Vielleicht fangen wir erst einmal mit einem korrekten Satz Trikots an

Union verliert 2:3 in Düsseldorf. Und, so bitter es auch klingt: Das hat sich das Team komplett selbst zuzuschreiben. Zu uninspiriert war die erste Halbzeit und nach einer starken Leistung in der zweiten Hälfte, in der das Spiel gedreht wurde, hat dann das gefehlt, was Union noch in der vergangenen Saison so stark gemacht hat. Eine Strafraumverteidigung, die dem Gegner ab 30 Meter vor dem Tor sagt: Mach dort, was du willst, aber hier kommst du nicht weiter! Oder wie es Daniel bei Eiserne Ketten schreibt: Union spielt bei Führungen keinen defensiven Ballbesitzfußball und schenkt den Ball in solchen Phasen zu leichtfertig weg.

Das Daumendrücken von Steven Skrzybski gestern hat jedenfalls nicht geholfen:

Auf geht's Männer, holt euch den Sieg 💪🏼🔴⚪️ @1.fcunion

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Und für alle, die beim 3. Gegentor einen klaren Torwartfehler sehen, können wir mal die Szene von Anfang an betrachten: Uchida verliert den Ball durch einen Querpass an der Mittellinie. Neuhaus wird nicht angegriffen, einfach nicht angegriffen und erwischt dann Jakob Busk auf dem falschen Fuß. Das kann Jakob Busk sicher besser, aber diese Szene darf so eben nie entstehen.

Überhaupt Uchida. Der Japaner stellte Licht und Schatten am Sonntag dar. Licht, weil er nach seiner Einwechslung noch mehr Zug ins Spiel brachte und vor allem seine Ballmitnahme vor dem zwischenzeitlichen 2:1 für Union war etwas, was ich in der Zweiten Liga so noch nicht bei Union gesehen habe. Diese Klasse ist eigentlich weit über dem Niveau von Union. Jedenfalls wenn sein Körper mitspielt. Den Schatten hatte ich schon vorhin beim letzten Gegentreffer erwähnt. Und dann war da noch das falsch beflockte Trikot, auf dem Uschida stand …

Erstes Ziel für das nächste Auswärtsspiel:

Uchida wurde nach dem Spiel in Düsseldorf auf Schalke noch von seinem Ex-Klub verabschiedet, was ich sehr schön fand:

Und hier gibt es die Berichte der Berliner Medien zum Spiel:

Fotos vom Spiel gibt es bei unveu.de, zum Beispiel dieses hier, auf dem jemand hinter Präsident Dirk Zingler in unserem Drachenboot-Shirt auf der Tribüne steht:

Seinen gewohnten Kommentar (unter anderem) zum Unionspiel gibt Ex-Kurier-Sportchef Andreas Lorenz in seiner lesenswerten Kolumne Montagmorgen-Bundestrainer ab.

Aber es ist nicht alles schlecht: Zum Beispiel senden wir heute Abend ab 20 Uhr wieder unseren Podcast zum Spiel live und ich bin mir sicher, dass wir auch über diese Strafraumszene sprechen werden, in der ein Düsseldorfer von hinten über Sebastian Polter stolpert, dabei auch den Union-Angreifer zu Fall bringt und der Schiedsrichter dann Stürmerfoul pfeift. An Jens Kellers Stelle wäre ich da explodiert.

Dann feiert Stephan Fürstner heute noch seinen 30. Geburtstag. Hier schon mal der Glückwunsch von Verteidiger Fabian Schönheim, der die 30 auch schon erreicht hat:

Und die letzte Geschichte geht natürlich gut aus, auch wenn wir uns dafür etwas von berlin entfernen müssen: Björn Kopplin gewinnt in Dänemark mit Aufsteiger Hobro (aktuell Tabellenzweiter) und schießt dabei sogar ein Tor selbst, nämlich das zum zwischenzeitlichen 2:1. Und was für ein Treffer das war:

3 Gedanken zu „Vielleicht fangen wir erst einmal mit einem korrekten Satz Trikots an

  1. Was mich besonders geärgert hat, waren Jacobs weite Abschläge nach unsrer Führung. So geht Ballbesitzfußball nicht.

  2. Danke fürs Lob und verlinken des MMBT!

    Ganz kurz zu Jakob Busk: Die Aufnahme aus der totalen suggeriert dem Hirn “klarer Torwartfehler”. Aber eigentlich beginnt ja mit dieser These erst die richtige Arbeit. Die Recherche.

    Bei den anderen Kamerapositionen sieht man

    a) dass ein Mitspieler Jakob Busk wohl die Sicht auf den ballführenden Düsseldorfer und dann auch Torschützen nimmt.

    b) dass dieser Mitspieler den Ball vielleicht sogar noch einen Tick abfälscht

    und, am Wichtigsten,

    c) dass JB als er die Gefahr erkennt auf die (logische?) rechte Ecke (aus seiner Sicht) spekuliert, dadurch nicht die volle “Länge” nach links bekommt.

    Torwartfehler? Für mich nicht.

  3. Ich sehe es auch so, dass uns die gute Strafraumverteidigung komplett abhanden gekommen ist, schon die ganze Saison und auch weite Teile der letzten Rückrunde. Wir sind ja fast schon wieder auf dem Niveau der Schießbude der Liga – nur Uwes Dynamo-Truppe hat mehr Tore kassiert, was ja bei ihm auch ein bisschen Tradition ist. ;) Wobei ich unser Problem nicht nur bei den Verteidigern festmachen würde, sondern auch irgendwo im Mittelfeld: Es kommt einfach zu viel im oder um den Strafraum an. Klar, dass dann auch mal was schiefgeht.
    Da wir dass schon mal besser konnten (siehe z.B. Auswärtssieg in Unterzahl letztes Jahr bei 1860), sollte es mit ein bisschen gezieltem Training und taktischen Feinabstimmungen behebbar sein. Mir kommt es z.B. so vor, als ob die Außenverteidiger etwas zu offensiv agieren und dadurch hinten zu viel Gefahr fürs eigene Tor resultiert. Gerade über Trimmels Seite sind die Gegner schon sehr oft durchgebrochen. Trimbos Offensivqualitäten in allen Ehren, aber die Kernaufgaben sollte man vielleicht nicht so vernachlässigen.

    Wie sieht es Taktikguru Daniel?

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