Monthly Archive for April, 2011

Bochum gegen Union live

Zur Feier des Tages wagen wir heute mal ein Experiment. In ein paar Stunden breche ich auf nach Bochum zm Spiel des VFLs gegen den 1.FCU. In der Hoffnung, dass der iPhone-Akku, das Vodafone-Netz und mein Technik-Karma mich nicht im Stich lassen, werde ich das Spiel live aus dem Stadion bloggen. Ich habe keine Ahnung, ob das alles so klappen wird, aber einen Versuch ist es allemal wert.

Startzeit: Irgendwas um 18 Uhr (sobald wir im Stadion sind).

P.S.: Falls hier nach 18 Uhr nix passiert, dann ist der Handyempfang im Bochumer Stadion ähnlich gut wie an der Alten Försterei. Dafür entschuldige ich mich pro forma schonmal im Voraus. Aber seien wir mal optimistisch.

Das war das Live-Blog:

Stolz wie Bolle.

Wir hatten die Ehre und das Vergnügen, das Vorwort für das letzte Stadionheft zu schreiben. Weil nicht alle eins abgekriegt haben -wir, zum Beispiel- kommt hier der Text.

Liebe Unioner,

das Fußballblog textilvergehen.de wurde in der vergangenen Woche mit dem Publikumspreis der Deutschen Welle als bestes, deutschsprachiges Blog ausgezeichnet – und das Publikum, das seid ihr. Ihr habt mit ziemlich überwältigender Mehrheit für uns abgestimmt.

Unser Blog beschreibt Fußball in Berlin, Union ist unser wichtigstes und größtes Thema. Wir werden dabei von vielen Unionern unterstützt. Es sind die Fotografen, die ihre Bilder zur Verfügung stellen, die Podcaster, Leser, Kommentatoren und überhaupt alle, die dort Texte schreiben und geschrieben haben. Ohne euch wäre es nicht geworden, was es geworden ist. Es ist der Verein, der unsere Arbeit ermöglicht. Genauso beteiligt sind aber auch Freunde, die unsere Kinder hüten, damit wir Interviews machen können. Freunde, die mit einem Kofferraum voller historischer Stadionhefte vor der Tür stehen, mit einer guten Idee oder mit einer großen Portion Eintopf. Dieser Preis gehört uns allen zusammen.

Ich denke, jeder Fan unterstützt seinen Verein auf die eigene Art mit dem, was er am besten kann. Wir schreiben und fotografieren – wir haben nichts anderes gelernt. Natürlich bestätigt uns der Blog-Award in dem, was wir tun. Am meisten freut uns aber die positive Aufmerksamkeit, die der 1.FC Union Berlin durch eine solche überregionale Auszeichnung erfährt. Dass wir die Guten sind, kann zwischen Rosenheim und Rostock ruhig jeder wissen.

Ich wünsche uns allen ein gutes Spiel.
Eisern!

Saisonziel erreicht. Alles muss raus.

Früher war mehr Lametta. Jedenfalls wurde dieses Mal der Klassenerhalt weniger euphorisch gefeiert als noch im letzten Jahr. Vielleicht lag es daran, dass vor der Partie gegen Ingolstadt schon der Verbleib in der 2.Liga feststand. Vielleicht aber auch daran, dass Union nie richtig im Abstiegskampf steckte, sondern sich die Saison über nur nie richtig von ganz unten befreit hat.

Wir diskutieren mit Robert anhand einer Äußerung von Chinedu Ede über die Bewertung der Saisonleistung von Union. Auslöser dafür war die Beschwerde von Uwe Neuhaus und Christian Beeck über eine Meinungsäußerung des freien Journalisten Matze Koch:

Doch insgesamt gesehen spielt die gesamte Mannschaft eine sehr bescheidene Saison.

Quelle: sports-kick.de

Ein dritter Schwerpunkt neben der Nachbetrachtung des Spiels ist ein Angebot, das gerade bei Union vielen sauer aufstößt. Bei Groupon wurden Tickets für das Match gegen Ingolstadt verramscht.

