Monthly Archive for September, 2009Page 2 of 2

United we stand

Wir feiern gemeinsam. Wir leiden gemeinsam. Wir schreien gemeinsam. Und häufig sehr häufig vergessen wir, dass auch die anderen ein Leben neben Union haben. Wir wissen nicht, ob sie damit zurecht kommen. Wir wissen überhaupt manchmal sehr wenig voneinander. Aber wir trauern gemeinsam und stehen uns bei.

Nadine vom SV Fortuna Genthin hinterlässt zwei kleine Töchter, denen jede Hilfe zuteil werden sollte. Alle weiteren Informationen, wie geholfen werden kann, auf der Website von Fortuna Genthin und im Unionforum.

Als wir zu träumen begonnen hatten

Es war kein gutes Wetter. Ein typischer Oktobertag im Herbst. Dazu in Berlin. Das bekommt keine Kampagne gekittet. Die Kulisse war der triste Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Der Rüpel war dieses Mal in Begleitung seines Kindergartenfreundes und dessen Mutter dabei. Kein Stadion für Kinder. Sie sind zu weit weg vom Spielgeschehen. Kein Stadion für Erwachsene, da die fest montierten lächerlich bunten Schalensitze das Stehen behindern.

Die erste Halbzeit war eine mittlere Katastrophe. Da er vom Spiel nicht allzuviel mitbekam, wollte der Rüpel ständig Aufmerksamkeit. Pokémonkarten, Hefte, Bratwurst. Das, was ich vom Spiel mitbekam, war grausam. Paderborn machte das erste Tor. Eigentlich machte das Tor Daniel Göhlert. Ein Eigentor. In der Halbzeit gingen die wenig erbauten Kinder nach Hause. Nein, ich wollte nicht mit. Vielleicht ging ja noch etwas.

Wut auf den Schiedsrichter, der Michael Bemben mit Gelb-Rot nach einem ungeschickten Zweikampf in die Kabine schickt. Ohnmächtige Wut, als Paderborn das zweite Tor schießt. Trotz auf den Rängen. Ob sich das von den Rängen auf den Platz übertrug oder umgekehrt, das kann ich nicht beurteilen. Aber bei der Mannschaft zeigte sich eine Reaktion, die in schlechten Momenten zu einem Kartenfestival führen kann. Dieses Mal nicht. 74. Minute – Benyamina schießt das 1:2. Wir laut. Vielleicht einen Punkt mitnehmen aus diesem verkorksten Spiel. 82. Minute – Patschinski trifft zum Ausgleich. Wir lauter. Schlechtes Spiel, Schlechter Schiri, schlechtes Wetter. Es war egal. Alle schienen nur ein Wort zu schreien: Jaaaaah! 86. Minute – Benyamina macht das 3:2. Ab dann habe ich nicht mehr viel mitbekommen. Es muss ein Moment völliger Losgelöstheit gewesen sein. Geschrien wurde. Und gelacht. Für Außenstehende sicherlich ein merkwürdiges Bild.

Meine Stimme erlangte ich erst zwei Tage später wieder. Aber wer bei diesem Spiel dabei war, hatte eine Mannschaft gesehen, die unbedingt aufsteigen wollte. Und Karim Benyamina habe ich nie wieder Chancentod gerufen.

Sonntag, 13.09.2009 13.30 h, Stadion an der Alten Försterei: 1. FC Union Berlin – SC Paderborn 07. Dann wahrscheinlich wieder ein ganz normales Fußballspiel.

Fußballblogger reden: Die dritte Nullnummer

Dieses Mal mit den Themen: Nationalmannschaft, Hamburger SV, Transfers. Aufgezeichnet wurde das Gespräch in der Küche des unermüdlichen Probek in München. Lob, Kritik und Heiratsanträge hinterlasst bitte direkt in Probeks Blog.

BallPod 7.9.2009 – Nationalmannschaft, HSV, Transfers by dogfood

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Nüchtern betrachtet: Der 4. Spieltag

Im Zeitungsladen am Montag: “Ich nehme den Kurier, die BZ, die Bild und die FuWo.” Vom Verkäufer ernte ich einen mitleidigen Blick. Und das alles nur der Zahlen wegen. Weil vier Berliner Journalisten dem 1. FC Wundervoll Noten gegeben haben. Mal schauen, was daraus geworden ist.

