Teve324 – Es hat gezogen unterm Deckchen

Union kassiert kurz vor Schluss das 2:2 durch einen Elfmeter, dabei hatten sich Mannschaft und Fans durchaus erholt gezeigt vom 0:0 gegen Aue. Wir sprechen außerdem noch einmal über Pfiffe und das Sky-Interview mit Lutz Munack.

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18 Gedanken zu „Teve324 – Es hat gezogen unterm Deckchen

  1. Könnt ja mal überlegen, ob sich das berechtigte In-Frage-Stellen von Begriffen wie MÄDCHENPENSIONAT im entsprechenden Zusammenhang nicht auch auf einen Begriff wie JUBELPERSER ausweiten ließe.
    unveu

  2. Netter neuer Player. Aber ich vermisse das stärker komprimierte MP3-Format.

  3. @Christoph Grunert: Kontext ist wie in allen Fällen wichtig. Der Begriff Mädchenpensionat ist erst einmal an sich nicht problematisch. Das wird er aus meiner Sicht erst, wenn er dazu benutzt wird, um einen Gegensatz aufzubauen zwischen vermeintlich weinerlichen Mädchen und harten Kerlen. Das kann ich beim Wort Jubelperser nicht erkennen. Der Begriff geht ja auf einen ganz konkretes Ereignis zurück, nämlich den Schahbesuch 1967 in Berlin, als Angehörige des Regimes beziehungsweise iranische Geheimdienstmitarbeiter am Berliner Straßenrand ihrem Herrscher als vermeintlich neutrale Beobachter zujubelten und Gegendemonstranten unter Duldung der Berliner Polizei verprügelten. Benutzt wird der Begriff seitdem vor allem als Beschreibung für unkritisches/bestelltes/bezahltes Bejubeln. Aber auch hier gilt: Sprache ist lebendig und eine ständig neue Verabredung dafür, was geht und was nicht. Das kann sich alles ändern. Worte, die bis vor einem Vierteljahrhundert noch normal waren, werden heute gar nicht mehr verwendet und umgekehrt auch.

  4. @sebastian Der Ursprung des Wortes ist mir bekannt. Was mich daran stört, ist die Perser-Verallgemeinerung, die manches Ohr heute nur allzu gerne empfängt. Es heißt eben nicht JUBELFUNKTIONÄR oder JUBELSCHERGE, sondern wieder JUBEL- oder PRÜGELPERSER. Und das war schon damals ätzend. Es ist schon verdammt nah an KÜMMELTÜRKE u.ä.. Kontextbezogen läßt sich natürlich behaupten, dass es jubelnde, prügelnde Perser gibt/gab, wie sich Gleiches auch bezüglich wehleidiger Mädchen in Pensionaten feststellen ließ/lässt. Beide Begriffe erweitern allerdings nicht das Verständnis, sonder dienen lediglich der Herabsetzung der voran getellten Gruppen MÄDCHEN oder eben PERSER. Mir ist auch klar, dass das als Spitzfindigkeit empfunden werden kann, aber das halte ich aus. Und was für Hofschneider gilt, muss für uns alle gelten.

  5. Pfeifen kann (fast) jeder Fußballfan, ist Durchschnitt, is billig – Doch wenn wir Unioner anders sein wollen, was ja viele gern betonen, bleibt es für uns ein NoGo. Und sich jetzt nur in die Ecke stellen Neee dis haben ja die gesagt also pfeif ich erst recht (knitsch knitsch) ist infantil. Diejenigen die sich immer als Fans hinter die Mannschaft stellen und ihren Unmut ausschließlich in sich oder ins Ohr des Nachbarn brabbeln als Jubelperser zu bezeichnen ist fast schon infam.

  6. Ich finde großartig, dass Sebastian Gero´s “Jubelperser” veteidigt, obwohl Gero tatsächlich Verständnis für pfeiffenden Union-Fans und am Ende womöglich selbst mitgepfiffen hat? ;)

    Genauso großartig finde ich, dass die Hörer des Textilvergehen podcasts, in diesem Fall Christoph, ein sehr feines Gespür für vermeintlich diskrimierende Tendenzen haben.

    Wenn man politisch korrekt unterwegs sein möchte, geht beides gar nicht. Aber wisst Ihr was, ich finde, manchmal muss man auch mal sagen dürfen: FUCK PC!

    Wie Sebastian sagt, kommt es bei Sprache und Semantik immer auf den Kontext an: bei Hofi war das Problem der Verwendung des Begriffs “Mädchenpensionat”, dass er ihn bei einer ziemlich gravierenden Verletzung von Gogia nach dem Mertesacker-Interview ausgerechnet am Tag einer Nichtdiskrminierungskampagne gesagt hat. Da passt einfach gar nichts zusammen. Es ist nicht lustig und hilft niemandem weiter.

    Und Gero hat wahrscheinlich einfach vorher noch nie über den Begriff des “Jubelpersers” nachgedacht…

    Mir reicht es grundsätzlich bei solchen Diskussionen, wenn das Problembewusstsein vorhanden ist bzw. geschärft wird, dann wiederholt man so etwas zukünftig höchstwahrscheinlich nicht mehr, weil es einen selbst befremdet (“Menschen müssen über ihren Gebrauch von Sprache nachdenken” -Mekonnen Mesghena).

