Niemand kann Manuel Schmiedebach ersetzen

Die zentrale Frage für Unions Aufstellung gegen Sandhausen ist natürlich, wer Manuel Schmiedebach ersetzen wird, der zum ersten Mal in dieser Saison ausfällt (Morgenpost, Kurier) Damit verbleiben übrigens nur noch Marvin Friedrich und Rafal Gikiewicz als Spieler, die in allen Partien in der Saison auf dem Platz standen (und das auch jeweils vom Anstoß bis zum Schlusspfiff).

schmiedebach

Felix Kroos könnte Teil der Lösung für das Fehlen von Manuel Schmiedebach sein, Foto: Michael Hundt/Matze Koch

Spiel-Plan

Schmiedebach zu ersetzen ist dabei eigentlich unmöglich, denn Union hat keinen weiteren Spielertyp wie ihn: niemanden mit seiner Übersicht, Handlungsschnelligkeit und Kompromisslosigkeit. Um Unions Mittelfeld ohne Schmiedebach zu konstruieren, gibt es aber grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Eine, in der jemand direkt Schmiedebachs Position übernimmt, und der Rest bleibt wie gehabt. Und eine, in der Grischa Prömel die noch etwas defensivere Rolle einnimmt und zum Beispiel Felix Kroos auf Prömels Position nachrückt und seinerseits etwa wieder Robert Žulj (der wohl wieder fit ist) Platz macht.

Darauf, wer für die erste Option in Frage kommt, geben die bisherigen Spiele, in denen Schmiedebach ausgewechselt wurde, keinen Aufschluss. Denn in den fünf Spielen, in denen das passiert ist, ging es jeweils darum, einen Rückstand aufzuholen und dazu für Schmiedebach einen offensiveren Spieler (oft einen Außenstürmer) einzuwechseln. Wir wissen deshalb nicht, ob Urs Fischer zum Beispiel Micha Parensen als geeigneten Kandidaten dafür sieht, statt Schmiedebach neben Prömel zu spielen. Der Trainer selbst warf jedenfalls auf der Pressekonferenz noch den Namen von Nicolai Rapp in den Ring, der nach seinem Wechsel im Winter und einer Verletzung in der Vorbereitung zu seinem Debüt kommen könnte.

Entschieden wird das Spiel aber wahrscheinlich woanders: Sandhausen ist momentan eine Mannschaft, die ziemlich tief, aber nicht besonders gut verteidigt und eher wenig ins eigene Offensivspiel investiert. Dabei kann natürlich trotzdem auch mal ein Tor fallen (oder auch drei), aber entscheidend wird sein, ob und wie oft Union aus dem eigenen Ballbesitzspiel zu Chancen kommt und wie gut die Offensive um Sebastian Andersson diese nutzen kann.

Auf der Pressekonferenz hat Urs Fischer übrigens Marc Torrejón und Fabian Schönheim nicht explizit vom Kreis der zur Verfügung stehenden Spieler ausgenommen. Eine Rolle werden beide trotzdem wohl kaum spielen.

Das schreiben die Berliner Medien nach der Pressekonferenz

Außerdem schreibt Uwe Bremer in der Morgenpost mit Blick auf Hertha und Union über die Entwicklung des Fußballstandorts Berlin.

Viel Platz auf der Tribüne

Kollege Matze Koch fragte auf der Pressekonferenz gestern, ob denn nach Sandhausens 3:0-Sieg gegen Bochum die Euphorie so groß sei, dass mit einem dreistelligen Kontingent an Auswärtsfahrern aus dem Südwesten zu rechnen sei. Unions Pressesprecher Christian Arbeit wollte das nicht ausschließen, aber noch fehlten 40 Sandhäuser zu diesem Meilenstein.

Das eigentlich interessante daran ist, dass es trotz der geringen Zahl der Fans im Gästeblock keine Teilung desselben geben wird, um mehr Platz für Unioner zu schaffen. Vielleicht eine Reaktion auf die Probleme, die es mit diesem Konzept beim Spiel gegen Fürth gab.

Wochenendtermine

Außer dem Spiel gegen Sandhausen stehen am Wochenende noch andere Termine im Union Universum an. Die Frauen treten am Sonntag zum Höhepunkt ihrer Hallen-Saison beim 22. Berliner Hallen-Masters an. Die Vorrunde beginnt in der Sporthalle Schöneberg am Südkreuz für Union um 11:30 Uhr, die K.o.-Spiele werden ab 14:40 Uhr ausgetragen.

Und die U19 spielt ebenfalls am Sonntag um 11 Uhr in der A-Jugend Bundesliga am Bruno-Bürgel-Weg gegen den Vorletzten TSV Havelse.

Tippspiel

Natürlich läuft das Tippspiel weiter, und die Erinnerung daran ist diesmal besonders hübsch gelungen:

Podcast-Empfehlungen

Ein Rasenfunk ‘Tribünengespräch’ ist immer sehr hörenswert und diese Einschätzung braucht eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Trotzdem müssen wir hier noch einmal besonders auf die neueste Folge der Reihe ausführlicher Gespräche zu einem Thema hinweisen, in der Thomas Broich bei Max zu Gast war, um über seine Karriere zu sprechen (zu der auch ein paar Spiele gegen Union gehörten).

Broich sagt da sehr interessante, kluge und reflektierte Dinge über Fußball an und für sich, Trainer, Australien, Eskapaden in seiner Karriere und vor allem seine Einstellung zu sich und seinem Spiel.

Und da bereits heute Abend die Mini-Liga aus Union, St. Pauli und Köln mit dem Aufeinandertreffen der beiden letztgenannten weitergeht, ist auch das Vor-dem-Spiel-Gespräch des Millernton mit Axel Goldmann (Der vierte Offizielle, Bockcast, Drei90) interessant, in dem die (aufgewühlte) Gefühlslage in Köln und der aktuelle Stand der Personalie Anthony Modeste besprochen wird.

Und zum Schluss noch herzlichen Glückwunsch an Matze Koch zum ersten Kicker-Titelseiten-Foto:

5 Gedanken zu „Niemand kann Manuel Schmiedebach ersetzen

  1. Es gibt für alle Sektoren noch Karten, deshalb wird der GB denke nicht verkleinert.

    Es wäre cool, wenn Eroll mal wieder eine Chance kriegt.

  2. @majus stimmt, das ist auch eine valide Erklärung für die Tribünen-Entscheidung. Und über Chancen für Eroll freuen sich hier sowieso alle, nur gibt es kein wirkliches Zeichen, dass Urs Fischer ihn auf der 6 sieht. Aber vielleicht rückt er im offensiven Mittelfeld nach – wo er sich dann aber gegen Zulj und Hartel durchsetzen muss…

  3. Eroll wurde gestern auf der PK beim Thema Ersatz für Schmiedebach nicht erwähnt. Mein Gefühl sagt mir, dass wir da eher Kroos oder Parensen sehen. Ich kann den Hype um Eroll sowieso nicht verstehen. Sorry.

  4. Naja was heißt Hype. Es wäre halt schön, wenn es Leute mit stallgeruch auch mal wieder auf den Platz schaffen. Auch wenn mir da auch langsam der Glaube verloren geht. Aber Berkan hat es vorgemacht. ;)

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