O-Töne im Podcast

01:33 Min Uwe Neuhaus zum Spiel gegen Ingolstadt
26:39 Min Chinedu Ede zieht ein Saisonfazit
35:17 Ahmed Madouni über die Anspruchshaltung der Fans

Quelle: AFTV

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Hinterher alles früher besser gewusst.

Den versprochenen Podcast vom Spiel gegen Frankfurt vor zwei Wochen reichen wir nun pflichtschuldigst nach. Neben der berechtigten Befeierung von Karim Benyamina fällt uns vor allem eins auf: Alte Meinungen sind der Realitätscheck schlechthin. Im Rundfunk wird ja zurecht davon gesprochen, dass sich Meinungen versendeten, also vergessen werden. Wir äußern jedenfalls die feste Überzeugung, dass Dominic Peitz bei Union bleiben wird (bei 01:12:15 h). Diese Info kann sofort vergessen werden.

Inhaltlich beschäftigten wir uns gemeinsam mit Hans-Martin mit dem Spiel, das, wie wir heute wissen, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt lieferte. Außerdem spielen natürch die Benyamina-Festspiele und die Kaderplanung für die nächste Saison eine Rolle. Zu dem Zeitpunkt hieß es allerdings nur: Stürmer gesucht.

O-Töne im Podcast

00:00:20 Mannschaftsaufstellung des FSV Frankfurt
00:01:56 Mannschaftsaufstellung des 1.FC Union Berlin
00:30:33 Patrick Klandt (Keeper Frankfurt)
00:32:00 Torsten Mattuschka
00:41:25 Karim Benyamina
01:20:15 Bonus: Lied für Karim Benyamina

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Bilder: Stefanie Lamm

Wir werden siegen oder verlieren.

Beim letzten Heimspiel wurde ein neues Lied im Stadion an der Alten Försterei gespielt. Eine gemeinsame Produktion von InExtremo und Lopez.

InExtremo und Lopez – Wir werden siegen oder verlieren

Lopez heißt eigentlich Chris Lopatta. Und er ist Schauspieler. Unioner kennen ihn aus dem Theaterstück zum Spiel. Wenn Lopez erzählen soll, wie es zu der Zusammenarbeit mit Inextremo kam, wird klar, dass nicht immer alles so glatt läuft, wie es im Nachinein aussieht. Wie er zum Beispiel Kay Lutter, dem Bassisten von InExtremo über den Weg gelaufen ist: “Kay habe ich kennengerlernt, da war ich halbtags Pförtner an der Musikhochschule. Er hat dort Bass studiert. Ich habe gewartet, dass ich Schauspiel lernen kann.” Die Bindung zwischen den beiden hält bis jetzt.

Gemeinsam haben sie ein Lied aufgenommen. Nach der Melodie des erfolgreichen Liedes “Vollmond” von InExtremo. Lopez erklärt, wie es dazu kam: “Beim Konzert fiel mir das Lied als Ohrwurm auf. Zuerst hatte ich nur den Refrain gedichtet. Den fand Kay gut. Er hat mir dann gesagt, dass wir das auch richtig aufnehmen könnten.” Kay ist selbst auch Unioner. Eine Grundhaltung wie er findet: “Ich bin nicht Unioner, weil die Mannschaft erfolgreich ist. Ich bin es geworden, weil ich auf der richtigen Seite stehen wollte. Wir sind eben die Guten.”

Unterstützt wurden Kay und Lopez vom Gitarristen Sebastian Lange. Der saß im März im Tonstudio in der Greifswalder Straße hinter der Glasscheibe und dirigierte die Aufnahmen. Herausgekommen ist ein Lied, das eine Grundhaltung von Union transportiert. Auf Neudeutsch müsste es wohl Philosophie heißen. Es geht nicht um Spieler oder Fans. Es geht um den Verein. Nicht nur eine hohle Phrase. Darum müsste das Lied aus Trotz vor allem nach Niederlagen gespielt werden, findet Lopez.

Bilder: Stefanie Lamm

Tausend Tränen tief.

