Gegen Dresden gibt es keinen Kapitänswechsel

Fast 40 Minuten dauerte die Pressekonferenz gestern mit André Hofschneider. Es war nicht die Zeit der großen Aufklärung, aber vom Verein aus wurde der Raum gegeben, um den neuen Coach noch einmal zum Trainerwechsel zu befragen. Wir wissen jetzt, dass am Sonntagabend seine Bereitschaft dazu abgefragt wurde, er am Montag früh Bescheid bekam und es (noch) keinen Kapitänswechsel gegen Dresden geben wird. Viele Fragen, die ich zum Thema Hofschneider-Fußball habe, konnte oder wollte André Hofschneider nicht beantworten. Und vielleicht ist das aus seiner Sicht auch okay. Was soll er jetzt über Systeme reden, wenn er kaum mit der Mannschaft trainiert hat. Es ist ja nicht so, als hätte er nun 6 Wochen Vorbereitung vor sich. Bereits am Samstag geht es gegen Dynamo Dresden. Und jeder weiß, dass jetzt nur Siege zählen.

Schaut euch die gesamte Pressekonferenz bei AFTV an. Mich würden eure Eindrücke interessieren.

Die Berliner Medien schreiben ihre Eindrücke von der Pressekonferenz auf:

Im Bild-Interview mit Jens Keller erfahren wir endlich, in welchem Büro die Trainerentlassung stattgefunden hat, nämlich in dem von Helmut Schulte.

Einen ausführlichen Bericht in Englisch zur Trainerentlassung gibt es bei Bundesliga-Fanatics. Und bleiben gleich bei englischen Texten. Einen ausführlichen Rückblick auf Duelle mit Dynamo Dresden gibt es bei Union in Englisch.

Und nächsten Dienstag ist Toni Leistner bei 19:53, dem Dresdner Fußballtalk zu Gast:

Und sonst so?

Es gibt nun einen neuen Antrag zur Regionalligareform, auf den sich alle Landesverbände geeinigt haben. Es wird immer noch nicht jeder Meister aufsteigen, aber es wird eine Regionalligareform hin zu einer viergleisigen Regionalliga in Auftrag gegeben, aus der dann jeder Meister aufsteigen soll. Die Zwischenlösung ist ein Kompromiss, bei feste Aufstiegsplätze zwischen den Ligen (außer der Regionalliga Südwest) rotieren und die anderen in Relegationsspielen die Meister ausspielen. Wenn am Ende tatsächlich eine viergleisige Regionalliga dabei herauskommt, ist alles gut und das Ziel der Reform erreicht. Darüber soll 2019 ein ordentlicher DFB-Bundestag abstimmen.

14 Gedanken zu „Gegen Dresden gibt es keinen Kapitänswechsel

  1. Habe mir gestern die komplette PK angesehen. Was soll ich sagen. Der Trainerlehrgang scheint ihn ja echt schwer geprägt zu haben. Genau genommen gar nicht. Wenn das intensivste was hängen blieb, die Autofahrten mit Michael Hartmann von der alten Dame waren.

    Ich kann mich auch nicht dem Eindruck verwehren, dass Hofschneider zwar menschlich ein klasse Unioner ist, er aber ehr nicht der richtige Taktikfuchs ist. Auch das er neben Bönig nicht noch einen Co-Trainer dazu holt (auch Keller hatte mit Pedersen einen Taktiker an der Seite …), überrascht mich ein wenig.

    Ich lasse mich gerne überraschen, bin aber ehrlich etwas skeptisch. Was passiert eigentlich wenn Hofschneider nicht aufsteigt? Muss er dann auch gehen? Schließlich würde er dann das Ziel Aufstieg verfehlen?

