Uwe Neuhaus ist auf jeden Fall noch überzeugt, dass Union aufsteigt

Toni Leistner war gestern bei 19:53, dem Dresdner Fußballtalk, zu Gast. Wir können alle davon ausgehen, dass die Einladung dazu sicher schon vor der Entlassung von Jens Keller gekommen ist. Wenige Minuten des rund 90-minütigen Talks unter anderem mit Dresdens Kapitän Marco Hartmann und dem ehemaligen Sky-Moderator Fritz “Uiuiuiuiuiui” von Thurn und Taxis drehten sich um Leistner und Union. In ihnen sagte der Verteidiger im Großen und Ganzen nicht viel anderes, als er bereits nach dem ersten Training in der vergangenen Woche und am Tag nach der Niederlage gegen Dresden sagte. Wir haben es jetzt nur mal alle ausführlicher gehört. Alle Aussagen von Toni Leistner habe ich gestern bereits hier zum Nachlesen dokumentiert.

Ich kaue ein bisschen drauf rum, was Leistner mit Blick auf die Winterpause sagte: “Ich glaube, dass in der Winterpause der absolute Resetknopf gedrückt wird und wir uns dann alle noch einmal neu sortieren müssen, was auch wichtig ist, weil irgendetwas ist schief gelaufen.” Das kann einerseits einfach eine Phrase sein, die ausdrückt, dass man aus der Spieltagsroutine rauskommt und den Kopf vielleicht etwas frei bekommt. Aber sie kann auch das bedeuten, was einige von uns im Gefühl haben: Dass vielleicht der Kapitän gewechselt wird, dass am Spielsystem gebastelt wird oder dass Spieler gehen und kommen, um noch einmal alles Richtung Aufstieg zu versuchen.

Auf letzteres nimmt die Bild/BZ Bezug auf Gerüchte, was die Position des Rechtsverteidigers betrifft. Dass Atsuto Uchida vielleicht im Winter geht und ein anderer, jüngerer Spieler kommt. In der Namensverlosung seien Georg Teigl von Augsburg oder Julian Ryerson von Viking Stavanger.

Neuhaus ist überzeugt: Union und Kiel steigen auf

Kleiner Bonus für alle, die nicht die komplette Sendung des Dresdner Fußballtalks schauen: In einem kurzen Interview, bei dem er nur mit ja und nein antworten durfte, ist sich Uwe Neuhaus sicher, dass sowohl Union als auch Kiel aufsteigen werden (hier ab 67:28 Minute). Dann wird ja alles gut 😎

Der Dresdner Trainer sprach auch mit 11Freunde und brachte dort diese Antwort über seine Zeit bei Union:

Sie haben sich im Rückblick auf ihre Zeit bei Union selbst als »bärbeißig« und »verschlossen« bezeichnet. Haben Sie da eine Entwicklung durchgemacht?
Na warten Sie mal ab. (lacht) Nein, man muss dort die Entwicklung sehen, dass einige Reporter dort schon in der Oberliga mit dabei waren, mit auf dem Trainingsplatz standen und teilweise die Mc Donald’s-Tüten bei den Spielern im Auto gesehen haben. Wir mussten das professioneller gestalten und das führt dann natürlich zu Reibereien. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese auch manchmal gesucht habe. Da kam eine blöde Frage und ich bin direkt an die Decke gegangen, kann ich aber jetzt nicht mehr zurückdrehen.

Ich habe Uwe Neuhaus nur kurz nach dem Spiel am Samstag erlebt und ihn mit dem Fotografen und freien Journalisten Matze Koch scherzen sehen. Ein Bild, von dem ich in Neuhaus’ Unionzeit nicht zu träumen gewagt hätte. Ich finde das gut.

Was der Trainerwechsel so nebenbei für Kerben schlägt, weil auch Co-Trainer Henrik Pedersen entlassen wurde, macht der Kurier deutlich, der ein kurzes Porträt von Simon Hedlund bringt, der eine enge Bindung zum dänischen Co-Trainer hatte.

