Micha Parensen hätte Union fast verlassen

Urs Fischer hat gestern über Carlos Mané die üblichen Dinge gesagt: Dass er sich gut präsentiert habe. Dass es helfe, dass er die Liga schon kennt. Aber auch, dass er noch Zeit braucht, die Automatismen zu lernen. Etwas aufhorchen ließ aber, dass der Trainer auch sagte, dass Mané “doch schon recht gut Hochdeutsch spricht.” Der Schweizer Fischer meint damit wahrscheinlich nur deutsches Deutsch im Unterschied um Schweizer Dialekt. Aber vielleicht wollte er auch betonen, dass sich Mané in Stuttgart keine württembergische Mundart zugelegt hat. Wir werden versuchen, das am Donnerstag zu beobachten.

Eine andere Stelle, an der Fischers Dialekt durchschlug, war gestern, als er offen ließ, ob sein Geschenk an Micha Parensen zum 10-jährigen Union-Jubiläum “eine Nomination fürs Kader ist.” Man kann in jedem Fall sagen, dass Micha eine solche Nomination immer verdient hat, und dass sein Wert für Union nicht davon abhängt, ob er am Donnerstag Abend spielt. Eine Reminiszenz an gemeinsamen Autofahrten von Parensen und Terodde gibt es bei der Morgenpost. Auch dort wird natürlich hervorgehoben, wie lange Parensen nun schon Unioner ist.

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Michael Parensen sagte Matze Koch, dass er ein Angebot von Darmstadt abgelehnt hat. So kam seine beträchtliche Fangemeinde bei Union mit einem blauen Auge davon; Foto: Matze Koch

Allerdings schreibt Matze Koch in der Bild davon, dass es beinahe doch nicht zu diesem Jubiläum gekommen wäre. Demnach hat Darmstadt versucht, Parensen zu verpflichten, der sich dann aber entschied, bei Union zu bleiben. Zumindest bis zum Ende seines Vertrags im Sommer. Darüber, diesen zu verlängern, habe es noch keine Gespräche gegeben, wird Parensen zitiert.

Spiel-Plan

Auch wenn seitdem ein knappes halbes Jahr vergangen ist, und obwohl Köln sein System seitdem öfter vom 4141 auf ein 3142 umgestellt hat, spricht einiges dafür, dass die Abläufe im Spiel morgen Abend denen aus dem Hinspiel im August ähneln werden. Damals gelang es Union recht gut, das Aufbauspiel von Köln einzuschränken und gelegentlich mit Kontern selbst zu gefährlich zu werden.

Köln wird wohl auch in Köpenick versuchen, mit seinem Aufbauspiel dominant zu sein. Insofern bleibt abzuwarten, wie viel von der Verbesserung “im Spiel mit dem Ball, wo wir in manchen Situationen ruhiger werden müssen,” die sich Urs Fischer verspricht, am Donnerstag zu sehen geben wird. Aber Urs Fischer hat uns in dieser Saison ja schon mit Auftritten überrascht, bei denen Union mehr vom Spiel hatte, als zu erwarten war.

Es haben sich aber auch Dinge verändert seit dem Saisonbeginn. So hat Köln noch einen prominenten Zugang zu seinem ohnehin guten Kader. Nein, Anthony Modeste wird nicht spielen dürfen. Aber Johannes Geis ist von Sevilla nach Köln gewechselt. Die entscheidende Verbesserung für Köln durch diesen Zugang könnte darin bestehen, Jonas Hector noch öfter und mit weniger Qualitätsverlust als Linksverteidiger oder Flügelverteidiger einsetzen zu können. Und die Außenverteidiger sind bei Markus Anfang ja besonders wichtig.

Zu sehen war Geis etwa bei einem Testspiel von Köln gegen Bochum, das sich – glaubt man dem Kommentator von Kölns Vereinskanal – auch Urs Fischer angesehen hat (allerdings soll es sich dabei um eine Verwechslung gehandelt haben, wie Geissblog schreibt, danke El Fuego für den Hinweis). Dabei ging Köln schnell 2:0 in Führung, überzeugte aber vor allem mit hoher Pressingresistenz in der Dreierkette.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte Fischer außerdem, dass “es für Rapp und Mees eng wird,” für das Spiel fit zu werden. Und auch nachdem sie gegen Basel einige Minuten Einsatzzeit bekommen haben, werden Fabian Schönheim und Marc Torrejón obligatorisch als auf-dem-Weg-zurück aufgeführt.

Außerdem kommt Sebastian Polter ebenfalls in der Bild/BZ und im Kurier damit zu Wort zu sagen, wie er seine Torquote noch steigern will und was ihm an Simon Terodde imponiert.

Schließlich widmet der Tagesspiegel heute eine ganze Seite 3 dem Phänomen britischer Fußballfans, die aus den bekannten Gründen zu Union kommen.

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