Die schärfste Kritik an Union in dieser Saison

Nach dem 1-1 von Union gegen Bielefeld steht die Mannschaft heute medial stärker in der Kritik als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in dieser Saison.

trimmel

Unter anderem an Christopher Trimmel richtet sich nach dem Bielefeld-Spiel Kritik, Photo: Stefanie Fiebrig


So schreibt etwa Julian Graeber im Tagesspiegel, dass Bielefeld Union “in der zweiten Hälfte in allen Belangen überlegen” gewesen sei und sich die Mannschaft (konkret Christopher Trimmel nach dem Spiel gegen Sandhausen) Leistungen schön geredet habe.

Das ist mir etwas zu undifferenziert. Zum einen, weil es außer Acht lässt, was Uwe Neuhaus Mannschaft gut gemacht hat: In der Aufbauraute von Torhüter, Innenverteidigern und dem zurückfallenden Sechser Prietl den Ball ruhig laufen zu lassen; dann gut vorbereitete lange Bälle zu spielen; und nach deren Verarbeitung in der Offensive Angriffe wieder mit spielerischen Mitteln zu entwickeln. Dabei waren vor allem kreuzende Laufwege und diagonale Schnittstellenpässe, die sie nutzten, bemerkenswert.

Klar hätte Union dagegen effektivere Mittel finden können, etwa mit aggressiverem Pressing, wie es Christopher Trimmel nach dem Spiel einforderte (zu lesen im Kurier). Aber Union hatte in der Phase der zweiten Halbzeit vor Bielefelds Ausgleichstreffer auch passable Ansätze zu Kontern.

Gute Ansätze gab es auch noch unmittelbar nach dem 1-1. Allerdings stimmt es, dass Union in den letzten 20 Minuten kein Mittel mehr fand, wirklichen Druck auf Bielefeld auszuüben um den offensichtlichen Anspruch, das Spiel mehr gewinnen zu müssen als Arminia, umzusetzen. Und auch hier gilt es noch einmal, Bielefeld für ihre Konter zu loben.

Wir nehmen heute Abend um 20 Uhr den Podcast zum Spiel auf (gibt es dann auch live zu hören). Wenn ihr dazu Fragen habt, schreibt sie doch gerne in die Kommentare.

Die Nach-Berichte der Berliner Medien im Überblick:

Einmal Unioner

Im Münchner Merkur gibt es ein Gespräch des hervorragenden Günter Klein mit Robert Huth. Darin kommt Union zwar nicht vor, spricht Huth aber über seinen Blick auf seine Karriere und den Fußball. Das ist lesenswert. Aber ich kann wenig damit anfangen, wenn Huth sagt, dass „vor Jahren die Stimmung besser war” und dass damit in Verbindung bringt, dass “es auch Fan-Sprüche gab, die heute nicht mehr gehen, weil sie als politisch inkorrekt gelten.“

Auf den anderen Plätzen

Für den Union Nachwuchs von heute lief es an diesem Wochenende weniger gut – die beiden Spree-Derbys der U17 und U19 gingen 2-1 verloren. Die B-Jugend führte gegen Cottbus zunächst, verlor dann aber noch.

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Mehr Bilder vom Spiel gibt es beim V.I.R.U.S. auf Facebook.

Die A-Jugend konnte gegen Hertha in der zweiten Halbzeit den Rückstand verkürzen, aber nicht mehr aufholen.

Unions Frauen bestritten ein Testspiel gegen die Frauen des 1. FC Nürnberg. Gegen die Franken, die wie Union in der Regionalliga spielen, gab es eine 0-1 Niederlage.

Und niemals vergessen

In der neuen Folge unseres Union-Geschichtspodcast Und Niemals Vergessen geht es darum, “Wie Union einmal von Hertha das Tor des Monats geklaut wurde.” Einige von euch werden jetzt, wie ich vor der Aufnahme, noch nicht wissen, worum es geht, während andere vielleicht “Hartmut!” rufen.

Die Folge findet ihr wie an jedem zweiten Sonntag-Morgen in euren Podcast-Clients.

Und sonst so

Fabian Schönheim zeigt uns bei Instagram, dass er in den Genuss gekommen ist, von Christopher Trimmel tätowiert zu werden. Das ist Glück für Schönheim, denn Trimmel muss ja nebenbei noch Fußball spielen und hat so nur begrenzt Zeit fürs Tätowieren.

Trimmel selbst hat übrigens heute Geburtstag – alles Gute!

11 Gedanken zu „Die schärfste Kritik an Union in dieser Saison

  1. Hoffnung sollte doch tatsächlich machen, dass man in dieser Saison, anders als noch vor 2 Jahren, gegen die Mannschaften der oberen Hälfte gut spielt und mehr als nur mithalten kann. Zudem werden eben Spiele wie gegen Bielefeld nicht verloren oder wie zuletzt in Duisburg glücklich gewonnen.

    Fragen an die Podcastrunde:
    – Welche 2.-Liga-Mannschaft hat euch in dieser Saison vom spielerisch-taktischen Ansatz her richtig überzeugt?
    – Was davon würdet ihr gerne bei Union sehen?
    -Welche Ansätze für spielerische Verbesserungen würdet ihr als Trainer verfolgen?