Weil Ingolstadt nicht alle Gästetickets abgerufen hat, gibt es noch Tickets für die Partie am Freitag für den erweiterten Sektor 4 für Union-Fans.

Und sonst so?

Hier eine Übersicht über alle Trainerwechsel in der Zweiten Liga in dieser Saison. Und das nach nur 17 Spieltagen …

Den Tagessieg beim Tippspiel Twitterförsterei holte sich Hans-Martin aus unserem Podcast-Team:

  • Dass für Profifußballer zwar allgemein die gleichen Regeln des Arbeistrechts gelten wie für uns alle, aber es doch eine ganze Menge Unterschiede gibt, könnt ihr im Münchner Merkur nachlesen. Gerade die Frage nach der Elternzeit für Profifußballer fand ich interessant: Was im Fußball Recht ist – und was nicht
  • Über die Neugründung des Deutschen Fußballclubs Prag, der im ersten Finale um die Deutsche Meisterschaft 1903 dem VfB Leipzig unterlag und sich vor der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei 1939 auflöste, schreibt die Berliner Zeitung.
  • Und noch eine besondere Empfehlung für Leute, die sich für Vereinsmuseen interessieren, die mehr sind als zusammengetragene Devotionalien, wie wir es aus den Heimatstuben unserer Heimatdörfer kennen. Der Historiker Daniel Meßner, der den Fußballgeschichts-Podcast Rückpass gestartet hat, war im Museum des FC St. Pauli und hat sich durch die Ausstellung “Fußball in Trümmern FC St. Pauli im ‘Dritten Reich'” führen lassen, die herausarbeitet, dass der FC St. Pauli während der Nazizeit vom Regime profitiert hat und verschiedene Lebensläufe von Spielern und Funktionären ins Licht rückt. Hier gibt es die ganze Episode: RP02: FC St. Pauli – Fußball in Trümmern

12 Gedanken zu „Uwe Neuhaus ist auf jeden Fall noch überzeugt, dass Union aufsteigt

  1. @honeypie

    Zu selten ist solch ein Highlight wie der von Bläsig in der Fußballwoche, hier walteten Sorgfalt und Sachverstand.

    Dir ist aber aufgefallen, dass der FuWo-Kommentar sich las, als sei er in der Union-Pressestelle verfasst worden? Und Du hast Dich sicher auch gewundert, warum in dem ausführlichen FuWo-Kommentar kein einziger handelnder Unioner namentlich genannt worden ist, der Entscheidungen getroffen hat. Konkret: Die Entscheidung, Keller zu entlassen …
    … Zufälle gibt’s

    @sebastian:

    Ein Präsident oder Manager, der Format und Mut hat, stellt sich in einer Pressekonferenz – und gibt (allen) Auskunft.
    Nach dem Trainerwechsel hat Borussia Dortmund am Sonntag ja auch nicht Peter Stöger allein in eine Medien-Runde gesetzt (wie Union es mit Hofschneider gemacht hat). Wie es sich gehört, haben Watzke und Zorc erklärt, warum sie den Vorgänger entlassen haben. Und warum sie sich für den neuen Mann (hier Stöger) entschieden haben. Alles Fragen, die der neue Trainer nicht beantworten kann, da er weder den Vorgänger beurlaubt, noch sich selbst ausgesucht hat.

