Monthly Archive for January, 2010
Aufgrund von Wetter wird, wie ich eben zu lesen bekomme, das Spiel gegen Rostock heute nicht stattfinden. Ein bißchen leid tut mir dabei die in ihrem Hotel gefangene Rostocker Mannschaft. 18 Männer. Eine meterhohe Schneeverwehung. Raus kommt keiner. Und alle rufen: Jawohl! Ein Kammerstück!
(Bei Agatha Christie geschieht in solchen Szenerien innerhalb der ersten fünf Minuten Schreckliches, und dann kommt Miss Marple. Oder wie hieß der bärtige Belgier? Hercule Poirot. Genau. Wir erinnern uns: keiner kann raus. Aber immer, immer, immer kann der Detektiv rein.)
Es beginnt damit, dass der Brotaufstrich, der “in Geschmack und Konsistenz an Nougat erinnert” unerwartet verschwindet. Taucht zum Frühstück einfach nicht auf. Gemurmel erhebt sich und schwillt an zu Ärger, Ärger macht sich Luft und entlädt sich in Sätzen wie “Nee, ich will keine Marmelade – da haste doch nichts drauf.” Die gesamte Truppe ist total unterzuckert. Als erstes wird der FrühstücksSportdirektor beschuldigt. Der bestreitet alles, stampft eingeschnappt auf die teuren Hotelfußbodenfliesen, dass es nur so scheppert und geht türenschlagend in sein Zimmer, Wii spielen. Unschöne Zwischenfälle ereignen sich derweil an der Rezeption. Worte werden gewechselt, die von wenig Zuneigung sprechen, und ehe man sich´s versieht, wechselt auch eine Blumenvase ihren Standort. Sie zerbirst klirrend im Spiegel hinter dem Empfangstresen. Vielleicht war´s auch der Spiegel, der klirrte – das weiß man hinterher ja nie so genau. Nachdem nun das Eis gebrochen ist – und der Spiegel und die Vase auch – kommt Leben in die Eingangshalle. Schaulustige gesellen sich hinzu, man munitioniert sich mit den Überresten des Buffets, die treffsicheren Stürmer in vorderster Reihe. Jemand wirft eine Melone ein. Die Kellner entzünden Wunderkerzen.
Die Frage nach dem Brotaufstrich gerät darüber etwas in den Hintergrund der Betrachtung. Dafür bekommt die Schreiberin dieser Zeilen Hunger und überlässt die Fortsetzung der Geschichte Dir, geneigter Leser.
(Ich gebe zu: ich bin noch gar nicht aufgestanden. Ich stell mir das vom Bett aus alles ganz bildlich vor und bin gar nicht traurig, dass es in dem putzigen kleinen Dorf, in das ich nachher fahre, kein Internet gibt. Und gleich bringt mir jemand ne Schokoladenstulle vorbei. Ich geb solange ein Lied aus.)
Das neue Album von Tocotronic ist am Freitag erschienen. Passend zum Spiel in Düsseldorf, das am gleichen Tag stattfand, hat sich dieses Lied als Ohrwurm eingenistet.
Wir haben uns nie sehr gut verstanden
Im Allgemeinen
Mein Weltbild war verschieden
Von dem deinemWir haben uns geradezu vermieden
da kann ich wirklich nicht verneinen
Deine Kleidung war verschieden
Von der meinen
Derbe Worte fielen dieses Mal beim Podcast. Und die Dichte der Phrasen übertrifft mit Leichtigkeit jede Sendung des “Doppelpass”. Und natürlich fehlte das ziviliserende weibliche Element, so dass es jedem freisteht, seinen Udo Lattek, Jörg Wontorra, Bildheini und so weiter zu identifizieren. Die Sendezeit (“irgendetwas unter 30 Minuten”) überziehen vier Herren natürlich gottschalkesk locker.