FC Augsburg – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

0:1 Sahin (59.)
1:1 Werner (76.)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte gegen Möhrle (Augsburg; 73.)
Zuschauer: 19.037

Bis auf Sahin, der den verletzten Dogan ersetzte, findet sich im oberen Teil der Tabelle unsere Defensivabteilung. Auswärtsspiel halt. Die rot-weißen mit der gelben Spielkleidung griffen erst in der eigenen Hälfte an. Ansonsten halte ich Michael Bemben weiterhin für einen unterschätzten Spieler bei uns, der wieder der Unioner mit den meisten Ballkontakten (92)* war.

Noten_04

Die Noten in der FuWo und im Kicker sind gleich, was am gleichen Autor liegt. Deswegen ist der Kicker aus der Liste geflogen. Beim letzten Mal hatte ich mehr Tabellen drin. Da muss ich aber noch einmal mit der Chefin sprechen, wie ich die ansprechend gestalte.

*Daten von bundesliga.de

Unternehmenskommunikation im Internet (2).

“Ihr seid immer nur dagegen, macht doch mal bessere Vorschläge”
[Knarf Rellöm]

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Blogger abgemahnt wird, und die Folgen waren durchaus kalkulierbar. Wer bei Weinreich gegen Zwanziger aufgepasst hat, weiß Bescheid – Firmen beschädigen auf diese Weise ihr öffentliches Ansehen nachhaltiger, als der abgemahnte Blogger das jemals vermocht hätte. Unabhängig davon, wer “Recht” hat: die Sympathien liegen genau wie im DFB-Pokal eher auf Seiten des vermeintlich kleinen Viertligisten.

In der Mittagspause fiel der Begriff des “Viralen Anti-Marketings”. Man wünscht sich angesichts solcher Vorkomnisse jedes Mal aufs Neue mehr Professionalität im Netz. Mehr Umsicht. Mehr Wissen. Das Internet heisst Internet, weil die Leute darin vernetzt sind, wäre eine der ersten goldglitzernden Weisheiten, die ich Internet-Newbies, wie sie die PR-Abteilung von JAKO augenscheinlich stellt, zurufen möchte.

Soviele Sascha Lobos, wie man bräuchte, um dergleichen fortan zu vermeiden, gibts auf der ganzen Welt nicht.

Dem Trainer hingegen wünsche ich die Anwälte der Titanic. Die kennen sich aus mit Realsatire.

Unternehmenskommunikation im Internet

Lektion 1 – Wie man es nicht macht

Beispiel:

Ein Popelblogger schreibt einen Beitrag, der von einer Handvoll Leser (ca. 400) im großen Internet gelesen wird. In diesem Beitrag zieht er über Ihre Firma und ihr neues Logo her. Das neue Logo soll Sie auf den Weg in höhere Sphären bringen. Sie haben die Nase voll von UEFA-Cup. Sie wollen Champions League. Und nun fängt da so ein Schlurchblogger an, Ihnen ans Bein zu pinkeln. Unsere Beispielperson für diese Lektion, verantwortlich für die Unternehmenskommunikation, reagiert so:

“Wir der ALDI unter den Sportmarken? Schlurchmarke? Den machen wir platt. Wäre ja gelacht. Da könnte ja jeder kommen. Dem werden wir so ordentlich den Hintern versohlen, dass er da lange nicht mehr drauf sitzen mag. Erst einmal den Anwalt anrufen. Abmahnung. Unterlassungserklärung. Saftige Rechnung. Chakka!”

Paar Wochen später.

“Mal sehen, ob dieser Popelblogger sich noch traut, etwas über uns zu schreiben. Ach nee! Google gibt noch andere Seiten aus, die auf diesen Beitrag hinweisen. Jetzt wird aber mal eine ordentliche Vertragsstrafe fällig. Erneuter Anruf beim Anwalt. Und noch eine Unterlassungserklärung. Uns doch egal, ob er die Beiträge dort selbst eingetragen hat oder ob dies automatisch passiert. Er ist der Urheber. Hätte er mal richtig in dem Internet gesucht. Das wird er nie vergessen!”

Weiter geht es in dieser Lektion mit dem Streisand-Effekt

Hintergrundgeschichte bei allesaussersport: Wie JAKO anderen Leuten das letzte Trikot auszieht