Monthly Archive for Januar, 2010Page 2 of 2

Andora macht was.

Wenn meinem Neffen ein Verb fehlt, er eine Tätigkeit also nicht exakt beschreiben kann, sagt er immer: “Der macht was.” Das finde ich außerordentlich klug für jemanden, der drei Jahre alt ist und noch nicht so viele Wörter kennt. Ich bin ungefähr elfmal so alt, und es kommt nicht mehr gar so häufig vor, dass ich die Frage, ob ich reiten war, mit “Nee, ich hab aufm Pferd gesitzt” beantworte.

Nichtsdestotrotz fehlt mir gerade jetzt ein Wort. Eines, das beschreibt, was Andora am Donnerstag auf der Veranstaltung “FUSSBALL?! Soziale Kreativität oder Wirklichkeitsflucht? Alles eine Frage des Glaubens” zu tun beabsichtigt. Zwischen bekehren, taufen und totquatschen ist alles möglich. Es wird in jedem Fall sehr eindrucksvoll sein, und ganz sicher wird Andora gemeinsam mit Wolfgang Matthies den 1.FC Union Berlin würdevoll vertreten. Unterstützt ihn dabei, geht alle hin, und vergesst eure Schals nicht!

andora

[Wer sich vorher zum Thema einlesen möchte: "Fußballgott: Elf Einwürfe", herausgegeben von Andreas Merkt.]

14. Januar 2010 um 19:00 Uhr
Humboldt-Universität Berlin
Theologische Fakultät
Burgstraße 26
Raum 117
Eintritt frei

Frag doch mal die Maus!

Malermario: “Warum trägt man bei UNION den Bunki der Woche, und dazu in rosa ?”

Zum Trainingsauftakt nach Weihnachten fielen neben den mittrainierenden Juniorenspielern und Testspieler Paul Thomik vor allem Björn Brunnemann und Dominic Peitz auf. Beide trugen über der Trainingskluft Leibchen, die sie von den anderen Spielern abhoben. Auf dem gelben Hemd von Peitz stand “KDV der Woche” und auf dem rosa Oberteil von Brunnemann “Bunki der Woche”.

2009_12_28_bunki_der_woche

Beides sind “Auszeichnungen” für diejenigen, die beim Ausschießen, zum Beispiel beim Lattenschießen, als letzte übrig bleiben. Die Leibchen müssen bis zur Weitergabe an den nächsten im Training getragen werden. Mitgebracht aus Hamburg hatte diesen Brauch Nico Patschinski, der mittlerweile vom Arbeitsamt finanziert beim ehemaligen Verein des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR spielt. Bei St. Pauli ist es Brauch, dass die letzten vier beim Ausschießen für eine Woche Brösel-Shirts tragen müssen.

Als Union in der Spielzeit 2005/06 durch die Oberliga-Nord des Nordostdeutschen Fußballverbandes tingelte, hielt sich die Medienaufmerksamkeit für den am Abgrund taumelnden Verein in Grenzen. Lediglich zwei Journalisten waren beständig dabei: Mathias Bunkus vom Berliner Kurier und Klaus-Dieter Vollrath von der Bild. Wie genau die Wahl auf die beiden fiel, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Es war eine Wertschätzung der Arbeit der beiden Journalisten, die sich mal in Zuneigung und mal in Abneigung äußerte. Trotzdem Patsche nicht mehr bei Union ist, hat sich der Brauch gehalten. Und eine Ablösung der beiden Shirts ist nicht in Sicht, auch wenn heute ungleich mehr Medienberichterstatter den Verein begleiten.

Wie es zu der Farbwahl kam, ist unklar. Klar ist allerdings, dass Björn Brunnemann die Farbe rosa auch schon zu seinen Hamburger Zeiten ausgezeichnet stand.

Getestet: Hannover 96

Es war nicht ganz so kalt wie beim letzten Punktspiel gegen den TSV 1860 im Stadion an der Alten Försterei. Und erwärmend war das Spiel des 1. FC Wundervoll vor 3.562 Zuschauern dieses Mal dazu. Heraus sprang ein verdienter Sieg, wenn um diesen auch in den Schlussminuten noch sehr gezittert werden musste.

Uwe Neuhaus schickte gegen Hannover eine beinahe identische Mannschaft wie im letzten Spiel auf den Platz. Lediglich Neuzugang Paul Thomik verdrängte Michael Bemben von der rechten Verteidigerseite. Der zweite Neue, Chinedu Ede, nahm zunächst auf der Bank Platz.

Bemerkenswert war, gleich zu sehen, wie sehr sich Thomik in den Angriff einschaltete. Allerdings gab es am Anfang einige Abstimmungsprobleme mit Brunnemann, der sich ebenfalls nach vorne orientierte. Die dann verwaiste Verteidigerposition fiel auch Neuhaus auf, der Thomik an der Seite zu sich holte und ihm noch einmal klare Anweisungen gab. Im Verlauf der ersten Halbzeit klappte das Wechselspiel dann besser. Wenn Thomik lief, ließ sich Brunnemann fallen und umgekehrt. Vielleicht wird aus den beiden ein ebensolches Tandem wie auf der linken Seite mit Kohlmann und Parensen. Zu wünschen wäre es, da Union dann im Spielaufbau flexibler agieren könnte.