Thematisch wurde wie bei Rotkäppchen an jedem Pflänzchen haltgemacht, das sich am Wegesrand anbot. Zuerst geht es um das Verhältnis zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Wundervoll im allgemeinen. Nach dieser Aufwärmübung wird etwas mehr als eine halbe Stunde das Spiel besprochen, wobei es sich vor allem um den Wurf eines Feuerzeuges und Standprobleme bei der Heimmannschaft dreht. Zum Schluß versuchen wir die potentiellen Aufsteiger in die erste Liga zu identifizieren und widmen uns der Weiterentwicklung der Mannschaft. Welche Baustellen gibt es im Kader und wer wären die potentiellen Kandidaten. Beinahe 90 Minuten beste Unterhaltung.
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Am kommenden Sonnabend spielt Union in Rostock und ich in einer Sandkiste.
Bin ich zu alt für Sandkisten? Die Frage kann man sich schon mal stellen. Doch, ich würde sagen: ich bin deutlich zu alt für Sandkisten. Bin ich zu alt für Fußball? Für Fußball ist es nie zu spät und selten zu früh. Für Fußball habe ich genau das richtige Alter. Alter! Und wie war das mit den Sandkisten, mag ich die eigentlich? Ich kann Sandkisten nicht das geringste abgewinnen. Ich würde sogar noch weiter gehen: Ich verabscheue Sandkisten, schon wegen dem vielen Sand. Und Fußball? Fußball ist König. Und Königin auch. Fußball ist wichtiger als. Für Fußball lasse ich stehen & liegen. Den Geburtstag meiner Oma hab ich geschwänzt, um mir anzusehen, wie uns Eintracht Frankfurt aus dem DFB-Pokal kegelt. Die ist alt, die kann jeden Tag sterben! Also, meine Oma jetzt. Nicht Eintracht Frankfurt.
Fußball, nämlich.
Und dann kuckt mich mein Neffe an. “Teffi, fpielen”, sagt er. Er fragt das nicht. Er bittet auch nicht. Er sagt das einfach so, mit unfassbarer Klarheit. Das Kind hat Korkenzieherlocken aus Gold und genau die Sorte Stupsnase, für die das Wort Stupsnase erfunden worden war. Kuckt mich mit hellem Blick an, und ich höre mich sagen “klar, ich hab Sonnabend Zeit, ja doch, fpielen wir was Schönes, dann. Hast Geburtstag, Süßer. Weiß ich doch. Ich bin da. Versprochen!”
“Wie schwer kann es sein?” fragt man sich und andere. Wie schwer kann es sein, das Richtige zu tun?
Es ist ganz leicht.
Weil es das Richtige ist.
„Hinsetzen! Hinsetzen! Hinsetzen!“ schallt es von hinten. Gerade wurde das Spiel angepfiffen und genau eine Viertelstunde vorher die Zuschauer gebeten, sich auf ihre Plätze zu begeben. Die Jungs, die vorher noch eifrig mit ihrer Fahne wedelten, sitzen brav auf ihrem Plastiksitz und harren der Dinge.
Borussia Mönchendgladbach zu Gast im Olympiastadion. Drei Punkte müssen her. Vor dem Stadion werden Aufholjäger-Shirts verkauft. Von Elektrisierung allerdings wenig zu spüren. Der innere Motor möchte einfach nicht anspringen bei diesen niedrigen Temperaturen. Aber mit Anpfiff ist der ganze Ärger über laute Musik, laute Stadionsprecher und laute Werbung dahin, die die Vorfreude auf das Spiel gar nicht erst haben aufkommen lassen. Jetzt wird geklatscht. Jetzt wird gesungen. Und das alles im Stehen. Und zwar bevor der Motor komplett einfriert.

Ganz oben am Oberring angekommen. Hier meckert keiner mehr, wenn die Zuschauer stehen. Denn da pfeift nur noch der Wind. Und unten versucht die Mannschaft, den Gladbacher Riegel zu knacken, ohne allerdings sich im Gegenzug völlig zu entblößen. Schreien. „Lauf Lutscher!“ – „Zur Grundlinie!“ – „Nun hilf ihm doch mal auf außen!“ Torchancen entstehen. Torchancen werden vergeben. Zufällig herausgespielt. Hier und da eine starke Einzelaktion. Allerdings kaum der Versuch, das Spiel auseinanderzuziehen.
