Auch für Sky gilt: Integration ist keine Einbahnstraße

“Immer dabei sein, wenn der DFB-Pokal in den Osten geht” – So zuckersüß mit regionaler Identität wirbt Sky gerade per Post, wie uns Dennis Morhardt auf Twitter zeigt. Wir lesen weiter: “Kann die Hertha ein Finale zu Hause feiern? Stürmen die Bullen zum Pokal?” Wir haben es kapiert, Sky zeigt alle DFB-Pokalspiele. Auch die aus dem Osten.

Blättern wir also weiter und schauen, wen Sky alles so im Osten verortet. Immerhin sind mit Hertha, Leipzig, Union, Aue und Dresden schon einmal 5 Vereine aus Ostdeutschland in der Bundesliga und Zweiten Liga vertreten. Dazu noch andere Klubs im Pokal, die sich über Platzierung (Magdeburg) oder Landespokal (Erfurt, Rostock, etc) qualifiziert haben. Und so sieht Ostdeutschland dann bei Sky aus:

Leipzig, Hertha, Dresden und Rostock erkenne ich sofort. Aber wo sind Union und Aue? Und was macht Borussia Dortmund hier in der Aufzählung? Klar hat die Stadt Dortmund und der BVB als Verein riesige Probleme mit Rechtsextremismus, aber deswegen gleich nach Ostdeutschland verlegen?

Vielleicht finden alle Spiele im Osten statt und deswegen ist Union hier nicht dabei, dachte ich weiter. Schließlich ist das Pokalspiel in Saarbrücken. Aber Rielasingen-Arlen und Dorfmerkingen liegen beide in Baden-Württemberg. Weitere Vereine, die neben Union und Aue hier fehlen: Cottbus, BFC Dynamo, Halberstadt, Magedburg, Chemnitz, Erfurt. Da sind schon genug emotionalisierende Klubs dabei, weshalb man nicht auf Dortmund ausweichen muss. Sorry Sky, aber wenn schon regional werben, dann vielleicht auch mit ein bisschen Wissen über die Region. Auch für München, die Heimat von Sky, gilt mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung: Integration ist keine Einbahnstraße. Kommt doch mal rüber!

Bleiben wir kurz beim Spiel in Saarbrücken am Sonntag, für das sich Union extra 10 neue Trainingsbälle gekauft hat (Kurier). Jemand vom SC Paderborn schrieb gestern:

Nichts gegen Paderborn, ich wünsche dem Klub und vor allem Steffen Baumgart als Trainer alles Gute. Aber ich möchte nicht, dass mein Verein eine ähnliche sportliche Kurve wie Paderborn hinlegt. Und dank Serienkiller Jens Keller haben wir ja alle in den vergangen 12 Monaten unseren Aberglauben verloren. Und das betrifft auch die ewige Unionweisheit, man würde sowieso in Runde eins rausfliegen. Ich muss sagen, dass ich Weiterkommen schon ziemlich geil finde. Der Kurier mutmaßt, dass uns viele Wechsel in der Startelf bevorstehen könnten. Sicher ist auf jeden Fall, dass Daniel Mesenhöler im Tor stehen wird.

Bild/BZ schreiben, dass Damir Kreilach (32 Zweitligatore) den Tor-Rekord von Torsten Mattuschka (41 Zweitligatore) jagt.

Noch ein kleiner Hinweis, falls es euch in die Haupttribüne verschlägt: Dort hängen aktuell sehenswerte Fotos aus dem Stadion von Maximilian Gödecke. Eine Ausstellung, die der Wirtschaftsrat von Union unterstützt hat. Leider habe ich keine Ahnung, wie wir als Normalmenschen da jetzt einfach reinkommen. Aber wer eine Stadionführung macht, wird die Fotos auf jeden Fall sehen können. Und im Zweifelsfall einfach mal fragen:

Falls ihr euch fragt, wem Christopher Trimmel vorgestern live auf Instagram das Bein tättowiert hat, dann schaut mal beim nächsten Spiel auf die Bein von Union-Physio Thomas Riedel.

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