Urs Fischer ist informationspolitisch bei Union angekommen

Urs Fischer ist noch nicht lange Trainer von Union, hat sich aber zumindest in einer Hinsicht schon gut eingelebt: Er ist in seinen Pressekonferenzen sehr sparsam mit Informationen, wenn auch auf sympathische Weise.

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Urs Fischer will nicht zu viel sagen – vor allem nicht über Verletzungen; Photo: Stefanie Fiebrig

Am deutlichsten sticht das heraus, wenn es um Verletzungen geht. Die werden von Fischer zur Privatangelegenheit der Spieler erklärt, zu der man diese selbst fragen müsste. Und abgesehen davon kommuniziere der Verein, was es dazu zu kommunizieren gibt.

Das klingt soweit vielleicht einleuchtend. Aber für Profifußballer sind gesundheitliche Belange, soweit sie mit ihrer Einsatzfähigkeit zu tun haben, auch Teil ihrer öffentlichen Persona und für die Öffentlichkeit von legitimem Interesse. Und auf einer praktischen Ebene krankt Fischers Argument daran, dass es für diese interessierte Öffentlichkeit nicht unbedingt Gelegenheit gibt, die Spieler selbst zu fragen.

Erfahren konnte man dann aber noch, dass Marc Torrejón im Auskurieren seiner Verletzung hin und wieder Rückschläge zu überwinden habe. Er kommt also wohl bis auf weiteres nicht in Frage. Joshua Mees, der in dieser Woche einige Trainingseinheiten aussetzen musste, wird am Montag untersucht, auch mit seinem Einsatz ist nicht zu rechnen.

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Florian Hübner wird sich vielleicht auch in Köln schlecht verstecken können, falls er, wie nicht unwahrscheinlich ist, in der Startelf steht; Photo: Matthias Koch

Etwas mehr zu sagen hatte Fischer über die Chancen, die sich seine Mannschaft in Köln ausrechnet. Dass die Mannschaft diese Chancen über 0 taxiere, sei selbstverständlich. Denn sonst würde man sich gar nicht auf den Weg nach Köln machen. Ist schließlich eine lange Fahrt.

Wie wenig sich diese Fahrt bei den bisherigen Versuchen gelohnt hat,erwähnen die Vorschauen der Berliner Medien:

Im RBB gibt es außerdem ein Interview mit Marcel Hartel vor dem Spiel gegen seinen Heimatverein, für das er 45 Karten geordert hat.

Nachwuchs

Die U17 und U19 von Union sind gestern in ihre Bundesliga-Saison gestartet. Die U19 spielte in Jena unentschieden, die U17 verlor zu Hause gegen Hannover mit 1-3. Schon nach wenigen Minuten verletzte sich dabei Etienne Nikol schwer – wir wünschen gute Besserung!

7 Gedanken zu „Urs Fischer ist informationspolitisch bei Union angekommen

  1. Ich möchte auch nicht, dass mein Arbeitgeber über mein Krankheitsbild öffentlich berichtet. Selbst wenn es für den ein oder anderen komisch klingt, die Gesundheit ist Privatsache der Spieler.

  2. Ich als Unioner und Fan stehe genau zu der Sichtweise, die Urs darstellt. Er als Trainer äußert sich zu seinen Aufgaben, Ausstellung etc. ohne dem Gegner alles preiszugeben und Krankheitsbilder der Spieler zu erläutern fallen nicht in sein Aufgabengebiet. Laßt ihn seine Arbeit machen, er ist nach Uwe Neuhaus und Jens Keller jetzt genau das, was Union an der Seitenlinie braucht. In Köln fahren wir ganz bestimmt unseren ersten Sieg ein. In diesem Sinne Eisern Union u.n.v.E.U. 🏐

  3. Tja, Jan Grobi, dann hättest du keinen Profivertrag bei einem Profiverein unterschreiben sollen! ^^ Wo spielst du denn Profifußball?

  4. Wie Daniel völlig zutreffend schreibt: Verletzungen von Spielern gehören zum Informationsinteresse der am Profifußball beteiligten Öffentlichkeit.
    Wenn ein Trainer darauf angesprochen antwortet, Verletzungen sei Privatsache der Spieler, verhält sich m.E. nicht professionell.

  5. Ausfallzeiten sind allerdings nicht gleich Krankheitsbilder. Und genau da finde ich, kann man eine Linie ziehen. Denn unterm Strich interessiert es die Oeffentlichkeit ja nur, wegen Ausfallzeiten/Reha etc. Mir ist das egal. Also, ob ich jetzt weiss er hat sich 3 Mal den Knoechel gebrochen und dabei ist ein Stueck Knochen ins Fleisch und das muss man rausholen… Mich interessiert wie lange ein Spieler ausfaellt, was er fuer Fortschritte bei der Reha macht etc viel mehr.

  6. witzig, dass sich über Union berichtende Journalisten darüber aufregen, dass der Verein keine expliziten aussagen zu den aktuellen einsatzchancen einzelner Spieler macht – den darum geht es in Wahrheit – aber keiner stört sich daran, dass der Verein bis heute kein nachvollziehbares Konzept zur Finanzierung des drastischen Ausbaus der AF veröffentlicht hat. Also zu etwas, was langfristig von viel größerer Tragweite ist, ob Spieler XY diese Woche schon wieder fit ist.

  7. Solche Dinge wie Einsatzmöglichkeiten und Spieltauglichkeit sind interessant für den Gegner – und egal, bei allem Interesse der Medien, die antretenden Einheiten und Aufmarschgebiete gehen den Gegner erst auf dem Feld am Morgen oder Abend der “Schlacht” etwas an. Vorher soll er mal schön rumanalysieren und -spekulieren…

    Klar ist es auch interessant für die vielen Unioner, die jedoch haben, im Gegensatz zu den Medien, Verständnis dafür. Sie müssen ja auch keine Zeilen füllen.

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