André Hofschneider erinnert uns an den Sinn von Gegenpressing

In der Pressekonferenz zum Spiel in Ingolstadt machte André Hofschneider deutlich, dass er mit dem Ballbesitzspiel – beziehungsweise dem Spielen mit Ball – seiner Mannschaft gegen Dresden nicht zufrieden war. Nun könnte man sagen, dass nicht viel dazu gehörte, zu diesem Urteil zu kommen. Hofschneider machte aber auch deutlich, dass aus dem Wunsch, mit dem Ball ruhiger zu spielen, nicht folgt, das Gegenpressing sein zu lassen. Denn dessen Sinn sei es ja, den Ball zu erobern, um dann etwas damit anzufangen: “Du kannst nicht die ganze Zeit des Spiels nur im Pressing arbeiten, das würde ja beinhalten, dass der Gegner immer den Ball hat.”

Spiel-Plan

Das ist richtig und etwas, das Union in dieser Saison einige Male zumindest in der Umsetzung auf dem Platz vernachlässigt hat. Die Ursachen dafür, dass dem auch im ersten Spiel unter seiner Leitung der Fall war, verortete Hofschneider in überhasteter Spieleröffnung mit langen Bällen, die das Mittelfeld nicht ins Spiel kommen ließen. Außerdem habe es die Mannschaft zu oft nicht geschafft, aus der Defensivordnung kontrolliert in die Offensive umzuschalten. Die Devise in der Defensive gegen Dresden war, in einer 4141-Staffelung eher passiv und im Mittelfeld zu pressen, da Dynamo zu pressingresistent für eine aggressivere Herangehensweise sei.

Weil es Union selten gelang, aus dieser Defensivordnung heraus zu längeren Ballbesitzphasen zum kommen, hing gerade Felix Kroos abgesehen von einigen Kontersituationen einigermaßen in der Luft. Zur Rolle seines Kapitäns (zu dem sich Hofschneider in dieser Funktion auch bekannte) sagte der Trainer, dass er in Kroos keinen defensiven Mittelfeldspieler sieht, sondern ihn eher als Achter einplant. Interessant ist dann, ob Dennis Daube weiterhin auf der tieferen Mittelfeldposition spielen oder ob dort mal wieder Stephan Fürstner zum Einsatz kommen wird. Im Defensivkonzept, das gegen Dresden zu sehen war, muss der Sechser einen recht breiten Raum abdecken, was zu Fürstners Stärken eher passt als zu denen von Daube.

Ob sich die Probleme im Ballbesitz gerade gegen Ingolstadt abstellen lassen werden, ist aber fraglich. Deren Form ist nach schwachem Saisonstart und einer Phase mit guten Ergebnissen, mit denen sie wieder den Anschluss an die oberen Tabellenregionen herstellen konnten, in den letzten Partien zwar wieder etwas abgeflacht. Aber gegen Kaiserslautern war der Bundesligaabsteiger unter schwierigen Platzbedingungen trotz des Ergebnis (1-1) recht deutlich überlegen. Gerade die Vorlieben Ingolstadts für aggressives Pressing und direktes Spiel in die eigene letzte Linie könnten zu einem Spiel führen, dessen Grundmuster dem gegen Dresden recht ähnlich sind.

Vom Spiel am Freitag (für das es im frei gewordenen eigentlichen Gästeblock noch Karten gibt) abgesehen, sind wir gespannt, was Dirk Zingler im vereinsinternen Gespräch zu sagen hatte:

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Sprecher #aftv #interview mit #dirkzingler 📷 @der_ludi

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Und sonst so

Beim Heimspiel von Hertha gestern Abend gegen Hannover gab es eine Solidaritätsbekundung mit dem seit mehr als 300 Tagen in der Türkei inhaftiertem Journalisten Deniz Yücel:

2 Gedanken zu „André Hofschneider erinnert uns an den Sinn von Gegenpressing

  1. Das war gestern übrigens eine sehr sehens- und hörenswerte Pressekonferenz. Auch deshalb habe ich für Freitag ein gutes Gefühl.

  2. ich fand die Pressekonferenz deutlich überzeugender als die in der letzten Woche, aber ich bin mir grad nicht sicher, dass Union die Mittel für ein Spiel wie morgen hat.

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