Monthly Archive for September, 2010

Alte Tante, neues Image

Hertha wurde in den letzten Jahren sehr häufig der Vorwurf gemacht, sich bei der Öffentlichkeitsarbeit zu sehr an der großen Welt und in der Region Berlin-Brandenburg vor allem um das Umland gekümmert zu haben. Dies sei verantwortlich für das bisweilen blasse oder graue Image des Vereins. Seit dem Weggang des Managers Dieter Hoeneß, der aus dem blau-weißen “schlafenden Riesen” einen Verein in Richtung Bayern München machen wollte, hat sich in der Öffentlichkeitsarbeit einiges geändert. Der Abstieg in die zweite Liga wurde zum Anlass genommen, stärker als Berliner Verein mit Ecken und Kanten wahrgenommen zu werden. Als Beispiel können die Videos “Zeckes Außenbahn” von Andreas Neuendorf gelten.

Ein weiterer Punkt bei der Rückbesinnung auf Berlin ist die Aktion “Hertha hautnah”. Der Verein wird im Laufe der Saison fünf Mal in der Stadt auf Plätzen anderer Vereine trainieren. Heute war die Premiere auf dem neuen Gelände von Sparta Lichtenberg. Etwa 600 Anhänger kamen auf den Platz des Landesligisten, der als Skyline das Kraftwerk Rummelsburg und die Hochäuser des Stadtteils zu bieten hat. Neben den üblichen Aufbauten eines lokalen Radiosenders und von Sponsoren gab es einige echte Anreize. Zum Beispiel mehr als 50% günstigere Tickets. Der Heimatverein wurde auch bedacht und erhielt neben der medialen Aufmerksamkeit auch 50 Cent von jeder verkauften Bratwurst und jedem verkauften Bier.

Dass der Slogan “Hertha hautnah” nicht einfach nur eine leere Hülse war, konnte man in den Gesichtern der Anhänger lesen. Diese umlagerten den Trainer Markus Babbel oder den verletzten Patrick Ebert. Trotz bedeckten Himmels und einsetzenden Nieselregens war die Stimmung freudig aufgeregt. Den Fans war anzumerken, dass sie einerseits selbst selten ein Training der Hertha besucht noch die Spieler derart nah zu Gesicht bekommen hatten. Nach dem Training, das abgesehen vom Umfeld eine normale Einheit war, kamen Spieler wie Raffael kaum zur Umkleide. Sie bewegten sich schleppend in einer Traube von Kindern vom Platz, die schnatternd nach Autogrammen verlangten.

Auch Unions Pressesprecher Christian Arbeit schaute vorbei und beobachtete den Trubel. Das neue Image scheint zu fruchten, wobei natürlich ein erster Platz in der Tabelle eine mehr als gute Unterstützung ist. Und doch lugt ab und zu die alte Hertha noch hervor, die etwas angejahrt riecht. Nicht in Lichtenberg, sondern via Bildzeitung, in der Frank Zander ein neues Herthalied exklusiv vorstellte. Abseits der bekannt fürchterlichen Fußballyrik beeindruckt das Stück mit offensichtlich zeitloser musikalischer Untermalung aus den 80er Jahren. So mancher Herthafan entschuldigte sich schon für die Entgleisung. Aber Herthas Pressesprecher Gerd Graus nimmt die Angst, dass das Lied die neue Hymne werden könnte. Das, so Graus, würden die Fans im Stadion entscheiden.

Bilder: Sebastian Fiebrig

AF.TV – Fernsehen aus der Alten Försterei

Im zweiten Teil des Podcasts unterhalten wir uns mit Hannes Teubner von AF.TV über das Vereinsfernsehen von Union. Dabei geht es auch um Interessenkonflikte und eine Diskussion, die die FAZ unter dem Titel “Zensurbehörde Bundesliga” führt. Den Gegenpart gibt entsprechend Mathias Bunkus (Berliner Kurier), der AF.TV nicht nur positiv sieht.

