Monthly Archive for Oktober, 2009Page 2 of 2

Wir sind überall.

Immer mal wieder erfreut der 1.FC Union ganz Berlin mit einer Flut rot-weißer Plakate, denen man an Straßenecken begegnet, wo man sie nie vermutet hätte.

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Die Sage vom schwarzen Oktober

Alljährlich geht sie im um im Stadion an der Alten Försterei: Die Sage vom Schwarzen Oktober. Das ist die Zeit, in der der Regen nicht nur das Spielfeld im Stadion matschig, sondern auch die Knie der Kicker des 1. FC Wundervoll weich werden lässt. Unsere Jungs spielen dann einen gepflegten Fußball, der darauf schließen lässt, dass die Töppen mit Gummistiefeln getauscht wurden. Auch ein legendäres Spiel, das als “janz enge Kiste” in die Historie einging fiel auf einen Oktobertag.

Warum ausgerechnet der Oktober? Ein letzter Fluch des Oktobergeburtstagskindes auf dem Sterbebett? Um herauszufinden, was es mit dieser Legende auf sich hat, musste mal wieder eine Tabelle her. Die Oktoberspiele der letzten zehn Jahre zusammengefasst kommt man auf folgendes Ergebnis. Nur vier Spielzeiten weisen einen negativen Trend für den Oktober aus, d.h. es wurden weniger als 50% der möglichen Punkte geholt. Die Legende ist halt doch nur eine Legende.

Über den Abstieg sagt der Oktober nichts aus. Das wurde sowohl mit einem positiven als auch negativen Trend “geschafft”. Nur aufgestiegen ist die Mannschaft bei einem schwarzen Oktober noch nie. Folgerichtig müsste die Bild, wenn es für die Mannschaft im Oktober schlecht läuft, ihre Kampagne “Projekt Durchmarsch” abblasen.

schwarzer_oktober

Länderspielnachbereitung: Russland – Deutschland (Aktualisierung)

Das ZDF schickte heute ins Rennen: Kommentator Béla Réthy, Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und als Experten Oliver Kahn. Auf die Frage, was es für die eigene Kompetenz bedeutet, sich Experten einzuladen, möchte ich nicht weiter eingehen.
Der umtriebige Probek bietet heute bot einen Livestream von der Länderspielnachbereitung durch Fußballblogger an. Es gibtgab also die Möglichkeit, sich ab 19.15 h lieber Fußballblogger anzusehen, die sich am Spiel abarbeiten, anstatt der zigsten Phrase eines Nationalspielers zuhören zu müssen.

Direktlink zum Stream (Deaktiviert)

Und weil das alles so interaktiv ist, gibtgab es gleichzeitig einen Chat, über den die Zuschauer des Streams ihre Meinung kundtun könnenkonnten. Da die Kollegen Fußballblogger (mich eingeschlossen) so gerne auf die unfähigen Kommentatoren und Moderatoren einschlagen, wäre es mir ganz recht, wenn auch die Blogger jeden kleinen Fehler unter die Nase gerieben bekommen würdenhätten. Aber natürlich gibtgab es auch die Möglichkeit, über den Chat auf den Inhalt der Sendung Einfluss zu nehmen.

Direktlink zum Chat (Deaktiviert)

Danach

Zum Nachhören gibt es die folgenden Häppchen:

Sebastian (Textilvergehen)

Jürgen (American Arena)

Florian (Nedsblog)

Textile Schönheiten.

fahne

Andora und Matti haben zwei neue Fahnen gemacht, eine kleine, eine große – und ich freu mich wie Bolle, die am Union-Barkas flattern zu sehen. Weil beide Fahnen aber auch sonst jedweder Umgebung zur Zierde gereichen, kann man sie ab demnächst für den Haus- und Außerhausgebrauch erwerben.

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Sorgen machen um die Tante

Gestern Abend auf dem Heimweg. Es regnet. Füße versuchen Pfützen und Hundehaufen auszuweichen. “Was kümmert Dich eigentlich die Hertha?”
Normalerweise habe ich damit kokettiert, dass mir die Hertha egal wäre. Und ja, das ist sie mir auch. Normalerweise. Aber jetzt geht es ihr schlecht der Tante aus Charlottenburg. Die Binnenhierarchie stimmt nach dem Abgang von Dieter Hoeneß nicht mehr. Niemand mehr da, der sich auch mal der Berliner Presse entgegenstellt. Niemand mehr da, der auch mal die Wut auf sich kanalisiert. Und dazu Abgänge, die schmerzen. Zugänge, die den Schmerz nicht verblassen lassen. Dazu Verletzte. Ein Kapitän, der keiner sein möchte. Auflösungserscheinungen eigentlich. Dann eine Trainerentlassung. Weil man es nicht besser wußte? Der vierte (!) Torhüter wird öffentlich in einer Art und Weise heruntergemacht, dass man sich fragen muss, wo die Relationen geblieben sind. Keine Unterstützung von der Vereinsseite und ich muss an diese Passage aus Deislers Interview mit der Zeit über Hertha denken:

Sie wissen nicht, wie das ist. Erst geliebt und dann über Nacht gehasst zu werden. Ich konnte mich nicht mal wehren. Ich war verletzt, war weg, konnte keine Antworten geben. Und der Verein forderte eine Entschuldigung von mir. Dafür, dass ich die Fans nicht früher informiert hätte! Dass ich gelogen hätte! Ich war sprachlos. Dabei hätte Dieter Hoeneß sagen müssen: »Liebe Fans, es war mein Wunsch, dass ihr nichts erfahrt.« Stattdessen hat er zugesehen, wie ich aus Berlin hinausgeprügelt wurde. Ich habe Drohbriefe erhalten. »Wir kriegen Dich!«, »Wir killen Dich!«. Das ist es, was mir den Fußball versaut hat. Das war mein Genickschuss.

