Monthly Archive for September, 2009

Nüchtern betrachtet: Der 7. Spieltag

Wieder in Rückstand geraten. Dieses Mal aber schon nach ungefähr zehn Minuten geschüttelt und dann aufgespielt wie ein … Nein, wir wissen, wo wir herkommen. Wer es nicht weiß, kann sich ja die Jahre 2004-2006 noch einmal zu Gemüte führen. Zum Spiel:

1. FC Union Berlin – Rot-Weiß Ahlen 2:1 (2:1)

0:1 Reichwein (5. Min)
1:1 Mattuschka (24. Min)
2:1 Benyamina (42. Min)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (3. Karte) – di Gregorio, Book, Wiemann

Zuschauer: 12.212

Die Mannschaft wieder mit der Aufstellung vom Paderbornspiel. Also Sahin auf der Bank und dafür Parensen auf links im Mittelfeld, während Gebhardt nach innen rückte. Mein wöchentliches Loblied auf unseren “aggressive Leader” Torsten Mattuschka singen mittlerweile auch die Notengeber. Mattuschka und Benyamina waren die auffälligsten Unioner im Spiel.

Noten_07

Zu Mattuschkas Leistung passen noch andere Zahlen, die den eigentlichen Eindruck vom Spiel noch verstärken:

- gewonnene Zweikämpfe 42% (5/12)
- Ballkontakte 103
- erfolgreiche Pässe 85% (52/61)
- Torschüsse 7
- Torschussvorlagen 7

Zwei Spieler fallen bei den Notengebern ab. Bemben sicherlich aufgrund seiner Torvorlage seines Rückpasses, den Reichwein zum 0:1 in der fünften Minute erlief. Danach lieferte er allerdings ein ordentliches Spiel ab. Der zweite Verlierer des Tages, wenn es den in einem solchen Spiel geben kann, war John Jairo Mosquera, der eine Fülle von Torchancen reihenweise liegen ließ. Die größte allerdings vergab Sahin in der Nachspielzeit, als er den Ahlener Torhüter Kirschstein umspielte, um dann einen Verteidiger anzuschießen.

Positiv ist die zunehmende Variabilität im Spiel nach vorne. Dies wurde auch schon im Podcast zum Spiel angesprochen. Parensen und Kohlmann auf links harmonieren sehr gut. Aber auch die rechte Seite mit Mattuschka und Bemben nimmt mehr und mehr Spielanteile an sich und entlastet so die andere Seite.

Positiv wirkt sich aus, dass Trainer Neuhaus auf eine eingespielte Mannschaft setzen kann. Dogans verletzungsbedingtes Fehlen reißt kein Loch im Mittelfeld. Bei den aktuellen Ergebnissen ist es natürlich für die Spieler von der Bank schwierig, sich anzubieten, wobei die zu dieser Saison gekommenen Rauw und Brunnemann wenigstens Kurzeinsätze erhalten. Der ebenfalls neuverpflichtete Peitz und unser ehemaliger Mannschaftskapitän Daniel Schulz hingegen scheinen den internen Konkurrenzkampf gegen Göhlert und Stuff um die Plätze in der Innenverteidigung eindeutig verloren zu haben. Bei Daniel Schulz muss man sich fragen, ob er überhaupt wiederkommen wird. Zu wünschen wäre es ihm.

Texttonvergehen: Wir gegen Ahlen

Wir haben einen Namen. Der Dank dafür gebührt Jürgen Kalwa. Wir haben Musik. Der Dank dafür gebührt ebenfalls Jürgen Kalwa, der sie uns lizenfrei zur Verfügung gestellt hat. Vorneweg gibt es die Mannschaftsaufstellung. Dargeboten vom Stadionsprecher Christian Arbeit.

Dieses Mal trafen wir uns am Morgen nach dem Spiel in der Stadtmitte. Als Gast konnten wir unseren Starreporter Mathias Bunkus gewinnen, der für den Berliner Kurier hauptsächlich über den 1. FC Wundervoll schreibt und damit immer sehr nah am Geschehen ist. Thematisch dreht es sich in der ersten Hälfte natürlich um das Spiel gegen Ahlen. In der zweiten Hälfte wenden wir uns dem Dauerthema Hauptsponsor zu. In der letzten Woche wurde der neue vorgestellt. Außerdem geht es um den zukünftigen Ausbau des Stadions an der Alten Försterei.

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Kritik und Lob, sowohl in technischer als auch inhaltlicher Hinsicht, gerne in den Kommentaren.