Abseits von dieser allgemeinen Diskussion werden Fragen aufgegriffen, die im Unionforum gestellt wurden und die vor allem die Möglichkeiten und die Ziele dieses neuen Mediums für den Verein betreffen. Ein weiterer Gast in der Diskussion war Robert.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Große Erwartungen.

Manchmal liest man vor dem Spiel die Mannschaftsaufstellung und staunt. Dann diskutiert man mit dem Nebenmann, wie das wohl gemeint sein könnte. Am liebsten möchte man es sofort in Lego bauen – einfach, um es sich besser vorstellen zu können. Wir besprechen das Spiel gegen den MSV Duisburg mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Hannes Teubner (AF.TV) und Robert und fassen uns dabei nicht ganz so kurz wie Milan Å aÅ¡iç (“Die wo arbeiten mehr, da geht der Ball auch im Tor.”). Weil wir uns im Gegenteil ziemlich viel zu sagen hatten, erscheint dieser Podcast in zwei Teilen. Und mit Lego gebaut haben wir außerdem.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Der Peitz´sche Flügellauf.

(Die sechs unbeteiligten Duisburger Spieler haben wir aus Gründen der Übersicht weggelassen.)

Teuer erkauft.

Vom kuscheligen Platz auf der Couch, am Tresen oder auch von den Zuschauerrängen sagen sich solche Sätze ganz leicht, wenn die Ergebnisse mal nicht stimmen. Die Spieler müssten Gras fressen. Und jetzt müsse dorthin gegangen werden, wo es weh tue.

Beim 2:0 des 1. FC Union Berlin über den MSV Duisburg musste der medial schon mit dem perfekten Moment seiner Entlassung konfrontierte Trainer Uwe Neuhaus drei Mal gezwungenermaßen auswechseln. Und die Zuschauer bekamen plastisch illustriert, was sich auch hinter der Phrase “Gras fressen” verbergen kann.

Ahmed Madouni

Der neue Abwehrchef blieb kurz vor Ende der ersten Hälfte nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Torhüter liegen. Neben dem Tor von Jan Glinker wurde er behandelt. Duisburgs Angriffe ließen in der Zeit Erinnerungen an das Spiel in Osnabrück wach werden. Dort kassierte Union ein Gegentor, als der Innenverteidiger Göhlert außerhalb des Platzes behandelt wurde. Dann das Zeichen zur Bank. Wechsel. Wie im Heimspiel gegen Hertha, als Rauw verletzt vom Platz musste, kam Göhlert kalt ins Team. Madouni ging mit schmerzverzerrtem Blick und Eisbeutel auf der Schulter zur Kabine.

Nach der Pressekonferenz verblüffte Trainer Neuhaus die Journalisten mit einer kleinen Ausführung über die verschiedenen Grade einer Schultereckgelenksprengung. Niemand wusste etwas mit seinen Begriffen Tossy 1, Tossy 2 und Tossy 3 anzufangen. Aber ganz sicher wird diese Woche bei den Nachfragen nach der Diagnose von Madouni von Seiten der Journalisten mit der Rockwood-Einteilung gekontert.

Michael Parensen

Frisch von einer mehr als langwierigen Verletzung im linken Knie genesen, zeigte Parensen im Spiel gegen Hertha und Osnabrück wie wichtig er für das Aufbauspiel von Union ist. Er ging auch gegen Duisburg keinem Zweikampf aus dem Weg. Bei einem Zusammenprall in der zweiten Halbzeit mit Duisburgs Julian Koch, der erst gar nicht so schlimm aussah, blieb Parensen liegen. Koch fiel beim Zusammenprall auf das lädierte linke Knie des Unioners.

Wieder das Handzeichen für eine Auswechslung. Von den Rängen kamen Anfeuerungsrufe und es berührte wohl alle im Stadion als der weinende Michael Parensen auf einer Trage aus dem Stadion getragen wurde. Fast alle Mitspieler versuchten ihn auf dem Weg aus dem Stadion zu trösten und gute Besserung zu wünschen. Aber auch dieser Bruch wurde von der Mannschaft bewältigt.

