Ken Reichel findet, dass sich Berlin seit 2004 wahnsinnig verändert hat. Das gleiche können wir von Union sagen

Unions U21 (so eine Mannschaft gibt es offiziell nicht, aber der Name passt am besten) verlor gestern 2:3 gegen Aalborg BK. Mal wieder mit einem schönen Freistoß zeigte sich dabei Beko Taz. Von den Profis spielten sonst noch Jakob Busk, Eroll Zejnullahu und Lennard Maloney mit. Den ganzen Spielbericht gibt es auf der Union-Website und Highlights vom Spiel auf AFTV.

In den Berliner Medien geht es heute um Ken Reichel, der im Kurier davon erzählt, wie sehr sich Berlin verändert hat in den vergangenen 14 Jahren, die er nicht mehr hier gelebt hat. Wenn wir genauer drüber nachdenken, müssen wir ihm recht geben. Viele Beispiele aus Berlin muss ich gar nicht dafür aufzählen, um das plastisch darzustellen. Ich muss nur erzählen, dass Union nach einem mehr als unnötigen Zweitligaabstieg gerade dabei war, sich im Tabellenkeller Regionalliga Nord festzusetzen. Am 18. September 2004 (gestern vor 14 Jahren verlor die Mannschaft von Trainer Frank Wormuth vor 4.300 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei mit 0:2 gegen den SC Paderborn und stand danach auf dem drittletzten Rang. Frank Wormuth war schon wenige Tage später seinen Job los und die Saison endete auf dem letzten Platz und es ging danach noch tiefer in die Oberliga.

Fanproteste auf Transparenten am 2.10. 2004, Foto: Matze Koch

Die Geschäftsstelle von Union befand sich noch im Plattenbau an der Hämmerlingsstraße. Das Forsthaus wurde erst ab 2007 zur Geschäftsstelle von Union. Und spätestens mit dem Abstieg aus der Zweiten Liga und den finanziellen Problemen waren auch die hochtrabenden Stadionbaupläne ad acta gelegt, die sowieso immer wieder daran scheiterten, dass der damalige Stadion-Eigentümer, das Land Berlin, keine Ahnung hatte, was es mit dieser Sportstätte anfangen soll und auf der Gegenseite, also im Verein, auch nicht immer ein einheitlicher verfolgt wurde. Ich erinnere nur an die Arena, die der damalige Präsident Heiner Bertram bauen lassen wollte (am liebsten noch in Mitte statt in Köpenick). Das führte über Umwege zur Bewegung proAF und dann zum Stadionbau 2008 nach Grundstücksübertragung per Erbbaupachtvertrag. Schon allein der 1. FC Union hat sich also rasend verändert in den vergangenen 14 Jahren. Mittlerweile kommen zu jedem Spiel gut 16.000 Unioner mehr ins Stadion.

Bei der 40-Jahr-Feier mit Präsident Dirk Zingler auf dem Parkplatz neben der alten Geschäftsstelle ist zu sehen, dass sich auch das Maskottchen Ritter Keule seitdem stark verändert hat, Foto: Matze Koch

Bild/BZ (noch nicht online) hat mit Ken Reichel vor allem über das Sportliche gesprochen und da stand das Auswärtsspiel in Bielefeld am Samstag im Vordergrund

Und sonst so?

Gute Besserung an Steven Skrzybski, der gestern wegen seiner Adduktorenverletzung beim Champions-League-Spiel von Schalke nur zuschauen konnte:

Der frühere Union-Spieler Jerome Polenz macht bei Dazn mittlerweile als “Jiro” gemeinsam mit Thomas Broich die Taktik-Analyse. Hier ein Beispiel. Ich mag das Format ganz gerne, weil es sehr verständlich ist.

Dann noch ein Termin: Am 2. Oktober könnt ihr beim Fest zum Tag der deutschen Einheit beim Bundesrat um 18.30 Uhr Felix Kroos und Christopher Trimmel treffen. Die beiden werden erst interviewt, dann gibt es noch eine Autogrammstunde.

