Michael Parensen kann und muss Union alleine nicht retten

Lasst uns mal mental langsam in Richtung Spiel gegen Bochum am Sonntag gehen. Eine Partie, bei der wir wohl erstmals seit vielen Jahren auf die liebgewonnene Tradition der Spielerabschiede vor dem Anpfiff verzichten müssen. Denn es geht darum, endlich den Klassenerhalt sicher zu machen. Da dürften Blumen, Bilder und warmer Applaus vor Anpfiff wie ein Abschenken wirken und nicht dazu beitragen, sich auf Bochum zu fokussieren. Aber vielleicht gibt es bei passenden Ausgang den Abschied zumindest nach dem Spiel. Die Autogrammstunde danach und die Präsentation der neuen Trikots kann sich Union aus meiner Sicht aber gerne schenken. Mit aller Gewalt Klassenerhalt.

Michael Parensen jubelt beim Heimsieg gegen Sandhausen im Februar, Foto: Matze Koch

In diese Richtung dürfte auch die Hoffnung auf einen möglichen Einsatz von Michael Parensen gehen, über den die Bild heute schreibt: “Jetzt muss Parensen Union retten”. Das zielt auf die Tugenden wie Einsatz und Wille ab. Etwas, dass der Mannschaft beim vergangenen Auswärtsspiel in Darmstadt in der ersten halben Stunde abging. Hier kann Michael Parensen mitreißen, der weder über das Tempo noch über das spielerische Element kommt, sondern immer davon lebt (und dafür geliebt wird), dass er keinen Zweikampf und kein Laufduell mit unter hundert Prozent angehen kann. Aber, und das ist mir sehr wichtig, auch Michael Parensen kann Union nicht alleine retten. Dazu gehören elf Spieler auf dem Platz, die als Einheit auftreten müssen und sich nicht nach dem kleinsten Fehler gegenseitig anmaulen.

Menschlich sehr nahe geht die Geschichte um Marvin Friedrich, die der Kurier heute bringt. Denn der Verteidiger dürfte mit einem Kopf sicher auch bei seinem erkrankten Bruder sein, der wegen starker gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus ist. Ich kann diese Gedanken sehr gut nachvollziehen, da ich dasselbe gerade mit meinem jüngeren Bruder mitgemacht habe. Mir hat die Arbeit da ehrlich gesagt sehr geholfen. Weil mir das die Möglichkeit gegeben hat, mal nicht daran zu denken, wie scheiße ungerecht die Welt ist und warum manche Leute gesundheitlich einen Nackenschlag nach dem anderen bekommen. Der Kurier erwähnt auch die Premiere von Marvin Friedrich auf der Sechserposition. Aber dass die nicht Anlass dazu gegeben hat, das Experiment noch einmal zu wiederholen, wird lieber unter den Tisch fallen gelassen. Ich freue mich jedenfalls, wenn der Verteidiger wieder seine angestammte Position einnimmt.

Wer sich noch einmal dem Darmstadt-Spiel widmen möchte, kann gerne die aktuelle Ausgabe “Das Unsichtbarkeitselixier” des Lilien-Podcasts “Hoch und Weit” hören. Es wird nicht besser, wenn ich höre, dass die Darmstadt-Fans in dieser Saison noch keine schwächere Mannschaft als Union am Böllenfalltor gesehen haben. Braunschweig sei zwar auch schlecht gewesen, hätte aber gekämpft. Exakt das, was ich auf keinen Fall über eine Union-Mannschaft hören oder lesen möchte. Auch wenn es war ist.

Sollte es irgendwie nötig sein, habe ich gestern begonnen, meinen schon gut zehn Jahre währenden Boykott von Union-Auswärtsspielen bei Ostmannschaften aufzugeben.

Die Reaktionen darauf waren angesichts des Erfolges meiner Fahrten nach Fürth und Darmstadt vorhersehbar. Aber andererseits: Mit aller Gewalt Klassenerhalt! An mir soll es nicht gelegen haben.

Screenshot: Twitter

Gestern gab es den Frauenfußballfeiertag beim 1. FC Union Berlin. Fotos findet ihr unteranderem bei union-foto.de. Wenn ihr weiter über Fußballabteilung der Frauen beim 1. FC Union Berlin informiert werden wollt, lasst bei 1. FC Union Berlin Frauen und bei Hauptstadtarroganz auf Facebook einen Like.

Und sonst so?

Ich weiß, dass das jetzt nur ganz wenig mit Fußball als Spiel zu tun hat, aber schaut euch mal diesen Effekt im San Siro in Mailand an.

Preise für die Twitterförsterei

Außerdem habe ich jetzt zwei Spieltage vor Ende der Saison die Preise für die Tipprunde Twitterförsterei endgültig beisammen. Darauf können sich die ersten sechs Plätze freuen. Danke an alle, die Preise zur Verfügung gestellt haben.

  1. Geschenkbox inklusive T-Shirt mit “Und freitags in die »Grüne Hölle«”
  2. Ein von Torsten Mattuschka signiertes Exemplar seiner Biographie “Kultkicker mit Herz und Plauze
  3. Ein Exemplar des Buchs “Alles auf Rot” mit Union-Geschichten verschiedener Autoren
  4. Ein signiertes Exemplar von “Juten Tach – dit heißt Eisern” von Sam Pfaff und Frank Nussbücker
  5. Ein Exemplar von “Das goldene Buch der Fußball-Weltmeisterschaft” aus dem Verlag Die Werkstatt (Vorsicht, es ist 3 Kilo schwer)
  6. Das Blechschild “Union am Ball”

4 Gedanken zu „Michael Parensen kann und muss Union alleine nicht retten

  1. Was ist denn der Hintergrund für Deinen „gut zehn Jahre währenden Boykott von Union-Auswärtsspielen bei Ostmannschaften“?

  2. Ach, das hatte mit Erfahrungen bei Auswärtsspielen in Leipzig zu tun und damit, dass Erfurt-Fans beim Spiel an der Alten Försterei Raketen verschossen, als ich mit dem damals kleinen Kind beim Fußball war. Auf Polizisten mit Hunden und so habe ich einfach keinen Bock. Die Wahrscheinlichkeit, so etwas in Ostdeutschland zu treffen war einfach höher, weshalb ich drauf verzichtet habe. Ich weiß, das kann mich auch woanders treffen. Aber ich glaube, dass das damals eine Kombination aus Polizei und unprofessionellen Vereinen war. Das trifft heute beispielsweise auf Dynamo Dresden überhaupt nicht mehr so zu. Und beruflich war ich seitdem auch schon in Dresden im Stadion.

  3. Interessant, dass du das schreibst. Verliert Dresden in Aue und wir sind vllt. beim Auswärtsspiel der letzte Strohhalm, den sie jedoch nicht mehr ergreifen können und sie steigen am letzten Spieltag ab ist die Stimmung dort auch ähm ‘schlecht’. Gepaart mit Berichten von letzten Auswärtsspielen (Crimark & Co) fühle ich mich schon ein wenig in eine Zeit versetzt, als es diese Unprofessionalität noch gab (sehr wohl kein Indiz für ein sog. ‘altes Union’. Idioten!).
    Demnach ist ein flaues Gefühl im Magen bei solch einer Konstellation bei mir nicht ganz vom Tisch :o/

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