Jens Keller: “Straftraining gibt es bei mir nicht.”

Bevor ich mich gleich auf zum Wahllokal und danach auf Arbeit aufmache ein kurzer Blick zurück auf die Pressekonferenz gestern vor der Partie gegen Kaiserslautern am Montag Abend um 20.30 Uhr (gibt es in voller Länge auf AFTV). Es ist ja schon bei normalen Pressekonferenzen sehr schwer, etwas Konkretes aus Jens Keller herauszubekommen. Aber nach der Serie von 5 sieglosen Spielen hätten die Journalisten-Kollegen eher erfolgreich einen Pudding an die Wand nageln können, als Jens Keller dazu zu bringen, dass er erzählt, was er mit der Mannschaft genau gemacht hat nach der Niederlage in Sandhausen.

Was dem Trainer sehr wichtig war: Das Training am eigentlich freien Freitag war kein Straftraining. “Das gibt es bei mir nicht”, sagte Keller sehr bestimmt. Stattdessen hätten sie noch an Dingen gearbeitet, die gegen Sandhausen nicht so geklappt hätten. Welche Dinge? Ja, das hätte ich auch gerne gewusst, aber da blieb Keller vage.

Trainieren und reden, mehr könne er auch nicht machen. Das klingt vielleicht blöd, aber es stimmt auch. Für alles andere gibt es die Spiele, in denen sich die Erfolgserlebnisse geholt werden müssen, um dann wieder “in die Erlebnisse zu gehen”, wie Keller es formulierte. Damit meinte er, dass seine Spieler wieder Aktionen starten sollten, ohne vorher darüber nachzudenken, welche Folgen sie haben.

Alles schön und gut, aber wenn gegen Kaiserslautern kein Sieg herausspringt, sind diese Worte vergessen, denn eine Wahrheit bleibt beim von Jens Keller so bezeichneten “Ergebnissport Fußball” (gibt es eigentlich einen Sport, der kein Ergebnissport ist?): Er wird vom Ergebnis her bewertet. So wie jetzt gefragt wird, ob die Neuzugänge vielleicht nicht genug Druck auf die anderen Spieler machen, könnte es bei leicht anderen Ergebnissen auch heißen, wie gut Marcel Hartel und Marc Torrjeon sich als Neuzugänge in das Team eingefügt haben. Zu den in Sandhausen eingesetzten Spielern sagte Keller, dass er von deren Qualität weiter überzeugt sei, auch wenn das Spiel natürlich nicht dementsprechend war.

Zu den Personalien: Felix Kroos und Toni Leistner sind wieder im Training, nur Christoph Schösswendter ist etwas fraglich. Außerdem sind Marc Torrejon und Kenny Prince Redondo zwar ab und zu auf dem Platz, aber noch nicht voll im Mannschaftstraining und damit auch noch keine Option für den Kader. Bei Kenny Prince Redondo muss der Arzt sein okay geben, dass die Schulter voll belastbar ist. Marc Torrejon befindet sich noch im Rehaprogramm. Damit stellt sich die Innenverteidigung mit Fabian Schönheim und Toni Leistner gegen Kaiserslautern quasi wieder von alleine auf.

Überhaupt Kaiserslautern. Nach dem Trainerwechsel ist das vielleicht die große Unbekannte. Wie lässt Interimstrainer Manfred Paula spielen? Das beschäftigt auch die Berliner Medien:

Wirklich verraten hat Manfred Paula aber auch nichts und nur von positiver Grundstimmung, Kader besser als Tabellenplatz und so weiter gesprochen.

Überlassen wir also das Schlusswort Jens Keller, der sagte: “Wir sind weit davon entfernt zu sagen, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass wir das Spiel gewinnen.” Das glaube ich auch. Es wird vielleicht nicht schön werden, was wir am Montag sehen, aber ich habe keinen Zweifel daran, dass es sehr intensiv wird.

Und sonst so?

  • Der Kurier berichtet aus Südafrika von der AF2. Manches läuft dort (Flutlicht beispielsweise), aber es gibt auch Schwierigkeiten.
  • Die U19 hat gestern mit 1:4 gegen Hertha verloren und steht in der Bundesliga-Nord/Nordost nach 7 Spieltagen mit nur 1 Punkt auf dem letzten Platz.

  • Die B-Junioren haben dagegen mit 3:1 gegen Raba Leipzig gewonnen und stehen nach 7 Spieltagen mit 7 Punkten auf Platz 9.

  • Daniel Mesenhöler modelte gestern mit seiner Freundin am Berliner Dom herum. Ein wirklich sehr fotogener Mann:

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Und hier der Union-Torhüter am Auslöser:

1 thought on “Jens Keller: “Straftraining gibt es bei mir nicht.”

  1. Alle Sportarten in denen es eine B-Note gibt, würde ich in die Kategorie “nicht nur Ergebnissport” einordnen. Wenn auch da am Ende das Ergebnis zählt, hängt trotzdem – im Gegensatz zum “Ergebnissport Fußball” – viel von der Ästhetik ab. Mir fällt da beispielsweise Eiskunstlaufen ein.

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