  2. P.S.

    @Trainerentlassungs-Situationen

    sind für Vereine Krisensituatiionen. Deshalb empfiehlt sich so ein Großreinemachen-Auftritt der Entscheider zeitnah nach der Entlassung des Ex-Trainers, wenn möglich mit der Präsentation des Nachfolgers (diese Konstellation war bei Union ja gegeben).
    Deshalb zeitnah, weil Entlassungs-Situationen von Unruhe begleitet sind. Und in der Regel hat der Verein (vornweg die Verantwortlichen und der neue Trainer) allergrößtes Interesse, Ruhe in das rumpelige Schiff zu bekommen.
    #meine5cent

  3. @ ubremer

    Sorry, aber ein ein gestandener Sportjournalist wie Horst Bläsig hat es nicht nötig geimpft zu werden. Du kannst den Aluhut getrost wieder absetzen … :-)

  4. ich muss ubremer schon zustimmen, und was Horst Bläsig angeht so fiel mir nur auf dass er uns und vorallem bestimmten Personen im Präsidium doch sehr nahe steht, von ihm stammt ja auch die sehr schön gemachte Sonderausgabe zu 50 Jahren Union. Übrigens: wenn alles so klar und ok wäre warum reagieren dann hier einige auf Kritik so hysterisch? Ich finde: der Bild-Artikel ist das eine, negative Extrem und der Artikel in der Fußball-Woche das andere Extrem.

  5. Ich glaube, dass Dortmund als börsennotiertes Unternehmen verpflichtet ist, öffentlich (also zumindest in einer Pressekonferenz/’Medienrunde’) Stellung zu nehmen und somit garkeine Wahl hatten. Oder irre ich da?

  6. @ Christian: keine Ahnung, aber auch Köln, St. Pauli und Darmstadt haben das so gehandhabt wie Dortmund, aber wir sind halt anders und wundern uns dann wenn in den Medien und im WeltWeitenWeb kräftig spekuliert wird, ich gesteh ja dem Präsidium zu dass man selber geschockt war, ABER spätestens Mittwoch hätte man eine Pressekonferenz geben können und flankiert allen Mitgliedern in einem Newsletter die Fragen beantworten können. Nun prägen andere die Meinungen und wie es heute so ist: irgendwas bleibt hängen :-(

  7. @ Sebastian Fiebrig: eben dann ist das noch schwerer zu verstehen, ich vergesse so etwas gerne wie das früpher war, es weiß ich aber noch, sowohl der Abgang von Düwel wie auch das gesundheitsbedingte Ausscheiden von Sascha Lewandowski waren eher schwierige Situationen, vorallem bei Düwel war doch viel Streit im Raum, von so Trainerwechseln noch früherer Zeiten mal ganz abgesehen.

  8. Wie wir gelernt haben ist das Medieninteresse an Union in den letzten Monaten und Jahren gestiegen. Das versucht der Verein auch zu bedienen, weil heutzutage viel an diesem Medium hängt. Zu viel aus meiner Sicht. Denn was außer “Wir haben den Trainer gewechselt” muss ich – vor allem zeitnah – denn wem ggü rechtfertigen? Bestimmt nicht dem sensationsgeilen Blätterwald, der jeden Leser verarscht. Lasst uns mal in Ruhe machen. Wenn es nach mir geht bleibt ihr draußen!

    #euchselbstsonstwo!

  9. @ Andy: bravo statt einfach mal zu sagen was los ist (mal von dem internen Schweigen ganz abgesehen) igeln wir uns ein und regen uns dann über den angeblich “sensationsgeilen Blätterwald” auf der natürlich das schreibt was er so findet. Und: eben weil das Medieninteresse an uns gestiegen ist ist ein professioneller Umgang mit den Medien nötig!

  10. Ich kann dem Andy nur beipflichten. Es gehört auch zum Berufsbild eines Journalisten zu recherchieren (zumindest war das früher so). Warum soll der Verein alles mundgerecht servieren. Und wenn er es dann macht, siehe AFTV, ist es auch wieder nicht richtig. Die Sportjournalisten sollen ihren Job machen, recherchieren und gegenprüfen, NACHDENKEN und dann möglichst gut schreiben. Wie zum Beispiel Hort Bläsig. Verbietet ihnen keiner.

  11. @Jens Otto: Deine Argumentation kann man auf Mitglieder beziehen aber nicht auf den – leider bereits lange bestehenden – Blätterwald! Professioneller Umgang ja, jedoch nicht Blankoantworten auf alles! Lieber alles auf rot!

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