Der Moment der Auswechslung von Michael Parensen im Stadion

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Halil Savran

Erst im Nachhinein erklärte Uwe Neuhaus, dass auch seine dritte Auswechslung nicht freiwillig erfolgte. Savran wurde von Wadenkrämpfen geplagt und musste in der 71. Minute durch Mosquera ersetzt werden. Für Uwe Neuhaus war das Spiel gegen Duisburg damit eine Partie, in der er nicht durch Einwechslungen eigene Impulse setzen konnte.

Santi Kolk

Der Abgang des Holländers passt nicht ganz in diese Kategorie, da er selbst verschuldet war. Allerdings passt er doch wieder hinein, denn er schwächt Union im nächsten Auswärtsspiel bei 1860 und zwingt Uwe Neuhaus neben den beiden Umstellungen für die verletzten Parensen und Madouni zu einem dritten Personalwechsel.

Kolk erhielt zwei Minuten vor Schluss nach einem kurzen Gefecht mit einem Duisburger Spieler vom Schiedsrichter die gelbe Karte. Noch während der Referee ihm die Karte zeigte applaudierte der Holländer und machte eine Handbewegung, die wohl dem Duisburger Spieler signalisieren sollte, dieser hätte sich vorher fallengelassen. Ob die Gesten dem Schiedsrichter oder dem Gegenspieler galten, war unwichtig, denn Kolk erhielt prompt die gelb-rote Karte.

Der Holländer gab sich danach zerknirscht, erkärte allerdings, er hätte nicht gewusst, dass man in Deutschland für Händeklatschen eine gelbe Karte erhalten würde. Kapitän Mattuschka, der beim Schiedsrichter nach eigenen Angaben noch “Fingerspitzengefühl” gefordert hatte, stellte Kolk allerdings auf Nachfrage keinen Rabatt für die Strafe für die Mannschaftskasse in Aussicht, denn das wüsste dieser bestimmt, dass es für solche Aktionen Gelb gibt.

Bilder: Stefanie Lamm

Kämpfen und siegen.

1. FC Union Berlin – MSV Duisburg 2:0 (0:0)

Bilder: Stefanie Lamm

Don’t Panic!

For a long period of my life I believed that the Zebra was closer to a dog than a horse and that they communicated with a complicated clicking language. This was proved to me as being utter nonsense whilst watching “Stripes”, a crappy film about a racing zebra that later comes on to a hot female horse. I don’t think that Disney would have sanctioned an ending to a film with inter species relationships, it would be a step too far, so I changed my scientific opinion. Anyway, all of this useless information is helpful to illustrate why a lifetime spent on the high Veldt working with the fauna wouldnt have worked. But thats the wonder of this game we love. I would never be allowed to write for well regarded zoology publications due to my glaringly obvious lack of any knowledge about the subject, whereas one quote from the Tagesspiegel describing me as a football writer, and bobs your uncle, I’m fully qualified to tell Uwe Neuhaus, a man who has managed and played professional football for his whole working life, how to set up a team to beat Duisburg. The zebras.

English tactical brain

So, with that in mind, this is what I would do for Sundays game, and it is unremittingly English. Apologies Herr Neuhaus in advance, but I think its time for 4-4-2. Simple tactics for a simple game.  In the Bundesliga both Stuttgart and Monchengladbach are playing what you would call a classic 4-4-2, and no-one would have the sheer balls to suggest that it’s working out particularly well for either, but it’s worked out okay so far for Kaiserslautern, who are playing the same fast and defined systen that made them look so much better than everybody else last year in the zweiteliga. It can work in this league, the key is a bit of pace and a bit of ball retention and movement. Union have the players for it, and it could be a cathartic process to say, “hey fuck it if they score a couple of goals, but we’ll just have to score more”, Helenio Herrera would go mental but why not try a reversal in the mindset of a team that is losing belief in the simple things that they were doing so well at the start of last season.

