Das Spiel gegen Sandhausen war auch in der Höhe ein gerechtes Ergebnis

Das 0:0 gegen den SV Sandhausen lässt sich über verschiedene Wege erzählen. Entweder über die beliebte Frage, ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist. Und je nachdem, welcher Fraktion wir uns zugehörig fühlen, war es ein enttäuschendes Spiel (schließlich stand Union zuvor an der Tabellenspitze), oder aber es herrschte die Meinung vor, dass Union solche Spiele in der vergangenen Saison verloren hätte (die Fraktion “Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt”). Ich fühlte mich aber nach der Partie weder der einen noch der anderen Seite zugehörig, sondern hielt es mit dem Sky-Kommentator Jonas Friedrich, der das Ergebnis auch in der Höhe gerecht fand.

Das Spiel war jedenfalls nicht pomadig geführt von Union. Ganz im Gegenteil. Ich empfand die Mannschaft von Urs Fischer als größtenteils aufmerksam und präsent in den Zweikämpfen. Bei Lichte betrachtet sahen wir schlicht und einfach über die ganze Partie ein Spiel gegen einen Gegner, der sich sogar darin gefiel, gerne Unions Sechser Manuel Schmiedebach per Manndeckung aus dem Spielaufbau herauszunehmen. Dazu kam, dass Einzelaktionen nicht erfolgreich waren. Letztlich ähnelte die Partie ganz gut der Partie gegen Aue oder St. Pauli und steht damit, vom Ergebnis abgesehen in einer Linie der bisherigen Union-Partien, in der sich union nicht immer leicht im Spielaufbau tut. Defensiv stabil (auch wenn das gegen Sandhausen nicht nur am glänzend aufgelegten Rafal Gikiewicz im Tor lag, sondern auch am Unvermögen der Sandhäuser beim Torschuss oder an einem Schiedsrichter, der den Zweikampf von Hübner gegen Schleusener zugunsten des Union-Verteidigers wertete und keinen Strafstoß pfiff).

Union wollte vor der Saison defensive Stabilität in der Mannschaft. Und die hat Urs Fischer geliefert. Mit etwas besser aufgelegten Offensivspielern oder Grischa Prömel, der die eigentlich einzige Großchance von Union vergab, wäre vielleicht mehr zu holen gewesen. Aber so wie Union nach 3 Spieltagen noch nicht aufgestiegen ist, wird nun nach 4 Spieltagen nicht das Saisonziel verpasst.

Die für mich spannende Frage ist vielmehr, wie sich eigentlich die Offensive sortiert und wer wo spielt. Ich habe Kenny Prince Redondo für Andy Gogia auf rechts spielen sehen und kann mich gar nicht daran erinnern, dass er dort vorher mal zum Einsatz gekommen ist. Und Robert Zulj startete für Felix Kroos. Hier zeigt sich, wie eng der Konkurrenzkampf in der Offenisve eigentlich ist.

Die Berliner Medien sind sich in der Bewertung des Unentschiedens in Sandhausen jedenfalls sehr uneins:

Eine taktische Analyse vom Spiel gibt es bei Eiserne Ketten, wo auch der Frage nachgegangen wird, warum Unions zentrales Mittelfeld dieses Mal so unauffällig war. Wobei schon merkwürdig ist, dass die Statistik beide Mannschaften mit gleichen Werten bei den gefährlichen Schüssen ausweist, obwohl zumindest ich die Zahl der gefährlichen Abschlüsse von Sandhausen höher schätze.

Florian Hübner hat es in die vorläufige Kicker-Elf des Tages geschafft:

Am Mittwoch gibt es das Testspiel gegen Grasshoppers Zürich. Und ansonsten sehr viel Zeit, weiter am Spielaufbau zu arbeiten.

Ansonsten gewannen die Union-Frauen in Aue mit 5:0. Die U17-Jungs gewinnen 4:1 in Cottbus (Spielbericht). Die U19 spielt erst am 15. September wieder. Und dann bei Hertha. Und dann noch etwas Seltenes: Ein Spielbericht von einer Partie der D-Jugend Mädchen, die mit 26:0 endete.