  2. Hatte während der PK den Eindruck, dass Hofi (zunächst) das macht, was er das letzte mal gemacht hatte. Die Arbeit des Vorgängers fortführen. Das ist für den Anfang vlt. auch okay, aber Richtung Februar sollte doch eine eigene Linie erkennbar sein.
    Ich kann Hofi, wie die meisten vermutlich, noch nicht wirklich einschätzen und bin daher auch gespannt wie er sich in der Kaderplanung auswirken wird.

    Wenn er den Aufstieg nicht schafft, ist vermutlich die Frage, wie viele potenzielle “Aufstiegsspieler” noch bleiben. Ist der Kader dann nur mittelmäßig, kann ich mir vorstellen, dass er nächste Saison noch machen darf. Ansonsten glaube ich, dass man sich eher für einen anderen Trainer ausspricht mit dem man den Aufstieg erneut versuchen möchte.

  3. Vielleicht ist es diese einfache klare Direktheit die fehlte. Wenn dieser Coup mit einem Aufstieg endet wird das ganze legendär sein – ein neuer Mythos. Hofi und Böni, zwei Unioner stemmen mit der Mannschaft diese Herausforderung …
    Wie gesagt ALLES AUF ROT.

    Wenn nicht, dann eben nicht und das Geschrei ist groß. Aber auch das werden wir aushalten.

  4. Mit Keller wären wir auch nicht aufgestiegen… da lege ich mich fest ;-) Das nachgefragte Konzept, oder Taktik oder Philosophie war in dieser Saison unter Keller auch stets zu suchen… es sei denn man ist mit “langer Hafer” auf Polter zufrieden….

  5. Kellers Konzept war schon zu sehen. Nur leider auch für die Gegner. Und die haben sich immer besser drauf eingestellt, das wurde ja schon im Laufe der letzten Saison erkennbar. Union hingegen tat sich schwer damit, einen Plan B zu entwickeln oder umzusetzen.
    Mein Tipp ist, dass Hofi die Außenverteidiger nicht mehr so extrem hoch spielen lässt, um die Lücken hinten nicht so aufzureißen. Nach vorne sollte es auch mit der individuellen Klasse ausreichen, Chancen zu kreieren, wenn nicht ständig Pedersen und Trimmel mitmischen. Aber vielleicht liege ich auch völlig daneben. Bin gespannt.

  6. Keller hat in dieser Saison schon versucht, die taktische Ausrichtung von Pressing auf mehr Ballbesitz auszurichten. Die Neuzugänge Gogia und Hartel gingen in diese Richtung. Leider hat das aber nur begrenzt geklappt. Am Ende kam dabei ein halbgares taktisches System heraus, das weder Fisch noch Fleisch war.

  7. Ich fand es schön Hofi wieder auf der PK zu haben. Ich mag seine Art total, vielleicht hat es auch mit dieser Schlicht- und Gelassenheit zu tun, die irgendwie an UN erinnert aber bei ihm doch noch deutlich symphatischer rüberkommt. Zwischen Keller und Düwel die eher als Fremdkörper wirkten und Lewandowski bei dem der Hype komplett durch die Decke ging, hat er vom Wesen her einfach automatisch eine Menge Kredit bei mir.

    Anderseits bin ich schon derbe enttäuscht vom Verein: Am Montag wars noch so… “da wird schon irgendwas gewesen sein, was wir jetzt nicht auf dem Zettel haben….” Das Gefühl hab ich jetzt nicht mehr. Dass Steven mit Beratern zum Gespräch bittet reicht mir nicht. Dass wir vierter in einer vermeintlich schwachen Spitzengruppe sind erst recht nicht. Ich verstehe auch nicht was dieses Systemgerede soll. Als wir die Ergebnisse noch geholt haben hat es keinen interessiert und es erwartet auch keiner, dass jetzt große Veränderungen passieren. Für mich klingt das ganz ehrlich fast nach Karnevalsverein. Ich bekomme richtig Bauchschmerzen wenn ich mir überlege, dass wir nach 2 Reinfällen unseren “neuen Top”-trainer in dieser Situation absägen.