Dingdong. Tor in Bremen. Dingdong. Tor in Nürnberg. Dingdong. Tor in Bochum. Eckballverhältnis wird präsentiert von Schlagmichtot. Dingdong. Swooosh. Die Schussgeschwindigkeit präsentiert von Kackmichzu. Was passiert eigentlich auf dem Feld? Elfmeter. Drobny hält. Der positive Schwung verpufft. Halbzeit. In der Zwischenzeit ist das Bier eingefroren. Schollen treiben auf der Oberfläche. Die Flüssigkeit ist mit Kristallen durchsetzt.
In der zweiten Hälfte beim Spiel auf die Ostkurve wird das Dilemma offenbar. Einige schöne Pässe kommen ob nicht abgestimmter Laufwege nicht an. Und ab Höhe Strafraum wird Richtung Tor abgebogen, anstatt über die Grundlinie den Ball in den Rücken der Abwehr zu spielen. Gladbach will nicht mehr als einen Punkt holen und Hertha fehlt die Idee eines eigenen Spiels.
Und immer wieder dingdong und swooosh. Konzentration auf das Spiel ist schwierig. Zwischendurch werden die Schalker mit Liebesgrüßen bedacht. Warum Schalke? Es geht um Hertha. Und da unten steht Gladbach. Jubel bei Bremer Toren gegen Bayern. Eigentlich momentan in einer anderen Welt. Abstiegskampf – Fehlanzeige. Konzentration aller auf ein Ziel – leider Fehlanzeige. Zu solchen Spielen müsste eigentlich das ganze Stadion die Ostkurve sein. Passend dazu eine Szene in der übervollen S-Bahn danach: Blau-weiße Massen stürzen hinein, hüpfen und schlagen gegen die Scheiben. Sie singen. Zwei Herthaner planen ihre Reise nach Lissabon. Plötzlich schreit der eine: “Könnt ihr mal ruhig sein alle!” Um sich danach etwas ruhiger aber verachtungsvoll über die “Erfolgsfans” aufzuregen. Auf Platz 18. Der Abstiegskampf ist wirklich noch nicht überall angekommen.
Noch im letzten Podcast hatte ich geradezu geklagt, es gäbe in dieser fabelhaften, professionell durchstrukturierten Welt der 2. Bundesliga gar keine standesgemäßen Erzfeinde mehr. Nur Fairness, Sportlichkeit und freundliche Menschen, wohin man sich auch dreht und wendet. Es fehlte mir eine Mannschaft, die ich so richtig nicht leiden kann. Dabei ist das, wie jeder weiß, essenzieller Bestandteil von Fußballfankultur. Fortuna Düsseldorf hat sich heute redlich und nicht ohne Erfolg bemüht, diesem Mißstand abzuhelfen.

Nun gehört zu einer mit Leidenschaft gelebten, innigen Feindschaft noch einiges mehr, aber die erforderliche Grundunsympathie ist durchaus vorhanden, für einen “Erzfeind der Herzen”* sollte das genügen.
Das Spiel selbst läßt sich mit weniger als 140 Zeichen beschreiben:

Man könnte kleinlich einwenden, dass dieser unberechtigte Freistoß verdammt gut geschossen war. Wär´s nicht Düsseldorf, ließe man sich eventuell zu einem “überragend” hinreißen. Aber: Es war ja nun mal Düsseldorf.

* Anm: “der Herzen” sind immer die, bei denen es für was richtiges nicht gereicht hat.
Manchmal ist es so, dass man von einem Spiel gar nichts sieht. Und die einzige Informationsquelle ist das Radio. Und die Menschen im Radio erzählen von einem Spiel wie gegen Oberhausen, in dem nicht viel passiert. Im Fernsehen kann der Kommentator dann das Spiel einfach so wirken lassen. Im Radio wird weitergeredet. Und es wird jede Statistik gewälzt, die Opta anbietet. Und gerechnet. In Minuten, Stunden, Wochen, Monaten und manchmal auch in Jahren und Jahrzehnten.
Man kann allerdings auch im Stadion sein und wenig sehen. Weil der Junior eine Bratwurst oder “nein doch lieber eine Brezel”, noch Kinderpunsch und natürlich danach die Toilette besuchen möchte. Und erzählen möchte er. Und alle Aufmerksamkeit gehört natürlich dem Nachwuchs.
