Union ist so konstant, dass alle sich wiederholen

So stabil Union in dieser Saison ist, so wenig neue Themen kommen von Woche zu Woche auf (von verrückten Momenten wie dem Tor von Rafal Gikiewicz mal abgesehen). Aber das haben sich viele Unioner nach der letzten Saison ja gewünscht.

Die Berliner Medien schreiben vor dem Spiel weiter vor allem über Unions starke Defensive und die Anforderung, offensiv noch etwas mehr zu liefern, und lassen Rafal Gikiewicz zu Wort kommen:

Spiel-Plan

Eine schöne Illustration von Unions Defensivstärke ist, dass die Mannschaft von Urs Fischer nicht nur die einzige in der Liga ist, die noch eine einstellige Anzahl von Gegentoren in dieser Saison hat. Sondern dass Union auch als einzige Defensive im Schnitt eine einstellige Zahl Schüsse auf das eigene Tor zulässt. Dresden ist da übrigens mit 14,4 gegnerischen Schüssen auf Platz 12.

Dafür hat Union aber selbst eben die zweitwenigsten Schüsse aus dem Strafraum (nur vor Magdeburg). Dresden liegt hier statt im hinterem im vorderen Mittelfeld.

Vor ein paar Tagen habe ich hier schonmal über Unions Aufstellungen mit Felix Kroos (die zuletzt oft auswärts gewählt wurde), und mit Robert Žulj geschrieben. Der These, dass die Kroos Variante nicht unbedingt defensiv stärker ist als die Žulj hat Urs Fischer zugestimmt, als er vom Kollegen Mathias Bunkus gefragt wurde, ob man das Muster für den “Personalentscheid Žulj oder Kroos” weiter so anwenden wird. Entscheidend dafür, wie defensiv oder offensiv die Mannschaft spiele sei vielmehr die gesamte Ausrichtung. Das ist übrigens eine der typischen Aussagen von Urs Fischer, die so wahr wie allgemein und damit auch ein bisschen nichtssagend sind. Vielleicht war die Pressekonferenz auch deshalb diesmal sehr kurz.

In diesen nur fünf Minuten kam Urs Fischer allerdings noch auf Florian Hübner zu sprechen, als er von Matze Koch nach dessen Fitnesszustand nach einem verpassten Training gefragt wurde. Hübner habe seit Donnerstag wieder normal trainieren können und wird spielen können. Das gilt vielleicht auch schon wieder für Micha Parensen, aber immer noch nicht für Marc Torrejón.

Florian Hübner

Etwas besser kennen lernen kann man Florian Hübner in einem Gespräch mit Christian Arbeit auf AFTV. Dort erfährt man, wie er in einer Fußballer-Familie in Wiesbaden aufwuchs, wo sein Vater die Position als Manager innehatte, auf der inzwischen Nico Schäfer bekleidet.

Ganz gut passt auch, dass Hübner einmal in Dortmund gespielt hat, wo er aber keine Pflichtspiele für die erste Mannschaft machen durfte.

Ein interessanter Informationshappen aus diesem Gespräch ist, dass Union schon in der letzten Winterpause an Hübner interessiert war, ein Wechsel aber an der Ablöse scheiterte. Außerdem passt Hübner offenbar gut in Unions Mannschaft: nach Interessen außerhalb des Fußballs gefragt, fallen ihm als erstes sein Hund und Sport-Videospiele ein.

Und sonst so

Zum Schluss gibt es noch zwei längere Texte zu empfehlen:

Zum einen ist da eine Recherche von Alexander Ludwig im Neuen Deutschland, in der es um die Hintergründe der Polizeistatistiken zu Gewalt im Fußball geht. Neben Weisen, in denen die Polizei diese Statistiken dramatisiert, lernen wir dort ein Gremium kennen, dass jährlich einmal im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen der Polizei-Daten-Sammelstelle ZIS tagt: der Nationale Ausschuss Sport und Sicherheit (NASS). Vor allem argumentiert der Text, dass diese Polizeimaßnahmen, die Fußballfans betreffen, insgesamt politisch relevant sind.

Und in der Jungen Welt gibt es ein Gespräch mit Manni Breuckmann, in dem der Radioreporter launig und interessant über die Entwicklung des Fußballs und des Medienbetriebs um ihn herum erzählt. Bemerkenswert fand ich darin vor allem zwei Stellen: erstens wie Breuckmann sehr treffend über die absurde Bayern Pressekonferenz spricht, bevor diese überhaupt passiert war. Und zweitens wie das, was er über Werbung im Radio, die sich nicht zu sehr von der Moderation abheben dürfe – und umgekehrt – auch für Podcasts gilt. (Danke an uliamman für den Hinweis in den Kommentaren gestern).

Und die Wahl zum Fußballspruch des Jahres fiel nicht auf Felix Kroos:

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