Kommen, gehen, bleiben. Union ist im Fluss, nur wer wird steuern?

Kreml-Union-Astrologen heraus! Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln findet heute im Stadion die Spieltagspressekonferenz statt. Die letzte Möglichkeit, von Trainer Uwe Neuhaus etwas “nur zum Spiel” zu erfahren. Allgemeinere Fragen beantwortet der 53-Jährige ungern. Erst recht nicht vor der Kamera. Wäre also der passende Zeitpunkt, im Gesicht des Trainers zu lesen. Ich bin auf die Interpretationen gespannt.

Uwe Neuhaus auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Cottbus (31.03.2014; Foto: Koch)Foto: Koch

Die Gemeinschaftsredaktion Bild/BZ geht in der Zwischenzeit weiter voran. Unabhängig von der Entscheidung über die Zukunft von Uwe Neuhaus bei Union nennen die Boulevardblätter Positionen, auf denen in der Mannschaft der Umbruch stattfinden muss.

Gehen wir mal mit: Neuer Torwart ist klar. Bei Daniel Haas, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, gehe ich von einer Vertragsverlängerung aus. Das hatte ich vor einiger Zeit mal detaillierter für die Morgenpost aufgeschrieben.

Das auf links beim Duo Parensen/Kohlmann mehr Konstanz und Torgefährlichkeit hinein muss, ist offensichtlich. Ich bin sehr gespannt, wie die Lösung dafür aussieht.

Es gibt bereits Mattuschka-Alternativen im Kader

Beim Mittelfeld stimme ich mit dem Kollegen von Bild/BZ nicht überein. Für Mattuschka gibt es bereits Alternativen im Kader, die meiner Meinung nach beide das Potential haben, den Spielführer, der optisch sich immer mehr einem U-Boot-Kapitän annähert, zu entlasten und zu beerben. Das wären Björn Jopek, der nach Kreuzbandriss wieder voll spielfähig ist. Und vor allem Martin Dausch, der aus meiner Sicht zu wenig auf dieser Position eingesetzt wurde. Zuletzt hat er bewiesen, dass er das Spiel gerade durch die Steilpässe sehr schnell machen kann.

Uwe Neuhaus nach dem Spiel gegen Aalen enttäuscht (29.11.2013; Foto: Koch)Foto: Koch

Was den Angriff betrifft, bin ich wahrscheinlich zu leidenschaftslos. Ich erwarte von reinen Stürmern gar nicht mehr so viele Tore. Für mich sind sie erste Verteidiger und Zielspieler. Wichtig ist, dass der Rest der Offensive mitarbeitet. Die besteht im Idealfall aus fünf Spielern, die alle bei Ballbesitz in Positionen aufrücken sollten, von denen aus sie zum Abschluss kommen. Bestes Beispiel dafür ist Sören Brandy. Negativ fällt da vielleicht Benjamin Köhler auf, der aber nie besonders torgefährlich war (116 Bundesligaspiele/16 Tore; 169 Zweitliagspiele/20 Tore). Das war meiner Meinung nach das eigentliche Problem, die Angreifer waren zu sehr vorne isoliert. Meinetwegen kann es personell mit Nemec/Terodde/Skrzybski so noch einmal in die nächste Saison gehen.

Wer führt den Umbruch durch?

Um beim Thema von gestern zu bleiben: Zuerst muss klar sein, wer die sportlichen Entscheidungen in der nächsten Saison treffen wird. Vorher wird wohl kein weiterer Transfer über die Bühne gehen. Schwierig ist für uns Außenstehende dabei, dass sich bei Union niemand erklären muss, wenn keine Änderung vollzogen wird. Denn dann bleibt Uwe Neuhaus uneingeschränkter sportlicher Leiter, der seinen Vertrag bis 2016 erfüllt. Würde man jetzt sagen “Neuhaus bleibt”, hieße das im Umkehrschluss, dass ernsthaft über den Wechsel nachgedacht wurde. Ich nehme den ersten Satz von oben noch einmal heraus: Union-Astrologen heraus! Deutet die Zeichen!

Uwe Neuhaus auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Bielefeld (19.12.2013; Foto: Koch)Foto: Koch

Personell gab es zwei Veränderungen in diesem Jahr, die aber nachdenklich machen:

  • Daniel Stenz: Der Leiter des EisernLab, der die Datenanalyse bei Union eingeführt hat, ist Mitte Februar gegangen. Und zwar möglichst weit weg. Nach Vancouver.
  • James Croft: Der englische Rasendoktor, der das Grün bei Union verantwortete, hat gekündigt und ist bereits seit Anfang März nicht mehr dabei. Als der Artikel über “Union in English” im Tagesspiegel erschien, war Croft schon nicht mehr bei Union.

Auf beide Personalien war Union stolz, weil sie den Verein strukturell in seiner Entwicklung nach vorne gebracht haben. Beide sollen angeblich wegen Unstimmigkeiten mit dem Trainer gegangen sein.

WM im Stadion glotzen

Der Kurier nimmt die Aktion von Union auf. Auf dem eigenen Sofa im Stadion WM schauen. Wer mitmachen möchte, findet auf der Aktions-Website alle Informationen dazu.

 

2 Gedanken zu „Kommen, gehen, bleiben. Union ist im Fluss, nur wer wird steuern?

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