Nüchtern betrachtet: Der 6. Spieltag

Ist ja noch einmal gut gegangen. Das erste Mal in dieser Saison gegen eine Mannschaft gespielt, die sich auf uns eingestellt hatte. Aber zunächst die Fakten.

TuS Koblenz – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)

1:0 Kuqi (12. Min)
1:1 Mattuschka (78. Min)

Gelbe Karten: Everson, Forkel – Bemben

Zuschauer: 7041 (Stadion Oberwerth)

Im Vergleich zum letzten Spiel kam Sahin wieder in die Mannschaft. Dafür rückte Gebhardt von der Mitte wieder nach links. Parensen nahm dafür auf der Bank Platz. Von Sahin war nicht viel zu sehen. Das drückt sich auch in den Noten aus.

Noten_06

Dass Sahin einen rabenschwarzen Tag hatte, sieht man auch an anderen Werten. In den knapp sechzig Minuten auf dem Platz schlug er 14 Pässe, von denen zehn ankamen. Gebhardt hingegen passte 42 (32) mal und Mattuschka 54 (43) mal. Gut, Sahin stand nicht über die gesamte Spielzeit auf dem Platz. Aber selbst Parensen, der für ihn die letzten dreißig Minuten bestritt, kam auf 18 (15) Passversuche. An Koblenz Stärke alleine kann  Sahins Vorstellung nicht gelegen haben. Nichtsdestotrotz war die erste Halbzeit eine sehr schwache Leistung der gesamten Mannschaft, die sich im Laufe der zweiten Halbzeit steigerte. Aber das Spiel wurde bereits im letzten Podcast sehr genau auseinandergenommen.

Von den Zahlen her sehr merkwürdig: Die Koblenzer waren in den ersten 60 Minuten überlegen. Allerdings brachten sie von 11 Torschüssen nur zwei auf das Tor. Einer davon landete von Göhlert abgefälscht im Kasten. Alle anderen gingen daneben. Nicht für unsere Abwehr spricht, dass kein einziger Torschuss geblockt werden konnte. Umgekehrt kam Union auf 22 Torschüsse, von denen sieben auf das Tor gingen. Nur der Freistoß von Mattuschka landete drin. Zehn gingen daneben und fünf wurden von der Abwehr geblockt.

Zu Mattuschka: Er gefällt. Und ohne seinen Willen, sichtbar durch seine Geste nach dem 1:1, als er zurück zum Anstoßkreis rennt, wäre wohl nicht mehr viel gegangen. Seine subjektiv guten Leistungen lassen sich auch an seinen Noten der Spieltage 1-6 (Die Noten des 1. und 2. Spieltages stammen nur vom Kicker) ablesen. Damit war vor der Saison sicher nicht zu rechnen gewesen.

mattuschka_spieltag_01_bis06

*außer den Noten sämtliche Daten von bundesliga.de

Notaufnahme

Es ist Montag Abend. Eigentlich Freitag Abend. Aber ich habe die ganze Zeit überlegt, ob das sendefähig ist. Direkt nach dem Spiel gegen Koblenz am Freitag Abend saßen wir (Sven, Ilja, Robert, Steffi und ich) vor der Kneipe im Friedrichshain und versuchten mit einem Macbook gegen den Nachbartisch, Kopfsteinpflaster und Berlinklassenfahrten anzukommen. Der eigene Perfektionismus schläft bereits. Und außerdem ist das noch zur Probe. Also doch auf Sendung.

Eine vorgreifende Manöverkritik: Ein Macbook allein reicht nicht zur Aufnahme auf der Straße. Der Nebentisch gehört geräumt. Moderation war dieses Mal mehr. Außerdem wurden konsequent Ähs und Öhs herausgeschnitten. Und es geht sicherlich noch kürzer.

Der erste große Teil beschäftigt sich mit dem Spiel. Und: Überraschung! Ab Minute 27:18 geht es um Hertha. Und das größtenteils ohne Schadenfreude.

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Was sonst noch wichtig ist: Wir suchen einen Namen! Vorschläge bitte in die Kommentare! Und vielen Dank an Robert, der mit seinem MacBook die Aufnahme noch ermöglicht hat.

Zunächst einmal. Dann jedoch.

20090920
Diese Zeichnung möchte ich zwei sehr verschiedenen Menschen widmen. Zum einen MalerMario Norbert, der mich auf die Zeitlupen-Idee gebracht hat, zum anderen Bunki, wegen des “Tabellenführerchens”. Vielen Dank euch!

