90 Minuten gegen Dresden werden nicht verraten, wohin sich Hofschneiders Union entwickelt

Nach einer Woche, in der Union viel Anlass gegeben hat, über das, was abseits des Platzes im Verein passiert, zu schreiben und zu reden, gibt es heute mittag gegen Dresden wieder ein Fußballspiel. Dieses Spiel ist schon an sich wichtig, brisant und interessant genug. Im Kontext des Trainerwechsels wäre es nun leicht, es mit Bedeutung zu überfrachten. Aber auch nach den 90 Minuten wird man noch nicht wissen, wohin sich Union unter André Hofschneider sportlich entwickeln wird. So spannend diese Frage ist, ein Spiel nach einer kurzen Trainingswoche ist nicht genug, sie zu beantworten. Abgesehen davon, dass das Ergebnis vorerst bestimmen wird, wie die Ereignisse der Woche gesehen werden.

Ansonsten heißt heute angesichts des Schnees, der gerade vor meinem Fenster fällt, die Devise:

Spiel-Plan

Fingerzeige, in welche Richtung es gehen könnte, darf man trotzdem erwarten. In der Pressekonferenz zeigte sich André Hofschneider der Idee gegenüber abgeneigt, viel am Spiel seiner Mannschaft an den Gegner anpassen zu müssen. Und auch sein Pendent Uwe Neuhaus (ausgerechnet! Geschichten die nur der Fußball schreibt!) sagte vor dem Spiel, man sei natürlich vor allem darauf bedacht, die eigenen Stärken zur Geltung zu bringen.

fcu-sgd

Mögliche Aufstellungen: Skrzybski für Gogia ist der wahrscheinlichste Wechsel in Unions Team, dass Kreilach zurück ins Team kommt denkbar.

Wie das am besten geht (und wie sich der Einfluss eigener Schwächen begrenzen lässt), hängt aber natürlich auch davon ab, wie der Gegner spielt. Und Dresden könnte da durchaus eine Mannschaft sein, die Union nicht besonders gut liegt, obwohl in Hartmann und Benatelli wichtige Spieler in Dresdens Mittelfeld fehlen. Das liegt zum einen daran, dass Dresdens Spielaufbau mit dem sehr stark einbezogenen Torhüter Marvin Schwäbe, der sich mit seiner Rolle sogar ein Spielverlagerung-Portrait verdient hat, ziemlich ‘pressingresistent’ ist. Vor allem in Unions 433 Staffelung im Pressing wird es schwierig werden, zu wertvollen Ballgewinnen zu kommen.

Andererseits ist es ein wesentlicher Teil von Dresdens Offensivkonzept, die Außenstürmer ihres 433 weit vorn und weit außen zu postieren und dort an den Ball zu bringen. Das zu verhindern verlangt von Union, die Räume hinter den Außenverteidigern entweder kleiner zu machen, oder weiter vorn mehr Druck als zuletzt auszuüben und diese Räume so schwerer erreichbar zu machen.

Photo: Matthias Koch

Auch für Akaki Gogia ist es ein Spiel gegen seinen Ex-Verein. Ob er dabei auch mitwirken darf, ist aber fraglich.

Termine

Heute Abend (um 18 Uhr im ‘Haus der Fankulturen’) lesen die Wochenendrebellen Mirko und Jason aus ihrem Buch, das wir hier schon mehrfach erwähnt und gelobt haben. Es gibt viele deutlich schlechtere Dinge, die man mit einem frühen Samstagabend tun kann, als ihnen dabei zuzuhören.

Ein Gedanke zu „90 Minuten gegen Dresden werden nicht verraten, wohin sich Hofschneiders Union entwickelt

  1. Wenn das heute “die eigenen Stärken zur Geltung zu bringen” war, dann können die Planungen in Richtung Liga 1 bis auf weiteres beendet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.