Frank Schmidt besteht darauf, dass Heidenheim kein Dorf ist

Das Spiel in Heidenheim heute Abend ist eines der Spiele, die eine Mannschaft wie Union in einer Saison wie dieser einfach gewinnen muss, wenn sie ihre Ziele erreichen will. Dabei ist das “einfach” natürlich vollkommen falsch, schon weil es selten bis nie einfach ist, gegen Mannschaften von Frank Schmidt (erfolgreich) zu spielen.

Die Berliner Medien beschäftigen sich vor dem Spiel mit ein paar Personal-Geschichten: Der Tagesspiegel beschäftigt sich mit Micha Parensen, die Morgenpost mit Akaki Gogia, und die Berliner Zeitung mit Carlos Mané.

Vor dem Spiel von Union gegen Heidenheim heute Abend haben die BZ/Bild und der Tagesspiegel mit Frank Schmidt gesprochen, der dort seit 12 Jahren Trainer ist.

Frank Schmidt

Frank Schmidt, Heidenheims langjähriger Trainer, besteht darauf, dass Heidenheim nicht so klein ist, wie es von Berlin aus gesehen wird. Photo: Michael Hundt / Matthias Koch

In beiden Interviews stellt Schmidt, auf Union angesprochen, wenig überraschend die sichere Defensive und funktionierende Viererkette heraus. Union räumt Schmidt alle Chancen ein, aber das kennt man ja von gegnerischen Trainern schon. Und weiß, dass dieses Lob die tatsächlichen Chancen nicht erhöht.

Schmidt verwahrt sich in dem Gespräch mit dem Tagesspiegel dem Vergleich, beziehungsweise die Gleichsetzung, von Heidenheim mit Sandhausen:

Wir sind eine Mittelstadt mit knapp 50.000 Einwohnern und auch dank des schwäbischen Mittelstands eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Europas. Ich werde oft auf das Thema Sandhausen/Heidenheim angesprochen. Aber ich glaube, wir machen etwas komplett anderes, sind breit aufgestellt, haben mehr Zuschauerresonanz – auch auswärts. Deshalb vergleichen wir uns mit Sandhausen überhaupt nicht.

Nun ist es sicher richtig, dass grade aus einer Berliner Sicht eine mittelgroße Stadt wie Heidenheim leicht noch kleiner erscheint. Dass Heidenheim in der Wahrnehmung mit Sandhausen eng geführt wird, liegt aber nicht daran. Sondern eher an der fehlenden (gemeinsamen) Geschichte und emotionalen Bedeutung des Vereins. Schließlich würde (hier) auch niemand Aue in eine Reihe mit den genannten Vereinen stellt. Weil Union eben gegen Aue schon 66 Mal gespielt hat (seit dem vergangenen Jahr übrigens mit 34:32 Partien öfter gegen den FC Erzgebirge als gegen die BSG Wismut).

Christopher Trimmel und Florian Hübner waren in der Youtube-Sendung Sektion Radioverbot zu Gast. Dort reden sie über etliche verschiedene Themen, manche näher an Union, manche weit davon weg. Glauben kann man Christopher Trimmel mindestens, dass er keine Torjubel einstudiert, weil er ja kein Torjäger sei: wir erinnern uns an den Jubel nach seinem Traumtor in Ingolstadt.

Neues aus Chemnitz

Die Freie Presse aus Chemnitz berichtet weiter über den Fall-out des Todes und der Ehrungen eines Neonazis. Auch andere lokale Fußballvereine sich an letzteren beteiligt. Und weitere Sponsoren des Chemnitzer FC prüfen ihr Engagement dort. Wenn die Volksbank Chemnitz aber das Statement abgibt: “Ein Fußballstadion ist keine Plattform für politische Meinungsäußerungen”, setzt sie damit die Reihe inhaltlich fehlgeleiteter Erklärungen und Begründungen in dieser Sache fort.

Und sonst so

Florian Hübner konnte sich gestern mit seinem Vater Bruno, der Sportdirektor bei der Eintracht ist, über Frankfurts Viertelfinal-Einzug in der Europa League freuen:

Noch ist die SGE nicht in der Riege ‘europäischen Top-Klubs’ angekommen, die sich in der ECA organisieren. Die hat sich jetzt einem Bericht von Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung nach gegen den Vorschlag einer groß angelegten Klub-WM positioniert.

5 thoughts on “Frank Schmidt besteht darauf, dass Heidenheim kein Dorf ist

  1. Danke für den Sektion-Radioverbot-Link, sehr schönes Gespräch!👍

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