Das war auf der Mitgliederversammlung wichtig

Die Zahlen, die Union-Präsident Dirk Zingler gestern auf der Mitgliederversammlung präsentierte, waren durchweg positiv. Erstaunlich finde ich die Entwicklung bei den Mitgliedern, bei denen Union um 2014 herum eine Phase der Stagnation erreicht hatte. Mich würde tatsächlich interessieren, wie viele der rund 4.500 Neumitglieder nach der Neuregelung der Vergabe der Dauerkarten eingetreten sind. Wenn die Zeitangabe unten stimmt, dürfte die gelbe Säule erst ab 01.07. dieses Jahres gelten.

Update 10.13 Uhr: Dirk Zingler sagte auf der Mitgliederversammlung, dass um die 700 Dauerkarteninhaber jetzt auch Mitglied wurden.

Quelle: 1. FC Union Berlin

Es waren vor allem die üblichen Bilanzkennzahlen, die positiv ausfallen. Union geht mit einem Gewinn von 1,128 Millionen Euro aus der abgelaufenen Saison und plant für die laufende Saison mit Einnahmen von 42,229 Millionen Euro und einem Gewinn von 86.000 Euro.

Die Zahlen könnt ihr alle in den Artikeln der Berliner Medien nachlesen:

Ich picke mir jetzt ein paar Themen von gestern heraus, wenn ihr einen umfangreichen Ticker der Veranstaltung nachlesen wollt, dann macht das bei @immnski auf Twitter.

Nachwuchsleistungszentrum

Der Kurier hatte bereits geschrieben, dass das Nachwuchsleistungszentrum im 1. Bauabschnitt teurer werden würde. Erhöht hat sich der Anteil von Union auf 5,2 Millionen Euro. Der Anteil des Landes Berlin bleibt bei 8,8 Millionen Euro. Die ursprüngliche abgemachte Kostenverteilung von 80:20 zwischen Land und Union hat sich also auf 59:41 verschoben.

Wichtig ist vor allem ein Satz, den Dirk Zingler sagte: “Wir werden keine anderen Vereine gegen deren Willen verdrängen.” Was auch immer das dann tatsächlich bedeutet. Es kann ja auch ein Angebot gemacht werden, das man nicht ablehnen kann. Die offizielle Planung sieht weiterhin vor, den zweiten Bauabschnitt mit Amateurstadion direkt neben das Internat und die Rasenplätze zu bauen, wie klar in den Planungsbildern zu sehen ist. Wir alle kennen aber auch den Letter of Intent zwischen Land Berlin und Union, der als Ausweichort das Käthe-Tucholla-Stadion daneben vorsieht. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten 2 Jahren darüber entschieden wird, denn 2021 läuft der Pachtvertrag des SSV Köpenick-Oberspree für das Gelände aus. Vielleicht hat das Land Berlin bis dahin das eigentliche Gelände erworben. Aus Unionsicht ist die Kommunikation mit den verschiedenen involvierten Parteien (Land Berlin, Bezirk Treptow-Köpenick und SSV Köpenick-Oberspree) ein Drahtseilakt und eine Aufgabe, um die ich niemanden der Beteiligten beneide.

Quelle: 1. FC Union Berlin

Fanshop im Zentrum Berlins

Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass die Eröffnung eines Fanshops im Frühjahr 2018 im Herzen Berlins angekündigt wurde. Vor ziemlich genau sieben Jahren hat Union einen gemeinsamen Fanshop am Ostbahnhof mit Hertha, Eisbären und Alba abgelehnt. Seitdem hat sich viel getan. Union hat das Merchandising komplett in eigener Hand, hat eine genaue Vorstellung, wie und was man präsentieren will und auch das ausreichende Know-how dafür. Und man kann das jetzt selbständig machen. Wenn ich mir einen Standort aussuchen könnte, wäre das wohl am Alexanderplatz. Nicht weil das besonders schön dort ist (ich arbeite jeden Tag dort und es die Gegend ist wirklich alles andere als schön), aber weil dort so viele Leute hinkommen. Mit Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn, Regionalbahn. Mal sehen, wo der Fanshop tatsächlich hinkommt.

