Unions Kader für die kommende Saison steht zwar, aber es gibt noch einige Baustellen

Das Spiel gegen den Chemnitzer FC hat Union gestern mit 3:1 gewonnen, wenn auch nicht überzeugend. Aber was ist in dieser Phase der Vorbereitung schon klar. Erfrischend deutlich wurde da Trainer Urs Fischer (Vereinsmitteilung), der sagte: “Die ersten 10-15 Minuten haben mir gefallen, da war alles drin. Danach haben wir aus meiner Sicht aufgehört zu arbeiten und in die Zweikämpfe zu kommen. Man kann keine Spiele gewinnen, wenn man nicht bereit ist Zweikämpfe zu bestreiten.”

Das sind die Medienberichte zur Partie:

Das beherrschende Thema gerade sind die vielen Spieler im Kader, wobei es da durchaus unterschiedliche Aspekte gibt, die der Kicker (nicht online, aber liga-zwei.de hat es abgeschrieben) heute auch thematisiert:

  • Es gibt die Spieler, die nicht mehr für die A-Jugend spielberechtigt sind, aber im Profikader ganz weit hinten dran sind und viel Spielpraxis brauchen (Beko Taz, Lennart Moser, Cihan Kahraman und Lennard Maloney). Von denen hat am ehesten Lennard Maloney Chancen auf einen Kaderplatz, aber auch das sind keine Einsätze. Hier ist Union ganz klar im Nachteil zu anderen Klubs, weil sie nach der A-Jugend wenig Perspektive bieten können. Weshalb Ruhnert im Kicker auch sagt: “Wir arbeiten an einem Modell, damit alle Spielpraxis erhalten.” Wir alle erinnern uns aber auch daran, dass Union seit der Abschaffung der U23-Mannschaft daran arbeitet. Nennenswerte Erfolge konnte der Verein da aber nicht vorweisen.
  • Es gibt Spieler, die so weit hinten dran sind, dass sie sich trotz gültigen Vertrag vielleicht einen neuen Verein suchen. Dazu gehören Peter Kurzweg (das Überangebot auf der linken Verteidigerposition thematisieren Bild/BZ heute) und Christoph Schösswendter in der Innenverteidigung (heute Thema im Kurier)
  • Und dann gibt es auch noch die Option, dass es für Spieler ein Angebot gibt, das so gut ist, dass man es nicht ablehnen kann. Dazu fällt mir dieses aus meiner Sicht irre Gerücht ein, dass Simon Hedlund angeblich beim englischen Drittligisten Barnsley FC im Gespräch wäre. Die haben zwar mit Daniel Stendel (vorher Hannover 96) einen deutschen Trainer, aber das ist einfach mal 3. Liga. So etwas kann ich mir bei Simon Hedlund beim besten Willen nicht vorstellen. Ich gebe also nicht viel darauf.

Zusammen fassend lässt sich sagen, dass Unions Kader keine nennenswerten Lücken mehr aufweist, obwohl aber das Potenzial besteht, dass noch welche gerissen werden. Es geht eher um eine Verkleinerung, um allen Spielern entsprechende persönliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Für Union geht es heute um 18.30 Uhr im dritten Test der Vorbereitung gegen Fürstenwalde. Mal schauen, wie sie da auftreten.

Und sonst so?

Heute gibt es Tickets für Aue und QPR:

Wenn gratis Eisverteilen das einzige Ding ist, mit dem der DFB für die Europameisterschaft 2024 in Deutschland wirbt, können sie das mit der Bewerbung auch sein lassen. Gewöhnlich bevorzugen die großen Fußballverbände andere Argumente. Und wenn sie beim DFB sich durch die eigenen Erinneurngslücken hindurchschlängeln, werden sie ja wissen, dass die Weltmeisterschaft 2006 auch nicht mit Eis geholt wurde. Ich finde es jedenfalls auf eine gewisse Art witzig, wenn der DFB bei Union für die EM 2024 wirbt, wohl wissend, dass das wunderschöne Stadion an der Alten Försterei aktuell nicht als Austragungsort geeignet wäre. Stehplätze und Gesamtkapazität stünden dem wohl entgegen.

Bleiben wir kurz bei den Verbänden und schauen rüber zur DFL, wo der Abstieg von Braunschweig einen Personalwechsel im Präsidium zur Folge hat. Soeren Oliver Voigt von der Eintracht muss weichen (DFL). Was für einen Einfluss diese Personalie auf die 50+1-Diskussion haben kann, schreibt der in dem Thema 50+1 und Martin Kind/Hannover96/DFL immer sehr gut informierte Bild-Reporter Peter Rossberg, dessen Facebook-Seite ich euch ans Herz lege:

Facebook: Peter Rossberg

Die DFL erlaubt auch zur neuen Saison Tablets und andere technische Hilfsmittel auf den Trainerbänken. Co-Trainer mit headset kennen wir ja schon von der WM. Demnächst also auch bei Union. Mal sehen, wer das Headset nimmt und wer auf der Tribüne nachschaut. Live-Trackingdaten dürften damit einen noch größeren Einfluss auf Trainer-Entscheidungen wie Auswechslungen bekommen.

Beim Kicker gibt es noch ein Video-Interview mit Christopher Quiring. Der Offensivspieler von Altglienicke hat gestern übrigens seine Zweitliga-Dauerkarte für Sektor 2 auf Instagram gezeigt.

8 Gedanken zu „Unions Kader für die kommende Saison steht zwar, aber es gibt noch einige Baustellen

  1. Vielleicht ist die Alte Försterei vom DFB ja als Trainingsstätte eingeplant, so wie letztes Jahr beim Brasilien-Länderspiel.

  2. Altglienicke nimmt doch viele Unioner bei sich auf was für Taz, Cahraman, Moser und Maloney vlt.nicht übel wäre.

  3. Der Sportskamerad Taz heißt aber Berkan mit Vornamen nicht Beko oder ist das sein Spitzname?
    Beko ist doch nen Unternehmen , was “weiße Ware” herstellt, soviel ich weiss.

  4. @matze Beko ist eine Verniedlichung von Berkan und so nennt er sich selbst auch auf Instagram. Aber ich bin auch erst am Wochenende darauf gekommen, als Steffi mich darauf aufmerksam gemacht hat.

  5. So nen echter Backup-RV für Trimmel ist nicht im Kader oder hab ich da wen übersehen? Friedrich kann das wohl spielen, sehe ich aber in der IV bisher ganz und und bei Dietz könnte ich es mit vorstellen, ist aber bisher noch keine Option für Einsätze gewesen. Vor einem Jahr war das noch ein großes Thema bis Uchida kam, ist das dieses Jahr anders?

  6. @Timo Vielleicht ergibt sich auch noch ein komplett anderer Weg. Gestern spielte Christopher Lenz für Trimmel die letzten 30 Minuten auf rechts. Ob es gut ist? Keine Ahnung.

  7. @Matze,
    den gleichen Gedanken hatte ich auch beim Lesen. Musste sofort an Kühlschränke denken.

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