Carlos Mané trainiert wieder. Aber bisher nur individuell.

Union veröffentlichte gestern ein Video, das Carlos Mané beim Training zeigt und titelte dazu bei Twitter: “Zurück im Training @CMane36 👊!” Doch ganz so einfach ist es nicht. Natürlich ist es eine gute Nachricht, dass der Leihspieler aus Lissabon zurück ist und sich die Schulterverletzung als nicht so gravierend herausgestellt hat (auch wenn wir nicht erfahren, was er nun hat oder hatte). Aber dazu gehört auch, dass er gestern nur, wie auf dem Video auch zu sehen ist, individuell mit Reha-Trainer Christopher Busse trainierte. Für die Partie am Freitag stünde aber schon wie beim Spiel gegen Ingolstadt auch Suleiman Abdullahi zur Verfügung, schreibt der Kurier, der heute einmal ganz grundsätzlich wird und sich fragt, welcher der beiden Leihspieler wohl am Ende der Saison bleibt. Bei Abdullahi stünden die Zeichen dafür wohl auf Grün.

Bei Mané bin ich wahrscheinlich nicht alleine damit, wenn ich sage, dass das schlicht davon abhängt, ob Union aufsteigt. Der Portugiese bedankte sich auf jeden Fall für die zahlreichen Geburtstagsglückwünsche.

Die Bild beschäftigt sich vor der Pressekonferenz heute um 12.30 Uhr noch einmal mit Alternativen für die gelbgesperrten Grischa Prömel und Nicolai Rapp. Das ist ja nicht nur für die Startelf, sondern auch für die Bankbesetzung interessant. Sehr wahrscheinlich dürfte eine Lösung sein, in der Felix Kroos eine Position nach hinten rückt und Robert Zulj dafür vor ihm spielt. Aber auch Julian Ryerson und Michael Parensen stehen bereit. Wobei letzterer wohl nach seiner Erkrankung noch nicht ganz fit ist. Vielleicht erfahren wir heute in der Pressekonferenz von Trainer Urs Fischer mehr.

Und schon einmal eine Prognose für die Länderspielpause: Da reden wir sicher über die Alternativen für Manuel Schmiedebach, der aktuell bei 9 Gelben Karten steht.

Auf den anderen Plätzen

Herthas U19 ist in der Youth League gegen den FC Barcelona ausgeschieden (RBB). Das wäre mir jetzt sicherlich keine Meldung Wert, wenn nicht der Tagesspiegel ein interessantes Interview mit Frank Kramer (U19-Nationalmannschafts-Trainer beim DFB) geführt hätte. Darin sind aus meiner Sicht zwei Punkte bemerkenswert. Er benennt in der Ausbildung ganz klar die Mängel, die es in Deutschland gibt:

Der deutsche Fußball muss, gerade für den Jugendbereich, herausziehen, dass wir einigen Nationen unterlegen sind, was die individuelle Klasse der Spieler betrifft. Engländer, Franzosen, Spanier, Portugiesen, Holländer sind im Moment offensichtlich in einigen Bereichen weiter als wir.

Das ist ein Thema, seitdem Mehmet Scholl in weniger gewollten Worten mal sagte: “Die können 18 Systeme rückwärts laufen und furzen. Aber die Unbequemen, Machtmenschen wie Stefan Effenberg zum Beispiel, die werden aussortiert.” Den Wert von Spielern wie Marcel Hartel, Suleiman Abdullahi oder Akaki Gogia, die  auch gegen drei Spieler in ein Dribbling gehen, um Räume aufzureißen, sehen wir durchaus in dieser Saison. Das sind immer Situationen, die zu Ballverlusten und damit Kontersituationen führen können. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie sehr Spielern das ausgetrieben wird und halte manche Diskussion, wie sie beispielsweise Mehmet Scholl führt, für wenig zielführend. Denn das eine zu machen, heißt ja nicht zwangsläufig, das andere sein zu lassen. Klar scheint aber tatsächlich zu sein, dass in der Ausbildung etwas fehlt, wenn Frank Kramer sagt: “Zudem müssen wir uns wieder in den fußballerischen Basics verbessern.”