Der Podcast zum Spiel gegen Oberhausen wird also bestritten von zwei Personen, die das Spiel gar nicht oder nur teilweise gesehen haben. Aber echte Experten können sich auch so eine Meinung bilden.
Neu im Podcast sind mit Beginn der Rückrunde O-Töne von Spielern und Trainer. Feedback dazu gerne in den Kommentaren.
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Es muss so um die siebzigste Minute gewesen sein, als den anwesenden Polizisten beim Gastspiel von Oberhausen ein paar Schweißperlen über die Stirn rannten. Hektischer Funkkontakt. Am Ausgang der Waldseite sammelten sich immer mehr Fahnenträger und Mitglieder des Wuhlesyndikats. Eilig kamen die Uniformierten mit ihren Videokameras. Am Ende standen da um die 150 Ultras und verließen das Stadion.
Es sollte ein Protest sein. Schon vorher sangen sie gegen Stadionverbote. Nach den Vorfällen in Bielefeld hat es ein Mitglied des Wuhlesyndikats erwischt. Ob er zunächst nur Hausverbot bei Union oder ein bundesweites Stadionverbot erhalten hat, war nicht zu erfahren. Er erhielt vom 1. FC Union Berlin zunächst ein Hausverbot. Aus Solidarisierung mit diesem Mitglied zogen also die Ultras aus dem Stadion und entzogen der Mannschaft ihre Unterstützung. Auf der Tribüne hinter dem Zuckertor klaffte danach ein kleines Loch. Aber im Stadion herrschte trotzdem hervorragende Stimmung. Die Mannschaft wurde unterstützt. Es wurde gesungen. Und es war laut.
Dem Anspruch der Ultras, für die Stimmung im Stadion verantwortlich sein zu wollen und den Support unabhängig vom Spielgeschehen zu gestalten, konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Auch scheue ich mich, einem Vorsänger bedingungslos hinterherzusingen, zumal er noch Capo gerufen wird. Aus diesem Grunde war es mir eine klammheimliche Freude, zu sehen, dass beim 1. FC Wundervoll auch ohne die Ultras Feuer unterm Dach ist. Wenn man sich ihr Motto “Alles für den Verein, nur der Verein” zu Gemüte führt, war die Aktion eher ein Schlag ins Wasser.
Anmerkung: Ich bin persönlich in jedem Fall gegen Stadionverbote ohne rechtskräftige Verurteilung, da sie die Unschuldsvermutung aushebelt bei einem gleichzeitig komplett asymmetrischen Kräfteverhältnis (Polizei und Verbände zusammen auf der einen Seite und Besucher von Fußballspielen auf der anderen).
Aktualisierung (18.01. 12:05 h): In der Mitteilung des Wuhlesyndikats zum Spiel wird die Situation anders dargestellt. Später mehr dazu.
Ohne eigentliche Winterpause ging es wieder los. Ungewohnter Zeitpunkt: 15. Januar. Ungewohnter Anblick: Marco Gebhardt auf der Tribüne. Auch Michael Bemben nicht einmal mehr im Kader, in den er sich kurz vor Jahresende erst wieder hineingespielt hatte. Dafür nahm der neun Jahre jüngere Paul Thomik auf der rechten Verteidigerseite seine Position ein. Ede hatte aufgrund einer Nagelentzündung am Fuß noch Rückstand und saß auf der Bank. Das ging in den letzten zwei Wochen sehr schnell. Thomik und Ede sind dabei und Gebhardt und Bemben raus. “Menschlich schwierig”, hört man so im Stadion. Auf der anderen Seite die für die zweite Liga notwendige Verjüngung angegangen. Und allemal ehrlicher als der Umgang mit Tom Persich.
Nachdem sich Oberhausen im Trainingslager im Süden größtenteils auf den sanitären Anlagen aufgehalten hatte, kamen Sie gestern mit Betonmischer in das Stadion an der Alten Försterei. Das wäre letztes Jahr sicherlich mit Begeisterung aufgenommen wurden. So aber wurde der Ball, kam er mal in Strafraumnähe, weggeköpft oder rausgeschlagen. Schön ist anders. Mehr als die vage Hoffnung auf einen Konter hatte die Mannschaft nicht im Gepäck. Ein Presschlag, der seinen Weg an das Lattenkreuz des 1. FC Wundervoll fand, war so ziemlich das einzige, was nach vorne gefährlich war.