Ultras gehen wegen der Personalie Andreas Lorenz in die Öffentlichkeit

Die Verpflichtung des ehemaligen Kurier-Sportchefs Andreas Lorenz als Leiter Medienstrategie war auch kurz Thema bei der Mitgliederversammlung. Vorausgegangen waren Spruchbänder im Stadion und am 20.11. ein nicht namentlich gekennzeichneter Kommentar der Ultragruppe Hammerhearts, der sich an der absolut transparent gemachten Hertha-Affinität von Lorenz stört.

Einen bekennenden Herthafan, der sich auch in schöner Regelmäßigkeit über die Herthafanszene äußert, einzustellen ist schon grenzwertig. An ihm weiterhin festzuhalten, nachdem er angekündigt hat, dass es sein Traum wäre, mal bei den Blau-Weißen zu arbeiten und er dies auch für einen Mindestlohn tun würde, macht einen Verein wie Union unglaubwürdig.

Union-Präsident Dirk Zingler wurde auf der Mitgliederversammlung gefragt, wie es denn sein könne, dass der Verein seine Unionfamilie hochlobt, aber einem neuen Familienmitglied von einigen keine Chance gegeben würde. Und ob er sich zu seinem Mitarbeiter bekennen könne.

Das war die Antwort des Präsidenten:

Den Personen, die sich der Personalie Lorenz stören, empfehle ich das persönliche Gespräch. Daraus dürfte auch klar werden, dass Union ihn nicht vom Kurier abgeworben hat. Und vielleicht kann man dann auch mal persönlich erfahren, was die Beweggründe für Lorenz waren, bei Union anzufangen und was er tatsächlich dort macht. Ob eine einseitige Kommunikation via Tapeten im Stadion oder über Websites, auf denen kein Kommentar möglich ist, in dieser Richtung zielführend ist, wage ich zu bezweifeln. Ich halte es für besser, miteinander zu reden als übereinander. Und so etwas als Thema dann auf Faszination Fankurve lesen zu müssen … Und vielleicht als letzte Anmerkung dazu: Es geht hier um einen Menschen. Vielleicht vergessen einige, was so eine öffentliche Kampagne für Auswirkungen haben kann.

Und sonst so bei Union?

Ein längeres Interview mit Jens Keller, der morgen am Spieltag 47 Jahre alt wird, gibt es beim RBB:

Alle Spieler (außer die Langzeitverletzten) hätten laut Kellers Aussagen in der Pressekonferenz (AFTV) und seien auch einsatzbereit (BZ), wobei aber nicht klar ist, ob beispielsweise Atsuto Uchida nach seiner langen Verletzung fit genug für einen Einsatz ist.

10 Gedanken zu „Das war auf der Mitgliederversammlung wichtig

  1. Zu Andreas Lorenz: Vorab, ich mag ihn und finde es gut, dass sein Wissen und Können nun für Union wirksam wird. Aber nicht jeder hatte das Glück, ihn persönlich kennen und schätzen zu lernen. Richtig ist, dass es Irritationen, bei weitem nicht nur in der Ultraszene, gab. Hat sicher auch mit Hertha zu tun, vor allem aber mit der schon vorher immer wieder aufgekommenen Frage der Identifizierung der Angestellten mit dem Verein, mit der spezifischen Fankultur usw. Hier ist in den letzten Jahren so manches in Entwicklung geraten. Auf Grund der Anzahl der Mitarbeiter infolge des Wachstums des Vereins, kann da nicht alles transparent und nachvollziehbar nach außen getragen werden. Muss es auch nicht. Wichtiger ist, ob es ein Grundvertrauen der Basis zur Vereinsführung gibt und in diesem Rahmen ist auch Kritik (bzw. öffentliches Hinterfragen mittels Transparent) völlig legitim. Auch das gehört nämlich zu unserer spezifischen Art, dass man Befindlichkeiten auch auf diesem Wege Ausdruck verleiht und Ausdruck verleihen darf. Trotzdem ist auch richtig, dass es eine direkte Kommunikation, ein miteinander Reden geben muss. Und das gab es zwischen Andreas Lorenz und Leuten von der Waldseite und wird es hoffentlich weiter geben. Es braucht Zeit, bis man einander kennenglernt hat und den anderen dann auch schätzt und Äußerungen aus der Vergangenheit richtig einordnen kann. Was dann nicht vollständige Deckungsgleichheit der Auffassungen bedeutet. Dass Faszination Fankurve das aufgreift (die dokumentieren übrigens nahezu alles, was in den Kurven so geäußert wird) ändert nichts daran, dass es jenseits der öffentlichen Diskussion auch weiter den Dialog geben wird und geben muss.

