Teve086 – Der ballführende Spieler interessiert mich am wenigsten

Mythisch aufgeladen sind die Vorstellungen von der Video-Analyse. Jedenfalls war für uns die technische Leistungsdatenerfassung und ihre Auswertung bisher ein weißer Fleck im persönlichen Fußballverständnis. Im Büro von Unions Video-Analysten Daniel Stenz ist von dieser von außen hereingebrachten Mystik dann wenig zu spüren. Mehr Sachlichkeit geht kaum. Schreibtische, Computer, viele Ordner und ein großer Monitor dominieren den Raum über dem Medien-Container. Knapp 90 Minuten lang erklärt uns Daniel Stenz das EisernLab und welche Rolle es bei Union spielt.

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6 Gedanken zu „Teve086 – Der ballführende Spieler interessiert mich am wenigsten

  1. Einfach genial, vielen dank dafür – ich ziehe meinen Hut.

    Das ist einfach ein sehr umfangreicher Einblick, den ihr uns ermöglicht habt.

    Aber ich hätte mir gewünscht das ihr der Datenschutzfrage noch ein wenig mehr nachgeht, vor allem im Bezug zu den Spielern.

    D.h. wie geheim hält Union die Daten? Welches Recht auf die Daten hat der Vetragsspieler bzw. die Eltern des B-Jugendlichen, gibt es z.B. eine Festlegung im Vertrag zu dem Thema?

    Dennn ähnlich wie ich mich aufrege, wenn z.B. Facebook meine empfindlichen Daten an irgendwelche Konzerne verkauft, könnte ich mir vorstellen das es den einen oder anderen Spieler gibt, der keine gute Saison gespielt hat und sich darüber aufregen könnte das Union diese Daten weitergibt. Bzw. muss er nicht mal schlecht gespielt haben, denn ich habe z.B. auch keine peinlichen Bilder oder empfindlichen Daten im Netz, aber ich finde es absolut verwerflich, wenn meine Daten ohne das Wissen meinerseits weitergegeben werden. Darauf zu antworten mit: “Das gehört absofort zum Profifußball dazu” – wäre wie die These “Filmt, kontrolliert und speichert alles über mich, ich habe eh nichts zu verbergen.”

    Und zum Abschluss: wie geniel wäre es bitte, wenn es tatsächlich klappen könnte, mal einen Fantreff mit Daniel und Uwe für eine Taktikanalyse nutzen zu können? Oder im besten Falle so etwas regelmäßig stattfinden zu lassen, meinetwegen offener – mit unterschiedliche spielen von unterschiedlichen Teams und Ligen. Hach, ein Traum…

    Textilvergehen, macht bitte weiter so!

    Gruß aus Britz – Felix

  2. felix:

    Ohne das jetzt nachgefragt zu haben, mutmaße ich mal, dass der Verein mit den erhobenen Daten schon aus Eigeninteresse mehr als pfleglich umgeht. Diese Daten stellen einen nicht zu unterschätzenden Wert dar. Du hast natürlich Recht, wenn Du sagst, dass das Thema Datenschutz hier sicherlich eine neue Dimension erhält, mit der Vereine so bisher noch nicht konfrontiert waren.

    Was die Eigentumsverhältnisse dieser Daten angeht, ist das sicher eine Frage, die im äußersten Zweifel Gerichte klären müssen. Und ja, im Prinzip ist das Argument “das gehört zum Profifußball dazu”, auch wenn Du es nicht magst, schon das richtige. Wenn Spieler und Verein entsprechende Klauseln im Vertrag haben (und ich bin mir recht sicher, dass es die gibt) und dieser dann unterschrieben wird, dann wird es für Eltern oder sonstige Dritte eher schwer, die Verwertung dieser Daten zu verhinden. Und die Parallele zu “Ich hab ja nichts zu verbergen…” zieht meiner Meinung nach hier auch nicht wirklich, da diese Daten ja tatsächlich integraler Bestandteil des Jobs als Fußballspielers sind.

  3. Super Beitrag,

    mit solchen Einblicken, kann man Vertrauen und Hochachtung den Vereinsverantwortlichen gegenüber entwickeln. Termin gut gewählt,das Aushängeschild Eisernlab wird zum richtigen Zeitpunkt präsentiert.

    Dank Euch

  4. Habe mir gerade mal die Buchempfehlungen und ein paar Rezesionen dazu angeschaut. Ich habe den Eindruck, dass “Revolutionen auf dem Rasen: Eine Geschichte der Fußballtaktik” von Jonathan Wilson ziemlich genau das ist, wonach Sebastian gefragt hat und was auch mich sehr interessieren würde.
    Hat das Buch schon jemand gelesen?

    Eisern aus dem Rheinland,
    Silvio

  5. Ach schön, ich kenne das nur als “Inverting the Pyramid”, ich wusste gar nicht, dass es das auch auf deutsch gibt.
    Sehr gutes Buch, sehr kenntnisreicher und sympathischer Autor.

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