Monthly Archive for Februar, 2010Page 2 of 2

Die Perspektive einer Perspektive

Viel Zeit widmen wir in diesem Gespräch mit Mathias Bunkus vom Berliner Kurier der Frage nach einer Perspektive in der zweiten Liga jenseits der Zuspitzung auf den Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg. Grund waren Zeitungsberichte (Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost), die Union mit Mittelmaß in Verbindung brachten.
Ansonsten geht es natürlich um das Spiel gegen Augsburg, die Doppelspitze und die Einer-Sechs sowie auch um den “Kapitänsfluch” beim 1. FC Wundervoll. Garniert wird das ganze mit O-Tönen von Dominic Peitz und Daniel Göhlert.

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Wenn Mutti früh zum Fußball geht …

… und Vati statt dessen zu Hause bleibt, läuft die Welt irgendwie unrund. Für Vati.

Ich stelle an mir selbst fest, dass ich mit der Situation “ich gehe zum Fußball, während der Mann was mit Familie macht” sehr viel besser klar komme als mit der Situation “ich höre 90elf und der Mann geht zum Fußball”. Erstere Situation erzeugt bei mir eine gute Laune, die fast schon verwerflich ist. Ich verhalte mich aber immerhin so sozial, live vom Spiel zu berichten. Der Mann wüsste sonst gar nichts über Rasenfarben, über sowas schreibt ja kein Mensch. In der letztgenannten Situation dagegen geht es mir wie Else in Kirsten Fuchs´Geschichte “Herzlich Willkommen 1946” – irgendwie freut man sich wohl auch, wenn man “ach kieke ma an, wo komm´wir denn her? Grad heut morjen hab ich dit Trauerband um dein Foto jenudelt.” sagt. Irgendwie.

Ich bin weitaus weniger besenartig und manchmal sogar gekämmt, wenn ich diejenige bin, die Mikrofone in Gesichter hält, auf einem Mobiltelefon rumtippt, Pressekonferenzen folgt und mit den Fotografenkollegen schwatzt. Ich sehe und berichte anders und über anderes als ungefähr alle Männer, die ich kenne. Und ich wusste als einzige im gesamten Pressecontainer tatsächlich nicht, in welcher Spielminute dieser geile Fallrückzieher von John Jairo Mosquera exakt in die Handschuhe von Simon Jentzsch fiel. Ich lese die Spielaufstellung und erkenne: Aha. Zwei Stürmer. Ich lese die Spielaufstellung und erkenne nicht: Öh? Gar keene Doppel-Sechs? Öh? Peitz statt Younga Mouhani? Ich erkenne ein gutes, weil genaues Zuspiel, wenn ich eines sehe. Manchmal. Ich erkenne prinzipiell keine Torwartfehler, und wenn, dann erkenne ich sie nicht an, soweit es sich um Jan Glinker handelt. Ich bin nämlich außerdem subjektiv und stark von Sympathien geprägt.

Frauen, die sich für Fußball interessieren. Ein Traum.
Ein ganz, ganz schlimmer.

Zwischen 520 und 565 nm.

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Grün, sagt die Wikipedia, ist der Farbreiz, der wahrgenommenen wird, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, bei dem das Maximum im Wellenlängenintervall zwischen 520 und 565 nm liegt – und es gibt keinen Grund, der Wikipedia da zu mißtrauen.

Es pfoffen die Rotkehlchen von den Zäunen: Der Rasen in der alten Försterei ist bespielbar. Nur auf die vorgeschriebenen 520 und 565 nm kommt er nicht. Zum Glück, möchte man sagen, sonst hätte man die Augsburger überhaupt nicht gesehen. Grün gewandet, hochgelobt, stark besetzt, weit gefehlt. Ein kampfeslustiger 1. FC Wundervoll auf einem Acker, der jedes farmville-Spielers Augen leuchten ließe, erspielt sich Chance um Chance – bloß Tore schießt er keine. Der Punkt war “für uns maximal” gab Youssef El Akchaoui denn nach Spielende auch ehrlicher Weise zu. Wenn die Gäste das sagen, sind die Gastgeber gemeinhin unzufrieden. Zu Recht.

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Wie es geht

„Das Mittel der Repression, des Stadionverbots, ist für uns kein Mittel zur Lösung von Problemen, die tief in der Gesellschaft verwurzelt sind. Wir sind davon überzeugt, dass unser Weg der Kommunikation der richtige ist, denn nur er schafft Verständnis für die Belange der Fans und des Vereins. Nur wer erkennen kann, welchen Schaden er mit seinem Verhalten anrichtet, wird zu der Einsicht gelangen, dass er sein Verhalten ändern muss. Das Stadionverbot ist aber der letzte Schritt, wenn wir unmittelbar Schaden vom Verein abwenden müssen. Genau dann müssen und werden wir ihn auch gehen. Keine der Maßnahmen alleine ist geeignet, die Probleme, die in letzten Wochen aufgetreten sind, zu lösen. Beides zusammen – Kommunikation wenn möglich, Repression wenn nötig – ist in unseren Augen der richtige Weg.“

Präsident Dirk Zingler als Reaktion auf die Vorkommnisse der letzten Zeit.

Spannend wird sicherlich sein, zu sehen, was konkret passiert und wie die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden. Interessant wird auch die Wahrnehmung durch die unterschiedlichen Fangruppen sein, die sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Auf jeden Fall ist es ein Prozess, der die Identität der Fans des 1. FC Wundervoll prägen wird.