfasste:

Update von Olaf in den Kommentaren (12.05 Uhr): In der 2. Verkaufsphase haben alle Mitglieder (ob mit oder ohne Dauerkarte oder ob sie in der 1. Phase schon Karten gekauft haben) die Möglichkeit, Karten zu kaufen. Allerdings auch dann nur 1 je Mitglied.

Auf den anderen Plätzen

Wer heute Lust auf Union hat, kann sich die U17 im Pokal gegen den Frohnauer SC anschauen. Dachte ich zumindest, weil Union diese Partie heute für 18.30 Uhr führt. Bei fussball.de hingegen steht der 2. April. Tja, da weiß ich jetzt auch nicht weiter.

Auch wichtig heute dürfte die Abstimmung über die Einführung des Videoschiedsrichters in der Zweiten Liga sein. Der Kicker hat eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte. Vor allem infrastrukturelle Themen dürften ausschlaggebend sein. Beispielsweise die Frage, wie viel Lust Vereine im Abstiegskampf haben, jetzt Geld für etwas auszugeben, was sie im Zweifel nicht nutzen und sie vielleicht lieber in die Mannschaft für den Wiederaufstieg stecken würden.

11mm-Fußballfilmfestival

Heute startet das 11mm-Fußballfilmfestival mit der Premiere des Films “Unser Team – Nossa Chape” über den Wiederaufbau des Teams von Chapecoense nach dem Flugzeugabsturz. Steffi hat gestern einen längeren Beitrag mit ihren Film-Empfehlungen zum Festival geschrieben.

Aus Unionsicht interessant ist am Freitag der Abend der Fußball-Kultur-Hauptstadt. Denn dort sind Spielerinnen dabei, die vor gut 50 Jahren die erste Frauen-Mannschaft bei Union gründeten. In einer Zeit, als es eigentlich keinen geregelten Spielbetrieb für Frauen gab und in Westdeutschland der DFB Frauen noch das Fußballspielen verboten hatte. Ich kann zwar leider nicht dabei sein, aber versprechen, dass wir uns bemühen werden, dieser Geschichte in Zukunft noch weiter nachzugehen.

Das erste Frauenteam beim 1.FC Union Berlin, Foto: Sammlung Sabine Landsberger/Archiv des 1. FC Union Berlin

Und sonst so?

Der BVB war Ziel eines ARD-Beitrags über rechtsextreme Fans. Allerdings sei darin wirklich alles in einen Topf geworfen und verrührt worden, kritisiert das Dortmund-Fanzine Schwatzgelb. Und nach dem Lesen des Beitrags bleibt mir schon die Spucke weg. Das Grundproblem scheint mir auch hier zu sein, dass mit einer Grundthese an den Beitrag gegangen wurde und alles dafür passend gemacht wurde. Sehr schade. Denn so groß die Probleme mit Rechtsextremismus in der Stadt Dortmund sind, so wenig kann man behaupten, dass diese Personen beim BVB bereitwillig eine Bühne bekommen. Die Realität ist halt nicht so einfach, wie man das gerne hätte. Ein anderes Beispiel, wie man sich diesem Thema in Dortmund auch nähern kann, zeigt hingegen CNN.

Gestern war Sponsoren-Länderspiel in Wolfsburg. Und wir halten mal fest: Egal, was der DFB gerade anfässt, es geht irgendwie schief.

Wer im Urlaub mal schauen möchte, was für Fußballerstatuen es so gibt, kann auf sich auf dieser Weltkarte informieren und anschauen. Berlin ist mit 4 Statuen vertreten, unter anderem dem 68er-Denkmal vor dem Stadion an der Alten Försterei.

16 Gedanken zu „Einen freien Vorverkauf wird es für die HSV-Tickets wohl nicht geben

  1. Habe das Gespräch Serdar-CA bei radio 1 gehört. Unerträglich die Arroganz und Ahnungslosigkeit bei Serdar. Hat nicht viel gefehlt und er fragt: Seid ihr nicht der ehemalige Stasiverein? “Das Stadion in Köpenick liegt ja wirklich ganz weit draußen ..” – Ich wohne in Köpenick und finde: Das Olympiastadion ist jwd!
    Wohltuend dagegen CA, wie er ruhig unsere Grundsätze darlegt ohne missionieren zu wollen.

  2. Die Union-Frauen-Story klingt sehr spannend. Bitte bleibt da dran und berichtet mehr davon. <3

  3. Leider ist die Karten Info falsch.in der 2.phase bekommen alle Mitglieder eine Karte egal ob Dauerkarte oder in. Der 1.phase gekauft.