Dominic Peitz wird Union verlassen. Zum Saisonende. Der Vertrag läuft aus. Als die E-Mail mit der Nachricht heute in meinem Postfach aufblinkte, war ich geschockt. Nicht weil ein Vereinswechsel eines Fußballprofis etwas Besonderes ist. Sondern weil Dominic Peitz und der 1.FC Union wie füreinander geschaffen schienen. Es war wie die plötzliche Trennung eines Paares, das lange zusammen war.

Vor fast einem Jahr, am 10. April 2010 hat sich Dominic Peitz in mein Herz gespielt. Nein, nicht gespielt. Gekämpft. Geackert. Gegen einen damals schier übermächtigen Gegner. Auf dem Betzenberg gegen den unangefochtenen Tabellenführer Kaiserslautern. Peitz rannte und schloß jede sich bietende Lücke. Pure Willenskraft war ihm ins Gesicht geschrieben.

Selbst als Lautern in der 72. Minute in Führung ging, gab Union nicht auf. Sechs Minuten später mit dem Ausgleich explodierte nicht nur die Stimmung in der Kneipe im Prenzlauer Berg. Auch Dominic Peitz ließ alles aus sich heraus. Zum Sieg hat es dann nicht gereicht. Aber der Punkt war gefühlt der wichtigste in der ganzen Saison.

Vergessen war der Disput mit dem Abräumer, den ich am Spieltag zuvor mit ihm hatte. Es ärgerte ihn, dass ich Karlsruhe als einen auf dem Papier schlagbaren Gegner bezeichnete. Und ebenso wie auf dem Platz verteidigte er auch verbal konsequent seine Meinung. Höflich, aber bestimmt.

Ich beglückwünsche Dominic Peitz zu dem Angebot, Bundesliga spielen zu können. Obwohl mir das Herz blutet. Obwohl ich weiß, dass damit Union eine Korsettstange verliert. Aber er hat in den zwei Jahren bei Union gezeigt, dass nicht nur das Talent, sondern vor allem der Wille entscheidend ist, um sich als Fußballprofi zu behaupten.

Einmal Unioner, immer Unioner.

The other Chelsea – Eine Geschichte aus Donezk

Die Europameisterschaft 2012 wird in Polen und der Ukraine stattfinden. Wenn sich Nachrichten und Dokumentationen der Ukraine nähern, ist viel vom Gegensatz zwischen Ost und West, von der Sprachgrenze zwischen Ukrainisch und Russisch die Rede. Um den tatsächlichen Gegensatz zwischen einer reichen Machtelite und Menschen, die sich irgendwie durchwursteln, geht es hingegen in dem Dokumentarfilm “The other Chelsea – A Story from Donetsk” des Berliners Jakob Preuss.

Die Donbass-Arena bringt den Bergarbeiter Sascha und den Politiker Kolja zusammen. Fast entsteht der Eindruck, dass der Fußball diesen größtmöglichen Gegensatz zusammenbringt. Aber tatsächlich sind beide im Stadion von Schachtar Donezk nur gleichzeitig an einem Ort. Der Bergarbeiter Sascha bringt als Fan seine letzten Ersparnisse auf, um seinem Klub im Europapokal zu folgen. Kolja sieht den Klub und dessen Erfolge, wie den Gewinn des UEFA-Cups 2009, als Vehikel für seine politische Karriere.

Über allem steht Rinat Achmetov. Der reichste Mann der Ukraine. Daher der Filmtitel. Mit dem Unterschied, dass Achmetow aus Donezk stammt und seinen Klub liebt. Ein großer Unterschied zu Abramowitsch und Chelsea. Seit der vormalige Präsident 1996 einem Bombenattentat zum Opfer fiel, ist er Klubpräsident.

Doch im Film taucht Achmetow nicht auf. Kolja, der aufstrebende Jung-Oligarch, spricht von ihm nur mit gesenkter Stimme. Jakob Preuss erklärt das so: “In Donezk herrscht eine wahnsinnige Obrigkeitshörigkeit. Der Name von Achmetow wird nicht genannt. Er wird dann nur als ‘der Präsident’ tituliert. Es ist zu spüren, dass er über Karrieren oder ihr Ende entscheidet.”