Nach dem Tor von Mosquera in der 8. Minute kam Brunnemann zu zwei guten Gelegenheiten, wobei die eine von Gospodarek geklärt wurde und die andere knapp über das Tor ging. Von Hannover war wenig zu sehen. Sie agierten zu unentschlossen in den Zweikämpfen und zu schlampig in ihren Angriffsbemühungen. Aufgrund der stärkeren Einzelspieler kamen sie trotzdem zu guten Chancen, die Glinker im Tor vereitelte oder einmal auch Thomik auf der Linie klärte. Freistöße von Hannover wurden kaum provoziert. Allerdings kam der Gegner zu einigen Eckbällen, bei denen es zwar nicht im Strafraum brannte, aber Sicherheit vermittelte das Agieren auch noch nicht.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Trainer Neuhaus und brachte mit Carsten Busch den zweiten Torhüter und erstmals Ede, der auf der linken Seite offensiv spielte, während Parensen nach hinten rückte und Kohlmann den Platz verließ. Ede beeindruckte bereits vor Anpfiff durch seine Statur, die er dann später in den Zweikämpfen auch einzusetzen wußte. Aber nicht nur sein Zweikampfverhalten gefiel sondern auch seine Pässe und sein zielgerichtetes Spiel nach vorne. Nach dem 2:0, das Brunnemann nach Ecke mit dem Fuß erzielte, hatte Ede das dritte Tor auf dem Fuß, schoß aber zu unplaziert. Für seine guten Hereingaben fehlte in der zweiten Halbzeit nach der Auswechslung von Mosquera der Abnehmer in der Mitte. Hier machte sich das Fehlen von Benyamina bemerkbar. Neuhaus erklärte nach dem Spiel, dass Benyamina nach seiner Erkrankung noch Trainingsrückstand hätte und dieses Spiel für ihn zu früh kommen würde. Aber wahrscheinlich würde er im nächsten Test gegen Jena zum Einsatz kommen.

Zum Schluß wurde es nach dem Anschlußtor durch Stajner in der 89. Minute noch ein Zittersieg. Hannover kam in der letzten Minute noch zu zwei sehr guten Gelegenheiten. Keine gute Figur machte am Ende Carsten Busch im Tor, der einen Ball nicht festhalten konnte und daraufhin wenig souverän im Strafraum dem ballführenden Hannoveraner hinterherlief. Busch ärgerte sich massiv darüber und trat auch verärgert gegen den Pfosten. Es ist bekannt, dass der Verein einen zweiten Torhüter sucht, der etwas Druck auf Glinker ausüben kann.

Alles in allem war es ein munteres Testspiel, bei dem die beiden neuen Spieler positiv aufgefallen sind. Thomik konnte in der zweiten Hälfte aufgrund einer Blase am Fuß nicht an die Leistung der ersten Halbzeit anschließen und wurde gegen Biran getauscht. Aber beide haben gezeigt, dass sie das Spiel von Union vor allem schneller nach vorne tragen können.

Bilder vom Spiel bei www.unveu.de

Derbyzeit

Das Kribbeln fängt langsam an. Nicht das Kribbeln vor Beginn der Rückrunde. Das wird aufgrund der kurzen Pause sicherlich gar nicht erst kommen. Das Kribbeln vor dem Derby

Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits im letzten Sommer bei der Neueröffnung des Stadions an der Alten Försterei. Zum neuen Jahr spielten nun in der Max-Schmeling-Halle sechs “Traditionsmannschaften” ein kleines Hallenturnier. Es waren nicht Traditionsmannschaften im herkömmlichen Sinne sondern mit mehr oder weniger zugkräftigen ehemaligen Spielern besetzte Teams.
Abgesehen vom Wiedersehen mit ehemaligen Unionern wie Mike Rietpietsch oder Mirko Votava elektrisierte vor über 6.000 Zuschauern vor allem ein Spiel: 1. FC Union Berlin – Hertha BSC. Beide Fanlager standen sich in der Halle genau gegenüber. Und der Austausch von Nettigkeiten ging während des Spiels auch vonstatten. Dem “Scheiß Union!” wurde von der anderen Seite mit “Absteiger!” gekontert und die Herthaner veränderten zum Finaleinzug ureigenstes Köpenicker Liedgut und sangen “Siehst Du Union, so wird das gemacht!”. Die marktschreierische Hermeshousebandisierung durch den Hallensprecher hätte es bei dieser Ansetzung sicherlich nicht gebraucht.
Es war eine Spaßveranstaltung. Auch als kurz vor Schluss der Partie ein (angezogener) blau-weißer Flitzer über den Kunstrasen lief. Er konnte sich zwar Sebastian Bönig und den Ordnern entziehen, wurde aber von einem Zuschauer mit rot-weißem Schal gestoppt.
Der 1. FC Wundervoll beendete das Turnier mit einem guten dritten Gruppenplatz und Hertha zog sieglos ins Finale ein. Alles wie gehabt. Sollte die alte Dame in der nächsten Saison der zweiten Liga einen Besuch abstatten, gäbe es bestimmt zwei großartige Spiele in Berlin – die ersten Pflichtspiele gegeneinander. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Wuhle und Spree hinunter. Und ein Aufeinandertreffen in Liga zwei muss eigentlich nicht sein.

Gruppenspiel 1. FC Union Berlin – Hertha BSC zum Nachhören:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Podcast in iTunes abonnieren

Podcast als RSS-Feed abonnieren

Download als MP3