Union bleibt Union. Egal in welcher Liga.

Was die Tabellenführung verändert habe, wurde Dirk Zingler gestern Abend im Deutschen Theater von 11Freunde-Redakteur Christoph Biermann gefragt. Und der Unionpräsident verwies als Antwort auf den morgendlichen Pressespiegel. normalerweise enthalte er 4 Artikel über Union. Nun seien es plötzlich 42 gewesen.

Wobei Dirk Zingler mit diesem Medieninteresse vielleicht noch rechnen konnte. Aber sollte der sportliche Erfolg anhalten, dürften Tage wie gestern, als Sky mit einem Übertragungswagen das Spielersatztraining derjenigen filmte, die am Montag nicht oder nur wenig gespielt haben, normal werden. Das wäre eine starke Umstellung für alle.

Über die Veranstaltung im Deutschen Theater schreibe ich morgen mehr (da habe ich mir einen Tag für Union freigenommen, aber bei Radioeins gibt es eine Zusammenfassung, danke Annette für den Hinweis). Vielleicht so viel vorneweg: Es gab keinen Punkt, der überraschend war und nein, über den möglichen Stadionausbau wurde nichts gesagt. Dazu wird es eine größere Veranstaltung für alle Unioner im Frühling geben.

Dirk Zingler zeigte sich bei den Daten der Jahreszeit auch sehr faktensicher: “Der geht bis 21. Juni.” Meine Vermutung: Nach Saisonende wird das vorgestellt. Das hatte auch der Kurier letzte Woche mal erwähnt, dass so lange die Konzentration auf “Scheiße, wir steigen auf!” liegen wird. Das gleiche gilt für die Frage der Kartenverteilung bei Heimspielen im nächsten Jahr. Auch hier ist übrigens klar: Es wird Gruppen geben, denen das nicht gefallen wird.

Ich sinniere im Moment darüber nach, was ich mit den ganzen Jubelartikel über Union eigentlich anfangen soll (wie hier in der Welt: Diesem Klub fliegen Herzen aus ganz Deutschland zu oder die BZ, die Berlinern erklärt, was bei Union so los ist, was angesichts der Größe und Vielfältigkeit von Berlin gar nicht so absurd ist, wie es vielleicht klingt, wenn eine Berliner Zeitung Berlinern erklärt, was bei einem Berliner Klub geschieht).

Klar ist, sie sind nicht für uns geschrieben, die wir ins Stadion gehen. Sie sind noch nicht einmal für Unioner geschrieben. Sie erklären Union für alle da draußen, die Union noch mit dem BFC Dynamo verwechseln (weil: ist ja alles irgendwie Ostberlin).

 

Und deswegen finde ich die Artikel ganz gut. Sollen sie da draußen von Union hören. Sollen sie sich fragen, was das eigentlich für Leute sind da in Köpenick. Ist mir alles lieber, als wenn sich keiner für Union interessiert. Wird natürlich etwas anders werden bei uns. So wie mit dem Sky-Übertragungswagen gestern auf dem Vereinsgelände. Aber hej, vergleicht Union heute mit Union vor ungefähr 10 Jahren. Als beispielsweise 2006 das 40-jährige Vereinsjubiläum noch auf dem verregneten Parkplatz neben der Geschäftsstelle im Plattenbau in der Hämmerlingstraße gefeiert wurde und nicht vor Tausenden im Velodrom wie im vergangenen Jahr.

Der Wandel ist enorm in jederlei Hinsicht. Und trotzdem ist Union weiter Union geblieben. Das ist nicht mehr so gemütlich wie in der Regionalliga oder Oberliga. Aber ganz ehrlich: Wir wollten damals auch alle raus aus den Ligen, die doch jeweils nur ein anderes Wort für Bedeutungslosigkeit sind.

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In dem Zusammenhang möchte ich noch einmal wirklich allen diesen Text von Campi ans Herz legen, der das mit der Angst vor dem Aufstieg noch einmal endgültig klärt: “Wir wollen jedenfalls erste Liga! Vielleicht gar nicht mal für uns, aber dieser Trainer, diese Spieler, dieses Team hinter dem Team … die haben es sich sowas von verdient. Und wo die hingehen, gehen wir halt auch hin.”

Das kann Bundesliga sein. Das kann Oberliga sein. Dazu passt der erste Teil der Serie von “Union in English” über Ereignisse der vergangenen Jahre bei Union: Rock Bottom – Oberliga Nordost 2005/06

Was passierte mit den Aufstiegskröten?

Nicht vorenthalten möchte ich euch das letzte Bild der Aufstiegskröten, das zeigt wie sie wieder sicher aus dem Stadion gebracht wurden:

Und erinnert ihr euch noch an die Klasse aus der Köpenicker Merian-Schule letzte Woche? Die bekam Besuch von Union-Sponsor Harald Layenberger persönlich, der ihnen Tickets für das Spiel gegen Aue vorbeibrachte (und Eiserne Riegel 😀 ). Hier das Beweisfoto:

Foto via Nick FDler

Ich mag das Engagement von Harald Layenberger bei Union und vor allem rund um Union und die vielen angrenzenden sozialen Themen sehr. Das ist von meiner Außensicht her Sponsoring, wie es besser kaum geht. Und ja, er war gestern auch im Deutschen Theater dabei und hat sich die Veranstaltung mit Dirk Zingler noch angesehen.

Interview mit Stephan Fürstner und eine Torwartfrage

Kommen wir zum Sport: Bei Eiserne Ketten gibt es ein ganz interessantes Interview mit Stephan Fürstner über das Nürnbergspiel, über seine Aufgabe im defensiven Mittelfeld und über die sehr unterschiedlichen Spielzeiten, die er bisher bei Union hatte. Ich mag, wie unaufgeregt das Gespräch geführt ist und wie allgemeinverständlich Fürstner über taktische Aufgaben spricht.

Eventuell gibt es in der nächsten Woche eine Entscheidung über die Besetzung des Tors für den Rest der Rückrunde. Das hängt davon ab, ob Jakob Busk tatsächlich wieder fit ist nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel. Beweisen kann er das am Donnerstag beim Test gegen Empor (19 Uhr, Jahnsportpark). Die Morgenpost schreibt (und die BZ hatte am Sonntag schon davon berichtet), dass Jens Keller in der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt hat, dass es wohl auf eine Bauchentscheidung hinausläuft. Aus Jakob Busks Sicht dürfte das nicht so gut klingen.

Philipp Hosiner bekommt zurecht viel mediale Aufmerksamkeit:

Und weil wir auf einer Welle der Euphorie surfen, gibt es noch viel mehr Texte der Berliner Medien über Union:

Hier noch zwei Texte, die auf das 1:0 gegen Nürnberg zurückblicken:

Und besonders ans Herz legen möchte ich euch das Interview mit Pauline Wimmer auf der Vereins-Website. Die 15-Jährige spielt jetzt in der Zweiten Liga bei den Frauen des 1. FC Union mit.

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