Eiserner Vorhang

Was bedeutet eigentlich eine Medienpartnerschaft? Wohlmeinende Berichterstattung? Verlosung von Eintrittskarten? Oder exklusive Informationen? So ganz klar ist das nicht. Der neue Medienpartner des 1. FC Wundervoll ist seit dieser Saison die BZ. Sie löst damit den Berliner Kurier mit seinem größtenteils Ostberliner Publikum ab. Strategisch nicht unclever, da die BZ das Westberliner Publikum bedient, das es für Union zu begeistern gilt.

Aber wozu überhaupt eine Medienpartnerschaft? Schon eine Weile beschweren sich die Journalisten, die mit Union zu tun haben, über die Arbeitsbedingungen. Selten so offen, wie es Matze Koch (als freier Journalist u.a. für Bild, Fußballwoche, Kicker) oder Mathias Bunkus (Berliner Kurier) getan haben. Es ist von Vereinsseite her der Versuch, die Hoheit über den Informationsfluss zu behalten. Andere würden von der Erlangung oder der Ausübung der Kommunikationsherrschaft sprechen. Um die Mannschaft herum wird eine Wagenburgmentalität aufgebaut, die so gar nicht dem sympathischen Bild eines Vereins von Fans, das man den Sommer über vermittelt hat, entspricht. Die Spieler werden an der kurzen Leine gehalten. Anrufe bei Spielern führen dazu, dass entweder nicht zurückgerufen wird oder vom Spieler die Frage kommt, ob das Gespräch denn beim Verein angemeldet sei. Und wenn sich eine Zeitung erdreistet, ungenehmigt einen Spieler zu befragen, werden daran unbeteiligte freie Journalisten angerufen und dazu befragt. Nur, weil sie auch dieser Zeitung Texte anbieten.

Die Presse als Feind. Wir vom Verein. Die da draußen von der Presse. Im Moment des Erfolges mag das funktionieren. Aber schon jetzt kann man darauf warten, dass es krachen wird, wenn es denn mal nicht läuft. Für die zweite Liga mit ihrer Dauerbeobachtung durch überregionale Medien und Fernsehen ist das eine lächerliche Strategie. Auch und gerade in einer Stadt, die sechs Tageszeitungen und eine eigene wöchentliche Fußballzeitung kennt. Unsere professionellen Strukturen scheinen noch nicht in der Medienwelt der Bundesliga angekommen zu sein. Sie benötigen die Partnerschaft aller Medien und nicht die eines einzigen Mediums.

Zur ganzen Problematik passt hervorragend ins Bild, dass ein exklusives Verlautbarungsinterview über noch ausstehende Forderungen an die ISP dem neuen Medienpartner BZ gegeben wurde.

Nicht ganz nüchtern betrachtet: Der 5. Spieltag

Das Ganze ist eine Nullnummer. In vielerlei Hinsicht. Wir haben uns vorgenommen, uns nach jedem Spiel zu treffen und noch unbeeinflusst von Bildern und anderen Gesprächen einen ungefilterten und damit unmittelbaren Eindruck vom Spiel zu hinterlassen. Was die Nullnummer ausmacht:

  • der Aufnahmepegel war noch auf Stadionlautstärke gedreht
  • es gibt keine Trennmusik und Intro, da wir dafür noch die Rechte für Aufnahmen von Atmosphäre im Stadion mit Verein und DFL klären müssen
  • Nebengeräusche sind unserer mangelnden Aufnahmedisziplin geschuldet (wer die Rasse des herumlaufenden Hundes erkennt, bekommt einen Besserwisserbonus)
  • es fehlt unser Starreporter als Interviewpartner
  • wir haben uns weder beim Namen genannt noch vorgestellt

Hinterlasst bitte sämtliches Lob und Kritik hier! Der größte Teil des Gespräches dreht sich natürlich um das Spiel. Am Ende geht es auch um unseren ehemaligen Sponsor.

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Nüchtern betrachtet: Der 5. Spieltag

Wieder volles Programm im Zeitungsladen am Morgen. Der BILD lag heute das offizielle Stickeralbum von Hertha BSC bei. Eine subtile Form der Gehässigkeit. Weniger subtil war der Kommentar im Berliner Kurier, der aus der Misere der alten Dame und dem Hoch im Südosten eine hübsche Geschichte formen wollte. Liegt natürlich da wie ein Elfmeter ohne Torwart und der Kurier war nicht die einzige Publikation, die heute diese Berliner Gegensätze thematisierte. Der Aufhänger war allerdings, ob Hertha und Union nach einem beidseitigen Spielklassenwechsel das Stadion tauschen würden. Kommentar von unserer Seite: “Sind die blöd! Wir würden unser Stadion niemals hergeben!” Ähnlich dämlich fand ich persönlich auch die Gesänge während des Spiels: “Siehst Du Hertha, so wird das gemacht!” Wenn Union nur ansatzweise auf Augenhöhe mit der alten Dame agieren würde, wären solche Sticheleien charmant. So wirkt das meiner Meinung nach nur lächerlich. Unnötig.