Julian Ryerson ist in der Länderspielpause beim norwegischen U21-Team, Marcel Hartel bei der deutschen U21 und Lennard Maloney wieder in den USA beim Nachwuchs.

Und sonst so?

Ich spüre langsam die Bewegung #FreeStevie erstarken. Der Angreifer kam bei Schalke nun schon im dritten Spiel nicht zum Zug. Lange werden wir uns das jedenfalls nicht tatenlos anschauen:

Hat jemand einen Kontakt zu Domenico Tedesco? Wir haben da jedenfalls eine ganz steile These:

Der Waldweg zum Stadion hat einen neuen Belag bekommen, wie Nadi auf Twitter berichtet: “Das ist irgendwie eine Mischung aus Kies und Sand. Zieht sich von der Abseitsfalle bis zum Eingang Waldseite/Gegengerade. Immerhin keine Unebenheiten mehr.”

Und dieses Foto eines wirklich außergewöhnlichen Aufklebers, der dem ersten Heft der Abrafaxe von 1976 nachempfunden ist, macht gerade die Runde (falls jemand diesen Aufkleber hat, ich würde mich sehr darüber freuen):

Und was den möglichen Union-Fanclub Textilvergehen betrifft, so bin ich bisher vom Feedback auf die Umfrage mehr als überwältigt. Von 109 Teilnehmern würden 75 Mitglied im Fanclub werden und 22 vielleicht. Mit soviel positiver Resonanz hätte ich nicht gerechnet. Deshalb habe ich gestern schon dem Fanbeauftragten Lars Schnell geschrieben und nach dem formalen Prozedere gefragt. Die Umfrage selbst lasse ich noch diese Woche laufen und veröffentliche die Ergebnisse dann hier bei “State of the Union”.

Bei den Kacktoren des Monats ist auch Union mit Christopher Trimmels Eigentor in Jena dabei. Warum er allerdings hier “August Trimmel” genannt wird, weiß ich nicht. Abstimmen könnt ihr hier beim WDR.

Und zum Schluss noch was zum Zunge schnalzen. Damir Kreilach hatte ja nicht nur einen Hattrick gegen Zlatan Ibrahimovics LA Galaxy erzielt, sondern vor allem ein fantastisches erstes Tor. Schaut mal:

10 Gedanken zu „Das Spiel gegen Sandhausen war auch in der Höhe ein gerechtes Ergebnis

  1. Der neue Belag im Wald ist ehrlich gesagt eine Frechheit. Große scharfkantige Steine, als ob ne Gerölllawine abgegangen wäre. Jetzt kann man nicht mehr mit dem Fahrrad durchfahren. Bzw. bildet sich gerade eine Spur daneben (Was ja auch nicht im Sinne des Erfinders sein kann).
    Wer zum Geier hat die Lawine denn da abgeladen? Union? Bezirk? Berliner Forsten?

    So ist der Weg vielleicht bei Regen für einen Union Ansturm nicht mehr matschig, aber für den Rest der Zeit als Radweg unbrauchbar.

  2. Durch die neue Deckschicht über dem (Ärgernis) Schotter kann man jetzt auch wieder mit dem Fahrrad durch den Wald fahren. Zumindest ging es gestern. ;)

    Ich vermute allerdings, dass die Aufschüttungshöhe noch nicht ausreicht, um Pfützen in Zukunft vollständig zu vermeiden, so es denn mal wieder regnen sollte. ^^

  3. jetzt liecht jelber Kies über den Steinen. Bin uffm Weg zum Drachenbootrennen lang, war mit Rad keen Problem.

  4. Da ihr ja hier auch zwei Fotos postet, die die Pyroeinlage zeigen dazu noch ein Wort von mir.
    Wie man sich anhand der Bilder denken kann, hat man für Minuten nichts gesehen. Das find ich aber nicht das schlimmste. Übel fand ich, dass der Rauch wirklich sehr in den Augen brannte.
    Bin da wahrlich kein Spezialist, aber ich hätte andere Pyromittel gestern lieber gehabt.

  5. @Schoki hast vom Spiel nix verpasst und die Tränen in den Augen kamen bestimmt vom Auftritt unserer Mannschaft.
    Wieder einmal eine Frechheit was die da für die Auswärtsfahrer abgeliefert haben.

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