  4. Ich fand´ Somunco auch schwierig, weil er so tat, als sei er der totale Fußball-Experte, allerdings häufiger große Ahnungslosigkeit offensichtlich wurde und nicht nur, was unseren 1. FC Union Berlin betraf.

    Grüße…

  5. hallo sebastian, danke für deinen tip erfurt faustfood, leider gab es das spezielle gericht erst ab 17 uhr , aber dein tip war spitze , fand ich zumindestens , war sehr gur dort ….
    eisernen gruß aus füwa mieze

  6. Und sonst so?
    Offenbar hat die 2. Liga für gestimmt, ab nächster Saison den “Videobeweis” einzuführen.
    Schade, das wars dann mit unbeschwertem Stadionerlebnis und spontanem Jubel nach nem Tor ….. so sad ……

  7. Videobeweis:
    lt. DFL: Eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

    Magdeburg hat nach eigenen Angaben dagegen gestimmt.
    Keine Meinung traue ich Union nicht zu, finde aber keine Infos dazu.
    Das zum Thema: Wir machen Fußball für die Leute im Stadion…

  8. @framlin Abseits ist auch Scheiße.
    @pLurchi Die Entscheidung per Videobeweis wird der Stadionbesucher ebenso hinnehmen müssen wie der TV-Konsument.

  9. @Silberhacke Das stimmt. Ich persönlich nehme die Auswirkungen der langen Entscheidungsfindung beim Videobeweis im Stadion aber anders wahr, als vor dem TV. Für mich passt der Videobeweis mit dem von Dirk Zingler / Union oft proklamierten Motto “Fußball für die Fans im Stadion” / “Fußball pur” einfach nicht zusammen.
    Schade bzw. falsch ist zudem, dass die Abstimmungsergebnisse nicht öffentlich zugänglich sind. Beim Thema 50+1 wäre das noch wichtiger.

  10. Das seh ich auch so. Im Wohnzimmer vor dem Fernseher spring ich nicht jubelnd hoch und fall meinen Nachbarn um den Hals, wenn ein Tor für Union fällt, im Stadion mach ich das.
    Und dieser fundamentale Unterschied fällt weg, wenn ich erst mal ein oder zwei Minuten warten muss, bis das Tor bestätigt ist.
    Fehlentscheidungen gehören nun mal dazu. Das ändert sich ja mit dem “Videobeweis” auch nicht grundsätzlich. Aus meiner Sicht schadet er mehr, als dass er nützt und ich fänd es schon ziemlich enttäuschend, wenn sich herausstellen sollte, dass Union für den Videobeweis gestimmt hat.
    Zumindest würde ich mir ein Statement mit ner Begründung wünschen.

  11. Hab das Statement von Dirk Zingler gerade gelesen … überzeugt mich NULL …….

  12. Aus meiner Erfahrung finden die Leute den Videoassistenten immer so lange zum Kotzen, bis eine Fehlentscheidung gegen das eigene Team wieder aufgehoben wird. Bloß weil die Verantwortlichen schlicht unfähig sind, mit der Technik umzugehen, ist das Verfahren nicht per se Kokolores. Ebenso beobachtet man, dass der /die sog. Unparteiische dies leider nicht ist. Und da finde ich es gar nicht so schlecht, dass es noch eine ergänzende Kontrollinstanz gibt. Aber natürlich kann ich auch die andere Sicht vestehen. Es droht wohl die Unmittelbarkeit flöten zu gehen. Auf der anderen Seite kann ich als Stadiongänger auch nicht mehr zählen, wie oft mein Jubel erstickt wurde, weil plötzlich an der Seite eine Fahne weht oder Foul gepfiffen wird oder der Vorteil nicht gegeben wird oder oder oder. Wahrscheinlich wird sich die Diskussion um den VAR noch eine Weile ziehen – wahrscheinlich bis eine Art höherer moralischer Reife einsetzt, und die Spieler ihre begangenen Regelverstöße selbst anzeigen. Der reine Horror.

  13. Ich finde die Entscheidung auch falsch. Ich verstehe auch nicht, wie die Entscheidung mit dem Motto „Fußball für die Fans im Stadion” in Einklang zu bringen ist.
    Fußball lebt von Fehlern und damit auch von (vermeintlichen) Fehlentscheidung von Schiedsrichtern. Es macht den Fußball aus, sich über den Schidsrichter zu ärgern. Fußball muss menschlich bleiben.

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