We’ll start at the back. All four goals Osnabruck scored on Wednesday came from defensive errors. There’s little that Herr Neuhaus can do about it, if you train all week on something and then Göhlert or Madouni simply let their marker go free in the box. So take the pressure off a bit, and try and make the opposition defenders deal with the tricky balls, both through the middle and from the wings. Dominic Peitz, while  making Terry Butcher look undermotivated, needs more time to pick a pass out than most. It’s not his job. He’s a destroyer- my friend Dave loves Peitz and has nicknamed him “the Tree”, it’s quite apt- but his inclusion already makes the back four infer that they are not up to the job and need a babysitter. Think of it as a proto-Marxist manouevre, an arm around the shoulder, “Madouni (mate), you have nothing to lose but your chains”. I like Madouni. I like the way he shouts at his colleagues, there is something very English about him as an old fashioned centre half (he would certainly fit into the stereotypes of what is required from one in the home of football), but he can pass the ball quickly and succinctly.

Michael Parensen and Torsten Mattuschka, equally, can then have the space in which to move the ball. Either forward to Benyamina’s feet, or out wide to try and get Mosquera into the box where he is at his most dangerous. For this you need Brunneman on the left and (heres the gamble) Quiring on the right. With his pace Quiring could get behind most defenses in this league, and if he can start getting the crosses in could become a real secret weapon in Köpenick. His presense would mean that behind him Christoph Menz would have to stay disciplined, but he repaid the trust Neuhaus put in him in spades against Hertha, so why not let him rise to the occasion again? Brunnemann and Kohlmann have built up a good understanding on the left, and that side should be one of Unions strongest outlets.

So, and lets be honest, that just leaves the question of the strikers and I would give a final throw of the dice to Mosquera and Benyamina. Mosquera’s first touch always was a a bit clumsy to say the least, so get him into the box where he can be a real handful. Again with Benyamina, he doesn’t like to drop back or out wide chasing the ball around. Get it to his feet where he can use his pace to run at the Duisburg defenders while Mosquera pulls them around with his gangling movement.

It’s only the 6th game of the season and, in the immortal words of the Hitchikers guide to the galaxy, Don’t panic. It needn’t be written in large friendly letters, even though they do help. After the same amount of games last year Frankfurt had just a single point too and they stayed up. Unfortunately it is the default position of the football fan. We all know what is wrong, and we all know how to win every game. Down the pub I have reconciled the bipolarities of Menotti and Billardo whilst equally being able to be pragmatic and build ateam around Roberto Baggio at the same time. The armchair is a very easy place to coach from indeed. So Uwe, if you’re reading this feel free to ignore it. Don’t panic and stick to your job mate, chances are you’re better at it than most of us.

Krise? Krise.

Der 1. FC Wundervoll befindet sich in einer Krise. Das wird im Podcast nach der 4:1 Niederlage in Osnabrück natürlich thematisiert. Ebenso haben wir uns gemeinsam mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier) und Robert daran gemacht, zu analysieren, was konkret in Osnabrück schief lief.

Auch wir können uns einer Trainerdiskussion nicht verschließen, versuchen sie aber abseits der üblichen Mechanismenrhetorik zu führen. Und wir loten die Schmerzgrenze der Unioner insgesamt aus. Zum Schluss kommt allerdings die entscheidende Frage: Wann gibt es eigentlich Punkte? Die Antwort gibt es auf dem Platz.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Den Titel des Podcasts haben wir uns bei @keanofcu geliehen.

Was tun?

Eine Frage, die beschäftigt. Wie kann der idealistische Mensch die Welt im Kleinen ändern? Auf den Fußball bezogen müsste die Frage lauten: Was kann Uwe Neuhaus im Kleinen ändern, damit die Mannschaft des 1. FC Union wieder in die Erfolgsspur findet?