Ich hatte vor einiger Zeit mal geschrieben, dass Union was TV-Gelder in der Zweiten Liga betrifft an einer Wachstumsgrenze angekommen ist. Große Sprünge sind ohne Aufstieg nicht mehr drin. Hier mal ein Beispiel, was passiert, wenn man einige Jahre konstant Bundesliga spielt. Der FC Augsburg steht kurz davor, die 100-Millionen-Euro-Grenze beim Umsatz zu durchbrechen. Das ist schon verrückt. So ein unscheinbarer Provinzklub wie Augsburg. Und schaut mal auf die TV-Gelder, die fast 50 Prozent ausmachen. Das dürfte den Unterschied zwischen Zweiter Liga und Bundesliga ganz gut illustrieren.

Und das Beste kommt zum Schluss. Im Gegensatz zur Realität ist Sebastian Polter bei Fifa voll einsatzfähig. Ob er das nach diesem … äh … Kopfball auch noch wäre, wage ich zu bezweifeln.

6 Gedanken zu „Ken Reichel findet, dass sich Berlin seit 2004 wahnsinnig verändert hat. Das gleiche können wir von Union sagen

  1. Wir hatten hier neulich das Thema Spaltung der DFL am Wickel und heute dann wieder die Fernsehgeldverteilung, da passt dieser Artikel aus der gestrigen Berliner ganz gut.

    http://www.fr.de/sport/fussball-wettbewerbe/championsleague/champions-league-im-klammergriff-der-superreichen-a-1584368,0#artpager-1584368-1

    Ich wiederhole mich: Die Spaltung der DFL-Klubs verläuft nicht zwischen 1. und 2. Bundesliga sondern zwischen national und international spielenden Teams. Die Schere geht zukünftig noch weiter auseinander. Eine schlechte Entwicklung für den Sport Fußball in Europa.

  2. @musiclover Danke für den Hinweis auf den Artikel. Ich nehme mir das mal für einen Beitrag morgen. Kurz dazu: Ich gebe dir recht, dass es einen Riss zwischen Klubs gibt, die regelmäßig international (ergo Champions League) spielen und dem Rest. Aber vielleicht ist das dann eher eine Dreiteilung? Champions-League-Klubs (Bayern, Dortmund und mit Abstand noch Schalke, Hoffenheim, Leipzig, Leverkusen), dann Bundesliga, dann Zweite Liga.

  3. es ist schön auf die Vergangenheit zurück zu blicken, auch wenn natürlich nicht alles im Rückblick schön war (oje was waren das doch für Zeiten…) oder vor und es ist auch wichtig sich zu erinnern um nicht die Bodenhaftung zu verlieren, ich habe noch ein paar Links gefunden: http://www.erlebnis-stadion.de/?match=247
    http://www.stadionbesuch.de/2004_2005_union_freiburg.htm
    http://www.stadionbesuch.de/2003_2004_union_aue.htm
    http://www.erlebnis-stadion.de/?match=415
    http://www.erlebnis-stadion.de/?match=533
    https://www.stadionwelt.de/sw_stadien/index.php?stadion=&folder=sites&site=stadionfotos_detail&id=216&ordner=alt&page=6 (noch älter, teilweise 90iger Jahre, weitere Fotos auf weiteren Unterseiten)
    https://www.turus.net/sport/3888-union-berlin-v15-3888.html (auch schön geschrieben)
    und noch ein Artikel mit Fotos: https://www.turus.net/sport/fussball/8908-1-fc-union-berlin-vs-wuerzburger-kickers-ein-spiel-das-alte-erinnerungen-weckt.html

    was das Thema Geld angeht: es ist schon haarsträubend was da für Geld im Umlauf ist und ich glaube auch dass das nicht gesund ist, wir können nur versuchen unseren Weg weiter zu gehen ohne von diesem Sumpf aufgesogen zu werden

  4. Und es wird noch schlimmer werden. Da schiebe ich ausnahmsweise nicht Mal den schwarzen Peter dem DFB und der DFL zu. Das Problem sind die Spitzenligen in Italien England und Spanien und bestimmt noch anderorts. Wo große Investoren Vereine kaufen oder quasi kaufen können. Langfristig gesehen wird Deutschland vermutlich im internationalen Fußball kein Land sehen, weil sie aufgrund der 50+1 nicht an die finanziellen Möglichkeiten kommen wie Spanien und Co. Nein ich bin kein Verfechter der 50+1, aber ich bin durchaus gewillt und fähig das große ganze einzufangen und vermute einfach, dass wir bald nicht mehr mithalten können werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.