2:1 gegen den FC St. Pauli: Die einzige Serie, die hält, ist die von Jens Keller, der jede Serie bricht

Ich brauchte gerade eben erst einmal eine Tasse Kaffee, denn mir ist so, als würde ich das 2:1 beim FC St. Pauli nur träumen. Geht euch das auch so, wenn ihr so etwas lest?

  • erster Sieg beim FC St. Pauli überhaupt
  • 5. Sieg in Folge
  • 2. Tabellenplatz

Schaut mal in diesem Video auf die Gesichter der Spieler. Diese Freude ist doch unglaublich. Ich habe das Gefühl, dass wir emotional alle gerade die selbe Welle reiten:

Ich könnte jetzt darüber schreiben, dass ich mich an die Tor-Kombi Sebastian Polter und Damir Kreilach gewöhnen könnte. Oder dass Polters Tor, bei dem ihm der Ball auf das rechte Knie fällt, derweil er eigentlich mit links schießen will, einen Ausgleich in der Liste der Kacktore herbeiführt, die bei Duellen am Millerntor zwischen beiden Klubs gefallen sind. Ich habe jedenfalls den Treffer von Marc Rzatkowski nicht vergessen, den er vor zweieinhalb Jahren beim 3:0 des FC St. Pauli erst im dritten Versuch an Micha Parensen vorbeigestochert bekam (gibt es hier noch auf AFTV zu sehen).

Aber mein Fokus liegt auf anderen Spielern. Ich bin beeindruckt, wie Emanuel Pogatetz trotz des deutlich sichtbaren Geschwindigkeitsnachteils bestand. Schwierig wurde es für ihn, wenn der Gegner Tempo aufnehmen konnte. Oder er wie in der ersten Halbzeit auf die Außenbahn drängte um den Gegner zu stellen.

Interessant war eine Situation von Pogatetz gegen Cenk Sahin, bei der ich in der Bewertung auch falsch lag. Hier das Zitat aus dem Kicker-Ticker:

Aufregung im und um den Berliner Strafraum. Bouhaddouz schießt seinen Gegenspieler aus ganz spitzem Winkel volley an. Doch die eigentliche Szene spielte sich kurz davor ab. Pogatetz wollte per Foulspiel den Schnellangriff unterbinden. Schiedsrichter Stegemann zeigte Vorteil an, zeigte anschließend aber keine Gelbe Karte für den Österreicher.

Der Kommentator von Sky beharrte da ebenso auf Gelb und ich wunderte mich auch, warum es da keine Verwarnung gab. Und hier die Auflösung vom Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben auf Twitter, die klar macht, dass der Schiedsrichter alles richtig bewertet hat:

Und das ist der Geist der Regel:

Es ist also nicht richtig, dass dies ein Fehler von Schiedsrichter Sascha Stegemann war. Und es ist ebenfalls nicht richtig, dass Emanuel Pogatetz eigentlich hätte mit Gelb-Rot den Platz verlassen müssen, weil er in der 81. Minute tatsächlich Gelb sah. Deshalb stimmt es auch nicht, dass Pogatetz wegen Gelb-Rot-Gefahr hätte ausgewechselt werden müssen. Was wäre das auch für ein Zeichen gewesen an den Österreicher?

Überhaupt Österreicher: Christopher Trimmel machte gestern wieder ein sensationell starkes Spiel. Diese Bogenlampenflanke über St. Paulis Keeper Philipp Heerwagen auf den Kopf von Damir Kreilach zeigte auch die Übersicht, die der Außenverteidiger hat.

Dazu passt aus meiner Sicht eine Szene aus der 1. Halbzeit, die leider nicht zum Tor führte: Trimmel erkämpft sich in der 45. Minute vor dem eigenen Strafraum den Ball, läuft von dort diagonal auf die rechte Außenlinie zu und hebt dabei zweimal den Kopf um, dann einen 50-Meter-Pass auf Steven Skrzybski zu spielen, der alles zeigt, was Union gerade ausmacht: Selbstbewusstsein, Spielverständnis, Technik und vor allem eins: Direktheit. Dieser Pass … Wow!

Christopher Trimmel bei der Vorlage auf Damir Kreilachs 2:, Foto: Hupe/union-foto.de

Schade, dass in der 1. Halbzeit die 1:1-Situationen der Angreifer gegen den sehr starken Philipp Heerwagen nicht erfolgreich zu Ende gespielt wurden.

Überragende Mannschaftsleistun🔴⚪️ #eisern #eisernunion #sieg

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Zum Ende des Spiels war zu merken, wie krass anstrengend das Spiel war. Ich hatte das Gefühl, dass St. Pauli trotz Anschlusstreffer nicht so massiv noch nachlegen konnte, wie sie es vielleicht gewollt hätten. Denn läuferisch und von der Zweikampfintensität war das von beiden Teams ein sehr starkes Spiel. Und auch wenn Jens Keller in den letzten Sekunden der Pressekonferenz nach dem Spiel dem FC St. Pauli viel Glück gegen Hannover in der nächsten Woche gewünscht hat (PK gibt es auf AFTV), so ist doch das stärkste Zeichen, dass Union momentan aussendet: Wir schaffen das aus eigener Kraft.

Hier die Spielberichte der Berliner Medien:

Und hier die Fotos vom Spiel:

Unseren Podcast gibt es am Sonntagabend um 20 Uhr live. Und besonders ans Herz legen möchte ich euch Campis Gedanken zum Thema Aufstieg und Abstieg bei den Eisernen Wildsäuen, die ich absolut teile: Aufstieg jetzt! Von dieser Saison werden wir vielleicht für immer reden.

Zum Abschluss wünsche ich dem gestürzten Union-Fan gute Besserung!

4 Gedanken zu „2:1 gegen den FC St. Pauli: Die einzige Serie, die hält, ist die von Jens Keller, der jede Serie bricht

  1. Danke Sebastian – schön die Gedanken mit deinem Blog frühmorgens zu sortieren und zu wissen, dass es doch kein Traum war :)

    Was ich noch los werden wollte: wer mir beim Jubeln jedes Mal auffällt, als wäre er ein kleines Kind ist Michael Gspurning. Der hüpft bei jedem Tor an der Seitenlinie, ist nach jedem Schlusspfiff einer der ersten auf dem Platz und grinst auch in deinem Video über beide backen. Ich finde das sagt ne Menge auch über den Team Spirit aus…..

  2. Falls es schlecht läuft und doch nur für die Relegation reicht ;) mal ne Frage:
    Gelten die Dauerkarten auch für das Relegationsspiel, oder sollte man schon mal anfangen, sich einen Clickbot für den Onlineverkauf zu programmieren?

  3. Früher galten Sie meines Wissens auch für Relegations-Heimspiele… Aber nach 5 Jahren schwäbischem Exil hat sich mit Sicherheit einiges geändert…

  4. Pingback: Wir wissen nur eine Sache über die Relegation: Die Dauerkarten wären für die extra Spiele nicht gültig | ***textilvergehen***

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