Zum Spiel:

1. FC Union Berlin – SC Paderborn 07 5:4 (3:2)

1:0 Mosquera (9. Min)
2:0 Benyamina (13. Min)
3:0 Mosquera (24. Min)
3:1 Manno (34. Min)
3:2 Saglik (44. Min)
4:2 Benyamina (47. Min)
4:3 Brandy (85. Min)
5:3 Sahin (89. Min)
5:4 Saglik (90. Min)

Gelbe Karten: Gebhardt, Mattuschka, Mosquera – Saglik, Alushi

Zuschauer: 13.162 (Durchschnitt diese Saison: 14.335)

Dogan weiterhin mit Schambeinentzündung verletzt. Sahin, der ihn letztes Spiel in Augsburg ersetzte, ließ sich einen Weisheitszahn entfernen und nahm auf der Bank Platz. Dafür rückte Gebhardt nominell in die Mitte und machte damit den Platz frei für das Duo Parensen und Kohlmann, die bisher noch nie gemeinsam auf dem Platz standen, da sie sich den defensiven Platz auf der linken Seite gegenseitig streitig machten. Und sie machten das sehr gut gemeinsam. Wobei Parensen mit seiner offensiven Ausrichtung aufgrund des Spielverlaufes mit den besseren Noten bedacht wurde. Unsere vielgelobte Innenverteidigung Stuff und Göhlert hatte nicht ihren besten Tag. Persönlich hat mich Stuffs unbeteiligte Begleitung beim letzten Gegentor geärgert.

Zur Halbzeit nahm Trainer Neuhaus Gebhardt raus und brachte Rauw, der sich in Halbzeit zwei mit Younga-Mouhani auf der Sechserposition abwechselte. Das Spiel in der ersten Hälfte mit seiner fast kompletten Auflösung des Mittelfeldes und dem damit verbundenem Schlagabtausch war für defensive Leistungen Gebhardts schlicht zu schnell. Ein Fleißbienchen im Muttiheft hat sich Torsten Mattuschka für den Saisonbeginn verdient, der fehlende Klasse mit sehr viel Einsatz wettmacht und damit Björn Brunnemann wenig Chancen auf einen Einsatz lässt.

Es überrascht nicht, dass die Sturmspitzen Mosquera und Benyamina mit jeweils zwei Toren die Bestnoten einheimsen. Überraschend ist, wie diese beiden miteinander harmonieren und der eine auf den Flügel ausweicht und dem anderen Räume schafft. Sehr schön beim 4:2 zu beobachten, als Mosquera Abwehrspieler auf sich zieht und Benyamina von hinten angeflogen kommt und den Ball mit dem kopf im Tor unterbringt. Die Zeiten scheinen vorbei, in denen sich Benyamina oft vorne alleine aufrieb wie in der letzten Saison.

Noten_05

Up the bracket.

batsch-aua

Der Jugend alle Aufmerksamkeit

18 x 18 heißt das neue Projekt, zu dem sich viele verschiedene Fußballblogger unter der Federführung von Robert Kapp zusammengefunden haben. 18 Jungprofis um die 18 Jahre alt von 18 verschiedenen Bundesligavereinen werden von 18 verschiedenen Fußballbloggern ein Jahr begleitet. Das war die Idee. Damit fiel leider unser 1. FC Wundervoll durch das Sieb. Aber mir gefiel die Idee gut und ich wollte mich auf jeden Fall an diesem Experiment beteiligen.

Also schnappte ich mir Lewis Holtby vom FC Schalke 04. Holtby kannte ich ein bisschen von der letzten Aachener Saison. Spannend erscheint mir, dass er seine Qualifikation als Profi bereits unter Beweis gestellt hat, sich nun aber in einer Schalker Mannschaft beweisen muss, die wie der gesamte Verein sich einem massiven Umbruch (oder einfach ausgedrückt: Felix Magath) gegenübersieht. Das und seine paralelle Entwicklung in der Juniorennationalmannschaft (U21 und U20-Weltmeisterschaft) sollten viel darüber zeigen, womit ein junger Profi konfrontiert wird. Wie genau sich das entwickeln wird, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich würde mich allerdings freuen, wenn der eine oder andere drüben mal vorbeischauen würde.

Der Vorstellungstext ist bereits online: Lewis Holtby (FC Schalke 04)