Die wilden 90er Jahre sind vorbei. Trotzdem hat Kolya Angst bekommen. Er will die Rechte an dem Film kaufen, damit er in der Ukraine nicht ausgestrahlt wird. Er befürchtet, dass seine politische Karriere, die in der Ukraine mit der Lizenz zum Gelddrucken verbunden ist, Schaden nimmt. Ganz anders die Bergarbeiter, die pragmatisch sind und bei der täglichen Arbeit ihr Leben riskieren. Zum aus Donezk stammenden Präsidenten Janukowitsch, der von ihnen gewählt wurde, haben sie eine klare Meinung: “Besser ein Bandit von uns, als ein Bandit von den anderen.”

Der Film des 35-jährigen Jakob Preuss zeigt, wie oberflächliche Gegensätze nur scheinbar welche sind. Natürlich kann sich Kapitalismus mit sowjetischer Nostalgie verheiraten. Das ist kein Widerspruch. Ein Bild von Stalin im Büro macht eben noch lange keinen Kommunisten. Ganz im Gegenteil.

Der Film “The other Chelsea” läuft in Berlin im Kino:

19. April 2011 20:30 Uhr Filmtheater am Friedrichshain
20. April 2011 18:00 Uhr Passage

Stadion schön. Rasen gut. Leistung Katastrophe.

Düsseldorf gegen Union. Oder Union gegen Düsseldorf. Ein Trainer von beiden Klubs hat nach Partien gegeneinander immer einen dicken Hals. Dieses Mal musste sich Uwe Neuhaus beherrschen. Das zusammengesteckte Stadion neben der Austragungshalle des Eurovisionswettbewerbs war für ein Donnerwetter des Trainers nicht ausgelegt.

Wir diskutieren mit Robert und Hans-Martin über das Spiel in Düsseldorf und darüber, ob Straftraining eine sinnvolle Maßnahme ist. Zum Schluß geht es noch um Ostern in der Alten Försterei.

Bei Minute 19:10 gibt es einen kurzen O-Ton von Torsten Mattuschka bei AF.TV, dem wir den Titel des Podcasts verdanken.

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Selbstre:ferentiell.

Vom 13.-15. April fand im Berliner Friedrichsstadtpalast die re:publica statt, die jährliche Konferenz über Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft. Zum zweiten Mal mit einem Fußball-Thema. Zum ersten Mal mit einem Vertreter der DFL.

“Vom Supporter zum Reporter – Fußballwelt im Medienwandel” lautete das Thema der Diskussionsrunde, die wie auch im vergangenen Jahr Alexander Endl moderierte. Mit Oliver Fritsch und Max-Jacob Ost saßen zwei im Netz publizierende Sportjournalisten mit auf dem Podium, so dass die Relevanzdebatte über Sportblogs, Kommentare und Foren auf den ersten Blick überflüssig erschien. Kommt es darauf an, wo man veröffentlicht, oder ist nicht vielmehr entscheidend, ob man Substantielles beizutragen hat? Hier fehlte die Klarstellung, was mit “Fanreporter” eigentlich gemeint war.

Fußballfans gelten in der Masse als meinungsstark, aber argumentationsschwach. Warum soll man ihre Äußerungen dennoch berücksichtigen? Weil Meinungsstärke eben auch eine Stärke ist. Es finde online eine andere Art der Öffentlichkeitsarbeit statt, konstatiert der Fanbeauftragte der DFL, Thomas Schneider. Wenn “etwas passiert”, warte auch die DFL nicht auf das Polizeifax, sondern greife auf Blogs und Foren zurück.

Die Pressesprecherin des 1.FC Nürnberg, Kataharina Wildermuth möchte zwar Blogger und Pressevertreter nicht gleichsetzen, sieht sie aber als am Informationskreislauf Beteiligte an. Die Vereine müssten sich öffnen, meint sie. Wenn Blogger verlässliche Partner seien, spräche nichts dagegen, sie als solche zu behandeln und sie einzubeziehen. Eine ähnliche, erstaunlich positive Äußerung fügte Thomas Schneider an. Auch die DFL müsse ihr Akkreditierungswesen überdenken und Bloggern Informationszugang ermöglichen.