    Aber man muss trotzdem provozieren dürfen…. (vielleicht war genau das Gero´s Intention… wer weiss ;))

  7. Und cool, dass Ihr Euch jetzt auf Eurer Seite persönlich vorstellt. Danke. :) –

    Wir sehen uns in der AF.

    UnvEU

  8. @sportanwalt @honeypie @Christoph Grunert

    Ist vielleicht gut, wenn ich mich – als der, der den Begriff Jubelperser benutzt hat – auch selbst mal melde. Tatsächlich freu ich mich über die Diskussion, weil sie zeigt, dass wir insgesamt etwas sensibler geworden sind, was Worte und Wendungen angeht, die wir viellleicht irgendwann mal okay fanden, aber in der heutigen Gesellschaft vielleicht keine Rolle mehr spielen würden.

    Ich benutze das Wort Jubelperser in dem Kontext, den Sebastian oben verwendet hat. Ein Vergleich “Kümmeltürken” oder ähnlichem Scheiss sehe ich das nicht, sondern als direkten Bezug auf den Schah-Besuch und in den deutschen Sprachgebau übergegangene Verwendung als Bezeichnung für unkritisches Jubeln. Bisher ist mir keine Diskussion darüber untergekommen, dass der Begriff vielleicht rassistisch sein könnte. Das heisst aber nicht, dass man nicht vielleicht drüber nachdenken darf.

    Was das Pfeifen angeht. Eigentlich hab ich im Podcast ja alles gesagt. Aber ich sags gerne nochmal: Ich hab selbst nicht gepfiffen. Und ich finde die Regel, dass wir die Mannschaft nicht auspfeifen eigentlich ganz gut. Ich habe aber volles Verständnis dafür, wenn ausnahmsweise(!) mal (nach nem absoluten Scheissspiel und vorherigen 4 Monaten Unsinn auf und neben dem Platz) einigen mal aus Ohnmächtigkeit oder Wut die Hutschnur platzt und sich dass dann so äussert.

    Das ist nur menschlich und sollte auch okay sein. Und das Zeichen ist glaub ich beim Verein angekommen. Die Fans, die die Mannschaft sonst ohne Kompromisse bis zur letzten Minute unterstützen und feiern und dem Verein den selben Support zukommen lassen, haben es sich damit auch mal verdient, stinkig zu sein und dass auch zu äussern. Um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Ich sehe da nicht den grossen Tabubruch, aber auch da darf man natürlich, wie die Waldseite anderer Meinung sein.

  9. @ Gero Langisch: volle Zustimmung, wir sind halt alle Menschen und (um mal einen anderen Begriff zu verwenden) keine Jubelstaffage oder gar Lemminge :-)

  10. Ergänzung: ich hätte mir übrigens von der Waldseite an Sonnabend auch ein Zeichen gegen die rassistischen Vorfälle gewünscht, hätte zu der Kampagne gut gepasst! #Strich durch Vorurteile

  11. @ Gero – Wehret den Anfängen denn niemand kann wollen, dass Unioner gewöhnlich würden …
    Pfeifen ist billig – Kann jeder, macht jeder …

  12. Ich frage mich, weshalb die Diskussion um die blöden Pfiffe, die es schon am letzten Samstag nicht mehr gegeben hat, so hochkocht. Kommt mir vor wie eine Platzhalterdebatte. Vermute, der Fan an sich ist derart erschüttert und von der Saison mitgenommen und gezeichnet, dass er sich verzweifelt ans selbst verfasste Regelwerk klammert, um nicht emotional davongespült zu werden.

  13. Nö, nö – welche Ausmaße solch Tun annehmen kann sah man in Dresden und sieht man in Hamburg. Und auch bei Union hat man seinerzeit kurz vor dem Abstieg in die Oberliga sehr widerliche Dinge erlebt. Das ist unwürdig, die Türen die zu solchen Fluren führen lassen wir lieber mal zu … Ich hab als Unioner schon ne Menge Scheiße erlebt, solcherlei was mit harmlosen Pfiffen anfängt war selten und sollte selten bleiben. Desserwegen gleich mal den Finger heben, und sagen nö nich bei uns denkt euch gefälligst was anderes aus.
    Emotional davon spülen droht mich nur das defätistische Gequatsche in den sozialen Medien, in welchen sich 90 Minuten vollstraffe Spaten über Laufleistungen von Spielern aufregen, wobei sie selbst keine 10 Meter ohne Auto zurücklegen und schon beim Raufklettern auf die Barhocker ins Schnaufen kommen.

  14. „Lustige“ Anekdote zum Elfmeter im Hinspiel, der gehalten wurde, denn er wurde auch von Pedersen verursacht….damals konnte direkt im Anschluss der Führungstreffer erzielt werden und diesmal geht es genau in die andere Richtung…wie das Leben so spielt.

  15. Zum Thema Union Torhüter hält Elfmeter: Mesi hat im DFB Pokal 1. Runde gegen Saarbrücken den Elfmeter gehalten.

  16. Pfeifen geht übrings gar nicht! So sehe ich es zumindest und hoffe viele andere unioner auch! Welchen Sinn hat das???
    Ich pfeife höchstens jemand aus, der Union schaden will! (Kann es aber leider nicht)

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