  2. Vielen Dank für deine Worte. ICh habe natürlich keine Probleme mit Tapeten und anderen Kommunikationsmitteln. Aber Anspucken oder mit Bier übergießen ist in unserer Familie der falsche Dialog

  3. Kann mir jemand, der Lorenz etwas besser kennt, seine Kompetenzen näher bringen? Ich habe ihn bisher nur als populistischen Boulevard-Journalisten wahrgenommen bzw. von Freunden Berichte über seine Oberflächlichkeit gehört. Was qualifiziert ihn denn für einen Job beim FC Wundervoll? Gibt es kein besseres Personal oder ist das nur ein weiterer Schritt in Richtung 08/15-Allerweltsverein ohne Werte und Profil?

  4. Vielen Dank für die Informationen zur Mitgliederversammlung und auch zu Andreas Lorenz. Mir ist er aufgrund des UNVEU Magazins schon sympathisch.
    Dass die Personalie wegen seiner “Vergangenheit” bzw. Aussagen von ihm kritisch beäugt wird ist bei unser aktiven Fanszene zu erwarten. Die beschriebene Art und Weise des vermeintlichen Dialogs geht so natürlich nicht.
    Ich würde mir wünschen, dass man seine Tätigkeit vielleicht etwas näher beschreibt und vielleicht mal ein Interview mit ihm macht um seine Beweggründe und auch seine Aussagen zu hinterfragen. Augenscheinlich ist das ja der Störfaktor.

    Deshalb danke auch für die Hintergründe die ihr hier immer liefert.

  5. als Teilnehmer: Danke für den sehr guten Bericht, ergänzen könnte man noch dass bei den Fragen nochmal das Thema Dauerkarten gut erläutert wurde, auch gab es eine positive Reakion doch mal eine Dauerkarte für den Amateurbereich zu prüfen oder auch der Wunsch nach Ratenzahlung der Dauerkarte (2 Raten pro Saison: 1x Hinrunde, 1x Rückrunde, die Antwort von DK klang wohlwollend, wer also so etwas wünscht kann sich an das Zeughaus wenden), gut waren auch die Anregungen zum Thema Ticketverkauf über ebay und wie man das besser verhindern kann (natürlich nicht mit personalisierten Tickets :-)), auch das Dauerthema An-/Abreise mit der BVG wurde behandelt. Zu dem Thema Lorenz: ich kann da beide Seiten verstehen, was Jan Grobi da gesagt und hier nochmal bekräftigt hat geht natürlich überhaupt nicht! Ansonsten wieder ein schönes Treffen der Unionfamilie.

  6. Mahlzeit. Da hier durch Jens Otto das Thema BVG aufkam, darf ich fragen was zur Sprache kam und wie die Lösung aussieht? Dankeschön.

  7. Der Verein wurde gefragt, ob es eine Kooperation geben wird mit der BVG.

    DK: ist Sache des Bezirks und der BVG. Union kann keine Lösungen anbieten

  8. @ micha774: ergänzend wurde darauf verwiesen dass es ja die Umfrage gab (so wie ich das verstanden haben unter allen Newsletter-Abonnenten, allerdings wurde ab einer bestimmten Zahl von Antworten die Umfrage geschlossen), dann gab es noch die schon mehrfach geäußerte Aussage das die BVG erst was machen will wenn wir bei den Tickets einen ÖPNV-Anteil aufschlagen und er hat das am Beispiel einer ermäßigten Karte vorgerechnet und kommentiert dass das einen 20%ige Preiserhöhung wäre…wenn ich das richtig verstanden habe, zur BVG kam noch dass sie nur begrenzte Abstellmöglichkeiten für zusätzliche Straßenbahnen habe. Wer sich mehr gemerkt hat, bitte ergänzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.