  2. Mir wird in den Medien die Hinrunde zu sehr hochgejubelt. Von den Punkten her war das sehr gut, aber wie die Resultate zustande gekommen sind, das steht auf einem anderen Blatt. Ich weiß noch wie wir Statistiken anführten wieviele Tore Union schon in der Hinrunde in den letzten Minuten der Halbzeiten gemacht hat und wieviel Punkte uns das rettete. Und jetzt mit dem Duisburgspiel, den Sandhausen spiel wird so getan als wenn das in der Hinrunde alles locker flockig ging und wir nun die Dinger nur mit Glück hintenraus gewinnen. Das ist für mich allenfalls stagnation im vergleich zur Hinrunde, aber kein Rückschritt. Das allerdings kann man durchaus kritisch anmerken. Denn in der Hinrunde hat man eine komplett neue elf gehabt, mit neuem Trainer und alle waren froh über die Resultate, das wir war noch zweitrangig, wird schon… nach einem halben Jahr sieht zwar durchaus Fortschritte, aber so richtig auszahlen tut sich das noch nicht. Wird schon werden!! Weiter immer weiter!

  3. Mir geht die Kritik eindeutig zu weit und zeigt, das die Ansprüche gestiegen sind.

    Jeder hat mal Spiele in der Saison die schlecht sind, aber viele sollten sich vor Augeb führen das wir Vierter sind und nicht Fünfzehnter. Einige denken wohl schon wir hätten was zu verlieren weil wir eine Woche Zweiter waren.

  4. Aufsteigen hin oder her, mehr TV-Gelder, dafür das Kanonenfutter für Eurocupteams zu sein, naja ich fühle mich als Fan in dieser besten und ausgeglichensten 2.Liga mit Union sauwohl. Laßt das Stadion aufgebaut sein und das Ziel nächste Saison anvisieren. EISERN UNION U.n.v.E.U. 🏐

  5. Als Verein, der nun aktuell am längsten in Folge in Liga 2 verweilt, kann man schon höhere Ansprüche stellen, vor allem in Richtung Entwicklung nach oben. Dazu kommt der teure und qualitativ 3. beste Kader der Liga. Rechnen wir die eigentlichen Erstligisten HSV und Köln raus, hat Union den stärksten Kader der zweiten Bundesliga. Die Qualität muss nur noch durch Kampf und spielerische Mittel, wie es auch Schmiedebach meinte, auf den Platz gebracht werden. Der Trainer scheint ja seine Sache gut zu machen, manchmal meine ich aber zu sehen, dass einige Anweisungen, die er im Spiel gibt, entweder überhört – da sind wir schuld mit der Lautstärke – oder einfach missachtet werden. Vielleicht fehlt auch manchmal ein Coaching für eine gemeinsame Linie. Leider weiß ich nicht, wie es da am Millerntor war, weil die Mannschaft schon zerrissen zwischen 2:3 und 2:2 halten wirkte.
    Ansonsten hatten wir die Saison auch viel Glück, haben aber nun nach vorn auch mehr Potential dank Mané.
    In der nächsten Saison muss die Mannschaft aber noch weiter umgebaut werden, wobei viele der neuen Spieler ja mittlerweile in der Stammelf stehen. Nur glaube ich nicht, dass der aktuelle Kader so bestehen bleibt und nicht alle neuen Spieler zu Einsatzzeiten kommen.
    Davon ab bin ich einer, der mit dem Klassenerhalt zufrieden ist, was aber nicht heißt, dass ich mich nicht zur Entwicklung äußere.

  6. Ich würde gern wissen, was Ihr von Zulj Art haltet, insbesondere bezogen auf seine Kritik nach dem letzten Spiel gegen Duisburg insgesamt und im Hinblick auf seine Beschwerden, die er lautstark an seine Mitspieler richtet. Macht er es auf dem Platz so viel besser? Ist er ein Erstliga-Spieler?

    Mich persönlich stört es jedes Mal, wenn die Spieler nach einer Niederlage oder einer nicht so gelungenen Vorstellung wie am Freitag immer noch irgendwie gut gelaunt wirken (im konkreten Fall z.B. Gogia, aber es ging mir schon ganz oft so). Wie seht Ihr das? Ich komme aus dem Tennis und nach einer Niederlage, war mir nie zum Lachen zumute. Meint Ihr, das ist auch eine Generationsfrage?

    Wie kann ich den podcast live verfolgen?

    Viele Grüße. Eisern! #TeamPfanneheiß

  7. Eine zentrale Frage habe ich doch noch:

    Was denkt ihr, wie sich die Stimmung im ausgebauten Stadion verändern wird?

    Hintergrund: In der Saison war die Stimmung zumeist durchschnittlich, nicht vergleichbar mit der letzten. Gegen Bielefeld, mein Eindruck, als es schlecht lief und die Jungs hilflos wirkten, war sie wieder deutlich besser. Wenn aber mit der Vergrößerung auch mehr Touris kommen, könnte das bei Erfolg zu weniger Stimmung und bei Misserfolg zu leereren Rängen führen?

  8. @Uwe Kracht, deshalb muß man aber nicht Spiele aus der Hand geben ;-)

    @Eiserner, höhere Ansprüche heißt also, jeden Gegner der unter uns steht 3:0 wegzuhauen?

    Wir sollten es positiv sehen: letzte Saison hätten wir solche Spiele sogar noch verloren.

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