Treffen sich zwei Union-Kapitäne beim Berliner Fußballverband

Nachher um 13 Uhr beginnt das Spiel gegen Regensburg. Meine Erwartungen sind etwas gedämpft. Oder anders gesagt: Ich habe die Pfanne nicht mehr so heiß. Das liegt weniger daran, dass Präsident Dirk Zingler unter der Woche als vorrangige Aufgabe den Klassenerhalt ausgerufen hat (der Kurier nimmt das Thema noch einmal auf). Es liegt mehr an der Frage, dass ich mir gestern Abend mal angeschaut habe, wie Düsseldorf aktuell spielt. Und sie strahlten dabei diese Selbstverständlichkeit aus, die Union teilweise in der vergangenen Rückrunde zeigte. Und es ist diese Selbstverständlichkeit, die seit Monaten schon fehlt und die nicht einmal einmalige Erfolgserlebnisse zwischendurch in Gang bringen können.

Weil sich solche Beobachtungen besser an Personalien erzählen lassen, hat sich der Tagesspiegel (noch nicht online) Philipp Hosiner angeschaut, der vor Jahren mal 30 Tore in der österreichischen Liga geschossen hat und aktuell kaum Erfolgserlebnisse. Teils weil er selbst noch gar keine konstante Spielpraxis hat, teils weil sich die Mannschaft noch an eine Spielweise mit dem Österreicher und ohne Sebastian Polter gewöhnen muss. Der an der Achillessehne verletzte Stürmer weilt zur Zeit zur Reha in Wilhelmshaven.

Doch auch trotz der Entfernung motiviert Polter. Wie er Philipp Hosiner eine Nachricht schickte, um den Österreicher zur Höchstleistung anzuspornen, schreibt die BZ.

Zur Zukunft von André Hofschneider als Union-Trainer: Ich weiß nicht, ob da schon eine Entscheidung gefällt wurde. Laut Zingler-Interview hat der Coach noch die restlichen 8 Spieltage der Saison und würde dann bewertet werden. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Union sich so lange Zeit lässt und damit wertvolle Zeit bei der Neuaufstellung der Mannschaft verliert. Aktuell hat Hofschneider, der intern als extrem fleißig im Vergleich zu seinem Vorgänger wahrgenommen wird, aber keine Argumente zum Vorzeigen. Denn Fleiß ist das eine, die Punkte-Ausbeute das andere. Und wir alle wissen, dass es für Fleiß keine extra Punkte gibt. Mit seinen bisherigen Maßnahmen blieb der Trainer jedenfalls glücklos.

Die Morgenpost bezeichnet Zinglers Satz mit den 8 Spielen als Ultimatum an Hofschneider. Das kann man so sehen, wenn man den Aussagen des Präsidenten folgt, die ich allerdings eher dahin interpretiere, dass man endlich Ruhe im Karton will und deshalb bestimmte Diskussionen mit öffentlichen Aussagen auf die Zeit auf nach der Saison vertagt. Intern kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man bis nach den letzten Spieltag wartet. Berliner Zeitung und BZ zeigen, wie André Hofschneider auf den Druck reagiert.

Und sonst so?

Jens Keller hat nun doch die Erlaubnis von seinem Arbeitgeber (bis 30. Juni dieses Jahres ist das noch der 1. FC Union Berlin) bekommen in Talkshows aufzutreten. Das berichtete die BZ und das konnten wir uns gestern bei Eurosport im Kicker-Talk anschauen oder vorher im TGIM Stream Team (Wahnsinn was es für Sendungsnamen gibt). Im BZ-Text kommt raus, dass Keller nicht über Union sprechen wird. Und es liegt natürlich nahe zu vermuten, dass sich Keller und Union über diesen Modus für öffentliche Auftritte des ehemaligen Cheftrainers verständigt haben.

Screenshot: Eurosport Player

Bei 11 Freunde gibt es eine Sammlung von Statements der 36 Profiklubs zu 50+1. Union findet sich dort noch nicht. Aber das kommt sicher noch. Kann mir kaum vorstellen, dass es dazu kein Meinungsbild des Vereins gibt.

Twitter: @11Freunde_de

Der Eiserne Virus hat übrigens bereits vor 2 Tagen auf 50plus1bleibt.de unterschrieben. Und folgende andere Union-Fanklubs und -Vereinigungen auch:

Screenshot: 50plus1bleibt.de

Auf einem Trainerlehrgang beim Berliner Fußballverband trafen sich übrigens auch die beiden ehemaligen Union-Kapitäne Torsten Mattuschka und Daniel Schulz:

Und Marcel Hartel ist wieder für die U21 zu den EM-Quali-Spielen eingeladen wurden. Herzlichen Glückwunsch dazu:

8 Gedanken zu „Treffen sich zwei Union-Kapitäne beim Berliner Fußballverband

  1. Jens Keller hat gestern übrigens dooch etwas zu Union gesagt. “Kann ich nicht beurteilen, bin zuweit weg”.
    Wie kann man denn die Talksendung vorher sehen wenn sie angeblich live ist und das Freitagabendspiel einbezieht?

    Ist das auf dem Bild wirklich Daniel Schulz? Hat ja mächtig zugelegt der Junge. ;-)

  2. Galt JK denn tatsächlich als wenig fleißig? Andererseits wäre es auch merkwürdig, wenn Hofi angesichts der unbefriedigenden Resultate nicht besonders intensiv daran arbeiten würde, den Bock umzustoßen. Geht schließlich um seinen Job. Nach dem heutigen Spiel sehe ich wenig Gründe zur Entspannung.

  3. Und dann so ein Statement von Hofi:

    “Wir sind natürlich über das Ergebnis enttäuscht. Aber ich bin auch stolz auf meine Mannschaft, weil die letzten Wochen in unserer Situation nicht einfach waren. Läuferisch und kämpferisch haben wir das heute gut gelöst, das sind gute Attribute die zeigen, dass die Mannschaft funktioniert. … “

    Ernsthaft?

  4. Ja, ganz ernsthaft. Vor allem zu Beginn der 2. Hälfte hat Union das wirklich souverän gespielt. Da hatten wir drei Großchancen, wenn wir wenigstens eine… (seufz) … oder wir den 11er nicht bekommen hätten (schnief) ….

  5. Die zweite Hälfte fand ich auch wesentlich besser als die erste. Aber wenn man dann in den entscheidenden Momenten die Bälle nicht ordentlich klären kann, kommt am Ende halt so ein Quark raus. Das ist ja auch kein neues Phänomen. Gefühlt hatten wir in den letzten 10 Jahren unter jedem Trainer dieses Problem.

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