Und wenn ich heute an den Titelseiten der BZ (“Favre pöbelt sich um 1,2 Millionen”) oder Berliner Kurier (“Favre Balla Balla?”) vorbeigehe, frage ich mich, was wohl aus der guten Medienpartnerschaft zwischen dem 1. FC Wundervoll und der BZ werden wird, wenn es mal so richtig nicht läuft. Wie stabil ist das Gebilde um Präsident Dirk Zingler und Sportdirektor Christian Beeck? Was würde wohl passieren, wenn einer von beiden aus welchen Gründen auch immer wegbrechen würde? Deswegen finde ich, dass wenig Platz für Häme ist, sondern für Union noch ein langer Weg zu gehen ist. Auch uns drücken hohe Verbindlichkeiten. Auch bei uns kann plötzlich alles falsch gefunden werden, was vorher noch als Erfolgsgarant galt. Ich erinnere nur an den Satz aus der Bild nach der knappen Pokalniederlage gegen Bremen.

Damit es nicht auch in der 2. Liga ein böses Erwachen gibt, dürfen wir diese Schrott-Elf nie wieder sehen …

Es ist schon richtig, dass wir auf uns aufpassen müssen. Und damit haben wir genug zu tun. Aber der Blick nach Charlottenburg führt uns gerade wieder das Umfeld vor Augen, in dem wir uns bewegen. Vielleicht haben manche unseren Leidensweg vergessen: Die zwei Abstiege hintereinander von Liga zwo in die Oberliga von 2004 an. Das Sammeln von Geld für das finanzielle Überleben des Vereins. Und letztlich mein Traum: Ein Pflichtspiel gegen die Hertha. Und das nicht, weil sie abgestiegen ist…

Über Hertha sprach ich übrigens auch mit Probek im Podcast Ballpod am Montag.
Ballpod München, Ausgabe 5 (5. Oktober 2009) [Edit] by probek

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Texttonvergehen: Famous Last Words

Alles war perfekt angerichtet. Der Hund von Herrn Mööp unterm Küchentisch, die Quiche von Steffi darauf. Daran saßen als Gäste der Starreporter und aus Hamburg angereist zum Auswärtsspiel bei der Hertha Nedfuller. Was dann kam, hat definitiv das Zeug als die berühmten letzten Worte des Aufnahmetechnikers in Geschichte einzugehen.

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Schade. Wir sprachen über das Spiel in Duisburg. Eine verdiente Niederlage nach Meinung der Anwesenden. Und vor allem ging es noch zusätzlich um das Verhältnis von zwei Vereinen in einer Stadt. Da hatte Nedfuller als HSVer einiges dazu zu sagen. Nun ja, vielleicht ergibt es sich ja, nach oder vor dem Spiel bei St. Pauli, das noch einmal zu wiederholen.

Auch mal soziale Verantwortung zeigen.

20091003_duisburg

Wir und die anderen.

Ich habe den Trainer, der gestern im Stadion zu Duisburg weilte, gefragt, ob er angelegentlich dessen nicht zufällig Lust hätte, etwas ab- oder beifälliges über Union zu schreiben. Er hat sich dann für ersteres entschieden, und alles andere wäre auch unerhört gewesen. Nun ist es so, dass wir das mit dem uns loben ganz gut selber hinkriegen. Das Mosern überlassen wir getrost den anderen. Und ich weiß wirklich niemanden, der treffsicherer mäkeln könnte als eben der Trainer. Feindliche Übernahme galore!

Rostige Schar

von Trainer Baade

Hier sollte eigentlich eine veritable Tirade auf Union Berlin stehen, deren “Anderssein” dermaßen zum Hals raushängt, wie dass es bei der Existenz des FCK in Kaiserslautern ja auch um die Existenz “der Region” (© by janus) ginge. Dann fiel auf, dass über diesen übel nach Arbeiterschweiß stinkenden Verein, der zeit seines Lebens in den Niederungen rumkrebste, bis er im Jahr 2009 durch eine glückliche Fügung mal das Licht der Zweitligatabellenspitze erblinzeln durfte, bevor er sich durch seine eigene Provinzialität und sein Anderssein auch im Umgang auf dem Transfermarkt sowie in Finanzdingen wieder in die Niederungen der dritten Liga verabschiedete, eigentlich nichts bekannt ist, was man aufs Korn nehmen könnte. Weshalb hier keine veritable Tirade steht, sondern nur ein leichter Seufzer ob der stetigen Wiederholung derselben einskommafünf Klischees, die sich bald soweit verselbständigt haben werden, dass sie auch ohne Fußballklub noch existieren. Eine formidable Idee: einfach abschaffen, dann finden auch keine Spiele mehr statt. Stattdessen treffen sich alle Andersartigen in einer Kneipe, rufen ein paar mal irgendetwas Metallenes und versichern sich dann gegenseitig, wie anders man doch sei. Das reichte eigentlich aus und noch dazu müsste es keiner mehr hören, der nicht in 2km Umkreis um das echt handgemachte Stadion lebt.

Dann könnte man auch endlich vergessen.