Union versuchte zwar ein konstruktives Spiel aufzuziehen, blieb aber zu oft in den Abwehrreihen hängen. Auf ein allzu starkes Aufrücken wurde verzichtet. Lieber die Null hinten halten, als einem 0:1 hinterherzurennen. Am Ende hatten die Guten 64% Ballbesitz. Häufig wurde der Ball hinten herum gespielt, was aus der Quote der gelungenen Pässe (80%) abzulesen ist. In der gegnerischen Hälfte sinkt der Wert der gelungenen Zuspiele auf 60%. Brunnemann bemühte sich und rieb sich, oft hart angegangen, auf. Ansonsten war es schön, zu sehen, wie souverän zum Beispiel Göhlert und Rauw als Innenverteidigerduo oder Peitz im defensiven Mittelfeld ihren Dienst versahen. Wenn es kritisch wurde, waren sie auf den Posten.
Das Tor. Bei nur fünf Schüssen auf das Tor (drei durch Union) während des gesamten Spiels, verdient der entscheidenden Spielzug etwas mehr Beachtung. Pappas schießt Mosquera an, der den Ball unhaltbar abfälscht. Sah schön aus. Und entfachte Jubelstürme an den heimischen Empfangsgeräten. Nur mit welchem Körperteil hat er den Ball abgefälscht? Oberhausens Trainer Luginger monierte in der Pressekonferenz, jemand sage, dass es im Fernsehen nach Handspiel ausgesehen hätte. Was der Trainer wohl damit sagen wollte? Mosquera selbst sprach davon, dass der Ball von der Schulter abgelenkt wurde. Der Zentralorgan der deutschen Fußballberichterstattung bestimmte die Brust als das entscheidende Körperteil.
Egal, wie Mosquera sein siebtes Saisontor schoß. Union beendete die Serie von sechs sieglosen Spielen in Folge und blieb seit langer Zeit mal wieder ohne Gegentor. Um das ganze endgültig positiv zu sehen: Der 1. FC Wundervoll ist bereits seit vier Spielen ungeschlagen. Hammerserie! Wird Zeit, dass wieder vom Durchmarsch geschrieben wird…
1. FC Union Berlin – Rot-Weiß Oberhausen 1:0 (0:0)
1:0 Mosquera (60. Min)
Karten: Razic, Stoppelkamp (beide Oberhausen)
Zuschauer: 9.118

Fußball und Geisteswissenschaft. Das ging lange nicht zusammen. Aber das hat sich geändert. Gunter Gebauer von der Freien Universität forschte zum Beispiel zum Thema Fankult. Nun auch die Theologie.
Aufgehängt wird der Vergleich von Fußball und Religion fast immer am Wort “Fußballgott”. So auch bei der Veranstaltung “FUSSBALL?! Soziale Kreativität oder Wirklichkeitsflucht? Alles eine Frage des Glaubens!” an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität. Die fand im Rahmen eines Projekttutoriums statt und hatte eine illustre Gästeliste zu bieten: Gregor Bellin (Stadionpfarrer im Olympiastadion), Donato Melillo (Fanbeauftragter von Hertha BSC), Andora, Thorsten Leißer (Referent für Menschenrechte und Migration bei der Evang. Kirche) und Wolfgang Matthies.

Während sich die Diskussion am Anfang noch mit dem Vergleich von Fußball und Religion auseinandersetzte und ausgeführt wurde, dass Fußball an sich nach soziologischen Kategorien als Religion gelten könnte, verschob sich der Blickpunkt dann immer mehr in die Richtung, wo die Grenzen liegen würden. Als Diskussionsrunde war das interessant zu sehen, wenn auch der wissenschaftliche Erkenntniswert der Veranstaltung begrenzt blieb.
Schön war, und das passte sehr gut zum Thema, wie alle Beteiligten häufig ihr Leiden am Fußball zum Thema machten.
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