Das ist der Grund, warum wir den Fußball lieben

Der Wechsel von Philipp Hosiner zu Sturm Graz wurde gestern perfekt gemacht (Vereinsmitteilung, Tagesspiegel, Morgenpost, RBB). Das ist tatsächlich ein positives Ergebnis für alle Beteiligten. Denn der Angreifer wird wieder regelmäßig spielen können, Sturm Graz hat einen neuen Angreifer und Union bekommt nicht nur Ablöse, sondern kann sich im Sturm anders aufstellen (also mit möglicherweise durchgängig großen Mittelstürmern).

Ganz besondere Grüße aus England schickte Toni Leistner an Philipp Hosiner:

Für etwas Aufklärung im Fall des bereits nach Birmingham gewechselten Kristian Pedersen sorgt der Berliner Kurier. Wir erinnern uns, dass der Ligaverband sich weigert den Linksverteidiger als Spieler zu registrieren, da Birmingham gegen das Financial Fair Play verstoßen haben soll. Im Kurier sagt Manager Oliver Ruhnert, dass das aber keine Auswirkungen auf den Transfer von Union habe, sprich: Der Vertrag bleibt bestehen und die Ablöseumme bleibt auch bei Union. Das ist zwar unbefriedigend für Kristian Pedersen, aber ich bin ganz froh, dass nicht noch Union drin hängt und die Situation die weiteren Transferaktivitäten beeinflusst.

Ein (sehr zusammengeschnittenes) Gespräch mit Oliver Ruhnert hat auch der stellvertretende Fraktions-Chef der Fraktion Die Linke im Bundestag, Fabio de Masi geführt. Darin ging es um Mindestlohn für Profifußballer (ja, den gibt es), die Spielergewerkschaft und um die WM in Russland. All das sind eigentlich Themen für ein längeres, das ich mir gerne mal angehört hätte. So bleibt es doch Social Media verträglich an der Oberfläche. Nur ein kleiner Randaspekt: Es wird nirgendwo erwähnt, dass Oliver Ruhnert Manager bei Union ist.

Die BZ hat noch einmal ein kleines Porträt von Lennard Maloney im Angebot,d er am Wochenende Richtung USA zur US-U20 abreisen wird. Und der Kurier hat noch kurz mit Jakob Busk über den Kampf um die Nummer 1 im Tor gesprochen. Und die Bild hat sich mal etwas genauer angesehen, wie Urs Fischer trainieren lässt. Die EInheiten sind lang, das ist schon mal sicher.

Und sonst so?

Ich bin noch immer beeindruckt von dieser Szene im WM-Halbfinale nach dem 2:1 für Kroatien durch Mario Mandzukic. Wie die Spieler an der Band feiern und den Fotografen Yuri Cortez aus Mexiko unter sich begraben, der aber die ganze Zeit auf den Auslöser drückt. Was wir zu sehen bekommen in dieser Szene, ist der Grund warum wir zum Fußball gehen. Echte, unkontrollierte Emotionen. Kein Objektivgeküsse, kein inszenierter Jubel nur für die Fernsehkamera. Nein, das ist wahre Freude. Und deshalb schauen wir immer noch WM. Trotz Fifa. Trotz doping. Trotz Korruption. Trotz Steuerhinterziehung. Ich kann mich an diesen Fotos einfach nicht sattsehen:

Danach hat Mario Mandzukic dem Fotografen hochgeholfen und Abwehrspieler Domagoj Vida hat ihn geküsst. Hier die ganze Szene nochmal als Video:

Falls irgendwer Spanisch kann, der kann sich hier ein kurzes Interview mit dem Fotografen ansehen.

Und wisst ihr, woran mich das erinnert hat? An die Szene als Steven Skrzybski am vorletzten Spieltag gegen Bochum trifft, damit den Klassenerhalt sichert und der Ordner nicht mehr an sich halten konnte. Man mag das vielleicht unprofessionell finden. Man mag das als Arbeitgeber des Ordners sogar schlimm finden. Aber das ist Fußball. Das ist der Grund, warum wir ins Stadion gehen. Das ist alles. Wenn diese Gefühle, die uns überwältigen, weg sind. Dann ist der Fußball tot.

Foto: Stefanie Fiebrig

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