Der Kampf um 50+1 ist mit einer Abstimmung noch lange nicht vorbei

Fangen wir mit dem Sport an. Union testete gestern Abend gegen den VfL Wolfsburg und verlor 0:3 (Fotos gibt es hier bei union-berlin.com). Die Tore fielen spät (71. Minute, 80. Minute und 90. Minute), aber sie fielen. Durch einen direkten Freistoß über die Mauer und zwei Konter. Ob aus der Begegnung etwas abzulesen ist? Es gab Spielpraxis für viele Akteure aus der zweiten Reihe. Und die Mannschaft verteidigte bis zu den ersten Wechseln gut. Und Simon Hedlund kam zu einem Kurzeinsatz. Mehr nehme ich daraus nicht mit. Mehr Infos gibt es beim Kurier und eine Zusammenfassung bei AFTV.

Ebenfalls zum Einsatz kam Marcel Hartel gestern beim 3:0 der U21 im EM-Qualispiel gegen Israel, das in Braunschweig stattfand. Der Mittelfeldspieler wurde allerdings eingewechselt, als das Spiel quasi schon entschieden war und kam aus meiner Sicht nicht zu auffälligen Aktionen.

Aber wir können das Bild von Hartels Trikot mal zur Diskussion darüber nutzen, ob der Name darauf lesbar ist. Noch besser geht das aber bei diesem nicht ganz unbekannten Spieler von Paris St. Germain:

Am Dienstag spielt das Team in Mitrovica gegen den Kosovo.

Was ist nun mit 50+1?

Ganz hektisch reagierten gestern die Medien nach der auf der DFL-Mitgliederversammlung vom FC St. Pauli initiierten Abstimmung über 50+1. Die Regel sei gerettet. Ich sehe das noch nicht so. Das einzige, was gestern beschlossen wurde, war eine Beibehaltung der Regel auch während der Grundsatzdiskussion darüber.

Die DFL, die momentan einiges damit zu tun hat, immer klärende Pressemitteilungen gegen irgendwelche News zu veröffentlichen, klärte kurz darauf auf, die Klubs hätten sich: “mehrheitlich für eine Grundsatzdebatte unter Beibehaltung der 50+1-Regel ausgesprochen. Im Rahmen der Einholung eines Meinungsbildes stimmten 18 der 34 stimmberechtigten Clubs für einen Antrag des FC St. Pauli für einen „Prozess zur Verbesserung der Rechtssicherheit sowie weitere Überlegungen hinsichtlich geänderter Rahmenbedingungen unter Beibehaltung der 50+1-Regel“.

Was ich interessant finde: Weder Regensburg noch Kaiserslautern haben überhaupt einen Vertreter nach Frankfurt geschickt. Dann haben sich noch drei Klubs überhaupt nicht an der Abstimmung beteiligt (also weder dafür, noch dagegen oder mit Enthaltung gestimmt). Für eine Satzungsänderung (also die Abschaffung von 50+1) bräuchte es 24 Stimmen. Ich halte es nicht für unmöglich, dass diese Mehrheit über die nächsten Monate oder Jahre zusammen kommt. Oder dass es auf absehbare Zeit eine Neuregelung gibt, weil jemand dagegen klagt (ja, ich schaue rüber zu Martin Kind und Hannover 96).

Das Thema “Abschaffung auf 50+1” ist also keinesfalls vom Tisch. Es gibt eben auch Angriffsmöglichkeit jenseits der DFL-Mitgliederversammlung. Deswegen gibt es aus meiner Sicht auch wenig Gründe für Euphorie. Und beim Thema Geld werden viele feste Standpunkte schnell etwas wackeliger.

Schön fand ich, dass der DFL auf Twitter gleich etwas juristische Expertise angeboten wurde …

11mm-Fußballfilm-Festival

Gestern wurde das Festival im Babylon eröffnet. Und wer wissen möchte, was es mit dem Film “Workers Cup” auf sich hat, der sich mit den sklavenähnlichen Arbeitern auf den WM-Stadion-Baustellen in Katar beschäftigt, kann sich Daniels Beitrag dazu hier auf Textilvergehen durchlesen.

Gestern war meine Karte für Fürth schon im Briefkasten. Ihr seht mich also Ostersonntag wirklich Schäufele essen. Und falls wer denkt, dass meine Mutter locker lässt: Ich muss trotzdem am Samstag kochen, um meinen Beitrag für das versprochene Familien-Brunch zu leisten. Auch wenn ich zum Fußball fahre.

2 Gedanken zu „Der Kampf um 50+1 ist mit einer Abstimmung noch lange nicht vorbei

  1. Interessant fand ich, dass das Wort “Grundsatzdebatte” im Antrag von St. Pauli nicht vorkam, von der DFL im Nachgang aber in die Pressemitteilung geschrieben wurde. Lässt tief blicken. ^^

  2. Karl-Heinz Rummenigge legt diese Woche im Kicker noch mal nach. Hab nur die Kurzversion gelesen, wo er sich bereits ‘teilweise gedanklich verabschiedet hat’ von der DFL, weil ihm eine Vision für die Zukunft fehlt. Bin aber neugierig ob er eine hat, die einerseits die internationale Wettbewerbsfähigkeit aufrecht erhalten und einerseits die nationale Wettbewerbsfähigkeit ausgeglichener machen. Die beiden sind, meines Erachtens, schwierig mit einander zu vereinbaren

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