Unscharf bleiben dabei doch immer die Begriffe. Ist Jens Weinreich, ist Oliver Fritsch Blogger oder Journalist? Als häufigstes Unterscheidungskriterium wird nicht die Qualität der Beiträge oder die Arbeitsmethodik, sondern die Wirtschaftlichkeit genannt. Der Journalist muss ökonomisch denken. Seine Geschichten müssen sich verkaufen. Davon lebt er. Der Blogger unterliege diesen Beschränkungen nicht. Online kann ohne Rücksicht auf Textlänge publiziert werden. Kein Thema ist so abseitig, dass man nicht darüber schreiben könnte und dennoch Leser findet. Im Grunde liegt genau an dieser Stelle die Chance einer friedlichen Koexistenz, wenn nicht gar einer Kooperation mit den Vereinen und den traditionellen Medien.

Viel interessanter war die umgekehrte Frage, ob sich die Fußballvereine, Trainer und Spieler ihrerseits sozialer Medien bedienen. Auffällig ist dabei, dass es mehrheitlich die kleineren Vereine sind, die in diesem Bereich vorbildliche Arbeit leisten. Ihr Zielpublikum ist oftmals ohnehin schon auf Twitter oder Facebook, es entstehen keine zusätzlichen Kosten für Hard- oder Software, man hat einen direkten Rückkanal und die Kommunikation ist oft sehr persönlich. Je größer die Vereine sind, desto eher bedienen sie sich entweder einer Agentur oder verzichten ganz darauf, soziale Medien zu nutzen. Schwellenangst, nennt Thomas Schneider das. Die Scheu, sich als inkompetent darzustellen. Hinzu kommt aus seiner Sicht, dass sich beispielsweise Trainer fragen, ob sie auf Facebook müssen, weil Felix Magath da auch ist. Ob es ein Maßstab ist, dass das 188.536 Leute gut finden. Die nicht unberechtigte Angst vor Cybermobbing und shitstorms spielt eine Rolle. Dass sich einzelne Spieler mit Hilfe ihrer Sponsoren dort exponiert darstellen, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Beispielhaft seien Lionel Messi und Cristiano Ronaldo genannt. Man tut als Verein gut daran, nicht die Übersicht zu verlieren.

Auch die DFL hat erkannt, dass die Fans in Sachen Kommunikation den Vereinen weit voraus sind. Die Konsequenz, die Thomas Schneider daraus zieht: Es wird in der kommenden Saison Qualifizierungsmaßnahmen für die Fanbeautragten, die Kommunikationsbeauftragten und die Sicherheitsbeauftragten der DFL-Vereine geben.

Momentaufnahmen.

Wenn einer Karim Benyamina sagt, denke ich zuerst an sein Tor gegen den BFC Preussen 2006. Mir fällt die Choreografie nach dem 8:0 ein, Doppelhalter mit den Gesichtern der Spieler. Eure Namen in unseren Herzen. Von der 2. Liga träumten wir zu der Zeit eher heimlich, und Karim Benyamina wurde “Flipper” genannt – nicht immer liebevoll.

Im letzten Podcast 2010 sprachen wir über Gewinner und Verlierer der Hinrunde. Auf der Sonnenseite sahen wir ganz klar Karim Benyamina, Zweitligastürmer, der gerade in die algerische Nationalelf berufen worden war. “Flipper” sagte schon lange niemand mehr.

Sein Vertrag wird am Saisonende nicht verlängert. Der Bruch ist hart. An den Reaktionen darauf kann man die Widersprüche ablesen, die im System Profifußball stecken. Während man als Fan die Verjüngung der Mannschaft fordern kann, ohne auf verdiente Spieler zu verzichten, sortiert man als Verein kurzerhand aus. In der 2.Liga gibt es keinen “etwas anderen Verein”, was die Kaderplanung betrifft. Es gibt nur Wahrscheinlichkeit und ein begrenztes Budget.

Karim Benyamina ist viel weiter gekommen, als ihm je einer zugetraut hat. Unübersehbar sind die Parallelen zwischen seiner Karriere und dem Weg, den Union genommen hat. Sein Anteil daran ist groß. Uwe Neuhaus und Christian Beeck wären nicht die ersten, die ihn unterschätzt haben.