Über die Youth League (quasi die Champions League für U19-Teams) sagte der Trainer ganz klar, dass sie neben dem sportlichen Highlight ein Raubbau an der Zeit der Spieler ist, die sich zu dem Zeitpunkt meist im Jahr der Abiprüfungen befinden (wie beispielsweise Lennard Maloney dieses Jahr, der “nebenbei” bei Unions Profis mittrainiert):

Was da organisatorisch abgeht, ist höchst bedenklich. In der Gruppenphase sind die Jungs durch die Auswärtsspiele dreimal zwei Tage, manchmal sogar drei Tage raus aus der Schule. Da sind die Heimspiele und die weiteren Runden noch gar nicht eingerechnet. Und wir reden hier bei vielen Spielern vom Abiturjahrgang. Allein durch die Youth League entstehen unglaubliche Fehlzeiten. In England, Spanien oder Portugal mag das niemanden interessieren, aber in Deutschland ist das ein echtes Problem.

Wie gesagt, das gesamte Interview im Tagesspiegel ist lesenswert.

Und sonst so?

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat per einstweiliger Verfügung seines Sportgerichts Chemnitzs Stürmer Daniel Frahn bis auf weiteres gesperrt (Freie Presse Chemnitz). Das soll Bestand haben, bis ein ordentliches Sportgerichtsverfahren sich der Sache annimmt. Für den NOFV ist dieser Vorfall in Chemnitz sicher der schlimmste anzunehmende Start in die Wochen gegen Rassismus, an den der Verband sich beteiligt (wenn auch größtenteils einfach nur durch Stadiondurchsagen und vorgefertigte Texte für Stadionhefte und Vereinswebseiten wie diese Mitteilung zeigt).

Das vergangene Wochenende war sowieso ein schwarzes für den Verband. Denn neben den bereits zur Anzeige gebrachten Verdachtsfällen von Sportbetrug in Chemnitz und Halberstadt kam nun ein weiterer in Malchow hinzu, bei dem einem Spieler per Whatsapp 1000 Euro angeboten wurden, sollte Malchow in der ersten Hälfte zwei Tore kassieren. Malchow kassierte übrigens tatsächlich die geforderten zwei Tore, auch wenn der Bestechungsversuch schon vor dem Spiel angezeigt wurde (mehr zu dem Fall hier beim NDR).

Eine Zusammenfassung der Veranstaltung der Fan- und Mitgliederabteilung (Fuma) zum neuen Polizeigesetz hat @tree_pit auf Twitter geschrieben. Ich war selbst nicht vor Ort, kann also diese Einschätzung weder bestätigen noch dementieren:

In Argentinien scheint die Liebe für aufblasbare Spielertunnel einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Falls ihr euch daran erfreuen könnt (und sei es nur, weil es so etwas im Stadion an der Alten Försterei nicht gibt), dann findet ihr hier noch viel mehr der aufblasbaren Spielertunnel, die mich irgendwie nur an Indoor-Spielplätze für Kinder erinnern. Wer einmal in Tommys turbulenter Tobewelt in Weißensee war, weiß wovon ich spreche.

3 thoughts on “Carlos Mané trainiert wieder. Aber bisher nur individuell.

  1. Die Frage ist doch auch, ob Mané in den Spielen, in denen er noch zum Einsatz kommen wird, überhaupt überzeugen wird…

  2. Nein, Silberhacke, die Frage in diesem Fall zu entscheiden hat ganz allein Union durch die KaufOPTION, und zwar sehr bald.

    Die Frage stellt sich dagegen insbesondere nicht bei Spielern, die Verträge über mehrere Spielzeiten haben.

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