    Hofi, bring bitte Ruhe in den Karton!

  8. Aha. Vorgestern auf TeVe noch so:
    “Dafür findet am Donnerstag um 13.30 Uhr die Spieltagspressekonferenz vor der Partie gegen Dresden mit André Hofschneider statt. Ich biete ein Trinkspiel an. Wie wäre es mit einem Shot für jedes “Fragen nur zum Spiel”?”
    Also ich bin nüchtern geblieben.

  9. @hannes Ist ja auch gut so, am Nachmittag nüchtern arbeiten zu können. Außerdem freue ich mich, wenn Union die eigene Kommunikationsstrategie anpasst. Ist ja nicht so, als würde ich das hier nicht anerkennen. Grüße!

  10. ich muss sagen bei Hofi fühlt man sich zuhause, seine Art ist einfach super, einige Fragen zum Ablauf des Trainerwechsels hätte man ihm ersparen können wenn man vorher (z.B. am Mittwoch) eine extra Pressekonferenz mit Lutz Munack und dem neuen Trainer gemacht hätte (@ Sebastian: dein Trinkspiel hast du aber verloren), ansonsten gefällt mir das was Hofi gesagt hat sehr und ich hoffe das sich das langfristig bemerkbar macht, beim Dresden-Spiel bin ich ganz bei ihm: in so kurzer Zeit kann man noch nicht viel ändern, ich wette aber dass man schon einiges an der Startaufstellung erkennen kann.

    Zur Regionalligareform: ich finde den Kompromißvorschlag auch gut!

    Alles auf Rot!

  11. @Jens Otto Ich bin übrigens gar nicht traurig, dass aus dem Trinkspiel nichts geworden ist. Union hat die Kommunikationsstrategie ganz offensichtlich in dieser Woche verändert. Der Effekt ist aus meiner Sicht wahrnehmbar. Die Leute verstehen die Beweggründe, selbst wenn sie vielleicht nicht zustimmen zur Entlassung von Keller. Der Wut-Faktor ist jetzt ein bisschen raus. Das ist vor dem Spiel morgen auch sehr wichtig.

  12. @ Sebastian: genau das ist mir auch aufgefallen, ehrlich gesagt hätte ich mich auch gewundert wenn das nicht passiert wäre, was wir jetzt brauchen ist Ruhe, Konzentration auf das was wichtig ist, wie es Hofi gestern richtig gesagt hat, das nächste Spiel ist wichtig. In diesem Sinne: U-N-V-E-U!

  13. Insgesamt ratlos.
    Der Dialekt natürlich erstmal grundsympathischer als Schwäbisch, aber die Dialektik zeugt jetzt nicht von Ideen, Impulsen, Neuerungen. Hofschneider will sich offensichtlich gegen Dresden auf den statistischen Trainerwechseleffekt verlassen.
    Vielleicht ja nicht überraschend, wenn der Trainer nur wenige Wachstunden Bedenk-, aber auch Plan- und Überlegungszeit hatte (“in zwei Tagen kann man keine Handschrift erkennen” auf die Eiserne Ketten Frage), aber was die Union Führungsriege überzeugt hat, dass Hofschneider der Mann für den Aufstieg ist, war jetzt in der PK gar nicht klar, weshalb die Konsternation bleibt.

  14. @ Julian Dierkes: nur ne Vermutung: vielleicht war ja das Kellersystem zu vorhersehbar geworden? Und wie du schon richtig sagst: in so kurzer Zeit kann man noch gar nichs sagen, ich finde die Aussage von Andre Hofschneider “von Spiel zu Spiel” sinnvoll, und warum sollte eine Trainer auch zu viel vorher preisgeben, richtig was erkennen kann man sowieso erst nach mehreren Spielen. Und was den Aufstieg angeht hat ja Hofi auch einen gesunde Auffassung. Finde ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.