Daran schließt sich für Uwe Neuhaus die Frage an: Welche Mittel verbleiben noch? Nach dem Pokal-Aus gegen den Viertligisten Hallescher FC gab es eine kritische Auswertung und Frust. Das erste Punktspiel in Aachen brachte einen glücklichen Punkt, der über ein schlechtes Spiel hinwegtäuschte. Es gäbe noch einiges zu verbessern, sagte Uwe Neuhaus auf die das Eckballverhältnis von 15:1 zugunsten der Aachener angesprochen. Nichts wurde besser im Spiel gegen Fürth. Es gab eine 1:2 Niederlage, die man noch glücklich zum Ausgleich hätte wenden können, wenn Kolk den Elfmeter getroffen hätte. Der Trainer charakterisierte die erste Halbzeit als “mit das Schlechteste, was wir in den letzten drei Jahren zu Hause geboten haben.” Daraufhin etwas angezogenere Zügel beim Training. Ein Taktikwechsel nach der Länderspielpause. Doch der brachte nichts.

In Paderborn setzte es eine Niederlage gegen einen uninspirierten und selbst auch verunsicherten Gegner. Und Uwe Neuhaus macht, was er selten tut. Er kanzelt seine Mannschaft ab: “Eigentlich nehme ich das Team in Schutz, aber das kann ich heute nicht mehr machen. Die Konter zeugen schon von Dummheit. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft absolut versagt.“ Danach gab es die üblichen Krisenreaktionen: Straftraining, Streichung freier Tage, Aussprache.

Nach dem Punkt im Heimspiel gegen Hertha versprach man, dort weiterzumachen, wo man aufgehört habe. Die Mannschaft hatte sich in ein Spiel zurückgekämpft, das eigentlich schon verloren aussah. Der Trainer hatte zu dem Spiel auf vier Positionen gewechselt. Doch im heute stattgefundenen Spiel konnte die Mannschaft das nicht umsetzen und verlor 4:1 in Osnabrück. Beim Halbzeitstand von 2:1 wechselt Neuhaus bereits auf zwei Positionen und kurz darauf die dritte. Die Brechstange sollte helfen und wirkte wie ein Bumerang. Vorne Chancen vergeben und hinten offen für Konter setzte es eine deutliche Klatsche.

Uwe Neuhaus hat neben der mageren Punkteausbeute zwei gravierende Probleme. Ihm bleiben kaum noch Eskalationsmöglichkeiten. Streicheleinheiten, taktische Umstellungen, offene Kritik, Straftraining, Aussprache, massive Positionswechsel und Wechsel in der Halbzeitpause sind bereits fruchtlos benutzt worden. Von diesen üblichen Mechanismen abgesehen, hat er es aber seit der Rückrunde zugelassen, dass sich der glücklose John-Jairo Mosquera immer wieder probieren durfte, obwohl andere Angreifer mit den Hufen scharrten. Mosqueras Torlosigkeit liegt nicht an ihm alleine, sondern auch an der gesamten Mannschaft, die seit dem missglückten Verjüngungsprozess in der vergangenen Rückrunde ein Problem mit der strukturierten schnellen Spieleröffnung hat. Aber das Beharren auf Mosquera führte dazu, dass sich sämtliche Kritik auf diesen Spieler konzentriert. Es ist schwierig einzuschätzen, wie die Lage in einem Team ist, wo Angreifer ständig auf der Bank sitzen oder auf andere Positionen versetzt werden, weil ihnen ein glückloser Spieler vorgezogen wird. Neuhaus hat auf Mosquera gesetzt und ist, wie es beim Poker heißt, “pot committed”. Er kommt aus dieser Sache ohne Verlust nicht mehr heraus und hofft, dass ihn Mosquera herausschießt. Beschädigt sind aber am Ende beide: Der Spieler und der Trainer.

Etwas aus dem Derby mitnehmen.

Schwung. Engagement. Kampf. Leidenschaft. Euphorie. Selbstbewusstsein.

Und zur Erinnerung die Atmosphäre des Spiels seit dem Ausgleich von Santi Kolk bis zum Schluss:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.